Mittwoch, 9. Oktober 2013

Wissenschaftliche Studie: Gläubige junge Männer sind weniger anfällig für Drogen als Atheisten

Unter jungen Schweizer Männern, die sich als gottgläubig bezeichnen, gibt es weniger Raucher, Kiffer und Ecstasy-Konsumenten als unter Gleichaltrigen, die sich als Atheisten betrachten. Der Glaube ist ein Faktor, der vor Suchtverhalten schützt.

Zu diesem Schluß gelangt eine vom wissenschaftlichen “Schweizerischen Nationalfonds” unterstützte Studie.  -  Wir dokumentieren hier den Wortlaut der öffentlichen Erklärung:

Marx widerlegt: Religion ist das Gegenteil von “Opium”

Karl Marx hat die Religion als “Opium des Volkes” bezeichnet. Dabei scheint sie Leute vom Suchtmittelkonsum abzuhalten, wie neue Umfrageresultate nahelegen.

Forschende um Gerhard Gmel vom Universitätsspital Lausanne zeigen in der Fachzeitschrift “Substance use & misuse” (*), dass es unter religiösen jungen Männern weniger Personen gibt, die zu Suchtmitteln greifen, als unter agnostischen und atheistischen Gleichaltrigen in der Schweiz. 

Gmel und seine Kollegenschaft haben für ihre Studie zum Suchtmittelkonsum in der Schweiz knapp zwanzigjährige Männer befragt, die zwischen August 2010 und November 2011 zur Aushebung an die Armee-Rekrutierungszentren in Lausanne, Windisch und Mels aufgeboten wurden. Die Fragebögen von 5387 jungen Männern haben die Forschenden nun ausgewertet.
Aufgrund der Antworten bildeten sie fünf Gruppen:

Die “Religiösen” glauben an Gott und besuchen den Gottesdienst, die “Spirituellen” glauben an eine höhere Macht, praktizieren aber keine Religion, die “Unsicheren” wissen nicht, was sie von Gott halten sollen, die “Agnostischen” gehen davon aus, dass niemand wissen kann, ob es einen Gott gibt oder nicht, und die “Atheisten” glauben nicht an Gott.

Für diese Gruppen haben die Forschenden einen unterschiedlichen Umgang mit Suchtmitteln ausgewiesen:

Unter den 543 religiösen jungen Männern rauchen dreissig Prozent täglich Zigaretten, 20 Prozent kiffen mehr als einmal pro Woche, und weniger als ein Prozent hat im letzten Jahr Ecstasy oder Kokain konsumiert. Unter den 1650 atheistischen jungen Männern rauchen hingegen 51 Prozent täglich, 36 Prozent kiffen mehr als einmal in der Woche und sechs beziehungsweise fünf Prozent haben im letzten Jahr Ecstasy oder Kokain zu sich genommen.
Die drei zwischen den Extrempositionen stehenden Gruppen liegen nicht nur mit ihren religiösen Anschauungen, sondern auch mit ihrem Suchtmittelkonsum in der Mitte.

Schützender Einfluß des Glaubens

Für Gmel zeigen diese Zahlen, dass es sich bei der Erforschung des Suchtverhaltens lohnt, nicht nur Risiko-, sondern auch Schutzfaktoren zu bestimmen. Wie die Zahlen seiner Studie belegen, gehört der Glaube zu den schützenden Einflüssen vor dem Suchtmittelkonsum.
Ob die Unterschiede zwischen den Gruppen mit moralischen Vorstellungen der Betreffenden oder der sozialen Kontrolle des Umfelds zu tun haben, bleibt offen.

Die in der Schweiz lebenden Jugendlichen und jungen Erwachsenen konsumieren im europäischen Vergleich überdurchschnittlich häufig Suchtmittel. Die Kohortenstudie C-Surf (Cohort Study on Substance Use Risk Factors) forscht nach den Gründen und Präventionsmöglichkeiten.

Finanziert vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF), untersucht C-Surf unter der Leitung des waadtländischen Universitätsspitals (CHUV) und des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Zürich (ISPM) junge Männer während eines Zeitraums von mindestens zehn Jahren.

(*) Gerhard Gmel, Meichun Mohler-Kuo, Petra Dermota, Jacques Gaume, Nicolas Bertholet, Jean-Bernard Daeppen and Joseph Studer (2013). Religion Is Good, Belief Is Better: Religion, Religiosity, and Substance Use Among Young Swiss Men. Substance Use & Misuse online. doi: 10.3109/10826084.2013.799017


Quelle dieser Meldung: http://www.snf.ch/d/medien/medienmitteilungen/seiten/2013.aspx?NEWSID=2045&WEBID=705D0BF9-BC95-43E6-BF65-F8B316A4D74E

Kommentare:

Klaus Petermann hat gesagt…

Frage;
Wie verhält sich der Zusammenhang von der qualmenden zur gekauten oder zur nassen Droge?
"Schützender Einfluß des Glaubens"
ist eine getroffenen Feststellungen, keine treffende.
Wenn dann noch der Jubelruf
"Marx widerlegt"
erschallt, ist das Gebiet Ernsthaft verlassen.
Da bekommt Glauben ein ganz anderen Stellenwert.
(Glauben Sie mir: Meine Frau wollte mir die Flasche aus der Hand köpfen!)
Macht diesen Schreibereien ein Ende und euch nicht unbedingt noch mehr lachhafter.
Das haben ehrlich und wahrhaftig Gläubige nicht verdient.
Glauben: Ja.
Doch was mir da an Seelenverwandten angeboten wird, muss ich nicht einbeziehen. Es ertragen müssen ist schon schwer genug.
Hvi.

Anonym hat gesagt…

Zu diesem Thema habe ich zwar keine Studie zur Hand, aber Erfahrungen, die zum weiteren Nachdenken anregen sollten.

In einigen der Gruppierungen, die gebetsmühlenartig als Sekten in den Schmutz gezogen werden, ist die Raucher- und Drogenquote fast bei Null.

Die Erklärung ist einfach. Wer sich gerne von Gott leiten lässt, ist den Begierden der Welt nicht mehr so leicht erlegen. Ich gehöre solch einer Gruppierung (OCG)an und fühle mich wunderbar.

Old Geezer hat gesagt…

Logisch - gläubige Menschen haben ja bereits ihre Droge und ihre Realitätsflucht gefunden, sie sind also nicht mehr auf chemische oder andere Hilfsmittel angewiesen.

Anonym hat gesagt…

Old Geezer

Sie sind aber hart drauf!

Dantalion hat gesagt…

So schlimm würd ich es nicht ausdrücken. ;) Tatsächlich gibt es auch genügend Studien die belegen das religiöse Ekstase mit der Wirkung von Drogen vieles gemein hat, zb. das Hochgefühl usw.

Ach Anonym meinen Glückwunsch. :) Aber noch eine Randbemerkung, folgt man der Definition von Wikipedia nur als Beispiel so sind "leider" die meisten nur Sekten sowie alle "Glaubensgemeinschaften" die Art der gesellschaftlichen ist von Zeit zu Zeit gesehen nur eine andere.

Anonym hat gesagt…

Dann lieber in einer Sekte frei, als in Süchten und Trieben gefangen zu sein.

Anonym hat gesagt…

@ Dantalion
Sie machen Ihrem Namen alle Ehre: ein Dämon, der von Zeit zu Zeit die Wahrheit verdreht ...

@ Old Geezer
Mal wieder so ein unüberlegtes Gebabbel in den Tag hinein - ausgelöst wahrscheinlich durch die Droge des permanenten Widerspruchs-Geistes ...
Ihre Einlassung ist löchrig: Gerade gläubige Menschen können sich in der Realität des Alltags gut zurechtfinden und in einer Weise verhalten, die den Mitmenschen zugute kommt. Von wegen Realitätsflucht!

Old Geezer hat gesagt…

@Anonym:

Ist Ihnen noch nie aufgefallen, daß Menschen im selben Kontext 'zum Glauben finden' wie sie "dem Suff verfallen", nämlich Erziehung, Soziales Umfeld und traumatische Erfahrungen?


Old Geezer hat gesagt…

@Anonym:

Wie wäre es mit einem Kompromiss?

Man sucht sich eine Sekte aus, die die eigenen Süchte und Triebe als religiöse Praktiken und Leistungen definiert.

Die Auswahl in der Branche ist ja reichhaltig...

Anonym hat gesagt…

"Old Geezer hat gesagt...
@Anonym: Wie wäre es mit einem Kompromiss?"

Ich empfinde Sie als hochgradig bösartig mit einem Hang zur Besessenheit. Bleiben Sie ruhig in Ihrer Welt bei Günter Jauch, einem kühlen Bier und einer Zigarette.

Bei Ihnen kann es nur noch aufwärts gehen, da in der anderen Richtung schon die Grenze erreicht ist.

Old Geezer hat gesagt…

@Anonym:

"Gerade gläubige Menschen können sich in der Realität des Alltags gut zurechtfinden und in einer Weise verhalten, die den Mitmenschen zugute kommt."

Nein, nicht "gerade gläubige" sondern "viele Gläubige trotzdem".
Allerdings oft gegen die biblischen Anweisungen.
Andere Gläubige verlassen sich auf ihr esoterisches Umfeld und verweigern sich selber oder ihren Kindern medizinische Versorgung; sie verweigern ihren Kindern Bildung um nicht in ihren Grundsätzen in Frage gestellt zu werden, sie arbeiten sich für Gotteslohn zugunsten ihrer Kirche zu Tode, etc.

Sie sind sind beim Term 'Glauben' zu sehr auf unser Wischi-Waschi -Mainstream-Christentum fixiert; das nur eine Wohlfühl-Theologie für Feiertage und Krisenzeiten anbietet und blenden all die fundamentalistischen und extremistischen Fraktionen von Christentum und anderen Religionen aus.

Old Geezer hat gesagt…

@Anonym:

"Ich empfinde Sie als hochgradig bösartig mit einem Hang zur Besessenheit."

Oh, ad hominem ist ihre erste und einzige Reaktion?
fällt Ihnen tatsächlich kein relevanter Unterschied zwischen Religion und z.B. Alkoholismus oder Sexsucht ein, den Sie hier als Argument anbringen könnten?
Kommen Sie schon, das kann doch nicht so schwer sein, da fiel mir ja etwas ein.