Mittwoch, 19. März 2014

Tumblr: Heftige Kritik nach Teenager-Selbstmord/15-Jährige postete Fotos, die zeigten, wie sie sich selbst verletzt

(Pressetext/ pte015) - Der Blogging-Dienst Tumblr http://tumblr.com muss sich in Großbritannien heftige Kritik von Jugendschützern und Behörden gefallen lassen. Hintergrund ist ein kürzlich publik gewordener tragischer Todesfall eines 15-jährigen Mädchens, der die Diskussion um Jugendschutz- und Verantwortlichkeitsfragen im Zusammenhang mit derartigen Online-Portalen neu entflammt hat.

Von Usern ermutigt

Der Teenager hatte zuvor immer wieder Fotos von sich auf der Seite veröffentlicht, die zeigten, wie sie sich selbst verletzt. Nachdem niemand eingeschritten war und andere User sie sogar noch dazu aufgefordert hatten, sich weiteren Schaden zuzufügen, nahm sie sich schließlich das Leben.

"Meine Tochter war in einer extrem gefährlichen digitalen Welt gefangen", zitiert BBC News Sarah Wilson, die Mutter der verstorbenen 15-Jährigen. Diese habe vor ihrem selbst gewählten Freitod eine ganze Reihe von Bildern auf Tumblr gepostet, die sie etwa mit Schnittwunden zeigten, die sie sich selbst zugefügt hatte.
"Auch andere Mädchen haben dort von sich ähnliche Fotos hineingestellt und sogar noch die Verletzungen, die sie sich selbst zugefügt haben, miteinander verglichen", kritisiert Wilson, die nun sowohl Politik als auch Seitenbetreiber dazu auffordert, strengere Richtlinien für die Content-Kontrolle in sozialen Netzwerken zu implementieren.

Leider keine Einzelfälle

Dass der Selbstmord von Tallulah Wilson, so der Name des jüngsten Opfers, tatsächlich kein Einzelfall zu sein scheint, zeigen auch die Schilderungen anderer Tumblr-User, die die Plattform mittlerweile verlassen haben. So wird etwa eine 20-jährige Studentin der Nottingham University zitiert, die den Blogging-Dienst lange Zeit anonym nutzte, um sich und ihren Drang zur Selbstverstümmelung im Schoße der Internet-Community auszuleben.
"Die Leute haben einen geradezu dazu ermutigt, sich weiter zu verletzen", schildert sie die Problematik. Einige hätten zudem auch angekündigt, sich selbst etwas antun zu wollen. "Ich habe viele Menschen kennengelernt, die dort Ähnliches auf ihren Bildern präsentiert haben", stellt die ehemalige Seitennutzerin klar, die nach einer Überdosis nur knapp mit dem Leben davonkam.

Meinungsfreiheit versus Kontrolle

"Tumblr ist stark darum bemüht, die Freiheit der Meinungsäußerung seiner User zu schützen", heißt es in einer Reaktion des Konzerns. Wenn es darum ginge, schadhaften Content zu identifizieren, werde allerdings eine klare Grenze gezogen. "Es gibt einige Kategorien von Beiträgen, die wir als schädlich ansehen, dazu gehören auch Blogs, die Selbstverstümmelungen zur Schau stellen und befürworten", betont das Unternehmen. Nutzer könnten derartiges Material jederzeit dem Seitenbetreiber melden, um es entfernen zu lassen.
Aus der Sicht von Jugendschützern und Behörden ist das als Schutzmaßnahme aber nicht ausreichend. Diese fordern nun, dass böswillige Inhalte schon kontrolliert und notfalls auch entfernt werden, bevor sie im Web zu sehen sind und dort womöglich weiteren Schaden anrichten können. Dass gerade soziale Online-Plattformen in puncto Jugendschutz eine besondere Verantwortung wahrnehmen müssen, haben bereits mehrere ähnliche Fälle auf Facebook in tragischer Weise vor Auge geführt. Dort sind die entsprechenden Richtlinien aber inzwischen nachgebessert worden

Kommentare:

el_vizz hat gesagt…

Immer schön den Ball flachhalten. Hier wird auch gerne gehetzt, und als Jugendlicher hätte ich mir die Flinte ins Maul gesteckt.

Es passt überhaupt nicht zusammen, Missstände anzuklagen, und selbst für Missstände verantwortlich zu sein.

Dantalion hat gesagt…

Es ist immer wieder interessant zusehen welche Art von Forderungen gerade unter dem Denkmantel des angeblichen "Jugendschutzes" so ganz populistisch erhoben werden. Das normale "Melden" und die anschließende Kontrolle/Löschung reicht für gewöhnlich völlig aus. Jedem sollte klar sein das alleine die Größe solcher Plattformen, es unmöglich macht, alle Inhalte vorher zu kontrollieren. Bisher scheinen die Richter das auch nicht anders zusehen.

Grandloser hat gesagt…

Verhalten welches in der Regel ein Hilfeschrei darstellt, na wo war Sie den? Jetzt Tumblr die alleinige Schuld zu gegebn ist das typische Ablenken, den beide tragen Schuld aber die Eltern die Hauptschuld, weil Sie für ihre Kinder verantwortlich sind. Hier zeigt sich wieder das viele Eltern gar nicht wissen was man alles im Internet treiben kann, und was die Gefahren und Vorteile sind. Eine weitere Überwachung des Internets wie in Großbrittanien ist übrigen technisch wie gesellschaftlich Quatsch. Denn der großartige Pornofilter von Cameron hat unter anderen böse Seiten von politschen Gegnern, Hilfsseiten für Vergwaltigte, Aufklärungseiten und am besten Bürgerechtseiten gesperrt, ergo er funktioniert einfach nicht und ist nur eine gängeleung von Konservativen die einer Welt nachtrauern die es so nie gegeben hat.

666 hat gesagt…

Ich kann Grandloser nur zustimmen, kümmert euch endlich wieder mehr um die Kinder/Jugendlichen ! Ich arbeite mit Kindern und merke immer öfter das schon die Kleinsten immer mehr Probleme haben aber kaum einen der ihnen zuhört und sie ernst nimmt.