Samstag, 17. August 2013

Neue Ergebnisse einer Studie: Cybermobbing trifft jeden dritten Schüler

Viele sind sowohl Opfer als auch Täter. Sie pöbeln, tratschen, lästern, lügen – und das alles online: Jeder dritte Schüler hat bereits Erfahrung mit Cybermobbing gemacht.

Eine neue Studie fasst darunter bereits das mehrmalige Verschicken beleidigender Mails oder Nachrichten, aber auch das Hochladen peinlicher Videos oder das Posten gemeiner Facebook-Nachrichten.

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass ein Drittel der Schüler von Mobbing-Attacken im Netz betroffen ist. Wissenschaftler der Universitäten Münster und Hohenheim haben dafür eine Umfrage durchgeführt, mit mehr als 5600 Schülern an 33 Schulen im süddeutschen Raum. Die Studie zeigt den Forschern zufolge aber auch, dass besonders verletzende Formen des Cybermobbings vergleichsweise selten sind.

Am weitesten verbreitet sind der Umfrage zufolge beleidigende Nachrichten (14,5 Prozent). In 7,9 Prozent der Fälle wurden vertrauliche Informationen an Dritte weitergeleitet. Gut 5 Prozent haben Nachrichten unter falschem Namen verschickt. Für die breite Öffentlichkeit zugängliche Formen von Cybermobbing wie das Hochladen peinlicher Bilder und Videos bei YouTube kommen dagegen eher selten vor (1,9 Prozent).

Die Autoren der Studie betonen, dass eine klare Unterscheidung zwischen Tätern und Opfern oft nicht möglich ist. Viele Jugendliche berichteten, dass sie selbst Opfer wurden, gleichzeitig aber auch andere über das Internet gemobbt haben. Etwa ein Drittel der Betroffenen gehört zu dieser "Täter-Opfer"-Kategorie, während sich der Rest der Betroffenen jeweils zur Hälfte auf die Täter- und die Opfer-Gruppe verteilt.

Überraschend sei, dass das Mobbing in höheren Klassenstufen eher zu- als abnehme. Bisherige Erkenntnisse aus der Mobbing-Forschung und auch die Erfahrungen von Lehrern deuteten eher darauf hin, dass vor allem in der Mittelstufe gemobbt werde. Jetzt zeige sich aber, dass in der siebten Klassenstufe nur rund acht Prozent der Schüler als Täter gelten können, in der zehnten Jahrgangsstufe jedoch schon über 14 Prozent. Die Befragung ist Teil des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekts "Cybermobbing an Schulen".

Mit Material von Spiegel online


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