Mittwoch, 18. Januar 2012

Abtreibung führt zu sexueller Selektion


Das vor kurzem erschienen Essay von Anna Meldolesi „Niemals geboren. Warum die Welt 100 Millionen Frauen verloren hat” (Original: Mai nate. Perché il mondo ha perso 100 milioni di donne) stößt zur Zeit in Italien auf große Aufmerksamkeit. Es zeigt, wie vor allem Frauen durch Abtreibung getötet werden.

Die Autorin stellt sich in der Nachfolge von Amartya Sen, die im Jahr 1990 auf dieses Problem hingewiesen hatte und das von den Feministinnen weitgehend ignoriert wird. Ebensowenig beschäftigen sich die Mainstream-Medien mit diesem Drama ungeheuren Maßes.

Durch die moderne Technik ist es möglich, sehr früh das Geschlecht des Embryos zu erfahren. Dies wirkt sich nicht nur für kranke Kinder fatal aus, sondern auch für Mädchen. Folge: Heute leben etwa 20 % mehr Männer als Frauen auf der Welt.

Die Autorin, keineswegs eine Abtreibungsgegnerin, weist darauf hin, daß es unmöglich sei, gleichzeitig gegen sexuelle Selektion vorzugehen und „medizinisch sichere“ Abtreibungen in Ländern der sog. „Dritten Welt“ einzuführen, wie man das beispielsweise in Afrika vorhat. Dies reduziert notwendigerweise die Geburten von Mädchen.

Anna Meldolesi erklärt, daß sexuelle Selektion nicht nur von armen und ungebildeten Frauen praktiziert wird. Auch gebildete Frauen, die offen für Familienplanungsprogramme sind, entscheiden sich eher für Jungs als für Mädchen. Meldolesi: Die Tatsache, daß so viele gebildete und nicht ausgegrenzte Frauen entscheiden, andere Frauen abzutreiben, ist ein Virus innerhalb der Begründung der Abtreibung und stellt eine Herausforderung für das feministische Denken und auch für alle „Fortschrittlichen“ dar.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Wird die 20%-Differenz belegt?

Franz Josef Mandel hat gesagt…

Bei der nachdeutenden Frage, ja Er-
kenntnis, sollte man doch genau so
einmal nachdeutend auf folgendes
verweisen: wenn nämlich beklagt wird, daß z.B. in Deutschland so
ganz dringend gewisse Fachkräfte (für die verschiedenen Berufe in
unserer Gesellschaft) gesucht wer-
den, so will man die Frage nicht hören bezw. auf den bevölkerungspo-litschen Vergleich partu nicht ein-
gehen, wenn auf die (wohl peinli-
che Tatsache verwiesen wird, der millionenfachen Zahl der Abtreibun-gen seit 1975 (Stat. Bundesamt).
Muß man/ unsere Allgemeinheit da
nicht zugeben, daß durch die un-
glaublich hohe Zahl der Abtreibun-
gen auch potentielle Fachkräfte schon im nichtgeborenen Zustand be-
seitigt wurden! Aber das ist eine
sehr unpopuläre, allzu peinliche
Gewissensfrage. Aber wie sieht es da mit dem Gewissen bei unserer
allgemeinen Bevölkerung aus! Gilt
nicht da nicht die egoitisch orien-
tierte "Selbstverwirklichung" mehr
als andere geistig höhere Werte!?