Sonntag, 30. September 2012

Medienwissenschaftler plädiert für Elternerziehung statt Ganztagsschule

Norbert Bolz:“Die Eltern sollen ihre Kinder erziehen, nicht der Staat”

(Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster) Unter dem Titel „Teamgeist ist der größte Feind des Geistes”  veröffentlicht die Online-Ausgabe der Kulturzeitschrift CICERO am Donnerstag, den 27. September, ein aufschlußreiches Interview mit dem Berliner Philosophen Prof. Dr. Norbert Bolz. 

Der Buchautor und Familienvater erklärt, daß unser Land weder eine “Bildungsrevolution”  noch sonstige Reformen benötigt; stattdessen aber selbstbewußte Lehrer, die sich nicht durch “alternative” Unterrichtsmodelle in ihrer pädagogischen Kompetenz beirren lassen  -   sowie Eltern, die sich verstärkt um ihre Kinder kümmern, statt sie in eine Ganztagsschule abzuschieben. 

Der Medienwissenschaftler spricht sich in dem Interview außerdem eindeutig für das dreigliedrige Schulsystem aus.

Auf die CICERO-Frage  “In den Bildungseinrichtungen wird strukturell vorausgesetzt, dass die Kinder im Elternhaus gewisse Erziehungsgrundlagen mitbekommen haben. Dadurch sind Kinder aus ,bildungsfernen´ Familien enorm benachteiligt”, antwortet der Berliner Professor:

“Sie haben vollkommen recht   -  und dass Erziehungsgrundlagen vorausgesetzt werden, finde ich gerade gut. Ich gehöre immer noch zu den Leuten, die finden, dass Eltern ihre Kinder erziehen sollten und nicht der Staat.”

Daraufhin reagiert die Kulturzeitschrift wie folgt: “Also stellen Sie am Ende doch wieder die Systemfrage. Wir müssen weg von Ganztagsschulen und die Erziehung und Bildung wieder in Elternhand geben.”

Diese Rückfrage ist für Prof. Bolz ein Anlaß, noch mehr Klartext zu bieten:

“Ehrlich gesagt, finde ich die Entwicklung der Ganztagsschulen schrecklich. Die Vorstellung, von der Kinderkrippe bis zur Universität immer nur an die Hand genommen und von sogenannten Erziehern geleitet zu werden, gefällt mir nicht.

Da kommt etwas ganz anderes heraus, als wenn das Kind zuhause großgezogen wird. Vielleicht nicht mit größerer sachlicher Inkompetenz, dafür aber dann mit sehr viel mehr Liebe.”

Kommentare:

Pauker hat gesagt…

Ich finde diese Art Argumentation und Beweiszuschieben fragwürdig. Ich kenne auch Kollegen, die Leuten mit der Wortwahl: "sogenannten Erziehern" drastisches Diskurieren bieten würden.
Wer bleibt bei allem auf der Strecke? Unsere Kinder, Teens und Jugendlichen.
Kompetenz und Liebe ist bei beiden Arten gegeben und erwünscht. Doch es sind zwei, die miteinander für unsere Kids und die bildenden Erzieher eine passende Verbindung finden sollten. Nicht ausgetrixt oder beschuldigt.
Beide Arten der B und E können das Kind zum Abtrünnigen machen. Schaut mal auf die Ursachen und setzt da an.
Besser ist es mit eigenem Geld zu leben. Was, wenn es nicht ausreichend vorhanden ist?
Da führt nicht ausreichend wie genügend zu Verfehlungen. Die sittliche Haltung entscheidet darüber.
Was meinen sie wohl macht einen im Schulbereich Tätigen das Leben besonders schwer?
Diese Diskussion: "Wir müssen weg von Ganztagsschulen und die Erziehung und Bildung wieder in Elternhand geben.”
Wir wollen keinne Anschuldigungen und kein Eigenlob; doch gemeinsames, abgestimmtes Wirken für unsere Kinder. Dazu sind wir verpflichtet.

Anonym hat gesagt…

Norbert Bold hat natürlich recht, und mit ihm sind wohl fast alle Eltern der Meinung, daß die Erziehung der Kinder in die Verantwortung der Eltern, und nicht des Staates gehört.
Wer nun hat Interesse, Kinder von 1.Lebensjahr über Krippe, Kita, Ganztagsschule dem Staat zu überlassen? (SPD-Scholz: Lufthoheit über die Kinderbetten)
Es ist die Wirtschaft, die beide Eltern im Angebot haben will, um die Löhne drücken zu können, es sich die Linksparteien, die schon immer die Familie als gefährlichen Gegner erkannt haben, es sind Lobbygruppen wie Feministen und Homosexuelle, die kein Interesse an der Famlie, wie sie bisher gut funktionierte, haben können.
Es ist auch interessant, daß Prof. Bold kaum noch im Fernsehen auftritt, nachdem er sich mit seinen konservativen Beiträgen bei den linken Jozurnalisten unbekliebt gemacht hat.

DEWo hat gesagt…

Lieber „Pauker“, Ihre Aussagen enthalten keinerlei konkrete Vorschläge, doch auf solche kommt es letztlich an, wenn man wichtige Aspekte in die Tat umsetzen will!
Besonders die integrierte Gesamtschule sowie das sogenannte „Förderstufen-System“ haben ungeheuren Schaden angerichtet, was die Lern- und Bildungsqualität betrifft: Dies ist eindeutig nachgewiesen! Die Forderung nach „Chancengleichheit“ ist eine Utopie für die Praxis, denn der Ruf nach „sozialer Gerechtigkeit“ ist aus dem Bildungsneid hauptsächlich der „Roten“ entstanden, was letztlich darauf abzielt, die von ihrer Familie besser geförderten Kinder auszubremsen, um so mehr „Gleichstand“ zu erzeugen.
Beweise dafür gibt es genug: Bayern, Sachsen, Baden-Württemberg und Thüringen gehen mit bestem Beispiel voran, denn diese Bundesländer schneiden bei Vergleichstudien immer deutlich am besten ab. Es ist wohl kein Zufall, das hier die „Schwarzen“ das Sagen haben oder bis vor kurzem noch hatten (BW). Bremen und Berlin (rot regiert) sind dagegen die absoluten Schlusslichter!
Nicht eine „modernisierte“ Lehrmethodik bringt Fortschritte, sondern das konsequente Anhalten der Lernenden dazu, auch solche Dinge durchzuziehen, die angeblich keinen Spaß machen: Dies führt zu einem echten Durchhaltevermögen!
Außerdem gilt es, von der propagierten „Spaßgesellschaft“ abzulassen, denn man weiß, dass eine Entscheidung nach Lust und Laune keine echte ist, folgt doch nur dem „Bauchgefühl“ - und dadurch werden Kinder entscheidungsunfähig, denn sie treffen ja gar keine echte Entscheidung!
Die Folgen: Über 12% der Jugendlichen eines Jahrganges machen keinen Schulabschluss und mehr als Dreimillionen (!) der jungen Leute zwischen 16 und 28 Jahren haben keine Berufsausbildung!
Dies gilt es endlich zu ändern, und zwar durch konsequentes Anleiten eines Kindes von den ersten Lebenstagen an! Und dazu sind an erster Stelle die Eltern aufgefordert, denn sie sind am nächsten dran! Hier müsste man ansetzen, indem man Eltern konkrete Erziehungshilfen etwa dadurch gibt, dass die öffentlich-rechtlichen Medien entsprechend produziertes Anschauungsmaterial regelmäßig ausstrahlen, wodurch Eltern lernen könnten, wenigstens die gröbsten Erziehungsfehler zu vermeiden!

Anonym hat gesagt…

Was ich immer wieder von den Kindern und Jugendlichen in meiner Fmilie höre: sie vermissen ihre Eltern und sind traurig, dass durch die Ganztagsschule keine Zeit mehr für die Familie übrigbleibt und auch die Freizeit kommt zu kurz.
Ganztagsschulen und KiTa ab 1. Lebensjahr dient NICHT den Kindern und Jugendlichen, dass muss ganz klar festgehalten werden. So wie ich feststellen musste löst das bei Kindern/Jugendlichen schwere Identitätskrisen aus, wenn sie den größten Teil des Tages in Einrichtungen verbringen. Auf der anderen Seite wird die Erziehung erschwert und was mich am meisten irritiert ist, dass zwischen Eltern und Kindern dadurch eine Art Fremde herrscht. Die Eltern haben kaum noch elterlichen Einfluss, sie werden von den Kindern meisens als "Verwalter", eine Art Freunde oder Wohngemeinschaft gesehen. Kinder haben keinen halt mehr. Dieser staatliche Erziehungswahn produziert eine psychisch kranke nächste Generation...

ich hat gesagt…

da frag ich mich:
kann jedes Kind zu haus erzogen werden?
wie soll das kind gemeinschaft lernen?
sind eltern allein in der lage das gesamte abbild der welt für da kind zu färben?

anderen vorgaukeln was gut ist kenn ick zur genüge.
wiestellt solls den kindern helfen.
les ick sowas: "...,dass zwischen Eltern und Kindern dadurch eine Art Fremde herrscht"
frag ich mich, was solls?
manch älteres kalliber sitzt vorm pc, muss damit umgehen, erschwert hilfe, winkt vorneweg ab es richtig zu machen, sieht den pc als fremdkörper. wer mag da der trebende kern der verzweiflung sein?
hier wird ein "Erziehungswahn" vermittelt der nicht existiert - aber heraufbeschworen wird,
ich kenne diese probleme von den ihre kinder soooo liebenden eltern zur genüge. lieber dem häuslichen fernseher und pc - aber unkontrolliert aussetzen - doch nicht mit andern produktiv umgehen. ob dort oder die schule was für die kids bringt?
schlechte beispiele auch für jugendfreizeiten und reliunterricht sind mir auch genügend bekannt. die bin ich selber angegangen. meine kinder haben ihren weg selbst gewählt. nicht steine aus den weg räumen die man selbst nicht stemmen kann doch zeigen wie man drum rum kommt und wo der richtige weg ist.
und kuscheln. und enthektiken. und meckern lernen. und perönlichkeit selbst nicht kopie.
leben mit wissen aber nich wissenschaftlich. ernst mit lust und durch lust den ernst des lebens schön finden.
da hat der liebe adenauer das richtige gesagt.

Grandloser hat gesagt…

Interessant ist doch hierbei das die Kinder doch oftmals in den "bösen" Ganztagsschulen mehr Zuneigung und Interesse erfahren als Zuhause.
Denn wie ist es oft die Eltern kommen nach Hause und sind zu erschöpft oder Unwillens um sich um die Kinder zu kümmern. Da ist es doch besser, wenn sie unter Aufsicht mit gleichaltrigen den Tag verbringen können.
Senken nicht die Schulen das Niveau der Schüler, sondern die Politik mit ihren Sparzwängen. Wo es früher in den Ostdeutschen Bundesländern vor der Wende ausreichend Lehrer und Lehrmaterial und vor allem auch Zeit gab, gab wesentlich weniger Schulabbrecher. Das fängt bereits in der Kita an.
Ich war seit Meinen 2 Lebensjahr in Kitas, Kindergärten etc. ... und konnte als Beispiel, mit 5 bereits meine Schuhe zubinden. So was wird heute kaum noch in Kitas gelehrt.
Und glauben sie ja nicht die Eltern dies Machen, würden da die meisten Klettverschlüsse bevorzugen.

Daher in kurz: Bildung und Erziehung kostet Geld und Zeit, statt die erfolgreichen Konzepte kaputt zu sparen, (besonders CDU/CSU) sollte man an den gesellschaftlichen Grundbedingungen arbeiten.

Der Chorleiter hat gesagt…

Ich möchte das unterstützen:
Erziehung UND Bildung sind ein Gemeinsames von Elternhaus und Gesellschaft.
Sie versuchen etwas zu postulieren, was durch unseren Lebesstand nicht verallgemeinbar ist. Sie schließen sich den fragwürdigen Techniken unserer Dienst führenden Pädagogen an, reden vom Guten für die Kinder, suchen nur Beruhigendes für sich selbst.
Solange beide Richtungen nicht zu einer Einigung FÜR den Nachwuchs kommen, ist auch das, was sie bieten, nicht zu akzeptieren.
Der letzte Satz des Vorkommentators sei auch meiner.

Pauker hat gesagt…

Werte/r DEWO, wer nach Statistik leben will, wird die guten Werte kaun erreichen. Wer bei seinen Entscheidungen deren Wichtung und Erklärungen beachtet, wird weiter kommen.
Wie auch hier schon geäussert, die Gemeinsamkeiten von Elternhaus und Schule bringen uns voran. Ich habe das hochgelobte Ergebnis bei B+E in Stuttgart und Augsburg bewundern dürfen.
Es ist nicht schön, wenn die Kultusminister so ein klein/klein Streit zu Lasten der Schüler bieten. Und die meisten machen mit. So wird aus manchem Herzen des Lehrers ein tränendes Herz. Meine Beobachtung bei Kollegen zeigt: Modernes, auch wenn es besser ist, setzt sich schwer durch. Altes, auch wenn es hinderlich ist, gewinnt fast immer. Vom Neuen wird zuerst das Versagen erwähnt, vom Alten dessen Gewinn.
Sollten wir nicht für ein ausgewogenes Verhältnis sorgen? Was uns allen hilft wird auch Verzicht von dem einen oder anderen fordern.
Für einen gesunden Verzicht und dem Fördern von Neuem kann ich in ihrem Blogg nicht den leisesten Ansatz finden.
Wenn ich sehe und höre, wie gute Sendungen zur B+E gewertet werden, ist es wie im Garten: Ist der Boden nicht richtig vorbereitet und die Aussaatbedingungen schlecht hilft nicht der beste Saamen.
Versucht mal mit der Statistik zu leben, nicht nach ihr.
In diesem Staat wird oft mehr der Schein gefördert: Mit Schein und wenig Ahnung wird akzeptiert. Mit guten Ergebnissen ohne Schein wird runtergerissen; wenn auch der Schaden dadurch größer wird.
Nein. So wie hier angeboten wird es nicht besser.