Dienstag, 1. Dezember 2015

Kinderreiche Familien müssen entlastet werden

Foto: Verband kinderreicher Familien
(PM Verband kinderreicher Familien, Mönchengladbach, den 18. November 2015) „Familien tragen die Zukunft“: Unter dieser Überschrift fand am 14. November der 2. Familienkongress des Verbands kinderreicher Familien e.V. (KRFD) in Köln statt, in Kooperation mit der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie.

Eröffnet wurde er von Dr. Elisabeth Müller (Vorstandsvorsitzende KRFD) und Daniela Kobelt Neuhaus (Vorstandsmitglied Karl Kübel). Beide bekräftigten, wie sehr sie sich über die Zusammenarbeit freuten. „Wir sind heute zusammengekommen, um die Stimme der kinderreichen Familien zu stärken – Mut zu machen, dass sich Familien ihren Wunsch erfüllen, mehrere Kinder in die Welt zu setzen“, sagte Müller.

„Kinder sind das Wichtigste für unsere Gesellschaft – sie sind die Zukunft," zitierte Kobelt Neuhaus den Stiftungsgründer Karl Kübel. Grüße der erkrankten Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) überbrachte Bürgermeister Hans-Werner Bartsch (CDU). In einem schriftlichen Grußwort sprach die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Manuela Schwesig (SPD) dem Kongress Ihre Unterstützung aus.

Als Referenten waren der Leiter des Fachbereichs "Familie und Fertilität“ im Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung Dr. Martin Bujard und der Jurist Dr. Jürgen Borchert geladen, sowie MdB Martin Patzelt (CDU) als Diskussionsteilnehmer. Die Diskussionen moderierten Alexandra von Wengersky und Dr. Tanja zu Waldeck vom KRFD. 

Dr. Martin Bujard räumte mit einem gängigen Vorurteil auf: „Das negative Image Kinderreicher ist eine Chimäre“, so Bujard. Die tatsächliche Einstellung zu kinderreichen Familien in der heutigen Gesellschaft sei überwiegend positiv. Die Wurzeln des Negativimages lägen in den 60er Jahren, in denen Kinderreichtum stigmatisiert und in Leitmedien zu „generativer Disziplin“ aufgerufen worden sei - mit fatalen Folgen. Denn, so Bujard, zwei Drittel des Geburtenrückgangs seit den 70er Jahren seien durch den Rückgang kinderreicher Familien und nur ein Drittel durch Kinderlosigkeit hervorgerufen. Als wirksamste familienpolitische Maßnahme, um kinderreiche Familien zu unterstützen, empfahl er eine Anhebung des Kindergeldes für das dritte und vierte Kind.

Dr. Jürgen Borchert sprach sich ebenfalls für eine finanzielle Entlastung kinderreicher Familien aus. Anders als Bujard forderte er jedoch eine Reform des Sozialversicherungssystems. „Der Keil zwischen Brutto und Netto sind die Sozialversicherungsbeiträge, die für Kinderlose und Menschen mit Kindern gleich sind.“ Anhand einer Beispielrechnung führte er vor Augen, dass bei einem mittleren Jahreseinkommen von 35.000 Euro nach Abzug der Sozialversicherungsbeiträge und der steuerlichen Existenzminima  ein kinderloses Ehepaar noch ein Plus von knapp 8.400 Euro, hingegen ein Ehepaar mit zwei Kindern ein Minus von 760 und eines mit drei Kindern gar von 5.400 Euro verzeichneten. „Sehen Sie zu, dass die Leute urteilen können, dann können sie auch teilen“, rief er den Kongressteilnehmern zum Abschluss zu und ermutigte einzelne Familien ebenso wie deren Verbände, die vom Verfassungsgericht dem Gesetzgeber längst aufgegebene Korrektur der Steuergesetzgebung einzufordern. 

Im Rahmen kleiner Arbeitsgruppen identifizierten die Teilnehmer Herausforderungen und diskutierten Herangehensweisen bei den Themen „Partnerschaftliches Arbeiten“, „Familienzentren“, „Kinderreiche Kitas“, „Aktuelle Familienbilder“, „Kinderreich und alleinerziehend“ sowie „Wohnen und Bauen mit Mehrkindfamilien“.

Ein besonderer Höhepunkt der Veranstaltung war die Verleihung des Fair Family-Preises an den koreanischen Automobilhersteller Ssang Yong. „Kinderreiche Familien brauchen verlässliche Autos zu einem erschwinglichen Preis“, so Müller. „Große Familien haben einen großen Aktionsradius und müssen Dinge bewegen. Ohne Autos geht dies nicht“, fasste Müller in ihrer Laudatio zusammen.

An der vom BMFSFJ geförderten Veranstaltung nahmen rund 140 Erwachsene und Kinder teil, Politikschaffende auf Landes- Bundes- und Europaebene sowie Medienvertreter. Der Verband kinderreicher Familien Deutschland e.V. dankt der Firma Nestlé für ihre Unterstützung des Kongresses.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Die Ausführung dieses Kommentars ist nicht korrekt.
Kinderreiche Familien werden heute mehr denn je diskriminierend behandelt.
Ausführungen wie "Die haben kein besseres Hobby" sind da noch die harmlosesten.
Überall wird man beredet und ausgegrenzt.
Die Kinder werden in der Schule diskriminiert(sogar ausgehend von der Lehrkraft).
Obwohl man einen anständigen Beruf(staatl.examinierter Altenpfleger und Erzieherin) hat,wird man in jeder Hinsicht zerstört.
Da muss man trotz Vollzeitberuf dennoch Wohngeld und Kinderzuschlag beantragen, da man trotz der "guten Bezahlung" unter dem Existenzminimum liegt.
An eine Anschaffung eines Autos oder die Erhaltungskosten(Versicherung,Kraftfahrzeugsteuer etc.)ist überhaupt nicht zu denken.
Ich weiss nicht woraus dieser Bericht aufgebaut ist.
Die wirkliche Realität ist dies jedenfalls nicht.
Schon der Staat alleine ist kinderfeindlich geprägt.
Es sind maximal 2 Kinder"erwünscht" und das funktioniert ja auch gut.
Alles was darüber liegt kann nur asoziales Pack mit keinem besseren Hobby sein und das bekommt man auch auf allen Ebenen unserer mehr als kranken Gesellschaft zu spüren.
Als Vordergrund steht nur das Wirtschaftswachstum und damit verbunden der materielle Konsum und da stehen die Kinder eben im Wege.
Zum "Glück" sind wir aber heute so "fortschrittlich " und können die Geburtenrate kontrollieren (Pille etc.) oder wenn dies nicht hilft dezimieren (Abtreibung).
Die notwendigen Kinder(die der Staat benötigt um die Wirtschaft aufrecht zu erhalten), werden dann aber nicht mehr von der Mutter betreut,sondern so früh wie möglich unter staatliche Aufsicht gegeben( Krippe, Kindergarten etc.),damit sie sich ja nach den Interessen des Staates entwickeln!!!
Somit ist es dann auch erkärlich,warum anders und richtig lebende Menschen (kinderreiche Familien) so diskriminiert werden.
Wir sollen uns alle schön brav dem Gender Mainstream unterordnen!!!
Familienleben ist da fehl am Platze!!!

Anonym hat gesagt…

Als kinderreiche Familie ist es mehr als nur schwer in einem solch kinderfeindlichem Land wie Deutschland zu leben.
Es kann nicht sein, dass Bundesbeamte Kindergeld II beantragen müssen und bewilligt bekommen, sobald sie mehr als 2 Kinder haben. Es kann nicht sein, dass Angestellte Kindergeld II beantragen und bewilligt bekommen, sobald sie mehr als 2 Kinder haben. Es kann nicht sein, dass Arbeiter Kindergeld II beantragen müssen und bewilligt bekommen, sobald sie mehr als 2 Kinder haben. Dieses ist aber in Deutschland die Realität.
Kinder dürfen nicht mehr frei auf Straßen spielen, nicht weil an jeder Ecke ein Pädophiler oder Terrorist lauern würde, nein, es ist der liebe Herr Nachbar der sich vom Geräusch des auf dem Asphalten rollenden Bobbycars gestört fühlt. Während Frau Nachbarin sich am Lachen stört, denn sie hat ein empfindliches Gehör, sie ist Musikerin. Scheppernde und krachende Werkfahrzeuge, ach die sind ertragbar, auch wenn 10x mehr Lärm machen als ein Kind.
Kinder will jeder....bevorzugt aber bitte auf dem Sofa vor der Glotze oder dem PC, also Sofadeko der Eltern. Privatvergnügen.
Kinder werden ständig in der Öffentlichkeit gemaßregelt, von wildfremden. So bitterbös wie heute wurde seit 50 Jahren nicht mehr mit Kindern gesprochen.
Und was Großfamilien angeht...diese Kinder werden nich mehr gemaßregelt und erniedrigt, es ist schrecklich kalt in Deutschland. Dieses Land hat die Kinder, die hier leben überhaupt nicht verdient.....
Unsere Familienuschi fachsimpelt lieber über socialfreezing...damit der Kinderwunsch auf den Tag verschoben werden kann, wann es denn dem Arbeitgeber am besten in den Kram paßt, anstatt einmal etwas für die Kinder die JETZT schon da sind etwas zu tun.
Die Geburtenrate ist signifikant gefallen, aber die Fertilität pro Frau ist dagegen signifikant gestiegen. Nur blöd das es bekannt ist, aber leider in die Betonschädel der deutschen Gesellschaft auch nach 10 Jahren noch nicht ankommt.
Ohne Großfamilien läge die Geburtenrate mittlerweile wahrscheinlich bei 0,5 Kinder je Familie.
Macht nichts, das Sozialsystem wird gegen die Wand fahren und wohl dem, der mehr als 1-2 Katerchen sondern 3 und mehr Kinder hatte. Was aber ist mit denen die lieber Tiere anstatt Kinder versorgt haben und Kinder angegangen sind wo sie nur konnten?! Es sollte uns egal sein, vollkommen gleichgültig sollte es uns sein - sollen ihre Tiere, ... doch für sie sorgen. "That's life" oder "Tja, ihr wolltet es ja so, es hat euch ja keiner gezwungen nur Tiere zu haben! Selbst schuld wenn ihr nichts habt, ihr hättet anstelle der Tiere ja auch Kinder haben können! Jetzt seht zu wie ihr zurecht und aus der Nummer wieder raus kommt!" wäre die einzige passende Antwort, denn genau das hören sich Familien ganz besonders Großfamilien täglich an.

Nein...Deutschland ist kein einziges der Millionen Kinder wert. Ganz besonders seine Großfamilien nicht.

Deutschland lebt in und für die Vergangenheit, aber nicht in der Gegenwart und schon dreimal nicht für die Zukunft. Möge es kräftig auf die Nase fliegne und mögen all jene ohne Kinder ebenso wie jene die Kinder niedermachten, im Alter Armut und Hunger leiden wie auch für das Überleben um Almosen betteln müssen, weil keiner für sie sorgen wird.

Anonym hat gesagt…

Ich möchte was differenzieren: "Kinderreiche Familien" und "Kinderreiche Mutter".
Wir, "kinderreiche Familie" kämpfen für das Wohl unsere Kinder. Wir arbeiten, wir bilden uns aus, wir kümmern uns um jeden einzelnen von unsere Kinder mit Liebe, Zeit und Zärtlichkeit.
Es gibt aber Frauen (ich sprechen von eine von mir bekannter Fall in Mönchengladbach) die 7 Kinder kriegen um nicht arbeiten zu müssen: Um ihren leben durch weitere Kinder zu finanzieren. Solche menschen sollten bestrafft werden. Sie beuten nicht nur die nicht-einverstandene-väter aus, sonder auch der Staat!! und damit uns alle!!!
Solche menschen schaden tatsächlich enorm das image von "kinderreiche Familien", weil sie versuchen (und leider häufig schaden) ihren oberflächige, unverantwortliches und egoistisches leben auf unsere kosten weiter zu führen. Solche Frauen werden ABSICHTLICH und HEIMLICH von gutverdiener schwanger. Solche Frauen haben Kinder von mehrere (3?) und unterschiedliche Väter um Unterhalt zu bekommen. SIE sind eine SCHANDE für echte Familien, für echt liebenden Mütter und für ihre eigene Kinder!!! und machen den schlimmen ruf mit den wir teilweise leben müssen.