Mittwoch, 18. März 2009

Neueste Studie über Jugendgewalt und Radikalismus: Symptom der moralischen Krise unserer Gesellschaft

Die neueste Studie „Jugendliche in Deutschland als Täter und Opfer von Gewalt“ des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen e.V. (KFN) ist sehr umfassend.

Sie ist komplett lesbar unter folgendem Link: HIER. Wem die 132 Seiten zu lang sind, kann eine Zusammenfassung der KFN lesen: HIER.

In der Presse wurden einige Ergebnisse besonders hervorgehoben:

1. Seit 1998 ist ein leichter Rückgang in der Jugendgewalt beobachtbar.
2. Über 5 % der Jugendlichen gelten als „rechtsextrem“.
3. Jugendgewalt kann regional sehr unterschiedlich sein.
4. Insbesondere Jugendliche mit Migrationshintergrund, die zudem keinen Anschluß zur sozialen Entwicklung haben, sind besonders anfällig. Doch ebenso Deutsche, die zur sog. Unterschicht oder Prekariat gehören, neigen stärker zu Gewalthandlungen.

Was ist von dieser Studie aus wertkonservativer Sicht zu halten?

Die Studie zeigt eines sehr deutlich: Auch wenn insgesamt die Gewalthandlungen in den letzten zehn Jahren etwas zurückgegangen sind, ist das Niveau nach wie vor hoch und für viele Jugendliche gehört Gewalt fast zum Alltag. Immer noch ist die Jugendgewalt ein wichtiges Problem unserer Gesellschaft und es muß dabei bedacht werden, daß Gewalt ein Symptom eines tiefer liegenden Problems ist.

Wenn Jugendliche aus dem sog. Prekariat mit oder ohne Migrationhintergrund besonders anfällig sind, besagt, daß gerade in den sozialen Milieus, in denen die Familie und die Wertevermittlung fast nicht mehr existieren.

Denn die wahre Ursache der Jugendgewalt ist die moralische Krise unserer Gesellschaft. Jugendliche, die keine Werte und Prinzipien erhalten, sind orientierungslos, finden keinen Halt, schaffen es nicht, vernünftige Lebensziele für sich zu finden und verspüren Frust, Verzweiflung und Hilflosigkeit.

Solche Jugendliche können leicht versucht sein, in der Gewalt eine Lösung zu suchen, denn Gewalt vermittelt ihnen ein Gefühl der Selbstverwirklichung.

Die wichtigsten Gründe für die fehlende Wertevermittlung sind der katastrophale Einfluß vieler Medien auf die Jugendlichen, das desolate Schulsystem und die Krise der Familie.

Diese drei Problemfelder verhindern, daß Jugendliche einen Anker finden und wissen, wie sie ihr Leben zum eigenen Wohl und zum Wohl der Gesellschaft gestalten können.

Viele Jugendliche teilen nicht mehr die Werte, die die Grundlage unserer Gesellschaft sind. Das macht sie anfällig für schlechte Einflüsse, die sie durch viele Medien reichlich erhalten. Pornographie, Erotik und Gewalt sind für viele Kinder und Jugendliche alltäglich. Wenn ihr Alltag von solchen Inhalten dominiert wird, geht das Interesse für die Dinge, die dem Leben einen Sinn geben, immer mehr verloren.

Auch die Krise der Familie trägt erheblich zur Desorientierung und zur Gewaltbereitschaft von Kindern und Jugendlichen bei. Die Familie ist der Ort, wo sie eigentlich Schutz, Geborgenheit und Orientierung finden müßten. Wenn sie dies Dinge nicht finden, kann schnell Frust und Depression entstehen und mancher Jugendlicher kann Trost und Selbstwert in sinnloser Gewalt suchen.

Die Jugendgewalt kann nur überwunden werden, wenn das Problem in seiner Ganzheit gesehen wird. Und vor allem wenn eingesehen wird, daß wir es mit einer Folge der Krise unserer Werte zu tun haben.

Es ist zu hoffen, daß unsere Politiker endlich den Mut fassen und diesen Problemen ins Gesicht sehen und eine moralische Wende in Deutschland herbeiführen.

Die Politik könnte leicht Maßnahmen in diesem Sinne treffen. Einige Beispiele:

* Es ist absolut notwendig, die Medien in die Schranken zu verweisen, damit sie nicht systematisch die Moral der Kinder und der Jugendlichen ruinieren. Der Jugendmedienschutz muß energischer und umfassender angewendet werden.

* Man muß Gesetze der Schröder-Regierung abschaffen, die sich gegen Moral und Familie wenden, wie beispielsweise die Anerkennung der Prostitution als normalen Beruf.

* Der Stellenwert der Mutter und der traditionellen Familie muß in der Öffentlichkeit von der Politik gehoben werden, um damit stärker Deutschlands christliche Werte und Wurzeln zu betonen.

* Das Recht auf Leben der Ungeborenen muß geachtet und beschützt werden.

Kommentare:

Chorleiter hat gesagt…

Sie schaffen es wieder sehr geschickt, alles Gute als ihr Werk darzustellen und alles Schlechte den ihnen nicht genehmen Richtungen zuzuweisen.
Sie schreiben, z.B.:
"Wenn Jugendliche aus dem sog. Prekariat mit oder ohne Migrationhintergrund besonders anfällig sind, besagt, daß gerade in den sozialen Milieus, in denen die Familie und die Wertevermittlung fast nicht mehr existieren."
Sie wollen uns weis machen, daß nur in und durch ihre Kreise eine intakte Familie existent ist und sein kann und eine - unsere - Wertevermittlung stattfindet. Netter Versuch.
Oder:
"Denn die wahre Ursache der Jugendgewalt ist die moralische Krise unserer Gesellschaft. Jugendliche, die keine Werte und Prinzipien erhalten, sind orientierungslos, finden keinen Halt, schaffen es nicht, vernünftige Lebensziele für sich zu finden und verspüren Frust, Verzweiflung und Hilflosigkeit."
Vergessen sie hier etwa, daß sie sich auch in einer Krise befinden da ihre Anschauungen nicht mehr als unfehlbar und leils überlebt gelten? Einst haben sie auch die Gewalt zu Hilfe genommen, um die Richtigkeit ihres Weltbildes und damit verbundener Erkenntnisse "zu beweisen."
Und die Spitze ihrer Einschätzung:
"Viele Jugendliche teilen nicht mehr die Werte, die die Grundlage unserer Gesellschaft sind. Das macht sie anfällig für schlechte Einflüsse, die sie durch viele Medien reichlich erhalten."
Sie vergessen dabei, sich selbst und ihr Vorgehen ins rechte Licht zu rücken. Gutes zu wollen und Gutes zu tun sind zwei verschiedene Schuhe. Sie versuchen es erst einmal mit Verboten:
"...Medien in die Schranken zu verweisen. ..." oder "...Man muß Gesetze der Schröder-Regierung abschaffen, die sich gegen Moral und Familie wenden, .." usw.
Und der Satz: "Der Stellenwert der Mutter und der traditionellen Familie muß in der Öffentlichkeit von der Politik gehoben werden, um damit stärker Deutschlands christliche Werte und Wurzeln zu betonen." klingt stark nach: Früher war alles besser! Würde man statt besser, anders sagen, wäre es für mich eher vertretbar.
Ich kann ihrer Sicht der Dinge lediglich entnehmen, daß nur die Hinwendung zu ihren Anschauungen und Werten uns voranbringen kann. Schuld an allem sind die anderen, besonders die Politik und die Medien.
Diese Erkenntnisse sind genau so plump und klingen nach Versicherungsvertreter.
Nachdem nun viele Befragungen erfolgten, Studien angefertigt wurden und werden, bin ich auf die Auswirkungen all dessen im täglichen Leben gespannt. Wie wird man aus mehreren Erkenntnissen und Meinungen einen, den richtigen Schritt nach vorn machen?
Chorleiter

mangelt hat gesagt…

Auf solche hirnlichen Verknüpfungen muss einer erst einmal kommen, welche "Lösungen" Sie zur Vorbeugung vor der Entstehung und Verminderung bereits eingetretener moralischer Verwahrlosung von Jugendlichen vorschlagen:

"... Gesetze ... abschaffen, wie beispielsweise die Anerkennung der Prostitution als normalen Beruf."

Wo besteht hier ein Zusammenhang?
Scheren sich deshalb (vor allem männliche) Jugendliche eine Glatze und machen Jagd auf alle, die ihrem rülpsenden Rechtsextremismus irgendwie zuwider sind?

Eine zugegeben boshafte Frage am Rande: Warum wohl war Köln - seit der Heiligsprechung aufgewahrter Knochen - zugleich eines der Hauptziele frommer katholischer Pilger und Heimstadt der zahlenmäßig größten Hurengemeinde Europas? Und dies in Übereinstimmung mit einem intakten christkatholischen Weltbild?

Und dann Ihre weitere Heilsbotschaft zur Lösung des Problems: "Das Recht auf Leben der Ungeborenen muß geachtet und geschützt werden."

Ich gestehe auch hier mein tumbes Unverständnis:
Worin findet sich ein Zusammenhang roher Missachtung geborenen Lebens durch delinquente Jugendliche mit dem Schutz von befruchteten Eizellen?

Ideologie besteht bekanntermaßen begrifflich aus zwei Teilen:
Ideen formulieren, kann durchaus nützlich sein - daraus eine Überzeugung zu konstruieren, sollte vielleicht doch einigen logischen Grundsätzen folgen, um nicht zu einer bloßen Ansammlung von Postulaten mit (wohl gerade deshalb) Alleinvertretungsanspruch zu geraten.

Chorleiter hat gesagt…

Habe gerade einen dazu passenden Spruch gelesen: "Albert Einstein sagte, dass wir ein Problem nicht mit denselben Denkweisen lösen können, die bereits zum Problem geführt hatten."
Sie werden es zwar nicht in seiner Gänze begreifen wollen, aber ich werde nicht aus diesem Grunde aufgeben. (Habe ich ihrem Texten entnommen.)
Chorleiter