Dienstag, 18. Dezember 2012

Internetsucht als Krankheit erkennen

Alarmierende Ergebnisse ergab eine Studie im Auftrag der Bundesregierung: Etwa 560.000 Deutsche gelten als abhängig vom Internet und zwei Millionen werden als stark gefährdet eingestuft. Die Betroffenen haben Probleme mit Freunden und Familie, 50 Prozent vernachlässigen Schule und Ausbildung. Als größtes Potential werden Online-Spiele und soziale Netzwerke genannt.

Ernst zu nehmende Anzeichen sind, wenn täglich mehr als vier Stunden im Internet gesurft wird und Gespräche mit Freunden oder der Familie nur noch selten stattfinden. Bei Jugendlichen, wenn sie die Schule nicht mehr besuchen oder grundlegende Dinge, wie Essen, Körperpflege und soziale Kontakte, vernachlässigen. Anfangs stehen Lügen im Vordergrund – später ziehen sich die Kinder ganz zurück. Besonders betroffen sind junge Menschen zwischen 14 und 24 Jahren, ledige und arbeitslose Männer, die zum Teil die Kontrolle über ihre Nutzung des Internets ganz verlieren.

Wann fängt die Sucht an?

Doch wenn man von 'süchtig' spricht, wo genau fängt Sucht eigentlich an? Colette See, Referentin für Suchtprävention bei der Hamburgischen Landesstelle für Suchtfragen gegenüber dem Mitteldeutschen Rundfunk am 11. Dezember 2012: "Süchtig bedeutet, dass man die Kontrolle über eine Verhaltensweise verloren hat, dass ein Zwang besteht, eine Substanz beispielsweise zu konsumieren oder etwas Bestimmtes immer wieder zu tun. Da gibt es auch eine Toleranzentwicklung. Das bedeutet, dass man immer mehr braucht von der Sache, von einem Stoff oder einer Verhaltensweise, um ein bestimmtes Gefühl zu bekommen. Und dass man dies fortsetzt, obwohl bereits schädliche Folgen im Raum stehen."

Colette See hat Tipps wie man es schafft sich ein wenig vom Internet zu lösen. Wichtig ist, dass man sich medienfreie Zeiten nimmt. Ich denke, vielen Leute auch in der Arbeitswelt fällt das schwer, Online-Welt und Offline-Welt voneinander zu trennen und auch Arbeit und Freizeit zu trennen. Medienfreie Zeiten können zum Beispiel in der Familie die Mahlzeiten sein. Man kann auch darauf achten, dass man am Wochenende oder im Urlaub offline ist. Das ist erst mal ein guter erster Schritt.

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