Dienstag, 27. Januar 2015

Hamburg: Lernen mit Laptop & Co? - zunehmende Skepsis in den USA

Die Informationsfluten haben ohne Zweifel negative Auswirkungen auf unser Gehirn - besonders nehmen dabei Kinder Schaden. Trotzdem wird das Projekt „Start in die nächste Generation“ nun doch nicht gestoppt. In Hamburger Schulen soll in Zukunft also mit eigenen Laptops, Tablets und Co. gelernt werden, angebliche Bedenken wurden zurückgewiesen.

Im Rahmen des Vorhabens soll das Medienwissen der Schüler erweitert werden, es geht um Analyse und Bewertung, und darum, Antworten auf Fragen zum Urheberrecht oder dem Recht am eigenen Bild zu finden. Auch die Sicherheit in sozialen Netzwerken ist ein Thema. Spezielle Programme, wie Tabellenkalkulation im Mathe-Unterricht, Bildbearbeitung in Kunst oder Sequenzen im Musikunterricht, sollen das Arbeiten im Schulunterricht in Zukunft mitgestalten.

Für das Projekt, an dem rund 1300 Schüler teilnehmen sollen, beziffern sich die horrenden Kosten auf knapp 900 000 Euro. Dies ist schon eine beachtliche Summe, wenn man sich die Zustände an den Schul-Toiletten ansieht, in denen es weder Toilettenpapier noch Seife gibt…

Es geht immerhin um die wertvollsten Firmen der Welt und deren Umsatz: Google, Microsoft, Apple, IBM, Facebook. Nachdem in jedem Haushalt schon drei Computer stehen, geht es jetzt darum, dass an Schulen und Kindergärten auch noch Informationstechnik angeschafft werden soll. Damit im Gehirn Lernprozesse stattfinden brauchen Kinder aber das reale Leben. Computer sind in Schulen Lernverhinderungsmaschinen.

Wenn die digitalen Medien wirklich so gefährlich sind – ist es dann nicht sinnvoll, dass Kinder lernen, mit diesen Gefahren umzugehen?

Prof Spitzer: Nein, das schadet ihnen! Alkohol ist Teil unserer Kultur. Alkohol macht süchtig. Betreiben wir Alkohol-Pädagogik in Kindergärten und Grundschulen? Nein! Weil es der Entwicklung junger Menschen schadet, Alkohol zu konsumieren. Und es schadet ihnen ebenfalls nachweislich, früh Medien zu konsumieren. Wir wissen, dass der Medienkonsum bis zum zweiten, dritten Geburtstag zu Sprachentwicklungsstörungen führt. Wir wissen, dass Medienkonsum in Kindergärten die Bildungsbiografie maßgeblich negativ beeinflusst, dass er zu Aufmerksamkeitsstörungen in der Schule führt. Wir wissen, dass eine Playstation in der Grundschule zu Schulproblemen und massivem Einbruch im Lesen und Schreiben führt. Wir wissen, dass ein Computer im Jugendzimmer – das zeigen unter anderem die Pisa-Daten – die Schulleistungen verschlechtert. Das alles ist durch gute wissenschaftliche Untersuchungen belegt, erklärt in einem Interview mit dem Kölner Stadtanzeiger, vom 04.12.14, Prof. Manfred Spitzer, ärztlicher Direktor für Psychiatrie der Universität Ulm.

Wir könnten aus den Erfahrungen von anderen lernen

Denn ausgerechnet in den Vereinigten Staaten, dem Weltzentrum des technischen Fortschritts mehren sich die Zweifel an Hightech im Klassenzimmer. "Bei uns lautete die Devise stets: technology first. Das ändert sich. Nun heißt es: academic first", sagt Schuldirektor Tony Davis.
Dass seine Schule eine der ersten ist, die Laptops aus dem Klassenzimmer verbannt, erstaunt umso mehr. Denn bisher galt die Liverpool High im US-Bundestaat New York als technologisches Vorzeigeprojekt, ausgezeichnet mit vielen Preisen für den Einsatz neuer Medien. Aus dem ganzen Land reisten Bildungsforscher und Schulleiter in die Kleinstadt am Ontario-See, um von diesem Beispiel zu lernen.

Doch nach der Euphorie der letzten Jahre zieht nun Ernüchterung in die kargen Flure der Schule mit 2000 Schülern und 250 Lehrern. "Wir haben unsere Klassenzimmer mit Technik überflutet und denken jetzt erst darüber nach, was überhaupt sinnvoll ist", sagt Davis. Statt zum Lernen, missbrauchten die Teenager die Laptops, um sich Pornos auf ihre Rechner zu laden und die Seiten lokaler Firmen lahmzulegen. Ihre Schulleistungen sackten in den Keller.

"Die Dinger waren cool", sagt Andy, 16, "in Mathe habe ich mir alle drei Folgen von 'Herr der Ringe' gegönnt." Eine Mitschülerin erzählt, im Unterricht sei es dank der Computer tatsächlich ruhig gewesen, niemand habe mehr geschwatzt - austauschen konnte man sich ja über Chatprogramme. "Vielen diente der Laptop vor allem als riesengroßer MP3-Player", sagt der deutsche Austauschschüler Benedikt, 17. "Wir haben uns Kram von P. Diddy, 50 Cent und den Arctic Monkeys auf die Rechner gezogen." Dass es an seiner Berliner Schule nur einen Computerraum mit alten Pentium-2-Rechnern gibt, findet Benedikt nicht weiter schlimm: "Laptops machen den Unterricht auch nicht besser."

Dabei hat die US-Regierung über Jahre Milliarden in Hightech-Schulen gepumpt. Erhofft hat man sich nicht weniger als die Revolution des Lernens: Die schöne neue Schule sollte keine Versager mehr kennen, nur noch Sieger ausspucken. Doch der Erfolg blieb aus. Eine neue Studie des amerikanischen Bildungsministeriums belegt, dass es für die Leistung der Schüler keinen Unterschied macht, ob im Unterricht neue Medien eingesetzt werden oder nicht.

Quelle: Frankfurter Allgemeine, Spiegel online

Kinder brauchen Bewegung für die geistige Entwicklung

Regelmäßige Bewegung ist lebensnotwendig für eine gesunde Entwicklung der Kinder. Nicht nur Muskeln und Knochen werden gestärkt – sie sind auch ausgeglichener, können sich besser konzentrieren und schreiben bessere Noten.

In der Internet-Ausgabe der Fachzeitschrift Pediatrics (online) beschreiben Ärzte und Wissenschaftler die positiven Auswirkungen eines regelmäßigen Bewegungsprogramms. Demnach führen 70 Minuten Sport täglich dazu, dass sich Kinder besser konzentrieren und weniger ablenken lassen. Statt sich unaufmerksam zu verhalten, werden die Kinder geistesgegenwärtiger. "Im Vergleich zu einer Gruppe Gleichaltriger verbesserten die Teilnehmer in kognitiven Tests ihre Ergebnisse und die Genauigkeit um das Doppelte", sagt Charles Hillman, der die Studie geleitet hat. "Die entsprechenden Zentren im Gehirn waren nach unserem Programm ebenfalls stärker ausgeprägt."

Kinder, die über Körperbeherrschung und motorische Geschicklichkeit verfügen, bewegen sich nicht nur in realen Räumen sicher. Wer sich im Raum sicher orientieren und bewegen kann, hat auch im Zahlenraum keine Schwierigkeiten. So haben Kinder, die gut rückwärts laufen können, häufig weniger Probleme im Rechenunterricht beim Subtrahieren.

Kinder begreifen ihre Umwelt aus der Bewegung heraus. Gleichgewicht oder Beschleunigung sind sowohl körperliche als auch physikalische Grunderfahrungen, die sich nur über Bewegung erfahren lassen. Kinder, die sich nicht genügend bewegen, tun sich schwer damit, ein Gefühl dafür zu entwickeln, was wirklich ist. Sie haben Probleme wichtige Dinge in ihrer Umgebung richtig einzuschätzen. Kinder, die sich ausreichend bewegen, sind konzentrierter, aufnahmefähiger und wacher.


Demnach führen 70 Minuten Sport täglich dazu, dass sich Kinder besser konzentrieren und weniger ablenken lassen. "Im Vergleich zu einer Gruppe Gleichaltriger verbesserten die Teilnehmer in kognitiven Tests ihre Ergebnisse und die Genauigkeit um das Doppelte", sagt Charles Hillman, der die Studie geleitet hat. "Die entsprechenden Zentren im Gehirn waren nach unserem Programm ebenfalls stärker ausgeprägt."

“Es gibt kein Lernen ohne Bewegung“, sagt Florian Heinen, Chef der Neuropädiatrie der Uni München. “Bewegung hilft von früh an, die Umwelt zu erkunden und Erfahrungen zu machen. Das geht nur über eigene Aktivität und ist die Basis für späteres abstraktes Lernen und Denken.“ In modernen Grundschulen müsse aus medizinischer Sicht daher genauso viel Zeit und Fläche für Bewegung, Toben und Erkunden eingeplant werden wie für Rechnen, Lesen und Schreiben. Mit zwei Stunden Sportunterricht ist es nicht getan.

Mit Auszügen aus Süddeutsche.de

Großbritannien: Eltern entsetzt über Lieblings-Websites ihrer Kinder

(pte001/13.01.2015) - 75 Prozent der britischen Kinder unter 13 Jahren konsumieren regelmäßig sexuelle beziehungsweise pornografische sowie gewaltverherrlichende Inhalte. Die Untersuchung wurde von einer NSPCC-Kampagne http://nspcc.org.uk ins Leben gerufen und von den auf Mumsnet http://mumsnet.com vertretenen Müttern durchgeführt.

In der Studie sollten Mütter freiwillig die Websites abrufen und bewerten, die sie auch bei ihren Kindern gesehen hatten oder die allgemein als beliebt unter Heranwachsenden gelten. Über 500 Eltern besuchten daraufhin 48 Seiten, die sie allesamt als zu unsicher einstuften. Schon beim Registrierungsprozess sei es für Kinder unter 13 zu einfach gewesen, sich dennoch anzumelden.

Datenschutz problematisch

Knapp die Hälfte der Websites war aus Sicht der Eltern in puncto Datenschutz ungenügend gesichert. Ebenso war die Möglichkeit, Auffälligkeiten umgehend an die Administration zu senden, gering. "Ich habe sogar einen Fake-Account auf Facebook eingerichtet und schnell Freundesanfragen von völlig fremden Menschen bekommen", sagt eine Mutter nach der Untersuchung. Auch auf den Mobiltelefonen von Kindern wird oft schon brisantes Fotomaterial gefunden. An den Schulen erweist sich ein Durchgreifen jedoch als schwierig.

"Ich betrachte es als problematisch, wenn Lehrenden aktiv Zugriff auf die Handys ihrer Schüler gewährt würde. Wählten bestimmte Lehrende häufig die Vorgangsweise der Durchsicht, so könnte es rasch passieren, dass diese Lehrkräfte in Folge als 'Pädophile' dargestellt würden. Und sollte es dann überhaupt noch Lehrende geben, die tatsächlich diese Neigungen verspüren, so ist es dann natürlich umso problematischer", erklärt Barbara Buchegger vom Institut für angewandte Telekommunikation http://oiat.at gegenüber pressetext.

Eigene Websites für Kinder

Seiten, die ausschließlich an ein junges Publikum gerichtet sind, wurden jedoch überwiegend positiv bewertet. Darunter fallen zum Beispiel Club Penguin http://clubpenguin.com/de und Bearville http://bearville.com . Insgesamt wird von den Eltern jedoch kritisiert, dass das Mindestalter für Registrierungen beinahe überall zu niedrig liegt. Um Eltern weiterhin zu helfen, sich durch das Minenfeld der unzähligen sozialen Netzwerke und Webseiten zu navigieren, wurde eine "Share Aware"-Kampagne http://nspcc.org.uk/shareaware ins Leben gerufen.



Sexuelle Vielfalt in Schleswig-Holstein: „Hin und wieder gibt es einen Papa und eine Mama“

(Demo für Alle) In Schleswig-Holstein sollen Grundschulkinder künftig mehr über sexuelle Vielfalt erfahren. In den dafür erarbeiteten Unterrichtsmaterialien geht es um Homosexualität ebenso wie um Leihmutterschaft, Geschlechtsumwandlung oder Polygamie. Die traditionelle Familie kommt nur noch als Randerscheinung vor.

Sexuelle Vielfalt soll nun auch in den Grundschulen in Schleswig-Holstein eine größere Rolle spielen als bisher. Anfang 2014 hatte es dazu einen Beschluß der Landesregierung (SPD, Grüne, SSW) mit dem Titel „Miteinander stärken, Homophobie und Diskriminierung bekämpfen“ gegeben. Für die Erarbeitung entsprechender Unterrichtsmaterialien beauftragte das Sozialministerium unter der Sozialdemokratin Kristin Alheit den Lesben- und Schwulenverband Schleswig-Holstein, der seinerseits das Kieler Petze-Institut für Gewaltprävention hinzuzog. Dafür soll es 50.000 Euro vom Land an Fördermitteln gegeben haben. Die erste Fassung des sog. „Methodenschatzes“ wurde jetzt allerdings abgelehnt. Eine Überarbeitung wurde für das Frühjahr 2015 angekündigt.

Im Methodenschatz „Echte Vielfalt unter dem Regenbogen“ geht es um Homosexualität, aber auch um Leihmutterschaft, Geschlechtsumwandlung und Polygamie. Die klassische Familie aus Vater und Mutter und Kinder, in der mehr als dreiviertel aller Kinder aufwachsen, wird nur noch als eine von vielen Möglichkeiten des Zusammenlebens dargestellt. So heißt es in einem Diktattext für die dritte Klasse: „Hin und wieder gibt es einen Papa und eine Mama” (…) „Meine Mama Loris kommt aus Dänemark und hat dort Samenzellen von einem netten Mann bekommen. Dann bin ich in ihrem Bauch aufgewachsen. In Deutschland hat mich dann meine Mama Dani adoptiert“. Und weiter: „Zusätzlich zu meinen Eltern gibt es in meiner Familie noch Robin und Noa. Robin ist die Liebste meines Papas und Noa ist die beste Freundin meiner Mama.“

Der CDU gehen die geplanten Unterrichtsänderungen zu weit. Bildungsexpertin Heike Franzen plädierte in der SHZ für mehr Umsicht bei diesem Thema: „Wir müssen darauf achten, Grundschüler nicht zu überfordern“.  Sie habe zudem keinerlei Verständnis dafür, daß „der Plan noch in diesem Jahr in den Grundschulen umgesetzt werden soll.“

Hamburg: Linksradikale Gegendemonstranten randalieren gegen Elternrechtler und Polizei

Pressemeldung der Polizeidirektion Hamburg:

Zeit: 24.1.2015, 11 Uhr bis 15:55 Uhr
Ort: Hamburg-St. Georg, Hachmannplatz, Hansaplatz

Für Samstag waren in der Hamburger Innenstadt zwei Demonstrationen unter dem Tenor “Stoppt den frageSexualkundezwang an Grundschulen” und “Hamburg demonstriert Vielfalt: Gemeinsam für Akzeptanz in Schule und Gesellschaft” angemeldet worden.

Ab 11:30 Uhr hatten sich 50 Teilnehmer am Hachmannplatz in St. Georg eingefunden. Etwa 150 Gegendemonstranten umstellten und bedrängten die Versammlungsteilnehmer und bewarfen sie mit Schneebällen.

Bis 12 Uhr wuchs die Anzahl der Gegendemonstranten auf ca. 600 Personen an. Sie bewarfen die Versammlungsteilnehmer massiv mit Eiern, Schneebällen, Pyrotechnik und Plastikflaschen mit gefrorenem Wasser.

In der Mönckebergstraße hängten zwei Personen ein Transparent mit den Worten “Homophobie” zwischen zwei Bäumen auf. Gegen 12:30 Uhr mussten die in Gänze eingeschlossenen 100 Teilnehmer durch eine Polizeikette geschützt werden. Ein Versammlungsteilnehmer wurde durch einen Eier-Wurf im Gesicht verletzt.

Bei der Versammlung am Hansaplatz hatten sich ab 11 Uhr rund 350 – 400 Teilnehmer eingefunden. Im Laufe der Versammlung stieg die Anzahl der Teilnehmer auf bis zu 1000 Personen an. Nach Beendigung der Demonstration zogen etwa 200 Personen in Richtung der Demonstration am Hachmannplatz.

Die Anzahl der Gegendemonstranten bei der Demonstration am Hachmannplatz war durch den regen Zulauf der ehemaligen Versammlungsteilnehmer vom Hansaplatz auf 600 – 800 angestiegen.

Zeitgleich wurde eine Gruppe von etwa zehn Teilnehmern an der Wandelhalle von ca. 200 Gegendemonstranten eingeschlossen, es wurde teilweise Vermummung angelegt.

Gegen 13 Uhr wurden Polizeibeamte mit Flaschen beworfen. Es wurden Transparente der Piraten-Partei und ein Transparent mit der Aufschrift “Homophobie und Sexismus ist heilbar” gezeigt.

Der Aufzug setzte sich mit ca. 150 Teilnehmern in Bewegung, ca. 750 Gegendemonstranten begleiteten den Aufzug. Nach Widerstandhandlungen in der Aufzugsspitze kam es zu einem Schlagstockeinsatz.

Ein 15-jähriges Mädchen erlitt durch den Bewurf mit einer Fernbedienung eine Kopfplatzwunde.

Nach einer Schlusskundgebung wurde die Versammlung gegen 15:55 Uhr von der Leiterin für beendet erklärt. Die ehemaligen Versammlungsteilnehmer wanderten sukzessive ab.

Es waren knapp 200 Polizeibeamte im Einsatz.

Hubert Hüppe MdB: Sterbehilfe-Geschäft kennt keine Grenzen

Zu der vor wenigen Tagen vorgestellten Dokumentation des Vereins "Sterbehilfe Deutschland" über die von ihm 2014 organisierten Fälle von Suizidhilfe erklärt der Gesundheitspolitiker Hubert Hüppe MdB (CDU):

Die jetzt bekannt gewordenen dokumentierten Fälle von organisierter ärztlicher Sterbehilfe für körperlich gesunde Menschen sind ein Weckruf für die politische Debatte. Sie belegen, dass es keine dauerhaften Grenzen der Sterbehilfe gibt.

Wenn man der Presseberichterstattung folgt, so hat "Sterbehilfe Deutschland" in mehreren Fällen Personen zum Suizid verholfen, die weder unerträglichen Schmerzen ausgesetzt noch lebensbegrenzend oder überhaupt erkrankt, sondern lediglich lebensmüde waren oder Angst vor Einsamkeit und Hilflosigkeit hatten. Anstelle von mitmenschlicher Hilfe zum Leben erhielten sie Hilfe zur Selbsttötung.

Diese Fälle zeigen, was die inhumane Konsequenz davon ist, Selbsttötung als reinen Akt der Selbstbestimmung zu idealisieren. Er zeigt auch, dass das Geschäftsmodell derartiger Organisationen strafrechtlich verboten werden muss.

Wer sich Parolen wie "Mein Ende gehört mir" anschließt, muss sich dessen bewusst sein, dass er einer breiten gesellschaftlichen Etablierung einer Selbsttötungspraxis nach dem Vorbild von "Sterbehilfe Deutschland" das Wort redet.

Es geht in unserer aktuellen Sterbehilfe-Debatte nicht darum, dass im Einzelfall der Suizid eines entschlossenen Lebensmüden letztlich nicht verhindert werden kann. Tatsächlich geht es vielmehr darum, ob die Gesellschaft zulassen will, dass sich ein Sterbehilfe-Markt etabliert, wo jedem selbstbestimmungsfähigen Menschen ärztliche Hilfe zur Selbsttötung und die Bereitstellung tödlicher Substanzen angeboten wird.

Folge eines solchen Angebots ist die Möglichkeit des Drucks auf Menschen, von der Option der assistierten Selbsttötung Gebrauch zu machen, anstatt Angehörige, Renten- und Krankenkassen sowie ggf. Sozialhilfe zu belasten. Es muss alarmieren, dass im vermeintlichen Sterbehilfe-Vorbild-Staat Oregon die medizinische Versorgung für Sozialhilfe-Patienten streng rationiert ist, die Beihilfe zur Selbsttötung aber ausdrücklich von der Rationierung ausgenommen ist.

Dienstag, 20. Januar 2015

Kinder und Jugendliche sehen immer mehr Pornographie

(idea) – Kinder und Jugendliche sehen im Internet immer mehr Gewalt und Sex. Insbesondere Jungen beschäftigen sich mit brutalen Computerspielen. Das geht aus der JIM-Studie (Jugend, Information, Multi-Media) des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest hervor, die am 28. November in Mannheim vorgestellt wurde. 

Befragt wurden 1.200 Kinder und Jugendliche von zwölf bis 19 Jahren im Frühsommer 2014. 57 Prozent der befragten Jungen nutzen Gewaltspiele (Mädchen: 19 Prozent). Männliche Jugendliche spielen täglich durchschnittlich 105 Minuten und damit doppelt so lange wie Mädchen (48 Minuten). Diese neigen hingegen stärker als Jungen dazu, im Internet andere zu mobben. 

Der Studie zufolge sind die Möglichkeiten, „andere Personen immer und immer wieder bloßzustellen oder zu kränken und zu verletzen“, noch nie so vielfältig gewesen wie heute: „Schikane in Form von Text und Bild ist in Sekunden und per Knopfdruck bequem und vermeintlich sicher vor Entdeckung von zuhause aus machbar.“ 

38 Prozent der Befragten haben erlebt, dass jemand in ihrem Bekanntenkreis „regelrecht fertig gemacht wurde“. Das ist ein Anstieg um sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Immer mehr Jugendliche erhalten ferner ungefragt Gewaltdarstellungen und pornografische Filme. 2014 waren dies 14 Prozent, 2012 noch vier Prozent. Da mit 97 Prozent fast jeder Jugendliche ein Mobiltelefon (Smartphones: 88 Prozent) besitzt, könne die Mediennutzung durch Eltern oder Lehrer kaum kontrolliert werden. 

Ebenso wurde ermittelt, dass die Befragten die Glaubwürdigkeit der Berichterstattung in Tageszeitungen am höchsten einschätzen und im Internet am niedrigsten. Sie nutzen Zeitungen (32 Prozent) aber deutlich weniger als Radio (73 Prozent), Fernsehen (83 Prozent) und Internet (94 Prozent). Die Studienreihe JIM wird seit 1998 jährlich durchgeführt

Studie der Uni Mainz: Jeder dritte Jugendliche psychisch belastet

Viele Kinder und Jugendliche leiden unter einer eingeschränkten psychischen Gesundheit. Das hat eine repräsentative Befragung von Forschern der Universitätsmedizin Mainz unter rund 3.800 rheinland-pfälzischen Schülern im Alter von 12 bis 18 Jahren ergeben. Demnach ist etwa jeder Dritte psychisch stark belastet, etwa jeder Achte zeigt Symptome einer sogenannten Depersonalisation.

Von einer sehr hohen allgemeinen psychischen Belastung berichteten rund 32 Prozent der Befragten. Das Ausmaß an Belastung entspreche dabei jener von Jugendlichen, die sich wegen seelischer Erkrankungen in stationärer Behandlung befinden, schreiben die Mainzer Forscher in der Fachzeitschrift "Social Psychiatry and Psychiatric Epidemiology".

Auffällig sei die hohe Zahl von Kindern und Jugendlichen, die von stark belastenden Symptomen von Depersonalisation berichteten. Depersonalisation ist der Verlust bzw. die Veränderung des ursprünglichen, natürlichen Persönlichkeitsgefühls. Betroffene empfinden sich von sich selbst und der Umwelt abgetrennt oder erleben sich selbst und die Umwelt als unwirklich. In der Phase des Heranwachsens von Jugendlichen sind solche unangenehmen Erfahrungen nicht selten. In der Befragung gaben insgesamt 47 Prozent an, zumindest an einzelnen Tagen in den letzten zwei Wochen durch solche Symptome belastet gewesen zu sein. Dass jedoch 12 Prozent der Schüler stark belastende Symptome von Depersonalisation bekundeten, überraschte die Mainzer Forscher. Denn damit wies die Schülergruppe deutlich häufiger starke Symptome von Depersonalisation auf als die Allgemeinbevölkerung, in der dies nur mit einer Häufigkeit von ein bis zwei Prozent vorkommt.

Bei genauerer Untersuchung stellte sich heraus, dass Schüler, die Nikotin und Cannabis konsumierten häufig unter Depersonalisation litten. Auch soziale Ängste, männliches Geschlecht, geringere Schulqualifikation, stark verminderte Selbstwirksamkeit und schlechtere Fertigkeiten, Probleme konstruktiv zu lösen, hingen eng mit Depersonalisation zusammen.

Frühkindlicher Stress durch Fremdbetreuung hat Langzeitfolgen

Neue wissenschaftliche Studien machen klar, dass Fremdbetreuung Stress für die Kinder bedeutet – gerade für die Kleinsten. Es mehren sich die Ergebnisse, die auf das Risiko von späteren körperlichen und seelischen Folgen hinweisen. Kinder erleben Stress durch Fremdbetreuung, der auf noch leicht verletzbare Gehirne trifft.

Die Wirkung von verschiedenen Formen der Fremdbetreuung wird in einer Umfassenden Langzeitstudie mit mehr als 1.300 Kindern (bis 4 ½ Jahre) in den USA erforscht. Ebenso liegen die wichtigsten Ergebnisse der Betreuungswirkung auf die Kinder und Jugendlichen bis 15 Jahren vor:

Bei einer hohen Qualität der externen Betreuung bis 4 ½ Jahre kam es zu etwas mehr sprachlichen und kognitiven Fähigkeiten der Kinder bis zum Jugendalter im Vergleich zu nicht fremdbetreuten Kindern.

Aber je mehr nicht verwandtschaftliche Betreuung an wöchentlichen Stunden und Monaten/Jahren die Kinder bis 4 ½ Jahre erlebt hatten, desto mehr traten externe Verhaltensprobleme auf. Zum Beispiel Trotz und häufige Wutanfälle, Zerstörung von Sachen, Lehrer-Schüler-Konflikte, Schwächen im Sozialverhalten, mangelnde Empathie etc. je nach Altersstufe. Auch stärker Internalisierendes (unsicheres, depressives, ängstliches, reizbares) Verhalten, Kontaktschwäche und sozialer Rückzug in sich selbst bis hin zu Depressionen wurden als Konsequenz beobachtet. Auch bei hoher Qualität der Einrichtung traten solche Probleme auf. Die Werte lagen aber nicht im klinischen Bereich.

Die Messung des Stresshormons über den Speichel

Eine andere Studie untersuchte 70 Kinder im Alter von 15 Monaten in ganztägiger Krippenbetreuung. Den Kindern wurden zu Hause und am Vormittag in der Einrichtung Cortisol-Speichelproben entnommen. In der Trennungsphase, welche die Kinder ganztägig ohne ihre Mütter in der Kinderkrippe verbrachten, lag der Anstieg generell zwischen 70-100 Prozent gegenüber den häuslichen Werten.

Der Einfluss der Qualität der Mutter-Kind-Beziehung und des Elternhauses war bezüglich der sozialen, emotionalen, kognitiven und sprachlichen Entwicklung allerdings viel Größer als jegliche Form der externen Betreuung.

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt eine Schweizer Studie: Je mehr gruppenbezogene externe Kindertagesstätten-Betreuung Kinder zwischen 0 und 7 Jahren erlebt hatten, desto stärker zeigte sich der Anstieg von Problemen in folgenden Bereichen: Aggressives Verhalten, motorische Unruhe mit Aufmerksamkeitsdefiziten, Angst und Depressionen.
Die Eltern selbst berichten über vermehrte Probleme in der Erziehung und schlechtere Interaktionen mit ihren Kindern. Dadurch hatten die Eltern ebenfalls vermehrte Stresserscheinungen und Gesundheitsprobleme, wodurch auch ihre Ehe und Partnerschaft litt

Ein (r)wichtiges abschließendes Fazit:

Durch die Risiken einer frühen Betreuung und dem großen Einfluss des Elternhauses, sollte die Familienerziehung von Kleinkindern finanziell gefördert werden. So hätten Familien ohne großen finanziellen Druck eine echte Wahlmöglichkeit zwischen einer Fremdbetreuung und der Erziehung ihrer Kleinkinder durch sie selbst. Darüber hinaus sollten ihre Erziehungskompetenz gestärkt und ihre Erziehungsleistung in der Öffentlichkeit stärker anerkannt werden. Gleichzeitig sollte aber auch die Qualität der Gruppenbetreuung von Kleinkindern verbessert werden.

„Es ist nicht länger haltbar, dass Entwicklungswissenschaftler und Krippenverfechter leugnen, dass frühe und extensive Krippenbetreuung, wie sie in vielen Gemeinden verfügbar ist, ein Risiko für kleine Kinder und vielleicht für die ganze Gesellschaft darstellt…“

FCCC - Family, Children and Child Care Study – (Stein et al. 2012, Eryigit 2013)
NICHD-Studie (Belskyet al. 2007, 2010, 2010 a)
Schweizer Studie (Averdiyk et al 2011)

 

Mit Informationen aus "Für Kinder"

"Fifty Shades of Grey" gefährdet Psyche massiv

Junge Leserinnen klagen über Essstörungen, Alkohol- und Sexsucht

Michigan/München (pte016/06.10.2014/12:50) - E. L. James' Bestseller "Fifty Shades of Grey" könnte drastische Auswirkungen auf die menschliche Psyche haben. Junge Frauen, die das Buch gelesen haben, tendierten laut einer von der Michigan State University http://msu.edu durchgeführten Studie dazu, Essstörungen zu entwickeln, Alkoholkonsum bei Problemen in Betracht zu ziehen oder sogar einen verbal ausfallenden Partner zu bevorzugen.

"Fühlen wir uns auf emotionale Weise zu jemanden hingezogen, sei es zu einem Freund, einem Familienmitglied oder zum Partner, löst das in uns die Lust aus, diese Anziehung auch körperlich umzusetzen", sagt Psychologin Alexandra Krumm http://alexandra-krumm-beratung.de gegenüber pressetext. Auch wenn Frauen emotionale Krisen bereits bewältigt hätten, könne das Lesen von extremer Literatur, wie etwa Fifty Shades of Grey, ein Trauma zurückholen.

Gefahren durch Fiktion

Die Studie, die im "Women's Heath Magazin" http://womenshealthmag.com publiziert wird, beobachtete 650 junge Frauen im Alter von 18 bis 24 Jahren. Die Forscher haben den Fokus bei der Studie auf dem Zusammenhang zwischen gesundheitlichen Risiken gelegt und dem Lesen von Fiktion, in der Gewalt gegen Frauen ein Thema ist. "Fifty Shades of Grey"-Leser zeigten deutliche psychische Veränderungen.

Demnach würden 25 Prozent der Leserinnen einen Partner wählen, der sie anschreit oder beschimpft. Darüber hinaus würden 35 Prozent kein Problem mit einem Mann an ihrer Seite haben, der gewisse Stalker-Eigenschaften zeigt. Ganze 75 Prozent der untersuchten Leserinnen wären dazu bereit, sich einer extremen Diät zu unterziehen oder mehr als 24 Stunden gänzlich auf Nahrung zu verzichten.

Auch vor dem Hintergrund des persönlichen Sexuallebens zeigen sich messbare Effekte. Mit Blick auf ihre Sexualpartner würden 63 Prozent der befragten Frauen in ihrem Leben gerne mit mehr als fünf Männern Sex gehabt haben. Viele Leserinnen aller drei erschienen Bücher von E.L. James waren den US-amerikanischen Wissenschaftlern zufolge gefährdet, vermehrt auf Alkohol zurückzugreifen.

Eine Frage der Erziehung

Obwohl die Ergebnisse erschreckend ausfielen, ist die Antwort von Experten relativ beschwichtigend. Ein guter Schritt gegen die Verführungen von Fiktion sei es, bereits mit Kindern konstruktive Gespräche über Sexualität, das eigene Körperbild und Geschlechterrollen zu führen. Diese Kommunikation ohne Tabu sollte spätestens zu Beginn der Schulreife beginnen, um später für emotionale Sicherheit des Kindes zu sorgen.

Computerspiele in der Schule: Lernen oder weiter die Sucht förden?

Es gehört zu den Horrorszenarien von Christian Pfeiffer, Leiter des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, dass Jugendliche nun auch noch während des Unterrichts vor dem Computer sitzen sollen. Eine Studie aus diesem Jahr ergab, dass 15-jährige Jungen rund zweieinhalb Stunden täglich mit Computerspielen verbringen, gleichaltrige Mädchen knapp eine Stunde. Die Folgen machten sich unter anderem im Leistungsabfall der Jungen gegenüber den Mädchen bemerkbar, so Pfeiffer und warnt davor, das Medium in den Schulalltag zu integrieren. 

Die Argumente gegen einen Einsatz der Spiele im Unterricht beziehen sich vor allem auf ihren Suchtcharakter und die Gefahr, über das Computerspiel alles andere zu vergessen: Freunde, andere Hobbys, die Schule.

Trotz der bekannten gesundheitlichen Gefahren, hat Gerrit Neundorf, Medienpädagoge an einem Gymnasium im thüringischen Sömmerda, die hirnverbrannte Idee, Computerspiele jetzt auch in Schulen einzusetzen. Zusammen mit Schülern der elften Klasse hat er ein Lernszenario für den Biologieunterricht entworfen - eines, das nicht mit Kreide an die Tafel gemalt wird, sondern mit Hilfe eines Computerspiels in die Gehirne der Kinder transportiert werden soll.

"Jugendliche spielen zuhause Computerspiele, das ist ihre Lebenswelt", sagt Neundorf. "Wenn wir sie da abholen wollen, müssen wir gute Lernspiele in Bildungsprozesse integrieren." Das Spiel, mit dem er und seine Schüler andere Schüler abholen wollen, heißt Minecraftedu und ist eine spezielle Version des beliebten Bauklötzchen-Computerspiels Minecraft.

Die Schüler steuern darin eine Spielfigur durch ein Ökosystem, gebaut aus digitalen 3-D-Klötzchen. In der Mitte der Spielwelt steht ein großer Baum. Seine Wurzeln wachsen tief in die Erde und Wasseradern verästeln sich in der Krone. Überall sind virtuelle Räume eingerichtet, in denen abgefragt wird, was die Schüler über pflanzliche Versorgungswege wissen: Welche Pflanzenarten benutzen den Kapillareffekt, um Stoffe zu transportieren? Nur wer die Antwort weiß, darf das nächste Level betreten.

Dass Computerspiele als Lernhilfsmittel genutzt werden können, hat die Spiele-Industrie schon länger erkannt und bringt immer neue Produkte auf den Markt, die versuchen wollen, bestimmte Kompetenzen spielerisch zu vermitteln. Mit sogenannten “Serious Games“ sollen schulische Inhalte transportiert werden. Dennoch: Wer glaubt, durch den Einsatz dieser Spiele die Lehrer zu entlasten, liegt falsch. „Je komplexer das Medium ist, umso mehr ist der Pädagoge gefordert, die Eindrücke und Lernerfolge einzuordnen und zu strukturieren“, sagt der Medienpädagoge Helmut Meschenmoser. Dafür aber brauche man Lehrer mit hoher Medienkompetenz.

Bislang gibt es kaum wissenschaftliche Erkenntnisse, ob Lernspiele tatsächlich die Zukunft bedeuten, oder bloß oberflächliches Pseudo-Wissen in Bildern verpackt, die nur motivieren, weil sie vom Standard-Unterricht ablenken.

Mit Informationen aus Süddeutsche.de

Donnerstag, 15. Januar 2015

Studie: Gewaltspiele verändern sehr schnell die Hirnaktivität

US-amerikanische Forscher haben einer Studie zufolge herausgefunden, dass Videospiele mit gewalttätigen Inhalten Spuren in den Gehirnen der Spieler hinterlassen. Ausgeprägte Veränderungen wurden schon nach kurzer Zeit in den Hirnarealen beobachtet, die an der Verarbeitung des Denkens, der Emotionen und der Selbstkontrolle beteiligt sind.

Die US-Mediziner führten diese Studie an 22 jungen Männern im Alter von 18 bis 29 Jahren durch. Die zufällig ausgewählten Teilnehmer wurden in 2 Gruppen unterteilt. Eine Hälfte der Männer spielten über 1ne Woche lang Videospiele mit gewalttätigen Inhalten – die 11 Männer aus der Kontrollgruppe spielten in dieser Zeit kein einziges Videospiel. Zusätzlich mussten die Teilnehmer Aufgaben erfüllen, bei denen sie sich auf emotionale Begriffe konzentrieren mussten.

Mit Hilfe der Magnetresonanztomographie wurden sowohl ein Test zu Beginn als auch zum Ende der Studie durchgeführt. Schon nach 1ner Woche Gewaltspiele machten sich erste Veränderungen im Gehirn bemerkbar: Es kam zu einer geringen Aktivierung bestimmter Bereiche, welche für die Kontrolle von Emotionen und Aggressivität verantwortlich sind. Bei den Teilnehmern der 1. Gruppe wurde primär die Gehirnregion aktiviert, die für unkontrollierte Gewaltausbrüche steht. Bei der Kontrollgruppe dagegen, wurden verstärkt Verstandszentren bei der Wahl emotionaler Begriffe eingesetzt.

Videospiele, die Gewalt als Inhalt haben, sind umstritten. Einige Wissenschaftler vermuten, dass sie ein Auslöser für späteres aggressives Verhalten und eine verminderte Selbstkontrolle sein könnten. Bewiesen ist diese Vermutung noch nicht. Das Gewaltspiele jedoch vorübergehende Veränderungen im Gehirn zur Folge haben, vermuten bereits viele Mediziner und konnten dies auch anhand mehrerer Studien belegen.

Erwachsene können entscheiden, wie sie ihre Freizeit gestalten – Kinder, die sich selbst überlassen werden, haben oft keine Kontrolle über Zeit und Raum dieser Spiele. Eltern sind in der Pflicht, darauf zu achten was (und wie lange) ihre Kinder vor dem Computer oder an Spielekonsolen machen. 

Mit Angaben aus neuronation.de

Jugendliche setzen katholische Pfarrkirche in Brand

Foto aus Wikipedia
Die Badische Zeitung berichtet am 13. Januar 2015, dass vermutlich Jugendliche in der Nacht auf Dienstag, an der Pfarrkirche St. Josef in der Rheinfelder Friedrichstraße in Rheinfelden (Baden) ein Feuer gelegt und Böller hineingeworfen haben.

Gegen 2 Uhr wurde von einem Passanten in der Cesar-Stünzi-Straße über Notruf mitgeteilt, dass die Pfarrkirche St. Josef in der Friedrichstraße brennen würde. Zeitgleich gingen in der Notfallzentrale andere Anrufe ein, dass dort mehrere Jugendliche Böller in ein Feuer werfen. 

Als die Feuerwehr eintraf, griffen die Flammen bereits auf das Vordach des naheliegenden Jugendraums über. Die Feuerwehr rückte mit 30 Mann und fünf Fahrzeugen aus und löschte den Brand am Jugendraum der Kirche, in dem sich der Gruppenraum für Ministranten befindet. Durch den jugendlichen Leichtsinn war die Feuerwehr bis 4 Uhr im Einsatz.

Erste Ermittlungen der Polizei ergaben, dass der Anbau der Kirche Feuer gefangen hatte, nachdem mehrere Jugendliche auf seiner Terrasse ein Feuer entzündet hatten. Einer ersten Einschätzung der Polizei zufolge beträgt der Sachschaden zirka 10 000 Euro. Die Holzdecke des Anbaus hatte bereits Feuer gefangen und eine Fensterscheibe ist zersprungen.

Pfarrer Anton Frank sah vom Gemeindehaus die Flammen über das Dach des Anbaus schlagen, als er aufwachte. Er war froh, dass das Feuer entdeckt und gelöscht wurde, bevor der ganze Anbau in Flammen aufging.

SMS, E-Mail und Chatroom schaden der deutschen Sprache

Im Gegensatz zu Briefen und E-Mails wird in SMS und im Chatroom so geschrieben, wie gesprochen wird. Rechtschreibung ist nebensächlich. Über Kommasetzung nachzudenken dauert zu lang. Ganze Sätze sind unnötig, um sich zu verstehen. Wer doch wissen möchte, wie ein Wort korrekt geschrieben wird, verlässt sich auf das Korrekturprogramm von "Word“ und anderen Textverarbeitungsprogrammen. Im Zweifel wird ‘gegoogelt‘ und die Internet-Mehrheit entscheidet, ob es "Delphin“ oder "Delfin“ heißt. 

Kritiker sorgen sich, dass die Sprache verlottert und offizielle Briefe bald so schludrig geschrieben werden wie eine SMS.

Auch nach Meinung des Rechtschreibrats-Vorsitzenden Hans Zehetmair ist durch Twitter und SMS das deutsche Sprachgut gefährdet. "Die deutsche Sprache wird immer weniger gepflegt", beklagte Zehetmair in einem dpa-Gespräch. Das Deutsche verarme in den neuen Medien zu einer "Recycling-Sprache", werde immer mehr verkürzt und vereinfacht und ohne Kreativität wiedergekäut.

Der Sprachverfall betreffe vor allem die junge Generation. Das Vokabular der Jugendlichen sei via SMS und Twitter generell sehr simpel, die Rechtschreibung fehlerhaft. "Ich will die moderne Technik nicht verurteilen, aber die Jugend darf sich von der schwindelerregenden Entwicklung nicht vereinnahmen lassen." Ebenso leide die Verständigung unter Mitmenschen, wenn jeder mit seinem Handy in der Ecke sitze und nicht mehr mit anderen spreche, sagte der ehemalige bayerische Kultusminister: "Einer SMS mangelt es an Gefühl und Herzlichkeit." Auch die Anglizismen sind ihm ein Dorn im Auge: "Es hat nichts mit einem höheren Bildungsgrad zu tun, wenn man Wörter auf Englisch sagt, die man ebenso auch auf Deutsch formulieren könnte."

Tablets, Twitter und WhatsApp sollten Kinder daher erst benutzen, wenn sie schon gefestigte Deutsch-Kenntnisse hätten – unter 14 Jahren sind diese Kommunikationsmittel nach Ansicht Zehetmairs entbehrlich. "Wenn man stundenlang vor dem iPad sitzt, färbt das eben ab."

Kinder sollten wieder mehr Gedichte lernen und Bücher lesen, um die Schönheit der Sprache zu erleben, forderte Zehetmair. Gefragt seien die Eltern als Vorbilder: "Die Eltern müssen ihre Kinder dafür gewinnen, wieder ein Buch zu lesen – dafür müssen sie selber lesen.

Mit Material aus heise online

Dienstag, 13. Januar 2015

Alarm um die zunehmende Pornosucht, ihre Ursachen und Auswirkungen/Christa Meves

Von Christa Meves

Erfahrung im Hinblick auf das Verhalten von Menschen gilt heute nicht mehr als Wissenschaft. Wer nur durch Beobachtung zu psychologischen und pädagogischen Erkenntnissen kommt, muss auf Faktenwissenschaft – am besten auf dem Boden von Hirnforschung  – warten.

Eine Studie des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin liefert nun eine solche Aussage. Mit einer Studie werden dort die bedenklichen Folgen der Nutzung von Pornografie bestätigt.

Man ließ 64 Männer zwischen 21 und 45 Jahren pornografisches Material anschauen, während sie der Magnetresonanztomographie (MRT) ausgesetzt waren und untersuchte so die Hirnstruktur der Probanden sowie deren Hirnaktivitäten.

Zuvor hatte man sie gefragt, wie oft und wie lange sie jeweils Pornos anschauen. In einem Bericht des Instituts heißt es:

“Die Auswertung der Ergebnisse zeigte einen Zusammenhang zwischen der Anzahl der Stunden, die die Probanden in der Woche mit pornografischem Material verbringe, und der Größe der grauen Substanz im Gehirn.

Im Ergebnis zeigte sich ein Zusammenhang zwischen Pornografiekonsum und der Größe des Striatum, einer Hirnregion, die zum Belohnungszentrum des Gehirns gehört. Das heißt: Je mehr sich die Probanden mit Pornografie beschäftigten, desto kleiner war das Volumen ihres Striatums.”

Die maßgebliche Wissenschaftlerin, Simone Kühn, kommentiert das so:

“Das könnte bedeuten, dass der regelmäßige Konsum von Pornografie das Belohnungssystem gewissermaßen ‘ausleiert’. Deswegen nehmen wir an, dass Probanden mit hohem Konsum immer stärkere Anreize benötigen, um das gleiche Belohnungsniveau zu erreichen.”

Eine solche Forschung ist von höchstem Belang; denn – so bilanziert eine Studie von Professor Jakob Pastötter, gemeinsam mit seinem Kollegen von der City-Universität London, an der 56.000 Männer und Frauen teilgenommen hatten:

Der Konsum von Pornografie bei Männern ist erschreckend hoch. Von diesen Männern schauen sich täglich oder wöchentlich 60 Prozent einen Porno an, bei Frauen sind es weniger als 12 Prozent.

Besonders erschreckt ein bedeutsames Detail den Professor, den Präsidenten der deutschen Gesellschaft für sexualwissenschaftliche Sozialforschung mit Sitz in Düsseldorf: “Mehr als jeder Zehnte von den 16 – 19-jährigen Jugendlichen gab an, schon im Alter von 10 Jahren Sexfilme angeschaut zu haben.”

Deutschland an der Spitze der Porno-Aufrufe im Internet

Darüber hinaus weiß das evangelische Wochenmagazin “IDEA-Spektrum” (Nr. 45/2014) mit einer Grafik zu berichten: Deutschland habe im Vergleich mit neun anderen technizistischen Staaten bei den Webseit-Aufrufen, die zu Pornoseiten führen, mit 12,47 Prozent weltweit den höchsten Anteil.

Das sind beunruhigende Berichte, wobei seit ca. 25 Jahren allein mithilfe des Internet eine verstärkte Möglichkeit besteht, Zugang zur Pornonutzung zu bekommen.

Und von allergrößter Relevanz im Hinblick auf die Aufklärung der Bevölkerung ist besonders jener neue Ansatz im Max-Planck-Institut für Bildungsforschung; denn deren Feststellung, dass die Möglichkeit zum Kick durch häufigen Gebrauch “ausleiere”, gibt damit einen Hinweis auf die große Gefahr, die mit häufiger Pornonutzung verbunden ist:

Ihre Untersuchung ist ein bedeutsamer Hinweis auf die Anbahnung zur PORNOSUCHT.

Die Nutzer können das beschreiben – so habe ich als langjährige Gutachterin beim Jugendgericht in Erfahrung bringen können: Hier spult sich ein Vorgang wie bei jeder anderen Sucht ab.

Entstehung der Pornosucht und ihre Folgen

Besonders ersichtlich ist die Entstehung von Sucht bei der Anbahnung zur Alkoholabhängigkeit. Der Nutzer wird gedrängt, nach immer stärkeren Anreizen auf die Suche zu gehen, was seine Gedankenwelt in zunehmendem Maße fesselt. Auf der Suche nach Lust wird die Willensfreiheit in einem sich steigernden Maße eingeschränkt, so dass schließlich sogar die Gefahr entsteht, in der Realität Kinder als Objekte der sexuellen Befriedigung zu missbrauchen.

Dass es heute eine Kinderschänderindustrie gibt, die von Millionen von Männern in Anspruch genommen wird, ist eine höchst alarmierende Gegebenheit. Seit dem Skandal um den Bundestagsabgeordneten Edaty ist dem Parlament hierzulande offenbar bewusst geworden, dass hier dringlicher Handlungsbedarf besteht.

Allerdings ist das mit kleinen Änderungen im Gesetz, wie in den letzten Tagen geschehen, nicht einfach getan. Von großer Dringlichkeit ist die Einsicht, dass mit der sogenannten “Befreiung zur Sexualität” seit ca. 50 Jahren weltweit ein Rubikon überschritten worden ist.

Von der praktischen Berufserfahrung her habe ich schon damals mit einer Vielzahl von Publikationen vor der Entfesselung des zweitgrößten Lebenstriebes und den seelisch zerstörerischen Folgen zu warnen begonnen. Als letztes noch einmal mit den Taschenbüchern “Wer Wind sät” und gemeinsam mit Professor Thomas Schirrmacher unter dem Titel “Ausverkaufte Würde – der Pornoboom und seine psychologischen Folgen”.

Aber selbst das Aufplatzen der Eiterbeule durch den belgischen Verbrecher Dutroux führte nicht zu nachhaltigen Aktivitäten der Regierungen und der Aufklärung der Bevölkerung über das Wesen der Sexualsucht.

Kann es in später Stunde noch Hilfe geben gegen diese Form der Selbstvernichtung einer blühenden Gesellschaft?

Nun gehen junge verantwortungsbewusste Eltern z.B. in  Stuttgart auf die Straße – immerhin! Aber unumgänglich wäre eine Bemühung der Mächtigen um eine Vereinbarung gegen diesen Seelenkrieg. Er müsste auf einem Gipfeltreffen Hauptthema sein.

Erhöhtes Risiko von Psychosen durch Cannabis

Kontroversen gab es lange Zeit um das sogenannte Amotivationale Syndrom bei Cannabiskonsumenten. Es wurde anfangs als eine spezielle durch die Droge verursachte Antriebsstörung beschrieben, bei der Betroffene das Interesse an fast allen Aktivitäten verlieren, lethargisch werden und emotional abstumpfen. Solche Menschen sind lustlos und stark auf sich selbst bezogen. Da sie kaum noch Interesse an anderen haben und wenig leistungsbereit sind, führt das oft zu Problemen in der Schule oder am Arbeitsplatz und zur sozialen Isolation.

Eine Langzeit-Studie der University of California in Berkeley stellt dar, dass zum Beispiel Menschen, denen es im Alter von elf Jahren schwer fiel, ihre Impulse zu kontrollieren, mit 18 Jahren häufiger regelmäßig große Mengen Marihuana konsumierten.

Besonders der Zusammenhang von Schizophrenie und Cannabis-Konsum ist inzwischen gut erforscht. So konnte erneut eine Studie des Psychologen Roland Kaiser von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Köln zeigen, dass der Konsum von Haschisch oder Marihuana das Risiko für Psychosen, zu der auch die Schizophrenie gehört, erhöht. Bei einer Psychose leiden die Betroffenen unter starken Stimmungsschwankungen und wirren Gedanken, und auch Halluzinationen und Verfolgungswahn treten häufig auf.

Während Abhängige ohne gleichzeitige Schizophrenie in der Studie häufig Heroin und Kokain einnahmen, waren es bei den schizophrenen Abhängigen meist Cannabis-Produkte. Zu dem gleichen Ergebnis kam eine schwedische Studie, die mehr als 45.000 Wehrpflichtige über 15 Jahre untersuchte. Auch hier war das Risiko für Schizophrenie bei den Cannabis-Konsumenten deutlich erhöht.

Cannabis scheint den Ausbruch von Schizophrenie aber nicht nur zu fördern, sondern auch zu beschleunigen. So wird Schizophrenie bei Cannabis-Konsumenten im Schnitt bereits drei bis fünf Jahre früher diagnostiziert als bei Betroffenen ohne Drogenerfahrung.

Doch auch wer nur gelegentlich Drogen konsumiert, darf sich nicht in Sicherheit wiegen. Denn selbst ein einmaliger Drogenkonsum, vor allem bei Cannabis, kann zu Schizophrenie-Symptomen führen. Experten sprechen dann von einer cannabisinduzierten Psychose, bei der die Dosis und auch die Frequenz des Drogenkonsums direkt in Zusammenhang steht mit der Anzahl und Schwere der Symptome.

Mit Angaben aus Focus online und Die Welt