Sonntag, 19. August 2012

Soziale Netzwerke führen zu einer Verkümmerung des Sozialverhaltens, behauptet Neurowissenschaftler


Entgegen der Meinung vieler, Facebook & Co. sei eine Bereicherung für den sozialen Umgang, behauptet der Neurowissenschaftler Manfred Spitzer in seinem letzten Buch Digitale Demenz, das glatte Gegenteil sei der Fall, zumindest für Kinder und Jugendliche. Dies ließe sich sogar anhand der Entwicklung und des Wachstums des Gehirns beobachten.

Anhand der Untersuchung vieler wissenschaftlicher Studien zeigt Spitzer, dass die Anbahnung und Pflege von menschlichen Kontakten durch das Internet die sozialen Fähigkeiten des menschlichen Gehirns nicht entwickelt. „Reale“ Freundschaften und Bekanntschaften lassen sich eben nicht durch „online“ Freundschaften ersetzen.

Wer persönliche Beziehungen vor allem im Internet sucht und pflegt, entwickelt keine sozialen Fähigkeiten, empfindet schließlich auch weniger Freude an seinen virtuellen Bekanntschaften und kommt auf diese Weise in einen Teufelskreis von Einsamkeit und Traurigkeit.

Erwachsene, die noch gelernt haben, „reale“ Bekanntschaften zu machen, sind weit weniger von dieser Entwicklung betroffen, da sie die sozialen Netzwerke nur zur Verwaltung ihrer Freundschaften und Bekanntschaften verwendet. Für Erwachsene sind Facebook eher so was wie eine Adressenliste und nicht der Ort des tatsächlichen Kontaktes.

Kommentare:

ich hat gesagt…

dann bin ich mal ganz kess und frage ob ihr ein jahr ohne krieg, zank und streit, gerechtigkeit, globale brüderlichkeit mit freundlichkeit von mensch zu mensch kennt seit es religionen gibt?
gepredigt, gedongt und angerufen wirds immer. doch umgesetzt hats keiner im großen stil.
da führt dann religion zu einem bestimmten vorteilsstreben für hamsterer an gut und geld und ihre gevattern. was sagen neuronengeister dazu? was nicht gestärkt wird verkümmert, was ich selbst nicht richtig tue wird richtig falsch.
das is philophobie in reinkultur.
versucht euch nicht besser zu machen indem ihr andere schlechtert. je mehr menschen wissen und neues richtig nutzen können um so mehr schwindet die art von glauben die ihr anpreist. um geist oder gott zu erreichen braucht keiner einen menschlichen umsetzer doch manchmal einen guten freund und helfer.
manch religiöses getue is dem asozialen nicht fremd und einer gesunden entwicklung feindlich gesinnt. da is denn die verkümerung der gemeinschaft durch vorgabe eines verhaltens und netter ver- und gebote programmiert.

Old Geezer hat gesagt…

Herr Spitzer ist ein - rennomierter - Außenseiter seiner Branche; ihm wurde schon oft vorgehelaten, daß er Beobachtungen und Messungen leichtvertig auf andere Fragen überträgt.

Prinzipiell ist hier seine Fragestellung auch völlig verfehlt.
Er postuliert, daß es ein 'korrektes' Sozialverhalten gäbe, und die Netzkontakte eine Ausnahmesituation darstellen, die die 'richtige' Entwicklung stören.
Das ist FALSCH.
Das menschliche Gehirn paßt sich hier wie immer den aktuellen, vorherrschenden Gegebenheiten und Anforderungen an, und wenn diese nunmal so aussehen, daß ein überwiegender teil der Sozialkontakte nicht mehr Aug in Aug oder verbal, sondern über Datenleitungen schriftlich, fernmündlich oder maximal per Videokonferenz erfolgt, dann ist die dabei ausgebildetet andere und neuartige Verdrahtung keineswegs 'falsch' sondern im Gegenteil völlig korrekt der LEbenswirklichkeit des MEnschen angepaßt.

Wer bei sich Ändernder Realität darauf beharrt, veraltete Schemata weiter zu nutzen, sie der Anpassung und dem Erlernen verweigert, der büßt an Lebenstüchtigkeit ein und läuft Gefahr auszusterben.

Das haben Sie ja auch in Ihren letzten Absatz eigentlich gut dargestellt; sie übersahen nur, daß auch für viele Erwachsene inzwischen Facebook & Co. der Kontaktort sind - sie sind nur nicht glücklich darüber und fühlen sich (aufgrund ihrer anderer Gewöhnung) dabei tendenziell eher unwohl.