Sonntag, 11. November 2012

Frankfurter Allgemeine Zeitung gibt Argumente für Betreuungsgeld


Die Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 6. November 2012 sinnierte über das Betreuungsgeld.

Eltern, die ihre Kleinkinder zu Hause betreuen, bekommen künftig 150 Euro im Monat. Fraglich ist, ob das Betreuungsgeld den Unionsparteien zum Sieg bei der nächsten Bundestagswahl verhilf, so die FAZ.

Ganzheitlich gesehen, hält sich der „katastrophale Schaden“ – wie SPD, Grüne usw. immer wieder vorwerfen -, der das Betreuungsgeld anrichten soll, in Grenzen. Die ökonomische und gesellschaftspolitische Lenkungswirkung dieser Leistung dürfte gering sein: Eltern am unteren Ende der sozialen Skala geben ihre Kleinkinder schon heute nicht in die Krippe.

Die Abneigung vieler gegen die „Kitas“ schafft man auch dadurch nicht aus der Welt, dass man kein Betreuungsgeld zahlt. Um diese Schicht dazu zu bringen, ihre Kinder in solche Einrichtungen zu geben, müsste die Politik sich schon etwas Besseres einfallen lassen, so die FAZ. Stark auf ihren Beruf hin orientierte Mütter dagegen, wird das Betreuungsgeld nicht davon abhalten, ihre Erwerbstätigkeit wiederaufzunehmen.

Die Mehrheit der Eltern wolle keinen Krippenplatz in Anspruch nehmen. Die Prognosen der Bundesregierung gehen davon aus, dass für 39 Prozent der Kinder im Alter zwischen ein und drei Jahren ein Platz benötigt wird. In den Städten wird der Bedarf höher sein als auf dem Land.

Für die 60 Prozent der Eltern, die ihre Kleinkinder zu Hause betreuen wollen, ist die Leistung eine bescheidene Anerkennung dafür, dass sie ihren Nachwuchs liebevoll und aufmerksam erziehen und so die Grundlage dafür schaffen, dass diese Kinder zu Stützen der Gesellschaft werden.

Entsprechend folgt der Kampf der CSU für das Betreuungsgeld einer einfachen Rechnung. Mögen zwar viele Fachleute, die FDP und auch ein guter Teil der CDU-Abgeordneten dagegen sein: Die Mehrheit der Familien mit kleinen Kindern profitiert von der Hartnäckigkeit der CSU.

Das Betreuungsgeld kostet 1,2 Milliarden Euro jährlich, doch dieser Betrag könnte schnell anwachsen. Wenn am 1. August 2013 der Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz kommt, aber nicht genug Plätze bereitstehen, könnte das Betreuungsgeld den Ärger der Eltern dämpfen.

Kommentare:

ich hat gesagt…

es gibt staaten da ist die kostenlose betreuung der kinder durch den staat gesetz und gern genutzt. die ansicht unserer gesellschaft im grossen wie im kleinen dazu ist oft hirnrissig.
meine, meine. und mehr, mehr. und ich ich.
religion ist scheints nicht für alle da, selbst für gläubige nicht und immer gegen den gemeinsinn gerichtet.
schade. wer sich nur in sich sieht und andere derwegen verkennt wird sich vom leben aller entfernen.
viele die hilfe ablehnen wollen anderen welche geben. wäre so wie wenn ich nicht die anderen erst recht nicht. oder wenn schon ich die anderen auch.
schlimm ist das es einige gibt die mutterliebe durch mammon erreicht sehen wollen. und unsere obersten setzen sich da noch an de spitze.
euer jubel zu privater erziehung statt kindererziehung lässt euch die leisen töne der kinder nicht hören. leider lasst ihr euch vom ruf zur vernuft auch nicht mahnen,

Anonym hat gesagt…

Es ist doch eher so, dass in einer Kita die leisen Kinder untergehen. Nur die rabiaten Kinder überleben. Das ist angewandte Darwinismus. So wie Darwinismus, Schulung und Kitas alle aus der selben gottlosen Quelle entschlupft sind.

Anonym hat gesagt…

Sollte heißen Schulzwang, statt Schulung

Der Chorleiter hat gesagt…

Es ist nicht schön, daß es bei ihnen - 08:27 - so ist. Doch auch die so gepriesenen göttlichen Quellen führen bei uns oft schlammiges, sehr trübes Wasser.
Wir reinigen es, suchen, wenn es sein muß, andere Quellen.
Es gibt jedoch recht oft Leute, die Wasser aufwühlen und uns dann dieses als das Gegebene präsentieren wollen. Ist auch Darwinismus: Der vermeintlich Stärkere versucht sich am vermeintlich Schwächeren. Klappt, wie man in der Natur sieht, nur unter bestimmten Voraussetzungen.
In unserer Gemeinde ist der Herr Pfarrer ein von sich und seinem Glauben überseelter Mann. Mit der passenden Einstellung gelingt es recht oft, von ihm Ungewolltes für uns durchzusetzen, so daß sein Widerspruch nicht erfolgen kann. Auch Nachschlagen seinerseits geht, wenn man es wohl bedacht hat, in seine Beine. Und er läßt nicht nach. Geben wir weiterhin David und Goliath zum besten. Leider mußte der David auch gebremst werden.
Einen gestürzten Gegner soll man nicht den Garaus machen, ihm nicht das Gesicht nehmen. Auch wenn er Ehre vermissen läßt, wirft man seine nicht hinterher.
Und damit hier die Leisen in der würdigen Lautstärke zu hören sind, habe ich es mal aufgeschrieben. Wir schlüpfen nicht mit dem Kopf in den Sand. Wir verbessern das Leben für uns. Macht ihr das mit eurem auch so. Am Schluß sollte stehen: Wir haben unser Leben verbessert!
Wie da die Betreuungsprämie mit eingreift?
Schaumamal. Hoffentlich wird aus den Scheinen nicht nur ein schöner Schein. Oder Kaufhallenholgeld für glucksende Sofasüchtige mit Bildschirmmanie.
Tja: Darwin lauert überall mit Freud.
Wie wäre es mit Vernunft für alle?
Aber geht das ohne finanziellen Anreiz?
Bei mir schon.

Anonym hat gesagt…

wo in der kita - ganz wie am beispiel der schweiz - als spielzeug holzpimmel und plüschmuschis - sexkoffer und sexspiele drohen - da ist es oberste pflicht der eltern, ihre kinder zu schützen. jede andere diskussion oder wie hier sogar ausgedehnte schwadroniererei über kitas und/oder gelder kommt weit danach. dann, wenn die verantwortlichen pädokriminellen dingfest gemacht sind.

Old Geezer hat gesagt…

Das einzige Pro-Argument ist also "Es ist doch nett, den Eltern die aus ganz anderne Gründen sowieso keinen Krippenplantz benötigen, Geld zu schenken, unabhängig davon ob sie es gebrauchen können oder nicht."?

Und dafür verballter man hunderte Millionen Steuergelder, anstatt dieses Geld in die fehlenden KITAs, Tagesmütterbezahlung oder Schulen zu investieren, wo es tatsächlich den Kindern zugute käme?

...schwach.

Old Geezer hat gesagt…

@Anonym:

"Es ist doch eher so, dass in einer Kita die leisen Kinder untergehen."

Mehr als in der Familie zwischen älteren und jüngeren Geschwistern und berufstätigen Eltern?
Wo nehmen Sie denn diese Weisheit her?

Erstaunlicherweise schließen sich Kinder - wenn sie die Möglichkeit haben - auch in ihrer Freizeit zu Gruppen zusammen, auch dort mit dominanten und schüchternen, ganz freiwillig.