Montag, 6. Januar 2014

Belgien: 2 Prozent der Todesfälle durch Sterbehilfe

Zwei Prozent aller Todesfälle in Belgien im Jahr 2013 haben als Ursache „aktive Sterbehilfe“, so berichtet das Magazin „Factum“.

1432 Belgier starben durch aktive Sterbehilfe. Durch die geplante Einführung von Sterbehilfe für Minderjährige wird dieser Anteil steigen.

Kommentare:

Old Geezer hat gesagt…

Da alle diese Leute sowieso wenige Tage, Wochen oder Monate später gestorben wären, nur unter viel größerem Leiden, und alle diese auf eigenen Wunsch unwesentlich früher erlöst wurden, kann man nur erleichtert verstellen, aß zumindest in Belgien Maßnahmen gegen Menschenquälerei am Lebensende unternommen werden.

Oder glaubt irgendwer tatsächlich, daß mehr als 98% der Sterbefälle friedlich m Bett bei relativer Gesundheit entschlafen?

Lebensfreude hat gesagt…

@ Old Geezer,
es verhält sich bei der Sterbehilfe, wie bei der Abtreibung oder den Grenzwerten für Umweltschadstoffe.

1.) Abtreibung:
Wenn die finanzielle Lage der Eltern oder der Mutter zu schwer ist, rät man von einer Abtreibung nicht ab, da sonst womöglich die peinliche Frage kommen könnte "Hast de mal ein Euro?".

2.) Grenzwerten für Umweltschadstoffe:
Wenn z.B. wieder mal ein Atomkraftwerk in die Luft geht, werden die Grenzwerte für Radioaktivität einfach erhöht, weil eine weltweite Dekontaminierung bis hin zu den alten Grenzwerten die waren Kosten des billigen Atomstroms zu Tage fördern würden. Man wägt hierbei ab, was teurer ist. Kosten für mehr Krebsbehandlungen usw. oder die genannte Dekontamination.

3.) Sterbehilfe
So, jetzt können Sie mal über die Abwägungen bei der Sterbehilfe nachdenken.

Lebensfreude hat gesagt…

Nachtrag zu Grenzwertanpassungen:
http://www.everenergy.de/blog/atomkatastrophe-chronologie/

Bunte Welt hat gesagt…

@Lebensfreude, dann wünsche ich Ihnen einen leidvollen Tod. Ich selbst habe verfügt, dass mein Leben nicht künstlich erhalten werden soll, wenn nicht mit 100%-tiger Sicherheit feststeht, dass ich ohne geistige oder körperlich einschränkende Behinderung gesunde. Sollte meinem Wunsch versagt werden, erhalte ich Besuch und leide dann nicht mehr.

Lebensfreude hat gesagt…

Bunte Welt,

warum versuchen Sie mich zu verfluchen? Der Fluch käme auf Sie selbst zurück. Ich wünsche Ihnen, wenn es denn soweit wäre, ein erträgliches Sterben.

Medizinische Maßnahmen abzulehnen, sollte jedem Menschen erlaubt bleiben. Auch über die Patientenverfügung über die bewusste Phase hinaus. Sterbehilfe hingegen ist und bleibt Mord.
Sterbehilfe im Sinne des von mir kritisierten Gesetzes wären z. B. eine Giftspritze oder Sauerstoffenzug.
Das könnten dann z. B. auch ein depressiver Jugendlicher oder ein Obdachloser für sich beanspruchen. Wollen Sie diese Grenzverschiebung befürworten?

Lebensfreude hat gesagt…

Bunte Welt hat gesagt…
.... Ich selbst habe verfügt, dass mein Leben nicht künstlich erhalten werden soll, wenn nicht mit 100%-tiger Sicherheit feststeht, dass ich ohne geistige oder körperlich einschränkende Behinderung gesunde. ....

Ich glaube, Sie wissen gar nicht, was Sie da geschrieben haben.
Diese 100%-tige Sicherheit haben Sie zu keinem Zeitpunkt im Leben.
Wer kann Ihnen sagen, ob z. B. ein einfacher Infekt nicht zu einem bleibenden Schaden führen könnte? Ganz egal, ob mit, ohne oder gerade durch eine Behandlung.
Denken Sie bitte mal über Ihr Weltbild nach.

Lupusmagnus hat gesagt…

Lebensfreude sie konstruieren sich hier ein albernes Argument zurecht.

Hier ist offensichtlich nicht von einem Schnupfen die Rede, sondern von Vorfällen wie Hirnschäden, ins Koma fallen und ähnliches.

Welche medizinischen Gründe hat denn bitte der Obdachlose um sich für Euthanasie zu bewerben? Mal ganz abgesehen davon, dass er sich genauso wie der depressive Jugendliche auf hunderte andere Weisen auch umbringen kann.

Glauben sie würden es nicht begrüßen wenn sie nur noch auf Schmerzmitteln dahinvegetieren ihr ganzer Körper von Krebs zerfressen ist, sie aber nicht in der Lage sind selbst den letzten Schritt zu tun, dass es dann möglich ist das man ihnen auf eigenen Wunsch und zwar NUR auf eigenen Wunsch OHNE das man sie von außerhalb zu irgendwas gedrängt hat abnimmt? Das ist kein Mord das ist human.

Wir sind an einer Stelle in der medizinischen Entwicklung angekommen, die auf der einen Seite sehr positiv ist, weil wir nicht mehr an eingewachsenen Fußnägeln sterben aber auf der anderen Seite Menschen am Leben erhalten werden die selbst bei einer "Genesung" effektiv nur eine Kartoffel sind.

Sie würden sich vermutlich auch vor den Mann stellen der sich in England unlängst zu Tode gehungert hat nachdem man ihm Sterbehilfe verweigert hat obwohl er bis auf seine Augen nichts mehr bewegen konnte? Der völlig im eigenen Körper gefangen war? So jemandem meinen sie darf man nicht, wenn er es wünscht, erlösen? Sie sind ein grausamer Mensch!

Lebensfreude hat gesagt…

Lupusmagnus,

Sie haben meinen letzten Beitrag nicht genau genug gelesen. Wenn Sie es in Ruhe und gründlich nachholen, werden sie merken, dass ich kein grausamer Mensch bin.
Übrigens haben Obdachlose genügend Krankheiten, von denen Sie nur zu gerne erlöst wären. Warum, meinen Sie, nehmen so viele von ihnen Drogen? Leider bekommen sie oftmals keine zum Leben dienende Hilfe. Das ist die Schande unserer Gesellschaft.
Ich schließe mich da ausdrücklich nicht aus.

Lupusmagnus hat gesagt…

Lebensfreude das Thema sind nicht die Obdachlosen deren Situation da gebe ich ihnen recht schlimm ist (wobei auch gefragt werden muss was war zuerst da die Drogen oder die Obdachlosigkeit) und natürlich müsste diesen Menschen mehr geholfen werden. Ist aber hier wie gesagt nicht das Thema!

sondern die Aussage Sterbehilfe = Mord.

Das ist meiner Ansicht nach unter den gegebenen Umständen (unheilbar krank, selbst erklärter Wille dazu, unstillbare Schmerzen physischer oder psychischer Natur, der unaufhaltbare Übergang in einen würdelosen Zustand) nicht gegeben in diesem Fall ist eine Hilfe zu einem Sterben in Würde meiner Ansicht nach vollkommen legitim, als denjenigen der betroffen ist zu einem Ende in Qual zu verurteilen oder einem Selbstmord der viele Menschen sicherlich mehr verletzt ein begleitetes Sterben in einem würdigen Rahmen. Hierbei geht es auch um die persönliche Freiheit des Menschen mit seinem Körper so zu verfahren wie er es für richtig hält solange er Herr der eigenen Sinne ist!

Sie wollen ein Verbot von Sterbehilfe, würden also diesem Briten wie ich schon sagte ein angenehmes Dahinscheiden verweigern, so dass er dazu gezwungen ist sich zu Tode zu hungern weil dieser Zustand für ihn nicht tragbar ist!

Lebensfreude hat gesagt…

Lupusmagnus,

>>> Sie wollen ein Verbot von Sterbehilfe, würden also diesem Briten wie ich schon sagte ein angenehmes Dahinscheiden verweigern, so dass er dazu gezwungen ist sich zu Tode zu hungern weil dieser Zustand für ihn nicht tragbar ist! <<<

Ja, so würde ich entscheiden.
Ich gebe aber zu, dass jede Entscheidung in einer solchen Situation bei mir selbst eine Verletzung hinterlassen würde.

Die letzte Frage nach dem Sinn von Leid kann ich nicht beantworten.

Lupusmagnus hat gesagt…

Sie können also nicht rechtfertigen wieso dieser Mensch leiden soll. Aus welchem Grund könnten sie es dann mit ihrem Gewissen vereinbaren ihm und seiner Familie so etwas an zu tun nur weil es IHNEN nicht passt?

Old Geezer hat gesagt…

@Lebensfreude:

Ihre Vergleiche sind hier nicht anwendbar, weil wir beim Sterbenden eine Willenserklärung haben, daß er diesen früher herbeigeführten Tod wünscht.
Die Motivation hierfür können individuell ganz unterschiedlich sein, aber der Wille dazu besteht, ganz im Unterschied zu Ihren anderen Fällen.

Lebensfreude hat gesagt…

Old Geezer,

was Sie schreiben, stimmt nicht, bzw. nicht in jedem Fall.

Wissen Sie, wie sehr sich manche Jugendliche, Behinderte oder auch Obdachlose den Tod wünschen? Ich weiß es genau.

Wie die Statistiken beweisen, realisieren sie es oftmals auch.

Und nun stellen Sie sich vor, ihr Sohn, Neffe, Enkel oder Freund käme zu Ihnen mit der Bitte um entsprechende Sterbehilfe.
Wo zögen Sie die Grenze, ob das Leben noch lebenswert ist oder nicht?

Aus meiner tiefsten Überzeugung sollte jede Hilfe immer nur dem Leben dienen. Auch in Fällen, wo wir keine Lösung mehr sehen.

Jedes Gesetz, das hier eine Tür öffnet, sollte richtiger Weise als Euthanasiegesetz bezeichnet und als solches verurteilt werden.

Wie kalt ist es doch in unserer Gesellschaft geworden?

Lupusmagnus hat gesagt…

Lebensfreude am Wort Euthanasie ist nichts schlimmes und auch Euthanasie ist solange derjenige der behandelt wird WEISS, dass er entsprechend behandelt wird und dem zugestimmt hat nicht mit dem gleichzusetzen, was im Nationalsozialismus passiert ist.
Euthanasie war lediglich der Deckmantel unter dem diese Verbrechen begangen wurden! Dies war TATSÄCHLICHER Mord wo derjenige den es betraf KEIN Mitspracherecht und die letzte Entscheidung hatte.

Niemand fordert, dass Ärzte entscheiden können sollen, wann ein Mensch einzuschläfern ist oder nicht und dies dann auch ohne Widerspruch tun dürfen!

Old Geezer hat gesagt…

@Lebenfreude:

All das hat doch nichts mit Sterbehilfe zu tun?
Wenn ein Jugendlicher, Obdachloser, Behinderter oder ganz normaler Bürger zu dem Schluß kommt, daß sein Leben ihm nichts mehr zu bieten hat, dann ist diese nicht nur sein gutes Recht, sondern er benötigt auch keine Sterbehilfe, denn er kann einfach vom nächsten Hochhaus oder einer Brücke springen, oder sich auf sonst eine Art umbringen.

Es ist nicht meine Entscheidung, ob einem anderen Menschen sein Leben keine Freude mehr bereitet.
Es wäre meine Entscheidung, ob ich es mit meiner Überzeugung vereinbaren kann, ihm dabei zu helfen; ...wie es das auch für die Sterbehelfer ist.
Und deren Dienstleistung wird eingefordert, wenn es eben - vom Sterbenden aus - den Angehörigen nicht zumutbar ist oder sie nicht willens sind, es selbst durchzuführen.

Kllt ist es vielmehr, Menschen in ihrem Leid alleine z lassen, und sie einem langsamen und qualvollen Sterben auszuliefern, wie wir es keinem Haustier zumute würden.