Samstag, 17. August 2013

Sinnlose Forderung von Jutta Allmendinger: Abschaffung von Hausaufgaben

Christiane Jurczik

Die Berliner Bildungsforscherin Jutta Allmendinger fordert die Abschaffung von Hausaufgaben. Diese würden inzwischen zu einem "neuen Kommunikationsmedium" zwischen Kindern und Eltern.

Was an Kommunikation zwischen Eltern und Kindern falsch sein soll ist rätselhaft.

Hausaufgaben sollten nach Ansicht von Jutta Allmendinger abgeschafft werden. Es sei viel besser, den Lernstoff im Unterricht selbst in kleinen Gruppen zusammen mit dem Lehrer noch einmal durchzuarbeiten. Voraussetzung dafür sei die Umwandlung aller Schulen in Ganztagsschulen. "Hausaufgaben alten Stils zementieren soziale Ungleichheit", sagte die Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung.

Was an einer Ganztagsschule besser als in der Gemeinschaft von Familie sein soll ist ebenfalls rätselhaft.

Wie wichtig Hausaufgaben für Kinder sind, beweisen die Erfahrungen von Schülern und Lehrern. Hausaufgaben sind nicht nur Lehrstoff, der in der Schule nicht fertig unterrichtet wurde, sondern dienen zur Vertiefung der Lehrinhalte. Oft sind Hausaufgaben Wiederholungen aus dem Unterricht und somit können sich Inhalte bei den Schülern besser einprägen. Häufig treffen sich Kinder und Jugendliche zu den gemeinsamen Hausaufgaben und stärken so gleichzeitig ihre Sozialkompetenzen und pflegen Kontakte – auch zu den Eltern.

Vergleiche von Schülern, die selten oder nie ihre Hausaufgaben machen, mit denen die es regelmäßig erledigen, folgt ein deutlicher Anstieg des Notendurchschnitts und der Abschlußprüfungen.


Kommentare:

DEWo hat gesagt…

Die nächste Forderung wird dann lauten: Eltern dürfen ihren Kindern in den ersten Lebensjahren keine Bildung vermitteln, damit keine soziale Ungleichheit auf diesem Gebiet entstehen kann ...
Nein! Denn man muss sich immer wieder bewusst machen, dass die Bildungschancen natürlicherweise immer von dem familiären Umfeld abhängig sind, in das ein Kind hineingeboren wird.
Dass andere Kinder besser gebildet sind, führt immer wieder zu einem mehr oder weniger ausgeprägten Maß an Bildungsneid bei jenen Eltern, die weder fähig noch willens sind, die eigenen Kinder zu fördern. Da geht es dann oft nur um die elektronisch fundierte Selbstbeschäftigung der Nachkommenschaft, die dann in den Möglichkeiten weltweiter Kontaktaufnahme regelrecht versingelt!
Der Bildungsneid ist einer der Hauptbeweggründe für ein Gesamtschulsystem, das versucht, „allen Lernenden die gleichen Chancen zu geben und jeden optimal zu fördern“...
In der Praxis hat sich dies als Utopie erwiesen, und gerade der Gruppenunterricht entartet nur allzu oft zu einem Betrieb, der konzentriertes und wirkungsvoll förderndes Lernen verhindert, es sei denn, er wäre für jeden Lernabschnitt so gut vorgeplant, dass die Schritte der Lernenden in die vorgezeichneten Fußstapfen passen.
Auch der Unterricht als Ganztagsbetrieb ist nicht sinnvoll, denn die Schülerschaft der unteren Jahrgänge ist vielfach nach dem Mittagessen nicht mehr in der Lage, geistig Anspruchsvolleres zu leisten.
Man beobachtet, dass Schülerinnen und Schüler in der Jahrgangsstufe 5 etwa, wo der Ganztagsunterricht meist eingeführt wird, ganz massive Konzentrationsstörungen auf Gebieten entwickeln, die sie vorher einwandfrei durchstehen konnten
Deshalb haben manche Schulen die Konsequenzen gezogen und den „Zwangs-Ganztagsunterricht“ am Nachmittag abgeschafft. Allerdings werden dann Aufgabenbetreuung und Arbeitsgemeinschaften angeboten, wobei die Aufgabenbetreuung für jene Schüler Pflicht ist, die es nötig haben.
Die Bundesländer, welche ein gegliedertes Schulsystem unterhalten (Hauptschule, Realschule und Gymnasium) erwirken deutlich qualitativ bessere Schulabschlüsse (Bayern, Baden-Württemberg, Thüringen, Sachsen). Allerdings schickt sich die grün-rote Regierung in BW konsequent an, diese Qualität im eigenen Lande zu zerstören!
Also Vorsicht bei der Abschaffung von Systemen, die sich in der Vergangenheit bewährt haben, aus ideologischen Gründen! Wo das hinführt, sieht man an den besonders schlechten Lernergebnissen immer dort, wo es so gehandhabt wird: Bremen, Berlin, NRW: Absolute Schlusslichter in jeglichem Lernergebnis-Vergleich! Hier werden begabte Schüler ganz massiv ausgebremst - ein großer Verlust von wertvollem Potenzial, denn unsere Industrie-Gesellschaft ist auf Begabungen unverzichtbar angewiesen!

Pauker hat gesagt…

Dass es bei den Hausaufgaben Änderungen geben sollte, sagen viele Lehrer, Eltern - Schüler sowieso.
Von vielen werden Lehrstoffe in die Hausaufgaben gepackt, die besser dem Lernen in der Klasse vorbehalten blieben. Als Lückenfüller und zur Behebung von Stoffrückständen eignet es sich nur bedingt.
Was die Kommunikation von Schülern und Eltern angeht, so ist diese schon problematisch. Wer im Elternhaus kennt sich so weit aus, dass daraus Hilfe werden Kann?
Durch mal getrennt Aufgabenstellung für besonders begabte und die restliche Klasse entstand mal eine schaffende Position für alle. Doch auch Überschätzung mit Beschimpfung.
In einer Ganztagsschule sollte das Feld Hausaufgabe ganz anders bestellt werden. Vielleicht wäre auch diese Schulform mit einer Auflockerung durch Arbeitsgemeinschaften sinnvoll.
Oft sind uns Lehrern dies Möglichkeiten zur passenden Organisation genommen.
Das größte Loch in der Vermittlung reißen immer noch die Ausfälle von Unterricht mit oft nichtssagendem Ersatz.
Bei uns hat der bestehende Kunstzirkel im Territorium schon viel retten können.
Ist leider nicht immer möglich.
Es wäre schon ein Erfolg, wenn Kinder und Eltern über das vermittelte Wissen besser und regelmäßig reden könnten.
Diese konkrete Beschäftigung würde andere Forderungen an die häusliche Lernbewältigung stellen.
Das Althergebrachte wäre dafür durch Veränderungen mit Erneuerungen bestimmt schon reif.
Doch Erneuerungen werden im Bildungssektor ungern und skeptisch gesehen.
Wie will man was erreichen, wenn nach dem Wegfall von Hausaufgaben strebt?
Nicht gleich Zeter und Mordio rufen.

666 hat gesagt…

Anstatt die Hausaufgaben abzuschaffen sollte man besser den ganzen Leistungsdruck von den Kindern nehmen, überflüssige, sinnlose Fächer wie Religion streichen und dafür mehr Sport anbieten oder Spiel/Spassstunden ! Lasst die Kinder wieder Kinder sein !

Für mehrere hat gesagt…

Richtig!

Konrad Bütow hat gesagt…

Hausaufgaben „ja“ oder „nein“ ist eine seit Jahrzehnten immer wieder aufflammende Frage. Dass dabei Hausaufgaben bisher nicht bereits generell abgeschafft worden sind, spricht für sich. Repetitio est mater studiorum, die Wiederholung ist die Grundlage allen Lernens. Diese Lebensweisheit gilt heute wie zur Zeit der alten Römer (Cassiodor). Ist es etwa nicht sinnvoll, in der Schule Gelerntes zu Hause zu rekapitulieren und zu festigen oder sich vorbereitend mit einem Unterrichtsgegenstand zu beschäftigen? Manche im Unterricht erworbene Erkenntnis erweist sich erst am häuslichen Schreibtisch als wacklig und kann so am nächsten Tag schulisch aufgearbeitet werden. Wiederholung festigt das Gelernte und gibt Sicherheit. Diese Erkenntnis wurde vor kurzem erneut in einer Studie der Cambridge Universität bewiesen. Aus Bequemlichkeit oder populistischen Gründen Hausaufgaben abschaffen zu wollen ist kontraproduktiv. Die Mehrheit der Elternschaft scheint hier einsichtiger und vernünftiger zu sein als mancher selbsternannte „Experte“, der fern der alltäglichen Realität theoretisiert. Natürlich darf ein akzeptabler zeitlicher Rahmen für Hausaufgaben nicht gesprengt werden, und der kann schülerbezogen ziemlich unterschiedlich sein. Hier liegt es an der Absprache zwischen Lehrern und Schülern/Eltern für jeden das beste Maß zu finden. Schularbeiten als Hausaufgaben bedeuten übrigens nicht nur für die Schüler einen zusätzlichen Zeitaufwand, sondern auch für Lehrer, die aus pädagogischer Verantwortung und aus fachlichen Gründen zur Überprüfung der erbrachten Schülerleistung verpflichtet sind. Im Übrigen sollte der Gesetzgeber das „Ja“ oder „Nein“ den Lehrerkonferenzen der einzelnen Schule und der pädagogischen Verantwortung des einzelnen Lehrers überlassen und nicht staatlicherseits reglementierend eingreifen.
Konrad Bütow, Rektor a.D.

Pauker hat gesagt…

Dafür haben Sie meine Zustimmung.

Lebensfreude hat gesagt…

Ich hatte in meiner Schulzeit, ca. ab der 7. Klasse die Hausaufgaben selten oder gar nicht gemacht. Dafür hatte ich mich im Unterricht mehr konzentriert und auch selbst motiviert. Da hat geklappt, mein Notendurchschnitt änderte sich über die Jahre von 3,1 auf 1,8. Dafür braucht es keine stressige Ganztagsschule. Die hilft nur der Pharmaindustie, langfristig den Ritalinabsatz zu vergrößern.
Religion als Fach abzuschaffen halte ich als Christ für eine gute Idee. Das Christsein wird nicht in der Schule, sondern in allen Lebensbereichen vermittelt. Und zwar durch Vorbilder, gerne auch durch das von Lehrern.

Silke Rothstein hat gesagt…

Wir haben eine starke Entchristlichung und das Abschaffen des Religionsunterrichts scheint die Lösung.Dass damit eine ganze Kultur der Zusammenarbeit zwischen den Kirchen und den Schulen zusammenbricht, scheint hier niemanden zu interessieren.Zu den Romantikern eines Laienchristentums gehöre ich nicht. Die meisten wissen nicht wie intensiv ein guter Religionsunterricht vorbereitet sein muss.Das Friedesnsreich Christi ist die größte und ehrlichste Friedensvision , die ich kenne. Genau diese Vision hat den Geist unserer Gesellschaft geprägt und uns den Wohlstand der sozialen Marktwirtschaft gebracht. Viele Religionslehrer sind sich der Stärke des Christentums nicht bewußt und predigen Humanismus mit einem Schuss Christentum. Den noch glimmenden Docht würde ich auf biblischen Rat hin, nicht voreilig löschen.

Matthias Wunsch hat gesagt…

Ich habe diesen Beitrag mit großem Interesse gelesen. Ich bin auch Kulturschaffender und ich freue mich, dass meine Gemälde im Kunstsalon Maja & Friends im Best Western Schlosshotel am 21. September und im Schloss Montfort in Langenargen am 22. September ausgestellt werden.
Ich präsentiere hierbei Werke aus den Bilderzyklen „ Monumente von Mensch und Natur“ und „Die Weltumsegelung der SEDOV“.
Über Feedback zu meinen Arbeiten würde ich mich sehr freuen.