Montag, 7. Oktober 2013

Ex-Bundesfamilienministerin Kristina Schröder verteidigt Vollzeitmütter

Die scheidende Familienministerin Kristina Schröder (CDU) hat in der Debatte um häusliche Kinderbetreuung zu mehr Ehrlichkeit aufgerufen. Frauen falle die berufsbedingte Trennung vom Kind weit schwerer als Männern, sagte sie dem Spiegel. „Während der Schwangerschaft, der Geburt und der Stillzeit entsteht begreiflicherweise ein besonderes Näheverhältnis oder Näheverlangen zwischen Mutter und Kind", sagte sie. Es gebe einfach „bestimmte Unterschiede in den Präferenzen zwischen den Geschlechtern“, die nicht veränderbar seien.
Bereits vor einigen Monaten hatte Schröder angekündigt, in der neuen Legislaturperiode nicht mehr als Ministerin zur Verfügung zu stehen, um mehr Zeit mit ihrer Tochter verbringen zu können. „Ich habe viele schöne Momente mit meiner Tochter verpaßt. Oft hatte ich das Gefühl, zu wenig Zeit mit der Kleinen zu haben. Künftig möchte ich mehr von meiner Familie haben.“

Urmenschliches Bedürfnis, Zeit füreinaner zu haben

Es sei daher falsch, wenn die Politik jungen Eltern einrede, spätestes ein Jahr nach der Geburt eines Kindes „beruflich konstant Vollgas geben zu müssen, und eine durchgehende Vollzeit-Erwerbstätigkeit als Norm vorgibt“, kritisierte die Ministerin. „Es ist ein urmenschliches Bedürfnis, in intensiven Familienphasen Zeit füreinander zu haben.“
 
Bezogen auf ihre eigene familiäre Situation sagte sie: „Ich kann in meinem Leben noch viel erleben, vieles auch nachholen, aber diese besonderen Stunden mit meiner Tochter kommen nie wieder.“ Scharf wandte sich Schröder gegen die Diffamierung von Müttern, die sich entscheiden, für ihr Kind eine Auszeit vom Beruf zu nehmen. „Offensichtlich tragen Frauen, die beruflich auch nur etwas kürzertreten, in Deutschland gleich den Heimchen-am-Herd-Stempel auf der Stirn.“

Quelle: Junge Freiheit Online

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Das tut gut! Wir brauchen mehr mutige Frauen wie Kristina Schröder, die sich nicht einschüchtern lassen in ihrer Meinung und gemäß ihren Überzeugungen reden und Handeln. Möge der Herr sie segnen und ihr in ihrer Zeit als Vollzeitmutter in besonderer Weise begegnen

Matthäsius hat gesagt…

Na das ist mal ein Statement!
Sehr gut...

Könnten Sie den Link zur Quelle noch veröffentlichen?

Pauker hat gesagt…

Das klingt gut und plausibel.
Doch den Gegebenheiten entspricht es nicht.
Ich schaue nicht nur auf die unterschiedlichen Möglichkeiten der Kinder. Ich schaue auch auf das Wie und Warum. Und, was ist nötig und möglich?
Auch die Bibel hat hier ein großes Loch. Sie bezieht sich hauptsächlich auf die Entwicklung der Stammesführungen.
Wie geht es den Menschen, den Familien, die ihnen dienen? Welche Bindungen haben sie? Wie leben sie? Wie ist bei ihnen Familie oder das Zusammenleben?
Ich kann Ergebnisse von Befragungen und Beobachtungen in meine Gestaltung des Lebens mit einbeziehen. Ich sollte es sogar. Doch nicht blind. Meine Familie zeigt, dass sich meine, unsere Fragen am besten beantworten ließen, wenn ich und wir bewusst die Möglichkeiten abgewogen haben. Wir haben nicht alles zum Vorteil der Erwachsenen gewählt. Doch für das Kind gab es immer die, nach unserer Sicht, optimalste Variante.
Wenn ich weiß, wo ich hin will, was ich möchte und was ich kann, wird es immer eine Lösung geben, die allem gerecht wird.
Vielleicht war mein Leben ohne die Bindung an eine vorgegebene Weltanschauung unbeschwerter.
Ich fand es so, finde es so. Und meine Fehler suche ich nicht bei mir selbst zuerst. Andere und anderer Ansichten lehne ich dabei nicht ab. Doch mein Kopf ist mein Haupt.
So sollte es jeder erst einmal sehen. Und danach seine Entscheidungen treffen. Nicht nach dem statistischen Vorteilen für alle.
Jeder denkt halt anders. Nicht immer der leistet das Beste, der die größten Erfolge erzielt. Ich plädiere ebenso für die Variante, wer die kleineren und weniger Fehler macht.
Das Feststellen von Tendenzen in der Entwicklung ist nicht das allein maßgebende bei Entscheidungen. Es gibt ihrer viele. Wer will da behaupten, es sind die einzigen und entscheidenden?
Ich, jedenfalls, suche mir keine aus, die besser klingen als andere.
Oder weil es für mich und für heute das Bequemste scheint.
Jeder sollte eigenes tun, damit nicht nur mit ihm getan wird.
Da fällt mir noch eine Frage ein. Doch die behalte ich für mich. Sie würden einige nur zum Aufregen nutzen. Doch beantworten kann sie (kaum) einer. Wäre aber für alle interessant.
Bildung ist eins. Sie zu nutzen - nutzen zu können - ist das entscheidende.

Silke Rothstein hat gesagt…

Jede Mutter hat das Recht auf ein Dasein als Vollzeitmutter ohne Rechtfertigungsdruck. So verstehe ich Kristina Schröder.Behindete Kinder und Heimkinder werden unter großem Aufwand betreut und für normale Kinder soll dies auf einmal nicht gelten? Wenn Mütter ausfallen, betreuen Sozialpädagogen verhaltensaufffällige Kinder und bekommen gesellschaftlich anerkannt viel Geld. Für die gleiche Tätigkeit ist eine Mutter ein Heimchen am Herd. Ich kenne viele berufstätige Frauen, die wegen ihrer Tätigkeit keine Kinder haben und dies offen zugeben.Die müssen sich durch den Wertewandel nicht mehr rechtfertigen.Im Gegenzug darf es keinen Zwang zur Kinderkrippe besonders auch für alleinerziehende Mütter geben. Darauf läuft im Moment alles hinaus.Die Zerstörung der Familie kann durch so tolle Frauen wie Christina Schröder hoffentlich verhindert werden.

Grandloser hat gesagt…

Schön für Frau Schröder, aber leider ein Fall der den meisten deutschen nicht so passieren wird.
Warum? Weil die Mehrheit der Deutschen beide Einkommen braucht um über die Runden zu kommen.
Die Vollzeitmutter gibt fast nur bei den gut verdienenden. Oder Ex-Politiker mit ihren horenden Pensionen.

Von daher wird hier wider ein falsches Bild angefertigt, was man bräuchte wären bessere Löhne und Arbeitsplatzsicherheit, und/oder bezahlbare KiTas und Tagesmütter, dann könnten sich auch wesentlich mehr Junge Menschen Kinder leisten ohne Gefahr laufen zu müssen in die Armut zu fallen.

Frau Rothstein: Ihre Ausführungen zur Kitas sind einfach nur Quatsch, denn NIEMAND wird gezwungen dieses Angebot wahrzunehmen, es gibt ja falls Sie es vergessen haben sogar die Rückständige Herdprämie, von daher gibt es nur einen Zwang, den wirtschaftlichen. Fragen Sie mal ihre Freundinnen ob Sie sich den überhaupt Kinder leisten können?

Und Frau Schröder hat ein gezeigt toll war lediglich ihre Inkompetenz und abgehobenheit, was aber bei CDU Ministerinen üblich zu sein scheint, ich sag nur Von der Leyen.

Lupusmagnus hat gesagt…

So tolle Frauen wie Christina Schröder hier ist man sich echt für nichts zu fein. ..

Ich kann mich noch gut an die Artikel GEGEN die Frau hier erinnern weil sie auf dem CSD in Stuttgart war.

Wie verlogen kann man sein sie nun als Musterfrau darzustellen.

Old Geezer hat gesagt…

@Silke Rothstein:

"Jede Mutter hat das Recht auf ein Dasein als Vollzeitmutter ohne Rechtfertigungsdruck."

In der Theorie ja, aber:
- Es ist weniger der Staat oder die Gesellschaft, die hier Druck erzeugt, sondern der Arbeitsmarkt!
Welche Familie kann es sich heute Schon leisten, auf ein Einkommen zu verzichten?
- 'recht' ja, aber auch keine 'Pflicht'.
- Vollzeitmutter sein führt nicht zu besser erzogenen Kindern; gerade den Kinder von Vollzeitmüttern mangelt es oft an äußeren Kontakten, was dann zu Defiziten im Sozialverhalten führt - und wenn die Mutter z.B. nur begrenzt der Spreche mächtig ist, kippt auch bei den Kindern der Spracherwerb hinten runter.
- Es wird dann problematisch, wenn einerseits eine (völlig legitime) Forderung nach Lohn/Entschädigung/Herdprämie für Vollzeitmütter im Raum steht, diese sich auf der andere Seite aber nicht einer Leistungsbewertung stellen mögen.

Christina Thanner hat gesagt…

Rechte haben auch Pflichten:
Dem neuen Leben ein Vorbild sein. Und das über alle Zeit. Die Zeit für das neue Leben besser nutzen. Und weniger, besser, keine Ausreden.
Vollzeitmutter?
Es gibt unter den arbeitenden Mütter oft bessere Beispiele für die Verbundenheit mit dem Kind als unter den gluckenden Müttern.
Wer zu nah an das Kind gerät kann sich nicht mehr annähern.
Doch das zu verstehen fällt viele schwer. Und viele Mütter, Eltern, Freunde, Ehepartner bemerken das Klammern und dessen Auswirkung nicht einmal.

Christina Thanner hat gesagt…

"Es sei daher falsch, wenn die Politik jungen Eltern einrede, spätestes ein Jahr nach der Geburt eines Kindes „beruflich konstant Vollgas geben zu müssen, und eine durchgehende Vollzeit-Erwerbstätigkeit als Norm vorgibt“, kritisierte die Ministerin. „Es ist ein urmenschliches Bedürfnis, in intensiven Familienphasen Zeit füreinander zu haben.“"
Es ist falsch, solche großen Worte abzulassen.
Es gibt, leider, mehr Eltern, besonders Mütter, die das Zusammenleben wie ein Spinnennetz auslegen. Sie begeistern sich und das Kind nur für ihre Belange des Zusammenseins. Daher ist oft ein Miteinander, kein Füreinander zu bemerken.
Wenn dann noch Hilfe von außen mehr kriminalisiert als menschlich gesehen wird, hat da ganze ein Schieflage. Bei uns ging es immer nach:
- was soll sein
- was muss sein
- was kann sein
- was gibt es
- was können wir selbst
- wo sollte Hilfe sein
- wie sollte Hilfe sein.
Und dann gibt es kluge Leute, die das nicht brauchen oder beachten. Was dabei heraus kommt, sieht und hört man in der Nachbarschaft.
Doch es sind dann die gezeigten Vorbilde, da volle Selbständigkeit.
(Und ungesundes Eigenlob und die Sicht behindernde Beweihräucherung)
Zu dem stehen, was man macht, weil es auch für alle das Optimale ist. Nicht immer denken: "Was werden denn die anderen dazu sagen?"
Kinder in Gefahr?
In vielen Artikeln und Meinungen sehe ich mehr Erziehende und Erwachsene bieten Gefahren.
Da sollte sich jeder nicht vorrangig fragen, gibt es einen Gott, brauche ich einen Gott, habe ich den Glauben an Gott, brauche ich ihn nicht.
Wer sein Leben in diesem System gefunden hat, sollte nicht leichtfertig damit umgehen und nur sein Vorgehen als das für alle verbindliche ansehen.
Doch das wird, wie auch immer, von vielen nicht geachtet.
Ich habe da bestimmt auch Nachholbedarf. Doch ich stehe dazu.