Montag, 21. Januar 2013

Neue Studie über Mediennutzung/ Deutschen verbringen immer mehr Zeit vor dem Fernseher

Das erschreckende Ergebnis aus dem aktuellen „Navigator Mediennutzung 2012“ von Seven One Media zeigt, dass die Deutschen immer mehr Zeit vor dem Fernseher verbringen.

Dies ist eine der größten Studien, die jährlich alle Arten von Massenkommunikation untersucht.

Bei den 14- bis 49-Jährigen beträgt die tägliche Nutzung der Medien fast zehn Stunden pro Tag.

Dies sind 16 Prozent mehr als vor zehn Jahren und belegt damit Platz eins. An zweiter Stelle rangiere der Hörfunk mit 149 Minuten. Das Internet hole mit 107 Minuten immer mehr auf. Im Jahr 2002 habe die tägliche Nutzung erst bei 30 Minuten gelegen. Dagegen nehme das Interesse an gedruckten Medien ab. Zeitungen würden nur noch 19 Minuten täglich gelesen, was einen Rückgang um 20 Prozent gegenüber 2002 bedeute, und die Beschäftigung mit Zeitschriften sei von 17 auf täglich acht Minuten gesunken.

Erstmals ermittelte Seven-One Media auch die Gewohnheiten der über 50-Jährigen. Sie schauten täglich mehr als fünf Stunden fern, genau 328 Minuten. Im Internet hielten sie sich dagegen nur 30 Minuten auf.

Auch Videospiele legen deutlich zu. Auf sie entfallen mittlerweile 29 Minuten – doppelt so viele wie 2002.
Quelle: Horizont vom 10.Januar 2013

Resultat und weitere Meinungen: „Allein aus dem Fernsehen erhält man keine Bildung“

Das christliche Magazin „factum“ analysiert diesen Medienkonsum als bedenklich. 

Redaktionsleiter Thomas Lachenmaier sagt dazu: „Das Fernsehen informiert nicht, sondern macht Zuschauer häufig zu Opfern zu politisch und kommerziell motivierter Meinungsmache.“
Fernsehzuschauer meinten zwar, gut Bescheid zu wissen, doch wenn man sie zu aktuellen Themen befrage, bekomme man kaum Fakten – aber jede Menge Gefühle der Empörung, der Sympathie und der Antipathie. „Wir leben in einer Gesellschaft, in der – überspitzt formuliert – jeder zu allem eine Meinung hat und starke Gefühle für oder gegen etwas hegt – aber keiner mehr Bescheid weiss“, so Lachenmaier.

Der Direktor einer Uniklinik in Ulm, Professor Manfred Spitzer sieht sogar einen Zusammenhang zwischen Bildungsniveau und Fernsehen. Er meint, dass der gestiegene Fernsehkonsum die wirtschaftliche Zukunft bedroht, weil die Menschen immer weniger Wissen zur Bewältigung des Alltags und der beruflichen Anforderungen hätten.


Kommentare:

Thomas hat gesagt…

Ich halte die Studie für groben Unsinn. Die Beschäftigungsquote der inkriminierten Untersuchten liegt jenseits von 70 Prozent. Woher sollte die Zeit kommen, sich nebenher noch 10 Stunden am Fernseher aufzuhalten? Zumal die Zahl nur ein statistischer Durchschnittswert sein kann. Die Gaußsche Glockenkurve, die diesen 'Ergebnissen' zugrunde liegt, möchte ich sehen. Vermutlich käme ich aus dem Lachen nicht mehr heraus.

Vollkommen unglaubhaft.

Anonym hat gesagt…

Zu viel Fernsehen vernachlässigt auch das Familienleben.Es finden doch kaum noch Gespräche und Aktivitäten der Familien statt.Und was wird zum Teil für ein Mist im Fernsehen gezeigt?Warum sind die Kinder morgens in der Schule immer müde und können sich kaum konzentrieren? Weil sie Stunden vor der Glotze und vor dem Computer sitzen. Wissen die Eltern auch wie gefährlich die Strahlen sind und die Gesundheit beeinträchtigen?

Old Geezer hat gesagt…

Huh?

"Bei den 14- bis 49-Jährigen beträgt die tägliche Nutzung der Medien fast zehn Stunden pro Tag.
Dies sind 16 Prozent mehr als vor zehn Jahren und belegt damit Platz eins. An zweiter Stelle rangiere der Hörfunk mit 149 Minuten"


Welche 'Medien' sind mit 10 Stunde auf Platz Eins vor den 2 Stunden Hörfunk?
'Alle zusammen' oder 'TV'?
Ersteres könnte realistisch sien, zweiteres eher lächerlich, denn dann kommen die ersten drei Plätze bereits auf rund 14h, und das wird doch klangsam knapp mit den nur 24h, die ein Tag so hat, und der Idee, daß es ein Mittelwert sein soll, und verschiedene Tätigkeiten, die eine parallele Mediennutzung eigentlich ausschließen.

Wenn man also bei Erwachsenen die gesammte Zeit aufaddiert, in denen Sie irgendetwas lesen, im Netz arbeiten / recherchieren oder am Computer / der Konsole spielen und / oder nebenbei eine Fernseher oder ein Radio läuft und diese teilweise parallele Mediennutzung als sequentiell interpretiert, kommt man auf fast 10h?
durchaus möglich.
Aber bedenklich?
Nein, warum?
So wie man früher neben der Arbeit sang, läuft heute das Radio bzw. ein TV-Empfänger.

Mich wundern vielmehr die nur 29 Minuten Videospiele; ...vermutlich wurde der PC seperat als 'Internet' (auch wenn offline gezockt wurde) gerechnet und nur explizite Konsolen (obgleich die heute ja auch oft mit dem Internet verbunden sind) als 'Videospiel'.

"Der Direktor einer Uniklinik in Ulm, Professor Manfred Spitzer sieht sogar einen Zusammenhang zwischen Bildungsniveau und Fernsehen."

Professor Spitzer ist berühmt-berüchtigt für seine sprunghaften und in der Regel mangelhaft in den Daten fundierten Schlußfolgerungen.
Den sollte man nicht so ernst nehmen.

Old Geezer hat gesagt…

@Anonym:

Also gerade über Fernsehen, Nachrichten und Shows kann man sich doch hervorragen unterhalten?

Was hat das mit dem Schlaf zu tun?
Wir haben mit der Taschenlampe unter der Bettdecke gelesen, und sind später direkt von der Party in die Schule gegangen - gehört zum jung sein dazu und schadet den meisten nicht.
Das Medienangebot ist heute in der Regel (seit Videorekorder, downloadbaren Folgen oder Streaming Service) eh asynchron verfügbar, d.h. Junior könnte sich den Kram auch Nachmittags ansehen, wenn ihn seine Eltern nicht zu irgendwelchen Veranstltungen jagen würden.
Und das Müdigkeitsproblem wäre auch keines, hätte man nicht den Schulbeginn auf Zeiten gelegt, wo der Biorythmus von 50% der Kindern noch auf Tiefschlaf programmiert ist.

Strahlen???
Realitätscheck: es hat kaum noch wer CRT-Bildschirme, und weder TFT noch LED noch Plasma 'strahlt' in nenneswertem Maße.