Donnerstag, 6. Dezember 2012

CDU-Bundesparteitag: Auffallend schlechte Ergebnisse für Lebensrechtler bei der Wahl der Führungsgremien

Die Bewerber für die Wahlen zum Präsidium und zum Bundesvorstand der Christlich Demokratischen Union, die sich besonders in der Öffentlichkeit für den Schutz des Lebens der ungeborenen Kinder einsetzen, erhielten auffallend schlechte Ergebnisse.

Der Vorsitzende der "Jungen Union", der Bundestagsabgeordneter Phillip Mißfelder, bekam gerade 55,49 Prozent bei der Wahl zum Präsidium, das schlechteste Ergebnis aller Kandidaten.


Mißfelder ist in den letzten Jahres eines der Politiker gewesen, die sich am meisten für den Lenensschutz der ungeborenen Kinder eingesetzt hat. Er tat das als Vorsitzender der Jungen Union - und da in der Regel in Zusammenarbeit mit der "Senioren Union" -, wie auch als MdB

Hubert Hüppe, MdB und immerhin „Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen“, bekam gerade 67,84 Prozent bei der Wahl zum Bundesvorstand.Nur einige wenige unbekannte Kandidaten erhielten etwas weniger.


Hüppe war jahrelang der wichtigste und bekannteste Lebensrechtler im Bundestag. Nach der letzten Bundestagswahl zog er wegen eines schlechten Listenplatzes nicht mehr ein und bekam als Trostpreis den Posten als Beauftragter der Bundesregierung. Aufgrund eines Todesfalles rückte er dieses Jahr nach und ist wieder Mitglied des Bundestags.

Peter Liese, Mitglied des Europäischen Parlaments und überzeugter Lebensrechtler, erhielt immerhin 70,58 Prozent.


Otto Wulf, ebenso engagierter Lebensrechtler, erhielt 81,53, allerdings weil er Vorsitzender der mitgliederstarken "Senioren Union" ist.


Kommentare:

Old Geezer hat gesagt…

Was ist daran auffallend?
Woher nehmen Sie den Anteil der CDU-Mitglieder, für die 'Lebensschutz' in der von Ihnen geforderten extremen Form erstrebenswert ist oder auch nur ein prinzipiell relevantes Thema darstellt?
Bei Ihnen klingt es immer so, als wäre der Glaube der zentrale Punkt für die Mitgliedschaft in der CDU, aber ein neutraler Beobachter gewinnt eher den Eindruck, für die meisten wäre dies vielmehr die Wirtschafts-, Außen- und Innenpolitik, während die Christliche Orientierung auf dem Niveau der Brauchtumspflege als 'nice to have' rangiert.

Dementsprechend ist es doch erwartungsgemäß, daß nur wenige Einfluß und Aufwand in das Abtreibungsthema investieren, zumal wenn dieses mit den Kosten einhergeht, einen Phillip Mißfelder zu unterstützen, der zumindes nach außer eher als Betreiber des sozailverträglichen Frühablebens Alter und Kranker bekannt ist.
Mit soeinem möchten nur wenige in der CDU asoziiert werden, dazu muß man schon entweder selber die menschenfeindliche Philisophie Herrn Mißfelders teilen, oder das Anti-Abtreibungs-Thema als alles überragende Agenda haben.

Anonym hat gesagt…

Old Geezer schreibt: "der Glaube der zentrale Punkt für die Mitgliedschaft in der CDU".

Nein, das stimmt nicht. Der Glaube ist der zentrale Punkt für alles im Leben aller Menschen.

Selbst die Atheisten definieren sich in deren Verhältnis zum christlichen Glauben.

Old Geezer hat gesagt…

@anonym:

Kommen Sie, das ist doch albern:
keine Atheist läuft den ganzen Tag rum und überlagt, welches Verhalten er aufweisen muß weil Gott nicht existiert (die Antwort wäre eh 'keines'); so wie auch viele Moslems Alkohol trinken, Juden am Sabbat Autofahren, Christen ehebrechen, lügen und abtreiben, etc.
Religiöse (oder besser metaphysische Überlegungen) spielen bei dem Gros der Bürger nur eine sehr untergeordnete Rolle, das gilt ebenso für Abgeordnete, und da sich das eben auch auf ihr Abstimmungverhalten auswirkt (erst die dringenden, wirtscahftlichen und juristischen Probleme, wenn man sich dann langweilt, kann man sich immer noch über ethische Fragen einen Kopf machen)erleben wie ein gefühltes Desinteresse der Politik am spirituellen.
Aber in Wirklichkeit stellt dieses eben nur eine Spiegelung der allgemeinen gesellschaftlichen Priorisierung dar.