Montag, 30. Juni 2014

Demo für Alle am 28. Juni 2014: Presseschau

Stuttgarter Zeitung:
Gegen 15 Uhr fanden sich die Teilnehmer der Kundgebung mit Regenschirmen und Protesttafeln wie „Stoppt die Sexualisierung der Kinder“ oder „Vater, Mutter, Kind – Familie voran“ auf dem Schillerplatz ein. Die Gegendemonstranten versuchten daraufhin von der Stiftskirche und dann von der Planie her auf den von der Polizei mit Gittern massiv gesicherten Platz vorzudringen. „Sie haben aggressiv versucht, die Veranstaltung zu stören und die Gitter wegzureißen“, sagte ein Polizeisprecher. In der Folge setzten Beamte Schlagstöcke und Pfefferspray gegen die meist jungen, schwarz gekleideten Aktivisten ein. Auf der Vorderseite des Restaurants Alte Kanzlei, wo es kurzzeitig zu tumultartigen Szenen kam, kreiste die Polizei etwa hundert Gegendemonstranten ein.

Bei der Kundgebung des Bündnisses „Demo für alle“, zu dem sich insgesamt 17 Gruppen zusammengetan haben, forderten mehrere Rednerinnen und Redner, die Landesregierung müssen ihren Bildungsplan nicht nur überarbeiten, sondern das Vorhaben ganz aufgeben und die Sexual- und Werteerziehung den Eltern überlassen. Der Entwurf der Landesregierung sieht vor, in Schulen künftig für die Akzeptanz sexueller Vielfalt zu werben und dabei auch Themen wie Homosexualität, Bi- und Transsexualität zu behandeln. Aufgrund der Proteste soll dieser Plan nun überarbeitet und erst 2016 umgesetzt werden.

„Die Familie ist das Leitbild auch in unserer Verfassung“, sagte Hans-Christian Hausmann, der stellvertretende Kreisvorsitzende der Stuttgarter CDU, der, wie er betonte, als einfaches Parteimitglied spreche. Diese Haltung habe mit Hass gegen Homosexuelle nichts zutun. Hubert Ginder, Vorsitzender des Forums Deutscher Katholiken, sprach von einem „Kulturkampf“, der weit über die Grenzen des Landes hinausgehe. Die Publizistin Birgit Kelle sagte, „auch Menschen, die an Gott glauben, können Toleranz fordern“. Guillaume Got, ein Vertreter der französischen Bewegung gegen die Gleichberechtigung von Homosexuellen aus Paris, beschwor die internationale Vernetzung der Akteure.


Stuttgarter Nachrichten:
Der Konflikt um das Thema sexuelle Vielfalt im Schulunterricht gewinnt weiter an Schärfe. Bei Demonstrationen für und gegen das Vorhaben der Landesregierung, Schülern eine Akzeptanz für verschiedene sexuelle Orientierungen zu vermitteln, ist es zu heftigen Auseinandersetzungen gekommen. . . .

Unter dem Motto „Ehe und Familie“ hatte ein Bündnis aus konservativen und religiösen Gruppen zur vierten Demonstration gegen den Bildungsplan aufgerufen. Das Bündnis kämpft gegen das Vorhaben von Grün-Rot, das Thema sexuelle Vielfalt durch den neuen Bildungsplan stärker im Schulunterricht zu verankern. Die Schule müsse die Sexual- und Werteerziehung den Eltern überlassen, forderte die Koordinatorin des Verbands, Kerstin Kramer. „Dieses Elternrecht darf nicht ausgehebelt werden.“ Auf Plakaten und Spruchbändern warfen die Demonstranten der Landesregierung eine Sexualisierung der Schüler vor. „Schützt unsere Kinder“ und „Kinder brauchen Liebe, keinen Sex“ stand auf den Plakaten.


SWR:
Es ist nicht das erste Mal, dass der Entwurf zu dem Bildungsplan die Gemüter derart erhitzt. Schon zwei vorangegangene Demonstrationen in Stuttgart gegen den Bildungsplan waren von linksextremen Aktivisten erheblich gestört worden. 192.000 Menschen hatten eine Online-Petition gegen die Pläne der Landesregierung unterschrieben. Zwei befürwortende Petitionen erhielten rund 140.000 und 92.000 Unterschriften. Inzwischen kündigte die grün-rote Landesregierung eine Überarbeitung des Bildungsplans an, hält aber an den Grundprinzipien fest. Er soll nun erst 2016 umgesetzt werden.

IDEA:
Zu dem Protest aufgerufen hatte das Aktionsbündnis „Demo für alle“, zu dem sich 17 Gruppen zusammengeschlossen. Mehrere Redner forderten, dass die Sexual- und Werteerziehung den Eltern überlassen bleiben müsse.

Die katholische Publizistin Birgit Kelle sagte, nicht nur Homosexuelle erwarteten Akzeptanz, sondern z.B. auch Menschen, die an Gott glauben.

Der Vorsitzende des Forums Deutscher Katholiken, Prof. Dr. Hubert Gindert, bezeichnete die Proteste gegen den Bildungsplan als einen „Kulturkampf“, der weit über die Grenzen Baden-Württembergs hinausreiche.


Kommentare:

666 hat gesagt…



Toll, wenn sich beide Seiten nicht mal die Mühe machen mit echten Argumenten zu arbeiten, Fakten zu bringen und sich mit der Sache wirklich und nicht oberflächlich zu beschäftigen. Die einen versuchen es (angeblich) mit Krawall und die anderen mit immer wieder den den selben Floskeln, unser Kinder werden "umprogrammiert",es stecken Pädophile dahinter, die Kinder sollen gezwungen werden an sich rumzuspielen bzw an soll gefummelt werden usw ! Dazu kommen dann wieder so Sprüche wie "Christliche Werte-Christliches Land" oder "Gott verurteilt Homosexualität" und dann schleift man auch die Kinder mit, die zwar von Sexualkunde einen Schaden kriegen, aber nicht von einer Demo bei der rum geschrien,gepöbelt und gehetzt wird von beiden Seiten ! Ne, is klar ! Die größte Schande ist aber das unsere Politik gleich einknickt und die Kirche immer noch einen so großen Einfluss hat,trennt Kirche/Religion und Staat endlich völlig !

Beobachter hat gesagt…

666, du hast gar nichts verstanden! Wenn du mal etwas genauer hinsehen würdest, dann könntest du doch die feinen Unterschiede in der Argumentation der Gegner des Regierungsplanes begreifen gegenüber denjenigen ideologisch ausgerichteten psychisch meist gestörten Menschen, die jenen anmaßenden Bildungsplan angezettelt haben!
Diese Lobby ist derartig dreist im Auftreten, dass es den Anschein erweckt, es würde sich um einen Großteil der Bevölkerung handeln - in Wirklichkeit ist es aber nur ein sehr geringer Prozentsatz!
Wenn man dann in die Szene der Demo-Gegner hineinschaut: linke Chaoten, die frei Schnauze leben und sich gar nichts vorschreiben lassen wollen. Diese verdrehten Menschen waren schon immer so drauf, von 1968 an, und haben leider schon viel Zerstörendes in der Gesellschaft bewirkt. Der negative Einfluss solcher Leute auf das Familienleben muss ein Ende haben!
666, lass doch bitte in Zukunft deine immer wiederkehrende falsche Argumentation außen vor, die nur darauf ausgerichtet ist, Kräften die Stange zu halten, die unsere Gesellschaft zerstören!

Zeitzeuge hat gesagt…

Auf welcher Demo wohl 666 gewesen ist? Also auf der "Demo für alle" in Stuutgart sicher nicht! Denn dort haben nur die Gegendemonstranten herumgeschrien, gepöbelt und gehetzt! Die Teilnehmer der Demonstration gegen den grün-roten Bildungsplan waren still und friedlich! Eine eigenartige Wahrnehmung ist das, was 666 hier behauptet!

666 hat gesagt…

Ich habe nie behauptet das die BP Gegner den Krawall gemacht haben, bitte genauer lesen !
Das Leute die Krawall machen, einen negativen Einfluss auf Kinder haben können streite ich nicht ab, aber das Aufklärung einen hat ist Blödsinn. sie gibt es seit den 60zigern (glaub ich ) und unzählige Kinder haben gehabt und sind davon nicht "krank" oder sonst was geworden !

Zwiebelring hat gesagt…

Keine Ahnung wo meine Artikel hin ist, aber egal bitte mal dieses Video ansehen und zuhören ! Diesmal bitte nicht löschen !

https://www.youtube.com/watch?v=DfeUV0xpGGo&list=LLxMDsU0P_ixBczRZurlgAuw&index=5

Ulrich hat gesagt…

Liebenswerter 666!

Dass Sexualisierung nicht schädigen soll, ist Ihre weltfremde Wahrnehmung! Außerdem stehen Sie mit der deutschen Sprache ganz schön auf Kriegsfuß! Sie sollten einmal den Unsinn, den Sie verfasst haben, genau lesen! Sie haben sehr wohl behauptet, dass die Demonstranten geschrieen, gepöbelt und gehetzt haben! Lassen Sie sich das von einem staatlich geprüften Philologen gesagt sein! Nichts für ungut!

Old Geezer hat gesagt…

@Beobachter:

Haben Sie für Ihr Namecalling irgendwelche Beweise?
Sie ziehen hier über Leute in beleidigender Weise her, über die Sie vermutlich nichts wissen, und wohl auch ohne eine Ahnung zu haben, wie und warum sie bestimmt Punkt und Formulierungen eingebracht haben.
Wenn Sie mit "Lobby" die Gruppe der Bürger meinen, die ihre Sexualität für ihre Privatsache halten, sich das reinreden von Staat und Kirche verbitten und sich auch nicht weiter für die ihrer Nachbarn interessieren, dann muß ich Sie enttäuschen, da sind die allermeisten Bundesbürger mit im Boot.

Lebten Sie schon in den 50ern oder haben Ihre Elten Ihnen dazu etwas erzählt?
Ich möchte nicht zurück in diese dumpfe muffige Zeit voller Bevormundung.
Auch die meisten heutigen Bürger werden ihnen was husten.
Allerdings überschätzen Sie den Einfluß auf das Familienleben, wenn da mehr als den Verzieht auf die Prügelstrafe sehen, denn der Rest wird durch Änderungen in Arbeitswelt, Lebensumfeld und Freizeitverhalten dominiert.
(Doppelverdiener und Kinderkrippen / Ganztagsschulen hätten wir z.B. sowieso bekommen und habe auch keinerlei Zusammenhang zur sexuellen Themen, dito Familienplanung und geringere Reproduktionszahlen oder mehr Einzelkinder und Stubenhocker sowie mehr Probleme zwischen jungen Erwachsenen, die noch abhängig im Elternhaus leben und deren Eltern.)

Old Geezer hat gesagt…

@Ulrich:

"Dass Sexualisierung nicht schädigen soll, ist Ihre weltfremde Wahrnehmung!"

...auf den Gegenbeweis warten wir hier seit Jahren, bisher erfolglos.

So ganz ohne Sexualisierung wäre ja auch irgendwo blöd, ...hätten Ihre Großeltern auch so gedacht, gäbe es Sie nicht; ...aber zum glück fragt in den meisten Fällen die Natur nicht nach Erlaubnis, sondern fängt damit - ja nach verfügbarer Nahrungsressourcen und Überlebensstreß einfach mal an, und benötigt weder Pornoflicks im Internet, noch Schmuddelheftchen; was auch gut so ist, denn die ersten paar hunderttausend Jahre mußten wir ohne die ersten beiden Hilfsmittel auskommen.

Gerd Rebner hat gesagt…

KARLHEINZ DESCHNER, der als größter Kirchenkritiker des 20. Jahrhunderts gilt, ausgezeichnet mit dem Arno-Schmidt-Preis, dem Alternativen Büchnerpreis und - nach Sacharow und Dubcek - mit dem International Humanist Award sagte schon: Nicht die Sexualkunde verdirbt die Minderjährigen, sondern der Religionsunterricht.
Kirchen sind durchaus kein notwendiges Übel, aber das Übel folgt notwendig daraus.
Kirche - eine Praxis, die krank macht, um heilen zu können; die in Nöten hilft, die man ohne sie gar nicht hätte; das Gängeln derer, die noch glauben, durch jene, die es nicht mehr tun.