Mittwoch, 30. Oktober 2013

Depression: Symptome bei Kindern anders/Selbstmordgedanken im Schulalter keine Seltenheit

(Pressetext/pte001/19.06.2013/06:00) - Die Symptome einer Depression bei Kindern lassen sich im Vergleich zu denen bei Erwachsenen unterscheiden. Zu diesem Schluss kommt die Schweizerische Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie (SGKJPP) http://sgkjpp.ch . Depressive Erwachsene und Jugendliche leiden häufig an defizitärem Elan, Isolation, Zukunftsängsten sowie Selbstwertproblemen. Die psychische Erkrankung wird aber bereits im Vor- und Grundschulalter häufig sichtbar. Ab der Pubertät nehmen depressive Störungen zu.

Bei Kleinkindern erscheinen besonders Appetitlosigkeit, Schlafstörungen und Apathie. In der Vorschule sind sowohl physische Leiden wie Bauchschmerzen als auch Schlafstörungen sowie eine hohe Reizbarkeit Anzeichen einer Depression. Vor allem eine mangelnde Spielfreude ist ein Warnzeichen für eine Kinderdepression. Schätzungsweise leiden vier Prozent der Grundschüler sowie doppelt so viele Jugendliche in westlichen Industrieländern an einer Depression.

Rückfall-Risiko bei 80 Prozent

Depressive Schulkinder sind häufig traurig und wünschen sich vermehrt Aufmerksamkeit seitens ihrer Eltern. In diesem Alter können sich bereits erste Selbstmordgedanken erkenntlich zeigen. Um eine Diagnose stellen zu können, müssen die Betroffenen im Umgang mit ihren Mitmenschen einer Beobachtung unterzogen werden.

Bei andauernden Symptomen über mehrere Wochen ist das Gespräch mit einem Kinder- und Jugendpsychiater und -psychologen unabdingbar. Bei einem Drittel der betroffenen Kinder und Jugendlichen können die Symptome innerhalb von drei Monaten eklatant reduziert werden. Diejenigen mit mehreren Risikofaktoren haben jedoch ein bis zu 80 Prozent hohes Risiko, erneut eine Depression zu erleiden.

Erkrankung verläuft episodisch

"Wenn das Kind oder der Jugendliche bereits in Behandlung ist, sind Informationen über Depressionen seitens der Ärzte und Therapeuten überaus wichtig für die Bezugspersonen", schildert Alain Di Gallo, Co-Präsident der SGKJPP, im Gespräch mit pressetext. "Bei Kindern verläuft die psychische Erkrankung episodisch, das heißt, sie erholen sich auch wieder", so der Experte.

Im Umgang mit den Betroffenen ist für die Bezugspersonen wesentlich, ein Gespür dafür zu bekommen, wieviel ihnen zugemutet und zugetraut wird. Im Verlauf müssen die Eltern wieder anfangen, Strukturen zu setzen. "Bezugspersonen werden in die Behandlung immer eingebunden", so der Fachmann. Für nähere Informationen steht das Patientenportal der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie http://psychiater-im-netz.org zur Verfügung.

Kommentare:

Christoph Rebner hat gesagt…

Von Konsultation der Psychiatrie ist abzuraten

Old Geezer hat gesagt…

...und von viel stärker ist dieser Trend in restriktiveren Kulturen und solche mit mehr Leistungsdruck auf Kindern und Teenagern.

Man kann allerdings keine historischen Daten heranziehen dann außer das der Suizid junger Menschen auch in der Geschichte bekannt ist, gibt es da keine Informationen.

@Christian Rebner:

Weil die evtl. helfen können?
Und welche Alternative raten Sie?
Den Kinder mit der biblischen Mär von der Hölle für Selbstmörder noch mehr Angst machen?
Weil das Ihre Lebensqualität noch weiter reduziert und Leute, denen es richtig schlecht geht, weniger depressiv und suizidgefährdet sind?