Dienstag, 24. September 2013

Online-Nacktbilder werden Kindern zum Verhängnis/England verzeichnet mehr Fälle von Erpressung und Missbrauch im Web

(Pressetext/pte010/20.09.2013/13:55) Hunderte britischer Kinder werden jährlich online zu sexuellen Handlungen genötigt und anschließend erpresst. Das geht aus einer Erklärung des Child Exploitation and Online Protection Centres (CEOP) http://ceop.police.uk hervor. Täter geben sich online selbst als Minderjährige aus, um Kontakte herzustellen. Dann fragen sie nach Fotos. Mitunter drohen Pädophile ihren Opfern damit, die Bilder an deren Eltern und Freunde zu schicken. Die Angst der Kinder wird so zur Macht der Täter.
Hunderte Kinder erpresst

"Fälle von Online-Missbrauch steigen dramatisch an", erklärt Andy Barker, Deputy Chief Executive der polizeilichen Kinderschutz-Abteilung CEOP. In zwölf Fällen innerhalb der vergangenen zwei Jahre seien 424 Kinder erpresst worden, 184 davon im Vereinigten Königreich. Sieben Opfer nahm die Schmach so sehr mit, dass sie sich das Leben nahmen. In den meisten Fällen dauert es nur vier Minuten bis zur Erpressung. Der Polizeisprecher gibt zu bedenken, dass es sich nur um einen sehr kleinen, dunklen Teil des Internets handelt.

"Zuallererst ist es die englische Sprache. Die Erpresser sind erst dazu in der Lage die Kinder zu bedrohen, wenn sie mit ihnen kommunizieren können", sagt Stephanie McCourt, ebenfalls von CEOP. Außerdem hätten Täter mitgeteilt, dass sie dazu fähig sind, Kinder in England zu bedrohen, weil das Land sehr offen und die Gesellschaft sehr liberal sei. Kommende Woche beginnt ein Gerichtsverfahren gegen Täter, die mehr als 40 gefälschte Online-Profile benutzten, um Kinder zu kontaktieren. Die Bande flog auf, als ein Kind seinen Eltern etwas erzählte.

Britische Behörden stellten Online-Erpressungen von Kindern erstmals 2010 fest. Zwei Brüder aus dem Emirat Kuwait hatten 110 Kinder kontaktiert, 78 davon im Vereinigten Königreich. Die Erpresser zwangen sie zu sexuellen Handlungen. Besonders wenn Kinder isoliert sind, sich alleine fühlen und Probleme haben, sind sie anfällig für die Forderungen aus dem Netz. In einem Drittel der Fälle nutzten die Täter Smartphones, um mit ihre Opfer zu kontaktieren.
Gruppe jagt Täter, Mann erhängt sich

Im Internet formieren sich derweil Gruppen, die Täter jagen. Mitglieder der umstrittenen Gruppe Letzgo Hunting http://letzgohunting.com geben sich selbst als Kinder und Teenager aus und warten online darauf, angesprochen zu werden. Sie speichern den Webcam-Stream ihres Chats ab und schicken ihn im Anschluss an die Polizei, danach veröffentlichen sie die Aufzeichnungen - ein Online-Pranger also. Am Donnerstag ging die Homepage offline, nachdem sich ein Mann, dessen Video-Chat veröffentlicht wurde, in seiner Wohnung in Leicestershire erhängt hatte. 

Autor: Michael Krause

Kommentare:

Old Geezer hat gesagt…

Da hilft nur eines, und das ist auch noch einfach, kostenlos und macht auch sonst das Leben für alle Beteiligten leichter: Aufklärung!

Wenn Kinder keine falsche Scham mehr haben, und nicht ob ihrer natürlichen Neigungen und Interessen verpeint sind, dann sind sie auch nicht durch Chat-Logs und Schnappschüsse erpressbar, und dann erscheint ihnen auch Selbst nichtmehr so naheliegend wie unverheiratet Schwangeren vor 100 Jahren.
Zudem fallen sie nicht meer auf so plumpe Tricks in welchem Medium auch immer rein und entwicklend ein gesundes Mißtrauen anderen Menschen gegenüber.

Grandloser hat gesagt…

Was sagt uns der Artikel? Das erstmal allein gelassene Kinder Opfer sind und das diese oftmals nicht mit ihren Eltern über Sexualität sprechen, da dies dem göttlichen Wunder (Orginalton Kathoban Aufklärungsbuch) überlassen sein sollte. Vermutlich war der Junge der es erfolgreich gemeldet hat durch den Sexualkundeunterricht seiner Schule sensibilisiert worden. Ergo stellen wir hier zum wiederholten male fest: Aufklärung schützt, dogmatische Märchengeschichten nicht. Und als Krönung des Ganzen kommen die Täter aus einem Staat in dem die auch hier geforderte Religiöse heuchelei gelebt wird, aber auch die höchsten Zahlen an Sexualstraftaten gibt, egal in welchen bereichen.

Christoph Rebner hat gesagt…

Wertschätzung führt nicht zwischen die Beine. Stark fühlen sich diejenigen, die von der Liebe G'ttes getragen und einem katholischen Unterricht informiert sind.

Gino hat gesagt…

„Ich gewinne den Eindruck, dass für viele Menschen Religion nicht in eine aufgeklärte Gesellschaft passt.“
Professor Heiner Bielefeld , Theologe, Philosoph und Historiker, seit 2009 ist er Inhaber des Lehrstuhls für Menschenrechte und Menschenrechtspolitik der Friedrich-Alexander-Universität-Erlangen-Nürnberg, beim Interview mit Jobst Rüthers, Chefredakteur des Missionsmagazins kontinente

Old Geezer hat gesagt…

@Christopher Rebner:

"Wertschätzung führt nicht zwischen die Beine"

Der Satz soll was bedeuten?
Man darf nicht mit denen schlafen, die man wertschätzt?
mit wem man Sex hat, den kann man nicht wertschätzen?
...schlechte Voraussetzungen für Beziehungen zwischen den Gsschlechtern...

"katholischen Unterricht informiert sind."

...gleich zwei Wedersprüche in einem Satz.

Leider hatten kluge Köpfe im Katholizismus immer wieder Probleme, spätestens wenn sie informieren wollen.
Bruno bezahlte es mit seinem Leben, Galileo mit seiner Freiheit, Kopernikus war so klug, erst posthum zu veröffentlichen (er kannte seine Pappenheimer).

Old Geezer hat gesagt…

@Gino:

Es gibt keinen immanenten Widerspruch darin, aber in einer aufgeklären Gesellschaft akzeptiert auch der Gläubige, daß seine eigenen Überzeugungen nicht zwangsläufig oder allgemeingültig sind, er sie nicht beweisen kann und er sie seinen Mitmenschen nicht aufzwingen kann.

Daher muß er in solchen Fragen auch im Detail beweisen, daß ein ursächlicher Zusammmenhang besteht, und dieser so stark ist, daß die Einschränkung persönlicher Freiheiten anderer Bürger gerechtfertigt sind.

Christoph Rebner hat gesagt…

Hier haben kluge Köpfe doch keine Probleme zu publizieren.

Wertschätzung geht bei Ihnen durch den Kopf, ich verstehe!

;o)

Old Geezer hat gesagt…

@Christoph Rebner:

Nicht mehr mit Leib und Leben, zum Glück, weil die Macht der Kirche doch etwas beschnitten wurde.
Aber durchaus, wenn sie auf den Job angewiesen sind - dann drohen Lehrentzug und Entlassung, egal wie nötig die Diskussion und fundiert die Thesen waren.