Freitag, 23. Oktober 2009

Aus allen Seiten Kritik für schwarz-gelbe Pläne zu Kinderpornographie

Nachdem in den Koalitionsgesprächen zwischen Union und FDP vereinbart wurde, daß die geplanten Sperren für kinderpornographische Seiten einstweilen nicht eingeführt werden, hagelt es an Kritik. „Jeder, der jetzt für eine Aussetzung plädiert, muss auch sagen, was wir stattdessen tun können“, sagte der Vorsitzende der Polizei-Gewerkschaft, Konrad Freiberg, der F.A.Z. „Löschen wollten wir kinderpornographische Seiten immer schon, aber das ist leider nicht immer möglich.“

Auch etliche Organisationen haben die Koalitionsbeschluß kritisiert, darunter UNICEF, ECPAT, Innocence in Danger und Save the Children. Die Sperren seien dort notwendig, wo eine Löschung noch nicht möglich sei, weil die Website von ausländischen Servern aus betrieben wird. Deshalb ist das vor der Bundestagswahl verabschiedete Gesetz notwendig und müsse ohne Verzögerung umgesetzt werden, fordern die Kinderschutzorganisationen.

Das geplante Gesetz wurde von Union und FDP für ein Jahr ausgesetzt. In dieser Zeit soll das Bundeskriminalamt BKA Alternativen, vor allem die Möglichkeit der Löschung kinderpornografischer Seiten, prüfen.

Kommentare:

Stefan Sedlaczek hat gesagt…

Eine viel größere Gefahr besteht, wenn man erst einmal staatliche Netzsperren zubilligt. Und ob UNICEF wirklich eine Kinderhilfsorganisation ist, mit ihrer Förderung von Abtreibung und Sterilisation? Auch sind Netzsperren keineswegs NOT-WENDIG. Es ist eine dieser üblichen reformistischen Maßnahmen, die nicht an die Wurzel des Übels geht. Warum denn haben wir so viele Triebtäter, daß man schon die Sicherheitsstandards der forensischen Klinik herabzusetzen bereit ist, um diese überhaupt noch unterbringen zu können? Warum besteht eine Nachfrage nach dieser ekligen Kinderpornographie, die sicher über streng pathologische Dispositionen hinausgeht?
Wie immer wird eine "Pille" verordnet, ein Reförmchen hier oder da. Das christliche Abendland bedarf einer grundlegenden Neubesinnung. Die seit 900 Jahren ins Werk gesetzte Reformiererei, die zwar die Weltuntergangsstimmung des ersten christlichen Jahrtausends überwand, dessen Weltzuwendung und heilsgeschichtlicher Optimismus dieses allgegenwärtige kybernetisches Nachsteuern ins Werk setzte, gehört endlich abgelöst zugunsten eines soliden theologischen und wissenschaftlichen Weltverständnisses. Wirkungen haben Ursachen. Die abstrakte Idee eines "Staates", die zudem unzutreffend Gott beerbt hat, hat zu einem Interventionismus geführt, der geistloses Schrauben an Stellschrauben ist - und in aller Regel zum genauen Gegenteil führt, ja gesetzmäßig (im eigentlichen Sinne dieses demokratisch mißbrauchten Begriffes) zu Fehlfolgen führen muß, da Intervention ja gerade gegen die nur persönlich leistbare Verantwortung und Antizipation gerichtet ist.

Old Geezer hat gesagt…

Da hat mal eine Lichtmaschine in der Koalition gerafft, wie albern, hliflos gegenüber den KiPO-Machern, am Problem "Kinderpornographie" vorbei und zum Mißbrauch einladend dieses VonDerLaiensche 'Sperrung' ist.

Gut!
Vielleicht können sie jetzt noch das Hirnschmalz aufbringen, eine vernünftige Maßnahme zu finden.