Dienstag, 12. Januar 2010

Aktion: Betreuungsgeld als erster Schritt zur Wahlfreiheit bleibt unverhandelbar

Offener Brief an Frau Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel
Frau Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Köhler


Betreuungsgeld als erster Schritt zur Wahlfreiheit bleibt unverhandelbar

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
sehr geehrte Frau Ministerin,

die anhaltende öffentliche Diskussion um das Betreuungsgeld mit zunehmend sachfremden Argumenten veranlasst uns, in einer gemeinsamen Stellungnahme grundlegende Tatsachen in Erinnerung zu rufen:

1. Eltern haben das Selbstbestimmungsrecht für die Erziehung ihrer Kinder (Art. 6 GG).

2. Das Bundesverfassungsgericht hat in seinem "Kinderbetreuungsurteil" vom 10. November 1998 die Wahlfreiheit unterstrichen und entschieden, dass der Staat jede von den Eltern gewählte Betreuungsform gleichermaßen fördern muss und keine Form der Betreuung einseitig bevorzugen darf.

Die Unterzeichner erwarten, dass die Bundesregierung dieser Entscheidung nachkommt.

Es hat uns gefreut, dass Sie selbst sich in den letzten Tagen jeweils deutlich zur elterlichen Wahlfreiheit und zum Betreuungsgeld bekannt haben. Gleichwohl wird das Betreuungsgeld, das ab 2013 Müttern und Vätern gezahlt werden soll, die sich selbst der Pflege und Erziehung ihrer Kinder während der ersten drei Lebensjahre widmen, immer wieder als politisch unverantwortlich und rückschrittlich kritisiert, da es „traditionelle Geschlechterrollen“ zementiere.

Wir weisen deshalb darauf hin, dass das Betreuungsgeld – als Geldleistung - ein hart erkämpfter Kompromiss ist, mit dessen Infragestellung auch das Krippenausbauprogramm wieder auf die politische Tagesordnung kommen würde.

Bei der öffentlichen Diskussion um Fremdbetreuung wird übersehen, dass

- mehr als 70 Prozent der Eltern wünschen, ihr Kind in den ersten Lebensjahren selbst zu versorgen und zu erziehen und es nicht in eine Fremdbetreuung geben wollen,
- die NICHT Langzeit- und Großstudie hinreichend erwiesen hat, dass Krippenerziehung mit beachtlichen Risiken verbunden ist.
- Schweden 300 Euro, Norwegen 450 Euro, Frankreich und Finnland einkommensabhängig zum Teil noch viel höhere Erziehungsgelder an selbsterziehende Eltern zahlen und zwar ohne Geldmissbrauchsdiskussion.

Wir weisen entschieden zurück, dass die elterliche Betreuung als gesellschaftspolitischer Rückschritt dargestellt wird. Im Gegenteil ist nach aktuellem Stand der Entwicklungspsychologie und Bindungsforschung eine sichere Mutter-/Vaterbindung Voraussetzung für die Bildungsfähigkeit und gesunde Entwicklung des Kindes.

Es ist nicht akzeptabel, dass manche interessierte Gruppen ihre Vorstellung einer flächendeckenden Krippenbetreuung für alle Eltern durchsetzen wollen. Eltern muss die Freiheit erhalten bleiben, selbst untereinander die häusliche und außerhäusliche Arbeit auszuhandeln ohne bevormundet zu werden.

Das Betreuungsgeld ist eine Anerkennung für die Erziehungsleistung von Eltern und ein erster Schritt in Richtung verfassungsgemäßer Wahlfreiheit. Außerhäusliche Krippenbetreuung wird heute aus Steuermitteln mit über 1000 € monatlich pro Krippenplatz staatlich subventioniert. Es ist nicht hinnehmbar, dass selbsterziehende Eltern, die dafür teilweise auf Erwerbseinkommen verzichten, finanziell doppelt belastet bleiben, indem sie die von ihnen nicht genutzten Krippenplätze noch mitbezahlen, ohne dafür wenigsten einen geringfügigen Ausgleich von 150 € zu erhalten.

Wir fordern deswegen, dass das Betreuungsgeld, wie geplant kommt und in bar ausbezahlt wird.

Mit freundlichen Grüßen

Hedwig Frfr. v. Beverfoerde – Initiative Familienschutz (Zivile Koalition e.V.)
Wolfgang Bergmann - Institut für Kinderpsychologie und Lerntherapie Hannover
Liudger Berresheim - Bundesvorstand Deutsche Zentrumspartei
Odila Carbanje - Stellv. Bundesvorsitzende der Christdemokraten für das Leben (CDL)
Mathias v. Gersdorff - Aktion Kinder in Gefahr (DVCK e.V.)
Horst Hennert - Chefredakteur Erziehungstrends
Birgit Kelle - Vorsitzende Frau 2000plus e.V.
- Vorsitzende Lobby Leben e.V.
Reinhard Klein - Hilfe zum Leben Pforzheim e.V.
- Bürgerliste Büchenbronn
Eckhard Kuhla - AGENS, Arbeitsgemeinschaft zur Verwirkli hung der Geschlechterdemokratie
Christiane Lambrecht – CDL Bayern
Siegbert Lehmpfuhl - Team.F . Neues Leben für Familien e.V.
Martin Lohmann - Sprecher d. Arbeitskreises Engagierter Katholiken (AEK) für d. CDU
-Bundesvorsitzender des Bundesverbandes Lebensrecht (BVL)
Christa Meves - Verantwortung für die Familie e.V.
Maria Steuer - Familiennetzwerk (Familien e.V.)
Dr. Albert Wunsch, Erziehungswissenschaftler, im Vorstand des Familienbundes im Erzbistum Köln
Barbara Zukunft-Huber, Kinderphysiotherapeutin

Kommentare:

Christoph Rebner hat gesagt…

die tun was

Anonym hat gesagt…

Ihr sprecht mir aus dem Herzen!!!
Danke!!!

Chorleiter hat gesagt…

Schade, daß trotz der schönen Titel und anderer Vorzüglichkeiten das Entscheidende fehlt:
Anerkennung des Bestehenden, Freiheit für Andersdenkende und als Ergebnis dessen: Entscheidung für heute, für jetzt!
Konkret: Für die Kinder und die Lage der Eltern und die Zeitchen und aller Möglichkeiten!
Wer Glauben vor Wissen stellt, ist, wie hier zu sehen, ist blind.
Doch ihr laßt mir wenigstens eine Lösung: Ablehnung!!!
Und das tue ich hiermit.

Anonym hat gesagt…

Der hats mal wieder nicht gerafft! :o)

Hier gehts doch um den aktuellen Stand der Wissenschaft und um die Wahlfreiheit!

Anonym hat gesagt…

Entscheidung für heute und jetzt heißt auch, dass alle Kinder dieselben Chancen haben sollen und nicht wie bisher, dass fremdbetreute Kinder besser ausgestattet werden.

Chorleiter hat gesagt…

Und ich dachte, es geht um das Wohl der Kinder!
Euer Kommentar sagt alles:
"Das Betreuungsgeld ist eine Anerkennung für die Erziehungsleistung von Eltern und ein erster Schritt in Richtung verfassungsgemäßer Wahlfreiheit."
Und was noch weiter dazu vermerkt wird.
Unverhandelbar?
Unannehmbar!

Anonym hat gesagt…

Das musst Du aber genauer erklären! Entspricht elterliche Erziehung etwa nicht dem Wohl der Kinder? Dann müsste es den meisten Menschen also schlecht gehen - oder wie ist Dein Kommentar gemeint?

Anonym hat gesagt…

Anonym hat gesagt…
sehr geehrter Herr von Gersdorf und geschätzte andere mittarbeiter von aktion kig.
Hiermit möchte ich mich mich zuhtiefst bei ihnen für meine verletzenden kommentare endschuldigen. ich bin ein jemand der gerade erst 14 geworden ist und sich desshalb noch nicht so gut aussdrücken kann.ICh habe damals einen Link zu ihrer seite auf meiner lieblinhseite gefunden(einer wissenschaftsseite)Ich habe ihre artiekel gelesen und mich dadurch aufgrund meiner politisch linken einstellung anggeiffen gefühlt und habe mit sehr verletztenden und beleidiegenden äusserungen geandwortet die ich nun zuchtiefst bedauere.ich habe im moment leider eine sehr schwere phase durchzumachen(mobbing,streit im freundeskreis usw.)Ich habe dahmals aus purem frust und jugendlichem leichtsin dan diese verletzenden kommentare hinterlassen.Ich verspreche ihnen das von mir keine beleidiegungen mehr kommen werden und ich es sehr bereue.Ich hoffe sie weden mir vergeben können den wie heisst es so schön Irren is Menschlich doch vergeben ist eine Gottesgleiche Eigenschafft.
ps:ich habe fast 1 stunde an diesem brief geschrieben und hoffe das sie vieleicht in ihrem nächsten beitrag kurz per kommentar schreiben könnten das sie meine enschuldigung angenommen haben. ich wünsche ihnnen allen noch ein gesegnetes 2010 hoffendlich ohne nieuvo lose kommentare anderer personen

Ps. eigendlich wollte ich ihnnen eine e-mail schreiben was aber leider nicht ging weil ich keine e-mail adresse habe ich habe jetzt auch schon mehrere teilweise sehr lange enschuldigungsbriefe geschrieben und als kommentar veröffendlicht weil ich sichergehen möchte das diese Nachricht sie auch ereicht

Sterni hat gesagt…

Hallo ,junger Mensch,
als regelmäßige Leserin dieser Nachrichten habe ich eben Deine offene und ehrliche Entschuldigung gelesen und ich muss Dir sagen, sie hat mich sehr berührt!!! Es ist Dir sicher alles andere als leicht gefallen. Sicher, ausgesprochene Beleidigungen sind geschehen, sie lassen sich nicht einfach ausradieren. Jedoch: Ich finde keine Worte dafür, dass Du den Mut gefunden hast, für Dein beisheriges Tun die Verantwortung zu übernehmen und in Zukunft die sachliche Kommentierung wählst. Damit hast Du den anderen unsachlich, bezugslos und unreif sich Äußernden ein wahres und echtes Denkmal gesetzt, das sie hoffentlich zum Nachdenken bringt! Du hast es ihnen gezeigt: Du hast die unsägliche Kette des Bösen endlich durchbrochen (schlechtes erfahren - schlechtes wieder austeilen ...). Bestimmt habe ich auch Deine Kommentare gelesen und wenn ich solche lese, dann schmerzt mich das und ich frage mich: Was muss hinter diesem Schreiber doch für eine verletzte Seele stecken, dass sie solcherart sich äußern und ihren Widerstand regelrecht hinausschreiben muss? Du hast es bestätigt. Also ich wünsche Dir alles Gute auf Deinem neuen hellen Weg und dass Du Erfolg hast bei der Lösng Deiner persönlichen Probleme und Bewältigung von Nöten!
Ich gebe Dir noch einen Tip, der Dir helfen könnte: Schaue doch einmal unter www.teen-star.de und schreibe uns einmal. Vielleicht findest Du in Deiner Gegend ein Kursangebot für Dich? Es wird Dir helfen, Deine Jugend gut zu nutzen und Dich zu einem echten Star weiterzuentwickeln. Vielleicht kommen wir miteinander ins Gespräch.

AnonymXYZ hat gesagt…

eltern haben NICHT das alleinige bestimmungsrecht für ihre kinder. den kinder sind selbstbestimmte wesen. und um diese selbstbestimmten wesen vor gewissen arten der erziehung zu schützen, muss der staat ein auge darauf haben.

es sind eure kinder, aber sie gehören euch nicht. sie sind nicht euer besitz.

Chorleiter hat gesagt…

@ 7. Anonym
Die Fragen sind wie die Antworten:
Trollhaft!

Chorleiter hat gesagt…

„Das Betreuungsgeld ist eine Anerkennung für die Erziehungsleistung von Eltern und ein erster Schritt in Richtung verfassungsgemäßer Wahlfreiheit. Außerhäusliche Krippenbetreuung wird heute aus Steuermitteln mit über 1000 € monatlich pro Krippenplatz staatlich subventioniert. Es ist nicht hinnehmbar, dass selbsterziehende Eltern, die dafür teilweise auf Erwerbseinkommen verzichten, finanziell doppelt belastet bleiben, indem sie die von ihnen nicht genutzten Krippenplätze noch mitbezahlen, ohne dafür wenigsten einen geringfügigen Ausgleich von 150 € zu erhalten.“
Mehr brauchen sie auch nicht zu sagen, um das Wahre ihrer Aktion offen zu legen!
Wer ist von den Unterzeichnenden direkt mit Kindern beschäftigt?
Ihre Probleme bestehen darin, die Kinder als Besitz der Eltern zu verhökern: Hier sitz ich forme Kinder nach meinem Bilde!
Was ist für die Kinder gut?
Nicht nur allein die Mutterliebe.
Nicht nur allein, wenn überhaupt akzeptabel vorhanden, der Familienfrieden.
Manche Werte lassen sich nur in der Gemeinschaft von Kindern vermitteln.
Es ließe sich noch beliebig fortsetzen, aber: Ihre Hilfe ist nur darauf gerichtet die Kinder so hinzubiegen, wie es ihnen ins Konzept passt. Dabei umgehen sie mit allen Mitteln das Bestehende, behindern es.
Wieweit ihre Weitsicht reicht habe ich im Saarland kennen lernen dürfen: Kein Praktikumsplatz in einem katholischen Kindergarten, trotz großem Bedarf, für eine lernende Kindergärtnerin, da sie „nur“ evangelisch, und das seit dem 1. Lebensjahr und allem Drumherum nebst gläubigen Elternhaus, war.
Und sie wollen der Welt sagen, was gut und schlecht ist, und schlimmer noch: was da konkret zu tun sei?!

Dirk hat gesagt…

Einen wunderbaren guten Morgen!

Ja, wer heute noch die Vaerfssung ehrt, der muss sich schon fast als links, nein gar als APO vorkommen. Ein weiteres Mal Dank an KuM-o, denn sie machen mir immer wieder deutlich, dass Verfassung und der kategorische Imperativ keine gottgegebenen Selbstverständlichkeiten sind, sondern in jedem hier und jetzt täglich wieder neu zu ehren und zu verteidigen sind.

Wertvolle Gedanken dazu findet man hier http://chaosradio.ccc.de/cre124.html und hier:http://chaosradio.ccc.de/cre129.html
Gerade bei der Folge 124 mit Florian Walther lohnt sich buchstäblich jede Minute! Folge 129 ist etwas langatmiger, enthält aber Bedenkenswertes zur einreissenden Banalisierung der inzwischen von der politischen Kaste zunehmend als störend empfundenen Verfassung.

@Chorleiter: ich bin sicher, dass man im Kanzleramt Schreiben zu würdigen weiß, die mit Namen wie Meves und Steuer gezeichnet sind.

Frohes Neues noch,
Dirk

Chorleiter hat gesagt…

"Ja, wer heute noch die Vaerfssung ehrt, der muss sich schon fast als links, nein gar als APO vorkommen."
": ich bin sicher, dass man im Kanzleramt Schreiben zu würdigen weiß, die mit Namen wie Meves und Steuer gezeichnet sind."
Das ist schön, beweist es mir doch meins. Danke

Old Geezer hat gesagt…

Hier wird unterschlagen, daß diejenigen, die es sich leisten können, ihre Kinder FREIWILLIG zuhause zu betreuen, d.h. auf ihre Erwerbstätigkeit zu verzichten (im Unterschied zu denen, die es tun weil sie durch Arbietslosigkeit eh nichts anderes zu tun haben), schon per se nicht zu denen gehören, die staatliche Unterstützung wirklich nötig hätten!

Old Geezer hat gesagt…

@Anonym:

a) es wäre das erste mal, daß eine fundamentalistische Organisation der Wahrheit auch nur auf Blindenstocklänge nahe käme...


b) ...hat 'Wahlfreiheit' sehr wenig mit der Lebenswirklichkeit von Familien und alleinerziehenden in Zeiten von Lohndumping, Massenarbeitslosigkeit, Zeitarbeit, geringfügig entlohnter Beschäftigung, 400-Euro-Jobs, 1-euso-Jobs, Hartz-IV, Zumutbarkeitsregelungen, Zwangsarbeit, >50% Scheidungsrate und unterhaltsflüchtigen Ex-Ernährern zu tun.

Old Geezer hat gesagt…

@Anonym:
"Entspricht elterliche Erziehung etwa nicht dem Wohl der Kinder?"

...es genügt doch, daß sich elterliche Fürsorge immer wieder mal als unzureichend erweist, um eine Kontrollinstanz darüber zu installieren.
(Es sei denn , man definiert Kinder als eigentum ihrer Eltern und deren Wohlergehen als Privatsache ihrer Besitzer.)