Mittwoch, 6. November 2013

Babys können Silben im Mutterleib unterscheiden/Verstehen von Sprache entgegen bisheriger Meinung doch angeboren

(Pressetext/pte020/26.02.2013/13:35) - Forscher der Universite de Picardie Jules Verne http://www.u-picardie.fr haben herausgefunden, dass Babys Sprache bereits drei Monate vor der Geburt entziffern können. Das Team um Fabrice Wallois erstellte Gehirnscans von zwölf Kindern, die zu früh auf die Welt gekommen waren. In der 28. Schwangerschaftswoche schienen die Kinder einem PNAS-Bericht http://pnas.org zufolge zwischen verschiedenen Silben wie "ga" oder "ba" und männlichen oder weiblichen Stimmen zu unterscheiden. Die Forscher gehen nicht davon aus, dass die Erfahrungen der Kinder außerhalb des Mutterleibes die Forschungsergebnisse beeinflusst haben.

Kinder reagieren im Mutterleib

Die Ergebnisse dieser Studie sprechen für die Vorstellung, dass Kinder bereits im Mutterleib als Reaktion auf die Stimmen ihrer Eltern Sprachkenntnisse entwickeln. Es war bereits bekannt, dass Kinder im Mutterleib Geräusche hören können. Das Ohr und der dafür entscheidende Bereich des Gehirns bilden sich rund um die 23. Schwangerschaftswoche.
Es gibt jedoch immer noch Diskussionen darüber, ob Menschen mit der Fähigkeit Sprache zu verstehen, geboren werden oder ob diese erst nach der Geburt erworben wird. Die Autoren der aktuellen Studie gehen davon aus, dass Umwelfaktoren unzweifelhaft wichtig sind. Sie vermuten jedoch auch, dass Sprachverarbeitungsprozesse angeboren sind.
Feine Unterschiede wahrgenommen

Laut Wallois kann das Gehirn bereits am Beginn der Bildung der kortikalen Schaltkreise für eine auditive Wahrnehmung subtile Unterschiede zwischen Sprachsilben unterscheiden. Das bedeutet dem Experten zufolge jedoch nicht, dass Erfahrung für die weitere Entwicklung und das Erlernen der Muttersprache von entscheidender Bedeutung ist. Die Gehirnscans wurden in den ersten Tagen nach der Geburt durchgeführt. Es kann daher sein, dass die Geräusche und Töne, die die Kinder in diesem Zeitraum hörten, zu einer raschen Entwicklung geführt haben.
Die Wissenschaftler bezweifeln das jedoch. Sophie Scott vom University College London http://ucl.ac.uk betont, dass diese Studienergebnisse den aktuellen Forschungsstand bestätigen und erweitern, wie die BBC berichtet. "Wir wissen, dass Babys die Stimme ihrer Mutter bereits vor der Geburt hören können. "Kinder werden von dem Augenblick ihrer Geburt an durch die Stimme ihrer Mutter beruhigt", erläutert Scott.

1 Kommentar:

Old Geezer hat gesagt…

ein Fetus kann hören und hat ein bereits in Maßen funktionierendes Gehirn - naheliegend, daß dieses bereits den akustischen Input klassifiziert, schließlich ist dieses seine Grundfunktion; ...aber das hat weder etwas mit Intelligenz oder Persönlichkeit zu tun und ist auch nicht nur beim Menschen so.
zudem ist das Gehirn auch im Säuglingsalter noch flexibel genug, um sehr schnell auch andere Lautfolgen zu lernen (was Beobachtungen an umziehenden / ein- oder auswandernden Babies bestätigen).
Und schließlich kommt der aktive Teil des Lernens, also das Training der Motorneuronen des Stimmapperates und die Reaktion der Umwelt darauf eh erst postnatal.

Also: nichts wirklich unerwartetes und neues, und nichts, was eine Auswirkung auf die praktische Pflege und Erziehung von Kindern haben könnte.