Montag, 31. August 2009

Was ist Homeschooling?

Marius Augustin

Immer mehr Eltern, vor allem aus traditionell katholisch oder auch sogenannten evangelikalen Familien, überlegen ernsthaft ob sie noch verantworten können, ihre Kinder in die öffentliche Schulen zu schicken, wo sie zwar den Umgang mit Sexualität erlernen, aber den Sinn einfacher Sätze und Gedichte sie überfordert und nicht begreifen. Wer zudem von einer Schule auch eine Charakterbildung erwartet, ist auch mit den zahlreichen Privatschulen oft schlecht beraten. Den Ausweg aus der Bildungsmisere sehen immer mehr Eltern in der Heimschule, das sog. "Homeschooling", das in den Vereinigten Staaten mittlerweile sehr verbreitet ist. In Deutschland gab es Homeschooling, bis es 1938 von den Nazis verboten wurde.

In der Praxis sieht es dann, wie folgt aus, in einer sogenannten "Heimschule" betreiben Familien, die ihre Kinder auf eigene Kosten zu Hause, im Wohnzimmer oder im privaten Büro unterrichten. Manche haben ein eigens Als "Lehrkräfte" sind Mütter oder Väter, Tante oder Onkel, Freunde, Bekannte und auch ausgebildete Lehrer, die regelmäßig den Unterricht im Block erteilen. In der Regel orientiert sich der Unterricht an den Rahmenrichtlinien, Lehrplänen, Stundentafeln und Prüfungsanforderungen öffentlicher Schulen. Bei christlichen Familien beginnt der Unterricht mit einem Lied, Schriftlesung, Gebet und endet mit einem Engel des Herrn.

Die Unterrichtung findet zu normalen Zeiten, gewöhnlich von 9 – 13 Uhr statt. Bei dem intensiven Lehren nur weniger Kinder sind kürzere Unterrichtszeiten in der Schule notwendig. . Eine umfassende Betreuung finden Heimschulfamilien bei der 1981 von Helmut Stücher gegründeten Philadelphia-Schule in Siegen, in der sich die meisten Heimschulen, etwa 120 Familien, zusammengefunden und organisiert haben. Sie stellt preisgünstig Lehrbücher, Unterrichtsmaterialien, aber auch Lehrer zur Verfügung. Schulabschlüsse können die Kinder durch externe Prüfungen, die sogenannte Schulfremdenprüfung erwerben.

Jedoch gibt, es wie oben beschrieben Hausunterricht ist in fast allen EU-Staaten erlaubt, denn alle diese Länder haben zwar eine "Bildungspflicht", jedoch keinen Schulzwang, wie dies in der Bundesrepublik der Fall ist. In einigen Bundesländern sind die Schulämter tolerant und dulden den Hausunterricht, in anderen Bundesländern, wie z.B. in Bayern versuchen die Behörden zum Teil durch Bußgelder die Eltern unter Druck zu setzen. In den meisten Fällen wurden die Verfahren eingestellt. Im Fall der religiösen Sondergruppe der 12 Stämme, wurden einzelne Väter sogar inhaftiert. Im Schulgesetz einiger Bundesländer besteht die Möglichkeit, auf schriftlich begründeten Antrag von der Pflicht, die öffentliche Schule zu besuchen, befreit zu werden. Vorausgesetzt, es wird nachweislich für hinreichenden Unterricht in der Familie gesorgt. Unzählige Statistiken und Erfahrungen belegen, dass Homeschoolingschüler überdurchschnittlich gut schulisch und sozialkompetenzmäßig gebildet sind, in diesem Sinne, sollte auch die Unterrichtsfreiheit in Deutschland durchgesetzt werden.

Kommentare:

Alexander hat gesagt…

Wer sich zur Entwicklung quer stellt und diesen ablehnt, den Rückschritt huldigt, außer dem Paradies - oh, wie schön es ist - keine Zukunft bietet, sollte an der beherrschenden Weitergabe von Tatsachen, die zu Problemen geführt haben, gehindert werden.
Wer mit beiden Beinen auf der Erde zu stehen scheint, wird kein Schritt voran kommen, aber beginnt langsam, aber sicher, zu faulen. Und es hat schon angefangen zu riechen.

"Man muß nicht das Wissen beseitigen, um dem Glauben Platz zu machen. Vielmehr muß man bereits etwas glauben, um von Wissen und Wissenschaft reden zu können."
Wolfgang Stegmüller

Wer nur schwarz und weiß erkennt, erkennen will, kann die Farbigkeit der Welt nicht erkennen, will sie nicht erkennen.

"Alle brüsten sich mit der Verbesserung der Gesellschaft, und niemand verbessert sich selbst." Ralph Waldo Emerson
GDksGv
Alex

Anonym hat gesagt…

Demnächst gibt es noch eine Zuhausewahl, extra für kirchliche Bürger und ähnliche Vorkommnisse; möglichst mit vom Papst abgesegneten Kandidaten. Und nur diese.

Man! Ist das schon die Auswirkung von Religionäre unter sich?

Und eure Meinung soll anderen Menschen beigebracht werden?
Gott bewahre uns davor.

Ein sehr erboster Bürger mit immer mehr Ekel vor Religionen!

B.Birke hat gesagt…

Auch beim Hausunterricht soll positiver Jugendschutz gelten! Kinder- und Jugendschutz bedeutet nicht nur Zensur und Verbote (die sind im Gegenteil großteils übertrieben und unsinnig!), sondern auch Schutz vor willkürlichem Dummhalten!

Wie schon ich in dem Kommentar zum Karlsruher Urteil gesagt habe:

Kinder haben ein Anrecht auf elementare wissenschaftliche Erkenntnisse; sie müssen davor geschützt werden, dass ihnen dieses Wissen willkürlich vorenthalten wird und man ihnen stattdessen religiöse Mythen als "Wahrheit" verkauft!

Gleiches gilt für die Sexualität, wo es nötig ist, dass Jugendliche über deren Funktionieren und über Schutzmethoden aufgeklärt werden, damit sie nicht schwanger werden oder sich Krankheiten zuziehen. Tumbe Enthaltsamkeitsforderungen sind in der Realität meist unerfüllbar, zerstören die Lebensqualität der Jugendlichen und schaffen im schlimmsten Fall gesellschaftliche Terrorsysteme: Vor allem Mädchen und Frauen, die ihr Recht auf gutes Leben wahrnehmen, werden als "Huren" und "Schlampen" beschimpft und unverheiratet schwangeren Müttern und unehelichen Kindern droht lebenslange Ächtung. So ein Terror ist schlimmer als jeder Exzess von Promiskuität und "sexueller Verwahrlosung"!

Der beste Weg ist also sexuelle Aufklärung und Erziehung zu einem verantwortungsvollem Umgang, der darin besteht, Selbst- und Fremdschädigung zu vermeiden und dabei ein Maximum an Vergnügen zu haben, in jeder beliebigen Art, solange die vorstehende Bedingung erfüllt ist!

Ein absolutes Muss ist das elementare Wissen über das Funktionieren der Sexualität, einschließlich Verhütung und Schutz vor Krankheiten. Dieses Minimum muss der Staat den Jugendlichen garantieren und ihnen notfalls auch mit Zwang gegen Eltern Zugang zu diesem Wissen verschaffen!

Hausunterricht ist nicht grundsätzlich schlecht, vor allem dann, wenn Schüler unter Benachteiligung und Mobbing- und Terrorsystemen in ihren Klassen zu leiden haben. Aber es darf nicht geduldet werden, dass Kinder dumm gehalten werden, indem man ihnen Wissen vorenthält und stattdessen lebensfeindliche Sexual"moral" und irrationale Mythen einimpft! Wenn Homeschooling, dann mit staatlicher Aufsicht und Prüfungen, gerade in den Bereichen, wo einschlägige Gruppen Kinder dumm halten wollen. Wenn das Wissen nicht vermittelt wird, soll es in staatlichen Kursen nachvermittelt werden, und die Eltern sollen Sanktionen bekommen!

Anonym hat gesagt…

"[...] Hausunterricht ist in fast allen EU-Staaten erlaubt, denn alle diese Länder haben zwar eine "Bildungspflicht", jedoch keinen Schulzwang, wie dies in der Bundesrepublik der Fall ist.[...]"

Aha, dein Argument läuft nach dem Schema "Fresst Scheiße - Millionen von Fliegen können sich nicht irren!"?

Ihr Zeuge!

Old Geezer hat gesagt…

...leider möchte das Gros der Homeschooling-Verfechter ihre Kinder nicht aus der SChule nehmen, weil sie selbst bessere Lehrer wären, sondern weil ihre heile, magisch Welt, ihr La-La-Land in der ein lieber (oder gestrenger) Gott (oder Guru) Wunder wirkt, ebben einer objektiven Betrachtung der Realität nicht standhält - und sie fürchten denn ihren Kindern mal ein Licht aufgeht, werden Sie ihren Mystisismus auch daheim verteidigen müssen.

Für die Kinder ist das schlimm, wird ihnen so doch dich Chance genommen, die anerzogenen Scheuklappen abzustreifen.

Außerdem: so häufig und schlimm ist das Mobing in der Schule nicht, das es an Bedrohlichkeit eine alttestamentarische Erziehung (oder den Triebstau katholischer Geistlicher) übertreffen könnte.

Anonym hat gesagt…

Ihr wollt euch und eure Kinder vor dem bösen schützen und euch am liebsten in einem Papkaton ein schließen hoffentlich erstickt ihr da drin. Dann sind wir euch los. So was wie euch braucht keiner.