Dienstag, 15. April 2014

Ministerpräsident Kretschmanns vorösterlicher Eiertanz in puncto “Bildungsplan”

Mathias von Gersdorff

Mit seiner Erklärung vom 8. April 2014 zum Bildungsplan hat es Ministerpräsident Winfrid Kretschmann meisterhaft geschafft, die Öffentlichkeit völlig zu verwirren.

Für den „Humanistischen Pressedienst“ steht fest, dass Kretschmann auf den Druck der Gegner reagiert hat: „Kretschmann knickt ein“.

Für die Schwäbische- und die Rhein-Neckar-Zeitung hat sich nichts geändert: „Bildungsplan: Neue Worte, alter Inhalt“ bzw. „Der Bildungsplan wird umformuliert, die Grundideen bleiben“.

Sowohl Pietisten bzw. Evangelikale, also die Gegner der gegenwärtigen Fassung (IDEA: „Pietisten begrüßen geplante Korrekturen beim Bildungsplan“) wie auch die Befürworter, zB. die  linksalternative TAZ sind zufrieden (taz: Themen wie Homosexualität, Bi- und Transsexualität sollen im Unterricht nach dem neuen Entwurf intensiver und fächerübergreifend behandelt werden).

Jeder interpretiert Kretschmann anders. Möglicherweise weiß er zum gegenwärtigen Zeitpunkt selber nicht, was er will.

Jedenfalls ist er nicht in der Lage, mit klaren Worten seine Absichten hinsichtlich des Bildungsplanes zu erläutern. Konkretes wird man wohl erst erfahren, wenn die Landesregierung schwarz auf weiß den neuen Entwurf veröffentlicht.

Bis dahin muss man weiterhin misstrauisch bleiben. Denn einer ganz bestimmten Lobby-Gruppe schenkte Kretschmann kurz vor der Ankündigung vom 8. April besondere Beachtung.
 

Queer- und LSBTTIQ-Gruppen im Hintergrund

Wie das Internetportal „Queer“ am 8. April berichtete, sicherte Kretschmann den LSBTTIQ-Gruppen am Abend des 7. Aprils zu, ihre Interessen zu berücksichtigen: 


„In einem persönlichen Gespräch mit Vertreterinnen und Vertretern des Netzwerks LSBTTIQ sicherte der Ministerpräsident am gestrigen Abend die explizite und verbindliche Verankerung der Vielfalt von Geschlecht sowie der Vielfalt sexueller Orientierung im baden-württembergischen Bildungsplan zu“, so Angelika Jäger, Sprecherin des Netzwerks LSBTTIQ Baden-Württemberg, laut „Queer“.

Kretschmann besuchte also ausgerechnet eine Lobby-Gruppe, die nicht unmittelbar mit Schulpolitik zu tun hat.

Das ist keine Lapalie, denn seit langem wird der Landesregierung vorgeworfen, LSBTTIQ-Gruppen hätten die Passagen über „Sexuelle Vielfalt“ praktisch diktiert. Mehrmals hat die „Frankfurter Allgemeine Zeitung” auf diesen Umstand hingewiesen.
 

FAZ: Bildungsplan entstand auf “Druck von Lobbyisten”

Schon am 14. Januar 2014 hatte die FAZ auf Seite 1 berichtet, der Entwurf zur Durchsetzung der „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ an den Schulen Baden-Württembergs sei auf „Druck von Lobbyisten“ entstanden: „Nach Informationen dieser Zeitung stand das Kultusministerium bei der Abfassung des Arbeitspapiers unter Zeitdruck sowie unter großem Einfluss von Lobbyistenverbänden.“

Diese Vorgehensweise wurde damals von der „Evangelischen Lehrer- und Erziehungsgemeinschaft“ in Württemberg kritisiert: „Zum Thema „sexuelle Vielfalt“ sei nur mit drei Interessengruppen gesprochen worden“, so die FAZ im selben Artikel.

Im Artikel „Von der Vielfalt und der Einfalt“  –   ebenfalls am 14. Januar 2014 erschienen  –  berichtet die FAZ:

„Von Seiten der Kirchen sei deutlich Kritik geäußert worden, man sei dann überrascht gewesen, dass dieser Diskussion auf das am 18. November 2013 verfasste Arbeitspapier keinen Einfluss gehabt habe. Man habe angedeutet, dass der Druck der Lobby-Gruppen, also der Lesben- und Schwulenverbände, ausgesprochen stark sei.“

Heike Schmoll schreibt im Hauptkommentar auf der ersten FAZ-Seite vom 24. Januar 2014, wichtige Stellen des Erziehungsschwerpunktes „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ seien maßgeblich von Lobbygruppen bestimmt worden: „Allerdings zeugt es nicht von allzu großer Klugheit in Stuttgart, nahezu wörtlich die Ziele einschlägiger Interessengruppen in den neuen Entwurf für den Bildungsplan zu übernehmen“.

Winfried Kretschmann darf nicht damit rechnen, das Vertrauen der Bevölkerung wieder zu gewinnen, solange er nicht die Öffentlichkeit darüber aufklärt, wie stark er von den LSBTTIQ-Gruppen abhängig ist. Diese Gruppen nutzen die Schulpolitik für ihre eigenen Lobby-Interessen.

Dem Biologielehrer Kretschmann sollte aber klar sein, dass sich Schulpolitik an den Interessen der Eltern und der Schüler orientieren muss.

Kommentare:

Dantalion hat gesagt…

Sind Kirchen keine Lobbygruppen? Also sieht eine Lobby eine Interessensgefährdung durch eine andere Lobbygruppe? Vielleicht sollten sich beide Gruppen einfach raushalten und wieder Pädagogen ihren Unterricht machen lassen, so als Vorschlag zur Güte.

Beobachter hat gesagt…

Dantalion, Ihre Einlassung ist absolut oberflächlich!

Sie sollten sich endlich bewusst machen, welche Grundhaltung irgendeiner Gruppe gut für die gesellschaftliche Entwicklung ist und welche nicht.

Dazu gehört allerdings, dass man Entwicklungen durch Jahrzehnte im Blick hat, um sich ein gerechtes Bild machen zu können.

Leute wie Sie haben in der Regel nur die Gegenwart im Sinn oder ein verbogenes Bild von den tatsächlichen Zusammenhängen der gesellschaftlichen Entwicklungen. Natürlich kommt es auch darauf an, welche grundsätzlichen Lebenseinstellungen man hat, denn das beeinflusst die subjektive Interpretation ganz massiv.

Denken Sie also bitte erst einmal gründlicher nach, bevor Sie hier im Forum „handeln“.

AR hat gesagt…


Noch ein paar Gedanken zum Thema Lobbygruppen und Pädagogen:

- Letztlich ist es für jede Lobbygruppe legitim, einen Einfluss ausüben zu wollen.

- In der BRD sind viele Menschen in christlichen Kirchen, so dass es allzu verständlich und auch von der Bevölkerung her erwünscht ist, das ihr Verständnis von Gesellschaft und Werten in solche Prozesse eingebracht wird.

- Lobbygruppen wir die der Homos usw. hingegen vertreten eine sehr kleine Minderheit, die selber kaum Kinder hat. Diese zu tolerieren und zu akzeptieren ist längst auch Thema in der Schule. Es geht aber viel zu weit, dass ihr Einfluss dazu führt, unseren Kindern die Gender Ideologien einpflanzen zu wollen. Das hat mit Minderheitenschutz nichts mehr zu tun!

- Auch Pädagogen machen Fehler. Ich erinnere nur an den unsäglichen Unsinn der antiautoritären Erziehung, der Egoisten hervor gebracht hatte. Und auch Pädagogen dürfen nicht an den Eltern der Kinder vorbei diese so beeinflussen, wie es ihrem Stand der Erkenntnis gerade entspricht, der ja auch im stetigen Wandel und ebenfalls nicht unbeeinflusst von Weltbildern ist. Wir sind eine Demokratie und da kann es nicht sein, dass an Eltern vorbei Lehrpläne gemacht werden.

Wir müssen also aufpassen, nicht zunehmend sozialistische Verhältnisse zu bekommen, wo mehr oder weniger der Staat die Kinder erzieht und die Eltern sich raushalten dürfen. Auch die ständige Werbung, dass doch bitte beide Eltern arbeiten und die Kinder in die Kita oder Ganztagsschule schicken sollen, geht letztlich in diese Richtung. Traurig dabei ist, dass diese Öffentlichkeitsarbeit mir vielen Beleidigungen und falschen Behauptungen einhergeht: Wer also gegen den Lehrplan entsprechend der Gender-Ideologien ist, wird schnell als intolerant, ein Nazi, homophob oder sonst wie gebrandmarkt. Das ist Hetze und Meinungsmache und ein großer Unsinn! Wer so vorgeht, zeigt selbst, wie intolerant und krank er in seiner Seele eigentlich ist.

Dantalion hat gesagt…

Sehr geehrter Beobachter, wen ich wie Sie sagen den ganzen Lauf der letzten Jahrzehnte betrachte, komme ich leider immer noch nicht auf das von Ihnen hier vermutlich positiv angedeutete "Weltbild". Im Gegenteil selten gab es eine Institution, die in meinen Augen soviel negatives in sich vereint. Dies mag, sowie Sie sagen an meiner oberflächlichen Betrachtung liegen, jedoch will ich Sie daran erinnern das niemand die Wahrheit für sich gepachtet hat.

Bzw. vielleicht sollten Sie sich einfach einen Geschichtsatlas zur Hand nehmen und einmal darin blättern.

Anmerkung: Die Kirche ist genau wie jede andere Lobbygruppe darin interessiert, möglichst bereits auf die jungen Einfluss zunehmen, sonst wären solche Gemeinschaften egal welcher Art schon lange ausgestorben.

Michael hat gesagt…

Klar das die Kirche sich wieder aufregt, alles was mit Sex zu hat ist ja "schmutzig" und "Böse" und ist nur was für Erwachsene und auch nur dann wenn die verheiratet sind und in Kirche Aktiv. Kinder sollen bloß nichts über Sexualität erfahren,sie schadet ihnen ja nur ! Kinder haben selbstverständlich keine Sexualität und können sich auch noch nicht verlieben,ne is klar ! Die Kirche hängt eben immer noch im Mittelalter fest, ganz besonders die Katholische ! Seltsam bei der Einführung des Aufklärungsuntersicht in 60zigern war das (glaub ich auf jeden Fall) gingen die Kirchen auf die Barrikaden und sahen die Kinder in Gefahr, passiert ist allerdings nichts ! Welche gefahren drohen unseren Kindern in der Schule durch Aufklärung ? Was ist mit den Kids deren Eltern nicht so rückständig sind und keine Probleme mit Aufklärung usw haben ? Warum sollen Kinder nicht verstehen was "Homosexuell" ist ?

Sicher kommt keine Antwort sondern nur wieder die üblichen Floskeln, die Kinder sollen mit SK umprogrammiert werden, man will an ihnen rumspielen bzw sie sollen an sich selber spielen usw !Und das Pädophilen lauern überall "Argument" kommt auch wieder, ist ja schön einfach wenn man keine Sachlichen Fakten hat die man vorbringen kann !Heute ist ja alles ne Gefahr für Kinder,das TV-Programm,Videospiele,Internet,
Zeitschriften wie "Bravo" und vieles mehr !

el_vizz hat gesagt…

@AR: "Lobbygruppen wir die der Homos usw. hingegen vertreten eine sehr kleine Minderheit, die selber kaum Kinder hat"

Und genau hier liegt Ihr Denkfehler. Sie unterschlagen, dass Homosexuelle Eltern haben. Tanten, Onkel, Cousins, Cousinen, Nichten und Neffen. Und plötzlich ist da überhaupt nichts mehr mit Minderheit. Plötzlich ist da eine breite Mehrheit, die Ihresgleichen recht alt aussehen lässt.

In Wahrheit sind Sie in der Minderheit. Und in Wahrheit schüttelt die Mehrheit den Kopf ob der dämlich anmutenden Parolen. In Wahrheit geht nur ein armseliger Haufen auf die Straße, der der Mehrheit diktieren will, was Sache ist.

Old Geezer hat gesagt…

@AR:

"- In der BRD sind viele Menschen in christlichen Kirchen, so dass es allzu verständlich und auch von der Bevölkerung her erwünscht ist, das ihr Verständnis von Gesellschaft und Werten in solche Prozesse eingebracht wird"

Nur sind die meisten lediglich aus gesellschaftlichen Konventionen, beruflichen Gründen, o.ä. reich weltlichen Aspekten in den Vereinen und nur eine Minderheit glauben den Kram - und noch weniger sind so stark im Glauben, daß sie dafür auch die Regeln befolgen würden.

"- Lobbygruppen wir die der Homos usw. hingegen vertreten eine sehr kleine Minderheit, die selber kaum Kinder hat"

Fast...
...nur ist diese "Lobbygruppe" z.B. deutlich größer als die Ihrer fundamentalistischen Glaubensbrüder.
...haben auch die normalen, heterosexuellen Ehepaare nur noch in der Minderheit Kinder.
...ist ein umfassende, aktuelle, und nicht durch weltanschauliche Scheuklappen begrenzte Bildung ein Wert und ein Grundrecht an sich, ungeachtet oder sie Kindern aus gleich- oder unterschiedlich-geschlechtlichen Familien, aus tiefreligiösen oder freidenkerischen Sippen, oder sonst woher stammt.

"- Auch Pädagogen machen Fehler."

Jep, aber weit weniger als Leute, die ihr 'Wissen' aus Überlieferungen aus dem Neolithikum beziehen.
Noch dazu könnten die von einigen hier angeführten "Gegenpädagogen" doch durchaus die sein, die falsch liegen.

"Ich erinnere nur an den unsäglichen Unsinn der antiautoritären Erziehung, der Egoisten hervor gebracht hatte."

Unsinn!
Ich kenn noch Kinder der Zeit der autoritären Erziehung und der Prügelstrafe, und die sind wahrlich nicht weniger egoistisch.
Sie verwechseln hier Egoismus mit als normal empfundenen Lebensstandard.

"Und auch Pädagogen dürfen nicht an den Eltern der Kinder vorbei diese so beeinflussen, "

Aber sicher doch!
Wenn die betreffenden Eltern verantwortungslos, verblödet oder desinteressiert sind, ist es sogar die Pflicht des Staates zur Sicherstellung der Grundrechte des Kindes diese Elter zu übergehen.

Old Geezer hat gesagt…

@el_vizz:

"In Wahrheit geht nur ein armseliger Haufen auf die Straße, der der Mehrheit diktieren will, was Sache ist. "

...noch dazu traut dieser Haufen sich und seiner Moral / Weltsicht nicht zu, gegen ein paar zusätzliche Stunden Aufklärung im Schulunterricht bestehen zu können.

Warum hängt jemand überhaupt einer Religion an, die so offensichtlich nicht überzeugend ist?


AR hat gesagt…


@Michael:
Ihre Übertreibungen sind typisch für die Art und Weise, gegen die Kirche zu hetzen. Keineswegs ist für die Kirche alles schmutzig und böse, was mit Sex zu tun hat. Und der Verweis auf das Mittelalter ist so plump wie immer. Denn es ist kein Naturgesetz, dass alles Moderne automatisch besser ist. Die Atombombe oder die Abtreibung ist ja wohl auch nicht gerade der Hit, obwohl neuzeitlich, oder?
Selbstverständlich hatten die 60er nicht nur positiven Einfluss auf heute! Mit diesen Veränderungen kamen auch entsprechend viele ungewollte Schwangerschaften, Alkohol- und Drogenkonsum, ...
Natürlich gibt es Gefahren für Kinder, aber wer hat hier je behauptet, alles sei eine Gefahr?

@el_vizz:
Ihre Logik ist bemerkenswert: Sie wollen ernsthaft meine Behauptung, dass "Lobbygruppen wie die der Homos usw. nur eine sehr kleine Minderheit vertreten, die selber kaum Kinder hat", damit widerlegen, dass sie andere Verwandte haben? Die Tatsache bleibt fest bestehen, dass diese weitgehend kinderlose Minderheit die von der Gender-Ideologie geprägte "Aufklärung" von Kindern anderer will. Und haben wir nicht alle Verwandte?

@Old Geezer:
Sie haben aus meiner Sicht vieles richtig dargestellt. Folgende Anmerkungen dazu von meiner Seite:

- Ja, die meisten Mitglieder der Kirchen sind nicht im biblischen Sinn gläubig wie die Minderheit bibeltreuer Christen. Ich bekenne mich hier zu der letztgenannten Minderheit. Aber ein Grund, warum so viele nicht aus den Kirchen austreten, ist der, weil die von ihnen vertretenen christlichen Werte als erstrebenswert oder edel gesehen werden - selbst dann, wenn sie vielleicht nicht selber gelebt werden. Was die Gender-Ideologie betrifft, ist meine Erfahrung mit dem "Otto Normalverbraucher", dass der sich wirklich an den Kopf fasst und sagt, das geht zu weit. Also "Toleranz ja, aber bitte versucht nicht unsere Kinder mit diesem Mist zu beeinflussen". Und hier sieht man es gerne, wenn die Kirche was dazu sagt. Die hier angesprochene und von der Kirche vertretene Volksgruppe ist also sehr groß!

- Ich kann die Gender-Ideologie nicht mit Bildung gleichsetzen, die jedem zusteht. Es hat nichts bildungsmäßiges, wenn man etwas als gleichwertig oder erstrebenswert hinstellt, nur weil es das gibt. Das wäre eine sehr platte Ethik und Moral. In einer Demokratie darf nicht über die Werte der Bevölkerung hinweg gebügelt werden.

- Ich hatte auf die Irrwege der antiautoritären Erziehung als mahnendes Bsp. der Pädagogik hingewiesen. Die Pädagogik hat diese Erziehung beerdigt, weil mein Einwand berechtigt ist. ie ist der sog. nichtautoritären Erziehung gewichen. Die übertrieben autoritäre Erziehung dient nicht als Gegenbeispiel, da sie sich nur in die Kette weiterer pädagogischer Irrtümer einreiht, ohne zu widerlegen.

- Der Staat darf natürlich bei krassen Fürsorgefehlern der Eltern handeln, ja klar. Aber was ich ansprach, ist etwas anderes! Pädagogen dürfen nicht an den Wertevorstellungen der Eltern den Kindern einpflanzen, was sie gerade denken. Es geht hier um die Gender-Ideologie und nicht um Gewalt gegen Kinder oder sonst etwas, was mit echten Grundrechten zu erklären wäre. Und hier ist es nicht richtig, so zu tun, als ob die Bevölkerung mit großer Mehrheit für die Ideologien der Regenbogensexualität sei. Ich hätte also nichts gegen eine Volksbefragung. Ich weiß aber zu einem anderen Thema, dass Volksbefragungen durchaus nicht immer erwünscht sind. Da ist es einfacher, Parolen zu verbreiten und zu denunzieren, als mal die typische Volksmeinung über die Medien verbreiten zu lassen.

Michael hat gesagt…

Das beste wäre es das Kirche und Staat endlich wirklich getrennt werden und zwar völlig,das der Religionsunterricht im Grundgesetz verankert ist muss auch geändert werden, eine Mutter die keiner der Religionen angehört und Atheistin ist (großes Lob dafür) hat gegen den Religionsunterrichtzwang geklagt und leider verloren, anstelle von Märchenstunde Religion hätte sie lieber Ethikunterricht ! Religionen und Kirchen sollen sich einfach aus dem echten Leben raus halten, ich kann nur hoffen das die Gruppe der Atheisten in Zukunft noch weiter wächst und wir hier ohne diesen Aberglauben leben können ! Ar,klar hat die Kirche nichts gegen Sex, solange es so abläuft wie sie es sich vorstellt und Kinder sollen von Sex am besten erst ab 18 etwas was erfahren, es ist ja sonst schädlich für sie !Ich sage auch nicht das alles "Moderne" automatisch gut ist, die Probleme mit Alkohol,Drogen und ungewollten Schwangerschaften hat es schon immer gegeben, schon vor den 60zigern ! Gegen ungewollte Schwangerschaften kann nur Aufklärung helfen und das am besten so früh es geht, die Pubertät beginnt heute teilweise mit 11 oder auch in ganz seltenen Fällen früher ! Immer wieder toll ist das Argument das den die Gender Ideologie den Kindern eingepflanzt werden sollen bzw sie umprogrammiert werden sollen,bitte bringt konkrete Beweise dafür !
"Irrwege der antiautoritären Erziehung" was soll das nu wieder heißen ? Wieder Einführung der Prügelstrafe, so wie es in der Bibel steht ! Auch ohne Christliche Werte bzw Kirchliche kann man Kinder gut Erziehen, meine Kinder und viele andere aus unserem Freundeskreis sind das beste Beispiel,sie kennen ihre Grenzen (klar testen auch sie wie alle Kinder wie weit sie gehen können,das gehört aber dazu ) und haben keine Probleme Minderheiten oder Sexualität, meine Tochter ist gerade 8 und hat einen Freund (klar ist das noch nichts wirklich ernstes)und hat keine Probleme damit, in den Augen solcher wie die Betreiber dieser Seite oder Seite wie Klagemauer.tv ist das gleich Frühsexualisierung !

Old Geezer hat gesagt…

@AR:

" Denn es ist kein Naturgesetz, dass alles Moderne automatisch besser ist"

Da haben Sie völlig recht - es gibt einiges, was an der Moderne 'schlecht' ist.
Aber: soziale Regelungen aus einer Gesellschaft A in eine grundsätzlich andere B 1:1 zu übernehmen ist ein sicheres Rezept für ein Desaster!
Und hier sollen Regelungen eines nomadisierenden Wüstenstammes, bzw. einer Stammesgesellschaft zu Anbeginn der Seßhaftwerdung im vorderen Orient, gerade mal in der Eisenzeit angekommen, mit überschaubaren Gruppenstärken, hoher Sterblichkeit, Familie als einziger Absicherung, geringer Lebenserwartung, knappen Ressourcen, ständigen militärischen Konflikten, etc. in eine moderne, globalisierte Industrie- und Informationsgesellschaft in gemäßigten Klima, vernachlässigbarer Kindersterblichkeit, langen Friedenszeiten, Empfängniskontrolle, privatwirtschaftlichen und staatlichen Absicherungen, ständiger auch übernationaler Mobilität, internationaler Partnerwahl, sozialen Verbänden in Millionenstärke, usw. importiert werden.
Daß das sinnfrei ist, sollte doch offensichtlich sein.

"dass diese weitgehend kinderlose Minderheit die von der Gender-Ideologie geprägte "Aufklärung" von Kindern anderer will."

eine Anwendung der Schlüsse aus der Gendertheorie fordern ja nicht nur homosexuelle, sondern auch viele andere Gruppen.
Man muß nicht selbst homosexuell sein, um sich für sein Kind zu wünschen, daß es in seinem Leben glücklich werden kann / den Traumberuf ergreifen kann / in einer selbstgewählte Partnerschaft ohne Diskriminierung leben kann, auch wenn es nicht dem tradierten Normbild des "Mannes mit Bart als stolzem Jäger" oder dem "femininen Heimchen am Hernd mit Kindern im Arm und an der Schürze" entspricht.

"Aber ein Grund, warum so viele nicht aus den Kirchen austreten, ist der, weil die von ihnen vertretenen christlichen Werte als erstrebenswert oder edel gesehen werden"

Da ist etwas dran, siehe z.B. das "Sunady Assembly" oder die Austritt nach aufgedeckten Mißbrauchsskandalen.
Auch wenn diese Leute nicht wirklich tiefgläubig sind oder schriftentreu leben, so bedarf es doch einer 'gleichwertigen' Alternative bzw. eines echte Stein des Anstoßes um sich zu trennen.
Allerdings tut dieses dem Argument IMHO doch keinen Abbruch:
wenn diese Leute diese Details einer Interpretationen der heiligen Schrift nicht teilen, warum sollten sie dann Anstoß daran nehmen, wenn von diesen Positionen abweichendes in Schulen thematisiert wird?
So wie auch die Lebensschutzdemos immer nur kläglich besetzt sind (im Vergleich zur Gesamtzahl der gemeldeten Christen), weil auch da ein großer Teil keinen unmittelbaren Anstoß dran nimmt.

"Toleranz ja, aber bitte versucht nicht unsere Kinder mit diesem Mist zu beeinflussen".

Da hier keine Beeinflussung stattfindet (mal von der staatsbürgerlichen Ermahnung: "Diskriminierung ist verboten und kann justiziabel sein!" abgesehen, beschreiben Sie hier genau den "Otto Normalverbraucher", der sich in einer Fußgängerzone durch Ammenmärchen und Strohmannargumente zu einer Unterschrift unter eine Petition überreden läßt, aber bevor er selbst auf die Straße geht, doch noch mal nachdenkt und dann zuhause bleibt.

" Es hat nichts bildungsmäßiges, wenn man etwas als gleichwertig oder erstrebenswert hinstellt, nur weil es das gibt."

Selbsr Fall: wo wird hier etwas als 'erstrebenswert' dargestellt, wenn seine faktische Existenz eingeräumt wird, und dargelegt wird, wie man auch so glücklich werden kann und welche allgemeinen Bedürfnisse unter diesen Bedingungen wie realisierbar sind?

"antiautoritäre Erziehung":
Hier geben ich Ihnen Recht - ich hatte Ihre Kritik auf die Nicht-Autoritäre Erziehung mitbezogen und Ihnen dabei schlicht unterstellt, (wie andere aus fundamentalistischen Kreisen) einer autoritäre Erziehung inkl. unbedingter Gehorsamsforderung und Prügelstrafen (nach biblischem Vorbild) das Wort zu reden; mein Fehler.

Old Geezer hat gesagt…

@AR:


Wo genau werden denn hier den Kinder "Wertvorstellungen" eingepflanzt?
Es wird Ihnen beigebracht, daß sie keinen höheren Wert und keine weiteren allgemeinen Rechte haben als ihre Mitmenschen, nur weil sie auf das andere Geschlecht stehen, heiraten wollen und mindesten 2 Kinder einplanen.
Aber das ist richtig und notwendig!
Ebenso wie man vielen Kindern erklären muß, daß die tüddelige Oma, der Rollstuhlfahrer, der Obdachlose und der Afroamerikaner nicht weniger Recht haben als sie selber.


"Da ist es einfacher, Parolen zu verbreiten und zu denunzieren, als mal die typische Volksmeinung über die Medien verbreiten zu lassen."

Entschuldigen Sie, aber ich beschuldige hier ganz klar Ihre Fraktion, in der Öffentlichkeit irrationale Ängste durch Fabulieren von Indoktrination und Assoziieren von Gender-Theorie mit Pädophilie und anderen Methoden zu wecken um daraus eine Gegenbewegung zu rekrutieren.

Aber ich halte auch ganz allgemein nicht viel von Volksbefragungen, schon gar nicht bei emotionalen Themen und einer einigermaßen hohen Komplexität.
Würde wir uns auf solche Methoden verlassen, würde in den USA vermutlich noch das geozentrische Weltbild in den Schulen gelehrt und bei uns wäre Folter und Todesstrafe in der Justiz gang und gäbe.

Ulrich hat gesagt…

Liebenswerter Od Geezer!

Erzählen Sie doch keine Märchen!
Die Ängste unter besorgten Eltern verbreitet die homo- und bisexuelle Fraktion linker Chaoten, die lauthals den Demonstranten in Stuttgart zugebrüllt haben: "Eure Kinder werden so wie wir!" Wenn das nicht ein eindeutiger Hinweis auf die von Grün-Rot geplante Indoktrination ist! Und für die Verbindung zwischen dem Gender-Schwachsinn und Pädophilie sorgen schon Leute aus Ihren Reihen, wenn Sie einmal die Beiträge in diesem Forum hier genau verfolgen! Nichts für ungut!

Ulrich hat gesagt…

Liebenswerter Michael!

Sie haben vollkommen Recht! Es ist höchste Zeit, dass im Breich der Bildung Staat und Kirche getrennte Wege gehen! Aber bitte dann mit allen Folgen, die sich daraus ergeben! Keine Mogelpackung, wie wir sie jetzt haben! Bei der von Ihnen geforderten Trennung ist dann nämlich Schluss mit dem staatlichen Bildungsmonopol, was ich als überzeugter Christ ganz toll finde! Endlich kann dann die Kirche selbst darüber entscheiden, wann und wo sie Schulen gründet, wen sie als Lehrer einstellt und als Schüler aufnimmt, welche Lehrpläne sie erstellt und wie sie ihr eigenes Arbeits- und Schulrecht gestaltet! Da bin ich als überzeugter Christ sofort dabei! Nur werden die sogenannten Freidenker mit ihrer Zwangsneurose das nicht zulassen (wollen oder können), denn die haben sich seit der Säkularisation schon allzu sehr an den Zwang, den sie über die Kirche ausüben, gewöhnt! Und Sie, Michael, können auch Sie der Kirche vollkommene Freiheit zugestehen? Nichts für ungut!

P.S.: Ich habe übrigens auch nichts gegen die Abschaffung der von Protestanten eingeführten Kirchensteuer! Die Kirchensteuer gehört weg und durch eine Kultursteuer ersetzt, bei der jeder Steuerzahler selbst entscheiden kann, welcher Einrichtung oder Vereinigung er diese Steuer zukommen lassen will!

Old Geezer hat gesagt…

@Ulrich:

Moment, Sie wollen uns hier ernsthaft verkaufen, daß die Agitatoren bzw. die schon mit deren Märchen, Lügen und Strohmännern zur Demonstration gelockten Bürger, durch zugegebenermaßen unpassende, falsche und provozierenden Zurufe 'manipuliert' werden sollen?
Und wollen dieses der Manipulation von unvorbereiteten Passanten z.B. zum Leisten einer Unterschrift unter eine Petition gleichstellen?

Ich weiß nicht, worum es bei Ihnen schlechter gestellt ist, Ihre Treue zum 9. Gebot (nach Dekalog) oder Ihre Wahrnehmung der Realität....

...ich weiß auch nicht wen Sie zu 'Ihren Reihen' zählen, aber die zwei Kandidaten, von denen einer auch noch wohl Fake ist, und von deren wahrer Parteinahme Sie eigentlich nichts wissen können, sollten Sie nicht überbewerten; vorallem nicht gegen über den zahlreicheren hier, die den Zusammenhang zwischen Homosexualität, Pädophilie und Grünen ohne jeden Beweis einfach so glauben.