Dienstag, 29. Januar 2013

Frankreich und England: Katholische Kirche mobilisiert gegen Homo-Ehe

(Radio Vatikan) In England und Frankreich rücken die Entscheidungen über eine Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe näher. Die Bischöfe der beiden Länder argumentieren dagegen und hoffen, die Gesetzesvorhaben noch abwenden zu können. In England soll voraussichtlich am 5. Februar im Parlament die erste Lesung und Abstimmung zu dem Gesetz zur same-sex-marriage erfolgen, in Frankreich ist es schon an diesem Dienstag soweit: Dann beginnt in der Assemblée Nationale die Debatte über die mariage pour tous.

Kardinal Philippe Barbarin von Lyon hat vor einer Woche in Paris an der Straßendemonstration gegen die gleichgeschlechtliche Ehe teilgenommen. Er wies jetzt gegenüber Radio Vatikan darauf hin, dass die katholische Ehe mit ihrem Engagement gegen Präsident Hollandes Ehe-Wahlversprechen keineswegs allein stehe.

„Natürlich inspirieren wir uns an dem, was uns das Evangelium und die Heiligen Schriften sagen – aber wir denken doch ähnlich wie viele andere in dieser Angelegenheit - wie die Muslime, die Juden und wie viele, die sich zu keiner Religion bekennen. Bei einem regulären Gesetzesvorhaben müssten erst einmal all diese Stimmen angehört werden! Man konsultiert Psychoanalysten, Psychologen, Erzieher, Juristen… Und dann erst kommt das Handeln“. Ich selbst bin Mitte Oktober angehört worden und Kardinal André Vingt-Trois (von Paris) Ende November. Wir hatten aber das Gefühl, man wollte unsere Stimme nicht hören. Also gingen wir auf die Straße! Die Demonstration war ein großes Ereignis, mit dem wir gewissermaßen gesagt haben „Bitte, hört uns an!“

Auch bei den Straßenprotesten gegen die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe hätten sehr verschiedene Menschen und Gruppen demonstriert - das sei hingegen bei den Befürwortern des geplanten Gesetzes nicht der Fall, so Barbarin. Dort seien die einen für die gleichgeschlechtliche Ehe, aber gegen ein Adoptionsrecht, andere wiederum seien für beides, und wieder andere forderten auch das Recht auf künstliche Befruchtung.

Der Erzbischof sieht große Lücken im Gesetzentwurf

Trotz aller Demos steht Frankreich aber schon kurz vor dem ersten Votum zum geplanten Gesetz. Auch in England geht es bei einem vergleichbaren Gesetzesvorhaben des Konservativen David Cameron voran: An diesem Freitag veröffentlichte die Regierung einen ersten Gesetzesentwurf. Erzbischof Peter David Smith, der Vorsitzende der Bischofskommission für christliche Verantwortung und soziale Einrichtungen der Bischofskonferenz von England und Wales, sagte dazu im Gespräch mit Radio Vatikan:

“Es gibt sehr große Lücken in diesem Gesetzesentwurf. Ich habe ihn jetzt noch nicht im Detail gelesen, denn er wurde ja erst am Freitag öffentlich, aber wir haben einige Rechtsexperten, die sich das ganz genau ansehen. Es ergibt sich zum Beispiel die Frage, wie das mit Lehrern an katholischen Schulen ist. Wird es uns verboten werden, zu unterrichten? Erst kürzlich verlor ein Mann in England seinen Job, weil er sich auf seinem privaten Blog gegen die gleichgeschlechtliche Ehe geäußert hatte. Das ist ein Angriff auf die freie Rede- und Meinungsäußerung. Was wird passieren, wenn katholische Lehrer an katholischen Schulen sagen: ‚Die Ehe ist die Einheit von Mann und Frau’, ohne den Gesetzesentwurf zur gleichgeschlechtlichen Ehe zu erwähnen?“

Smith kritisiert weiter an dem geplanten Gesetz, dass es gegen das Gemeinwohl und gegen die menschliche Natur sei. Die Ehe sei die Einheit von Mann und Frau, und aus ihr sollten Kinder hervorgehen. Es sei absolut absurd, wenn eine Regierung das einfach ignorieren wolle.

Kommentare:

Anne hat gesagt…

Auch ich sage euch:
Ihr ekelt mich durch eure Wortwahl "Homo-Ehe" an. Dieser Ausdruck ist so falsch wie sich mancher Katholik in meinem Umfeld verhält. Es passt also wieder einmal alles zusammen.
Trau dem Menschen einfach nicht, wenn er nicht verständlich spricht.

Old Geezer hat gesagt…

Leider wieder mal die hier übliche Verfälschung: es sind nciht 'die Bischöfe' sindern die 'KATHOLISCHN Bischöfe', was nicht nur eine kleine Minderheit der Gesellschaft darstellt, sondern aufgrund der strikt hierarchischen Struktur der katholischen Kirche auch wenig über deren eigene Meinung aussagt.

"dass die katholische Ehe mit ihrem Engagement "

Wie kann eine passive Struktur sich gegen etwas 'engagieren'?

Schlechte Übersetzung (aus dem Lateinischen?) oder schlicht katholische Logik?

"„Natürlich inspirieren wir uns an dem, was uns das Evangelium und die Heiligen Schriften sagen – aber wir denken doch ähnlich wie viele andere in dieser Angelegenheit - wie die Muslime, die Juden"

Das sind nciht 'Viele' sondern schlicht die mosaischen Sekten!
Exakt EINE Religionsfamilie die ihre gegenseitigen Verfolgungen und Kreige durch marginale Untershciede begründen muß, weil Sie kaum strukturelle und philosophische Unterschiede aufweisen.

Aber so sicher bin mir hier der Ablehung nicht, wenn ich sehe, wieviele Katholiken und Evangelen homo- oder bisexuell leben...

" und wie viele, die sich zu keiner Religion bekennen"

Was zu beweisen wäre - denn diese haben nicht nur keinen praktischen Grund, dagegen zu sein, sondern auch kein Glaubensbekenntnis, was sie dazu zwingt.

"Wir hatten aber das Gefühl, man wollte unsere Stimme nicht hören."

Ne, sollte man auch nicht!
Weil es EUCH NICHTS ANGEHT!!
Es TANGIERT EUCH NÄMLICH AUCH NICHT!!!
Nichts an Eurere Art zu leben, Ehe zu schließen und Sakramente zu vergeben wird hierdurch beeinträchtigt.
Weder müßt Ihr Homoehen segnen, noch selber gleichgeschlehctliche Partner wählen, noch erwachsen Euch dadurch Verpflichtungen was die Behandlung schwuler Mönche oder Priester angeht.

Also warum sollte man die Ansicht von Leuten in betracht ziehen, die mit dem Thema reich gar nichts zu tun haben?

"Es gibt sehr große Lücken in diesem Gesetzesentwurf."

Das ist keineswegs eine 'große Lücke' sondern eine marginale.
Das Problem der Kriche ist hier, daß sie es nciht lassen können, ihre eigene Meinung oder ihren Mythen als objektive Fakten zu verkaufen.
Ebenso wie immer wieder versucht wird, den Schöpfungsmythos im Biologieuntericht zu plazieren, sollen hier offenbar ein paar Fußnoten aus dem AT im Sozialkunde - oder Politikuntericht als 'Fakten' positioniert werden, anstatt sie im Religionsuntericht als 'Meinung' zu kommunizieren.
Als Lehrer getarte PRediger und Missionare dieser Coleur sollte man sowieso sofort aus dem Schuldienst feuern!
Aber solange sie sich an den angemessenen Zeit (Religionsuntericht, evtl. Geschichte oder Ethik) und Form (also Standpunkt einer Gruppe auf der Basis archaischer Überlieferungen) halten, gibt es kein Problem mit dem Gesetz.

Konrad Bütow hat gesagt…

Es wäre unchristlich, Homosexuelle zu diskriminieren. Eine Eheschließung zwischen Gleichgeschlechtlichen jedoch ist unnatürlich, widersinnig, denn die Ehe ist von ihrem Prinzip her immer auf Nachwuchs angelegt - und das funktioniert eben nur zwischen Mann und Frau. Deswegen stehen Ehe und Familie auch unter dem besonderen Schutz des Staates (Grundgesetz Artikel 6)! Wer nur homosexuell leben kann oder will soll dies tun, aber er verdient nicht dieselben Rechte wie die ehelische Partnerschaft zwischen Mann und Frau. Die sogenannte Homo-Ehe ist ein Widerspruch in sich. Völlig ausgeschlossen muss deren Adoptionsmöglichkeit bleiben! Zu einem Kind gehören Mutter + Vater - und das klappt meist selbst, wenn nach einer Scheidung der Schwerpunkt der Erziehung in einer Hand liegt! - Konrad Bütow

Old Geezer hat gesagt…

@Konrad Bütow:

"denn die Ehe ist von ihrem Prinzip her immer auf Nachwuchs angelegt"

...Frage: wo leben Sie?
Wenn ich mich in meinem Umkreis & meiner Generation umsehen, besteht bei der Mehrheit der Ehen von Anfang an KEIN Kinderwunsch, und für jede, in der dieser irgendwann doch noch erwacht ist (oder per Unfall eingetreten ist) kommt eine mit ursprünglicher Nachwuchsplanung, in der es einfach nicht klappen will

Old Geezer hat gesagt…

@konrad Bütow:

"Die sogenannte Homo-Ehe ist ein Widerspruch in sich. Völlig ausgeschlossen muss deren Adoptionsmöglichkeit bleiben!2

Typisch religiös motivierte Ingoranz gegenüber Fakten:
Studien an vergangenen Adotionen durch gleichgeschlechtliche Paare zeigen keine Nachteile.

Bei vielen (hetero-)Elternpaaren bleibt nach der Trennung nach einigen Monaten oder wenigen Jahren für die weit überwiegende Jugendzeit auch nur eine Person und ein Geschlecht als 'Eltern' über, weil selbst die monatlichen Besuche des anderen Elternteils irgendwann einschlafen.