Dienstag, 28. Juli 2015

Das Internet als Droge: 9-10 Jährige halten es gerade mal eine halbe Stunde ohne Handy aus

Kinderärzte klagen: Durchgehend surfen viele Kinder im Internet – mit noch unbekannten Folgen. Dieser exzessive Medienkonsum sei bisher noch nicht wissenschaftlich erforscht, berichtet Die Welt am 17.07.15.

Facebook, Instagram, Whatsapp: Viele Kinder sind nahezu dauerhaft online. Das grausige Ergebniss der aktuellen Studie “Blikk-Medien“ zeigt: Mehr als 60 Prozent der 9-10 jährigen Kinder können sich weniger als 30 Minuten ohne Nutzung von digitalen Medien beschäftigen!

Für die Kinderärzte ist die Frage nach den gesundheitlichen Auswirkungen übermäßiger Mediennutzung "eine der wichtigsten überhaupt". Manche Mädchen und Jungen hätten schon im Vorschulalter Zugang zu Smartphones und seien im Internet unterwegs. Bei den über Zwölfjährigen seien viele fast pausenlos mit Handys und Laptops beschäftigt.

Dem Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung zufolge gelten mehr als eine halbe Million der 14- bis 64-Jährigen als internetabhängig. Welche Folgen dies langfristig habe, werde bisher kaum untersucht. Der Verband der Kinder- und Jugendärzte plante deshalb eine flächendeckende Fragebogenaktion in allen Kinderarztpraxen. Unterstützung bekomme man dafür aber bisher nicht, beklagt Verbandspräsident Wolfram Hartmann, weder vom Gesundheits- noch vom Familienministerium.

Prävention durch Vorbildfunktion der Eltern


"Viele Jugendliche und Erwachsene zeigen bereits heute Anzeichen einer Medienabhängigkeit", erklärt die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU). "Es ist daher richtig, bereits frühzeitig Kinder und ihre Eltern gemeinsam an einen verantwortungsbewussten Mediengebrauch heranzuführen." Spätere Abhängigkeiten könnten so möglicherweise verhindert werden.

Berliner CDU gegen Öffnung des Ehegesetzes

(Freie Welt) Die Basis der CDU Berlin durfte ihre Meinung zur »Ehe für alle« sagen. Doch das Ergebnis passt der Führung nicht.

Die Mitglieder der Berliner CDU haben klar entschieden, dass sie die Einführung der »Ehe für alle« ablehnen. In der Mitgliederbefragung, deren Ergebnis letzten Freitag veröffentlicht wurde, stimmten 45 Prozent dagegen, 35 Prozent dafür. Der Landesvorstand hatte die Parteibasis um ihre Meinung gebeten, weil er in dieser Frage Druck vom Koalitionspartner SPD erhalten hatte, aber nicht wagte, ihm – auch wenn er gerne wollte – sofort nachzugeben.

Doch nun hat die Partei anders abgestimmt als erhofft. Für Stefan Evers, den Vizevorsitzenden der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus, ist das allerdings kein Grund, klein beizugeben. Gegenüber dem Tagesspiegel erklärte er: »Die rechtliche Gleichstellung von Lebenspartnerschaft und Ehe bleibt aber ein politisches Ziel der Berliner CDU. Ich bin zuversichtlich, dass wir dies nach der Sommerpause anpacken.«

Evers hatte sich in einem Interview, das er derselben Zeitung vor der Abstimmung gegeben hatte, zuversichtlich gezeigt, dass das Ergebnis in seinem Sinne ausfällt. Er hatte zu Protokoll gegeben: »Ich bin aber zuversichtlich, dass wir zu einem ähnlichen Ergebnis kommen, wie es bereits die Umfragen unter unserer Wählerschaft zeigen. Die sehen zwei Drittel der Unionswählerschaft bei Ja.« Sein damaliges Programm nahm sich basisdemokratisch aus: »Wir wollen und werden in der Berliner CDU keine Meinungen von der Spitze her verordnen in so einer grundsätzlichen gesellschaftspolitischen Frage. Für eine Volkspartei ist es meiner Meinung nach der richtige Weg, die Mitglieder einzubeziehen.«

Die Entwicklung schreite ohnehin voran, sagte Evers. Die Jüngeren hätten für die Öffnung der Ehe für Homosexuelle gestimmt, weshalb Widerstand zwar »noch« vorhanden sei, vor allem aus »religiösen oder kulturellen Prägungen« heraus. Allerdings habe die Befragung gezeigt, »dass die Vorbehalte keine Zukunft in der CDU haben. Dieser Trend wird sich weiter verstärken, mit jedem neuen Mitglied. Der Wandel braucht aber noch ein wenig Zeit, wie auch die Diskussion über unser Eheverständnis.«

Kein Wunder, dass Evers die Befragung als nebensächliches Ereignis ansieht, dem man keine große Beachtung zu schenken braucht.

Familienverband: Krippenausbau der Bundesregierung verfassungsrechtlich bedenklich

(PM Verband Familienarbeit) Das BVerfG hat das Betreuungsgeld lediglich aus formalen Gründen als verfassungswidrig bezeichnet, weil die Bundesebene dafür nicht zuständig sei. So weit, so gut.

Allerdings hätte das Gericht allen Anlass gehabt, sich mit dem Betreuungsgeldgesetz auch inhaltlich zu befassen, zum Beispiel auf der Grundlage des vom eigenen Hause 1999 gefällten Betreuungsurteils, das bestimmte, dass `die Kinderbetreuung in der jeweils von den Eltern gewählten Form in ihren tatsächlichen Voraussetzungen zu ermöglichen und zu fördern` sei.

Angesichts der Entwicklung, die die Familienpolitik seither genommen hat, bleibt nur festzustellen: Folgt man dem Urteil des BVerfG, bewegt sich die Bundesregierung mit ihrer Krippenpolitik auf breiter Front in der Illegalität, denn die von ihr ausgesprochene Garantie für einen Krippenplatz und sogar das Elterngeldgesetz fallen ebenfalls nicht in ihre Kompetenz, sind folglich ebenso verfassungswidrig wie das Betreuungsgeldgesetz.

Familienminsterin Schwesig hat diesen Zusammenhang offenbar nicht verstanden, wenn sie frohlockt, dass das eingesparte Geld jetzt in die Betreuungseinrichtungen gesteckt werde. Dafür ist sie jetzt nicht mehr zuständig.

Zwar rechtfertigt das BVerfG die Bundesgarantie für einen Krippenplatz mit dem Argument, diese liege auch im Interesse des Arbeitsmarkts und der Wirtschaft, was beim Betreuungsgeld nicht der Fall sei. - Allerdings muss für das Betreuungsgeld das Kindeswohl ins Feld geführt werden, für das laut Grungesetz in erster Linie die Eltern zuständig sind. Das bedeutet, das sie frei zu entscheiden haben, wie und durch wen ihre Kinder erzogen werden. Dieses Recht hat Verfassungsrang und damit Vorrang gegenüber vordergründigen Profitinteressen der Wirtschaft. 


Die Entscheidung, die eigenen Kinder um des Kindeswohls willen selbst zu betreuen und zu erziehen, wurde durch das Betreuungsgeld in der Tendenz gefördert. Jetzt ist es eine Herausforderung für die Bundesländer, das gescheiterte U3-Konzept der Bundesregierung durch stimmige Lösungen zu ersetzen, die selbst betreuende Eltern nicht mehr benachteiligen und die auch Ungerechtigkeiten des Elterngeldgesetzes gegenüber Mehr-Kind-Eltern und jungen noch in Ausbildung befindlichen Eltern beseitigen.

Im Übrigen ist zu hoffen, dass sich eine Landesregierung zur Einleitung eines Normenkontrollverfahrens findet, das bei der U3-Betreuung die Bedeutung des Kindeswohls zum Thema macht, das im jetzigen Urteil des BVerfG gar keine Erwähnung findet.

Zu viele Untersuchungen: Schwangere werden unnötig unter Stress gesetzt

Nahezu alle schwangeren Frauen erhalten mehr Untersuchungen als die Mutterschaftsrichtlinien vorsehen. Ob Risikoschwangerschaft oder völlig unauffälliger Schwangerschaftsverlauf: Werdende Mütter erfahren stets die nahezu gleiche Behandlung. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Bertelsmann Stiftung.

Fast alle Schwangeren nehmen Vorsorgemaßnahmen in Anspruch, die in den Richtlinien gar nicht vorgesehen sind. Hierzu zählen etwa mehr als drei Ultraschalluntersuchungen und spezielle Blut- oder Herztonmessungen. Dies zeigt eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung, für die knapp 1300 Mütter kurz nach der Geburt befragt wurden.

Nahezu unerheblich war dabei, ob eine Risikoschwangerschaft oder ein unauffälliger Verlauf vorliegt: Die Untersuchungen liefen fast gleich ab. Vier von fünf Frauen haben zudem für solche oft nicht notwendigen Präventionsmaßnahmen auch selbst in die Tasche gegriffen.

Experten fürchten, auf diese Weise werde Schwangerschaft immer mehr als etwas Krankhaftes und Behandlungswürdiges angesehen. Es schüre die Angst der Frauen vor der Geburt und somit „möglicherweise auch ihren Wunsch nach einer vermeintlich sicheren Kaiserschnitt-Entbindung“, sagte Studienautorin Rainhild Schäfers von der Bochumer Hochschule für Gesundheit.

Bei der Befragung gab fast die Hälfte der Frauen mit normaler Schwangerschaft an, mehr als fünf Ultraschalluntersuchungen gemacht zu haben. Die Mutterschaftsrichtlinien sehen aber nur drei vor. Auch scheint eine spezielle Herzton- und Wehenmessung (CTG/Kardiotokographie) längst zur Routine zu gehören. Obwohl diese Untersuchungsmethode nur bei drohenden Frühgeburten und anderen Auffälligkeiten vorgesehen ist, ließen 98 Prozent die Untersuchung durchführen - im Schnitt sogar öfter als vier Mal.

Auch Blutuntersuchungen, die über den normalen Vorsorgestandard hinausgehen oder dreidimensionaler Ultraschall wurden von den Schwangeren genutzt. Die Befragung zeigte auch: Viele werdende Mütter glaubten, die in Anspruch genommenen Kontrollen gehörten zur Routine.

Mit Informationen der FAZ, Bertelsmann und dpa

Fast jeder zweite Deutsche wünscht Schutz für die klassischen Ehe

(idea) – Fast jeder zweite Deutsche ist der Meinung, dass die klassische Ehe von Mann und Frau besonderen Schutz verdient. Das ergab eine Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. 47 Prozent der Befragten stimmten der Aussage zu: „Jeder kann seinen Partner zwar frei wählen, das ist Privatsache. Aber aus der Ehe zwischen Mann und Frau entstehen in der Regel Kinder. Deswegen verdient die klassische Ehe zwischen Mann und Frau besonderen Schutz.“ 

42 Prozent meinten dagegen: „Ehe heißt für mich, dass sich beide Partner aufeinander verlassen können und füreinander einstehen. Dabei spielt das Geschlecht überhaupt keine Rolle. Dass homosexuelle Partner nicht heiraten dürfen, ist für mich daher eine ungerechtfertigte Diskriminierung.“ Bei diesem Thema gibt es auffallende Unterschiede zwischen den Generationen: Während 62 Prozent der ab 60-Jährigen der Ansicht sind, die traditionelle Ehe verdiene besonderen Schutz, sagen dies bei den unter 30-Jährigen nur 26 Prozent. 

Ein weiteres Ergebnis: Fast die Hälfte der Deutschen sieht homosexuelle Partnerschaften mit Kindern mit Unbehagen. 48 Prozent befürworten die Aussage: „Sicherlich kann ein Kind, das bei homosexuellen Eltern aufwächst, eine gute Kindheit haben, aber ich muss sagen, ich habe kein gutes Gefühl dabei, ich finde das nicht richtig.“ 

Fast drei Viertel (72 Prozent) sind der Überzeugung „Ein Kind braucht ein Heim mit beiden: Vater und Mutter, um glücklich aufzuwachsen“. 

Die Umfrage ergab auch, dass die „gleichgeschlechtliche Ehe“ für die Deutschen ein nachrangiges Thema ist. Nur 17 Prozent sind der Auffassung, dass man sich darum „unbedingt“ kümmern sollte. Das ist der letzte Platz unter sechs Bereichen. Für vorrangiger halten die Bürger folgende Themen: Flüchtlinge aus Afrika (77 Prozent), Terror des „Islamischen Staates“ (72 Prozent), Stabilität des Euro (59 Prozent), Integration von Zuwanderern (57 Prozent) und Klimawandel (55 Prozent).

Dienstag, 21. Juli 2015

Betreuungsgeld: Falsches Signal aus Karlsruhe

Mathias von Gersdorff 

Das Bundesverfassungsgericht hat in einer Entscheidung vom 21. Juli 2015 das vor etwa zwei Jahren eingeführte Betreuungsgeld gekippt.

Diese Leistung erhielten Eltern, die ihre Kinder nicht in eine Kindertagesstätte schicken wollten. Weil dadurch der Staat im Grunde Geld spart, sollten diese Familien eine finanzielle Unterstützung bekommen, wenn sie ihre Kinder selber betreuten.

Vor allem die CSU hat sich ins Zeug geworfen, um das Betreuungsgeld einzuführen. Das Hauptargument war „Entscheidungsfreiheit“: Die Eltern sollten frei entscheiden, wie sie ihre Kinder erziehen. Der Staat sollte nicht über den Weg finanzieller Anreize die Kinder in die Kitas locken.

Doch genau das wollten die linken Politiker von SPD bis Linke. Sie verleumdeten das Betreuungsgeld wo sie nur konnten und sprachen von einer „Herdprämie“ und dass man die Kinder von der Erziehung fernhalten würde.

In der Debatte vor der Einführung verheimlichten die Gegner des Betreuungsgeldes, dass für sie nur der Staat Kinder angemessen erziehen kann.

Nun jubeln diese Politiker, Manuela Schwesig, eigentlich Bundesfamilienministerin, am meisten.

Die Debatte wird aber weiter gehen. Das Bundesverfassungsgericht hat nämlich lediglich gesagt, dass nicht der Bundestag über das Betreuungsgeld entscheiden könne, sondern die Bundesländer. Bayern hat schon angekündigt, weiterhin das Betreuungsgeld auszuzahlen. Es könnte nun zu einem Wettbewerb zwischen den Bundesländern kommen, wer die Familien am besten „behandelt“. So könnte selbst in SPD-regierten Bundesländern ein Druck auf die Landesregierungen entstehen, das Betreuungsgeld einzuführen, denn das Gegenteil könnte als asozial empfunden werden.

Betreuungsgeld: Manuela Schwesig jubelt über Urteil und fordert mehr Kitas

Unfassbar: Mitteilung der Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig über ihren Twitter-Konto nach Bekanntgabe des Urteils des BVerfG.

O-Ton Schwesig in der FAZ: „Das Betreuungsgeld ist der falsche Weg und hat keine Zukunft“

Bildschirm statt Spielplatz: Viele Kinder leiden unter Bewegungsmangel

Von der Schule vor den Bildschirm und dann in’s Bett. So, oder ähnlich sieht der Alltag von Kindern in Deutschland aus. Dies bestätigt auch der neue Gesundheitsreport der Deutschen Krankenversicherung (DKV).

Die Ergebnisse zeigen, dass der Großteil der 6- 12- Jährigen zu viel Zeit mit Medien verbringt. Reizüberflutung ist nur eins der damit verbundenen Probleme, sagt der wissenschaftliche Leiter des DKV-Report, Ingo Froböse von der Deutschen Sportschule Köln. Kinder würden viel zu lange stillsitzen, so Frobös.

Zentraler Schwerpunkt der Umfrage war das Dauersitzen, zudem kamen Aspekte wie Stress und Ernährung. Zu den negativen Folgen gehöre nicht nur Übergewicht, zusätzlich beweisen mehrere Studien die Zusammenhänge zwischen langem Sitzen und einer erhöhten Sterblichkeit. Auch Krebs- und Diabetes-Erkrankungen werden damit in Verbindung gebracht. Die Gefahr steige ab durchschnittlich acht Sitzstunden pro Tag deutlich an. Das dürften viele Kinder überschreiten:

Nach DKV-Angaben sitzen die Kinder im Schnitt zusätzlich zum Unterricht vier Stunden lang.

Hinzu kommt ein weiteres Risiko: Nur jedes zweite Kind bewegt sich der Befragung zufolge ausreichend. Sie erfüllten das für die Studie angesetzte Minimum von einer Stunde pro Tag. Ratsam sind laut Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte aber auch drei Stunden und mehr.

Kinder, die sich wenig bewegen, neigten zu Fettleibigkeit. Damit eröffne sich ein ganzer Reigen an Organerkrankungen. Es bildeten sich zum Beispiel früher Ablagerungen in den Arterien, zudem hätten sie ein größeres Risiko für Diabetes Typ II und für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Für DKV-Arzt Wolfgang Reuter besteht auch ein Zusammenhang mit der Diagnose ADHS: Gelegentlich würden wohl Kinder fehldiagnostiziert, die ihren Bewegungsdrang nicht ausleben könnten oder die unter Reizüberflutung litten.

Hier stehen Eltern und Schulen in der Pflicht. Fehlende Bewegung steht oft in Zusammenhang mit Bildung und sozio-ökonomischem Hintergrund der Familien. Also, Fernsehen aus – und raus an die frische Luft – mit den Kindern! Auch für mehr Sportunterricht sollten sich Eltern und Lehrer gleichermaßen einsetzen. Auch Waldkindergärten beugen dem Dauersitzen vor.

Zu der repräsentativen Befragung von 3000 Erwachsenen zu ihrem Gesundheitsverhalten gaben auch mehr als 300 Eltern darüber Auskunft, wie viel Zeit ihre Kinder mit Fernsehen oder Spielkonsole verbringen und wie viel sie sich bewegen.

Mit Angaben aus News4teachers

Spielen am Bildschirm macht viele Kinder kurzsichtig

Jeder fünfte Mensch auf der Welt ist kurzsichtig. Besonders Kinderaugen leiden unter "Naharbeit" vor Bildschirmen, elektronischem Spielzeug oder Büchern. Forscher sprechen von einer globalen Epidemie.

Der Augenarzt Dr. med. Wolfgang Hanuschik berichtet in erziehungstrends.de über die dramatische Zunahme von Kurzsichtigkeit. Vermutlich werden bald noch weitaus mehr Menschen auf Hilfe vom Optiker angewiesen sein – weil viele Kinder beim Spielen nicht mehr oft genug in die Ferne schauen, sondern auf Bildschirme vor ihrer Nase. Dabei schädigen sie ihre Augen, die sich noch im Wachstum befinden, dauerhaft.

Eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt die Beschäftigung mit dem Computer. Er kann durch die erforderliche Nahfixation die Entstehung der Kurzsichtigkeit fördern. Sein Siegeszug ist daher ein wichtiger Grund dafür, warum sich die Kurzsichtigkeit in den Industrieländern deutlich ausgebreitet hat. Die Erklärung dafür ist diese: Naharbeit verlangt unseren Augen mehr Anstrengung und Energieaufwand ab als das entspannte Sehen aus dem Fenster in die Ferne. Der Muskel, der unsere Augenlinse beim Nahsehen stärker wölbt, muss ständig angespannt werden. Das Auge macht es sich bequemer, indem es in die Länge wächst, weil dadurch die Nähe entspannter zu betrachten ist.

Viele Studien einschließlich der kürzlich erschienenen "Gutenbergstudie" aus Mainz (2015) haben gezeigt, dass Kurzsichtigkeit eng mit dem Ausbildungsstand verknüpft ist. Ausbildung beinhaltet mehr Lesen und mehr Aufenthalt in geschlossenen Räumen. 


Eine besondere Rolle nimmt zusätzlich der Faktor Tageslicht ein. "Zahlreiche Studien weisen darauf hin, dass der Aufenthalt im Freien bei Kindern einer Kurzsichtigkeit entgegenwirkt - vermutlich wegen der besseren Lichtverhältnisse", erklärt der DOG-Experte Prof. Dr. Frank Schaeffel von der Universität Tübingen. Denn in Innenräumen werden meist nicht mehr als 500 Lux erreicht, an sonnigen Tagen im Freien dagegen selbst im Schatten etwa 10 000 Lux, wie der Wissenschaftsjournalist Elie Dolgin unter Berufung auf australische Forschungsergebnisse im Wissenschaftsjournal “Nature“ vom 19. März 2015 schreibt.

Demnach schätzt Morgan, dass Kurzsichtigkeit bei Kindern verhindert werden kann, wenn sie täglich etwa drei Stunden lang mindestens 10 000 Lux ausgesetzt sind.

Der Fehlsichtigkeit lässt sich womöglich relativ einfach vorbeugen oder entgegenwirken: Mehrere Studien haben ergeben, dass Kinder umso seltener eine Kurzsichtigkeit entwickeln, je häufiger und länger sie sich im Freien aufhalten. Helles Licht fördert nämlich die Freisetzung von Dopamin in der Netzhaut und verhindert somit das unnatürliche Längenwachstum des Augapfels.

Sinnvoll ist es also Kinder und Jugendliche so oft wie möglich im Freien spielen zu lassen - am besten ohne ihre Smartphones. Weg von den Bildschirmen, raus aus dem Kunstlicht!

Verkauf der „Pille danach“ steigt rasant

(idea) – Die sogenannte „Pille danach“ wird seit der Entlassung aus der Rezeptpflicht deutlich häufiger verkauft. Das hat eine Umfrage des Marktforschungsinstituts IMS Health (Frankfurt am Main) ergeben. 

Seit Mitte März ist das Hormonpräparat in deutschen Apotheken ohne Rezept erhältlich. In allen Bundesländern sind die Verkäufe seither gegenüber dem Vorjahr im zweistelligen Prozentbereich gewachsen. Am stärksten erhöhte sich die Abgabe des Präparats in Brandenburg (+79,3 Prozent), gefolgt von Sachsen-Anhalt (+74,4 Prozent) und Bremen (+67 Prozent). 

Die geringsten Anstiege verzeichneten Berlin (+26,7 Prozent) und Thüringen (+31,4 Prozent). Experten warnen vor einem sorglosen Umgang mit der „Pille danach“. So sind die Präparate nach Worten der bayerischen Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) keineswegs harmlos. Sie griffen massiv in den Hormonhaushalt ein. Nach Meinung der katholischen Ministerin und früheren Ärztin sollten insbesondere junge Frauen eine Beratung erhalten, wie sie vor der rezeptfreien Abgabe üblich gewesen sei. Als Nebenwirkungen könne es zu Kopfschmerzen, Schwindel, Unterbauchschmerzen, Blutungen, Übelkeit und Erbrechen kommen. Auch seien Zyklusstörungen nicht selten. Unter Lebensrechtlern ist die „Pille danach“ umstritten, weil sie auch frühabtreibend wirken könne. Sie wurde im vergangenen Jahr 510.000 Mal in Deutschland verordnet.

Dienstag, 14. Juli 2015

Black-Metal-Szene: Neue antichristliche CD mit dem Song “Kill for Satan”

Mathias von Gersdorff

Es wäre kaum sinnvoll, täglich über die neuesten Fabrikate der Black-Metal-Szene zu berichten. Doch die ErwähnunPodium5g der neuen CD der Hardrockgruppe “The Antichrist Imperium” (Das Reich des Antichristen) scheint mir wichtig genug. Eines der Lieder heißt “Kill for Satan” (Morden für Satan).

Unnötig zu sagen, dass mit einem empörenden Aufschrei gegen diesen Hass, diese Radikalität und diese Intoleranz kaum zu rechnen ist.

Dabei wäre es notwendig: Solche Fabrikate kommen praktisch täglich auf den Markt. Es sind nicht nur obskure Labels, die solche Musik prodizieren. Nein, hinter manchen dieser Produktionen stehen Multis wie SONY oder Universal.


Folgender Artikel von mir gibt einen Überblick über die antichristliche Hassmusik:

Speerspitze des Christenhasses (erschienen am 19. Februar 2013 als Kolumne der Jungen Freiheit) 

Mathias von Gersdorff
 

Daß die Christenheit in Europa – Deutschland inklusive – einer immerwährenden Hetzkampagne ausgesetzt ist, wird inzwischen nicht nur von kleinen Gruppen behauptet, sondern auch von Persönlichkeiten, Organisationen oder Medien, die zu den etablierten Größen des öffentlichen Panoramas gehören.

Gotteslästerung, Hetze und Verleumdung gehören zum Standardrepertoire derjenigen, die in Medien, Kulturbetrieb und Politik gegen das Christentum Stimmung machen. Vor allem konservative Christen können ein Lied davon singen, was es heute bedeutet, öffentlich für eine strenge Sexualmoral, gegen Abtreibung, für die traditionelle Ehe und für die Familie und gegen die Homo-Agenda einzutreten.

Doch fast unbeachtet blieben erstaunlicherweise bislang die Attacken auf das Christentum aus der sog. Death-Metal und der Black-Metal-Szene, beide Untergattungen des Heavy-Metals, die oft satanische Elemente beinhalten. In ihren Auftritten gehören satanische Symbole zur Bühnenausstattung, satanische Rituale werden zumindest ansatzweise exerziert.

Anerkannte Bands bei anerkannten Plattenfirmen

Wohlgemerkt: Hier ist nicht die Rede von obskuren Bands, die kaum jemand außerhalb der eigenen Szene kennt und in völlig unbekannten Clubs auftreten und dort ihre Aufnahmen verkaufen. Es geht hier um Bands, dessen Platten beispielsweise von SONY vertrieben werden und die bei Amazon, Buecher.de, Weltbild und die sonstigen großen Internethändler erwerben werden können.

Extremer Haß gegen das Christentum, bestialische Gotteslästerung, Sadismus und Gewaltverherrlichung: Das sind die üblichen Elemente von Bands mit Namen wie AEON, Rawage, Satans Wrath, Grand Supreme Blood Court oder Postmortem. Um sich ein Bild darüber zu machen, was Woche für Woche auf den deutschen Musikmarkt kommt, sollen hier einige Beispiele aufgelistet werden:

Reihenweise Christen ans Kreuz genagelt

Eine der extremsten Bands ist AEON aus Schweden, die sich auf besonders hasserfüllte Musik spezialisiert. „Aeon’s Black“ ist ihre letzte CD mit Titeln wie „I Wish You Death“, „Passage To Hell“ oder „Die By My Hands“. Das Heavy-Metal-Portal Metal.de, schrieb: „Wenn man die Schweden AEON als eine der blasphemischsten Bands im Death-Metal-Untergrund bezeichnet, hat das natürlich seine Berechtigung: Wie schon auf den vorangegangenen drei Alben werden auch auf dem neuen Werk ‘Aeons Black’ in den Texten reihenweise Christen ans Kreuz genagelt . . .“

Diese, sowie viele andere Black-Metal-Bands werden von SONY vertrieben. Daß das kein Versehen ist, erkennt man an den Beschreibungen. So schrieb SONY beispielsweise über die Platte „Evangelivm Necromantia“ von „Antropomorphia“: „Textlich dreht sich alles um Nekrophilie, Mord, Geisterbeschwörung und nekrolesbische Lust“. Der Text des Liedes „Fleisch“ in dieser CD schildert mit Details einen sadistischen Mord und die anschließende Vergewaltigung der Leiche. „Mein messer sinkt in deine weiche haut/Mit tränen in die augen schaust du mich an/Des warmes blut tropft auf meinen hand/Es ist deine angst die mir erregt und mich noch verrückter macht/Die körper total entstellt.“ (Rechtschreibfehler wurden beibehalten).

Strafrechtliche Relevanz

Besonders extrem ist die Band Rawage. Auf dem Deckblatt von „Triumph of Sin“ (Triumph der Sünde) ist eine realistische Zeichnung eines Geschlechtsaktes zwischen einem gehörnten Teufel in Ketten und einer nackten maskierten Frau abgebildet. Eines der Lieder ist „Jesus sodomized“ – eine unglaubliche Blasphemie (Eine der Bedeutungen von „sodomized“ ist jemand zum homosexuellen Verkehr zwingen).

Es ist kaum anzunehmen, daß manche dieser „Produktionen nicht strafrechtlich relevant sind. Jedenfalls sind sie jugendgefährdend und dürften nur mit einer Altersfreigabe „Ab 18“ verkauft werden – falls überhaupt.

Wichtig ist zu erkennen, daß diese Musik für die Zuhörer eine Art spirituelle Nahrung ist, etwas was in den Religionen das Beten ist. Durch das Hören verstärken sie ihre Haßgefühle und ihren Sadismus gegen das Christentum. Wie muß es im Inneren der Menschen aussehen, die diese bestialische Musik stundenlang hören und ihr emotionales Leben damit formen? Welche Phantasien voller Haß und Blasphemie werden geweckt?

Speerspitze der antichristlichen Agitation

Diese Musik bzw. ihre Anhänger bilden die Speerspitze der antichristlichen Agitation, die wir in gemäßigteren Varianten Tag für Tag erleben. Wie geht man dagegen vor? Vernunft und Argumente allein helfen hier kaum weiter. Solche irrationalen und exzessiven Impulse können nur aufgehalten werden, wenn die Christen furchtlos und voller Überzeugung auftreten. Eine Auseinandersetzung auf der Basis von Argumenten setzt voraus, daß sich die Gegenseite auf das Denken des anderen einläßt und ein Minimum von Empathie entwickelt. Bei Menschen, die einen dermaßen extremen Haß innerlich kultivieren, kann man in der Regel eine solche Fähigkeit nichtmehr erwarten.

Gewissermaßen wird hier ein Kampf zwischen zwei Menschentypen ausgetragen. Problematisch für die Seite des Christentums ist, daß bei vielen jegliche Kampfbereitschaft abhanden gekommen ist. Viele pflegen ein verbürgerlichtes Christentum, das eine Toleranz bis zur völligen Preisgabe des eigenen Profils praktiziert.

Nicht der weltlichen Macht beugen

Bloß mit Gemütlichkeit und Sanftheit wird man aber nicht die Öffentlichkeit für die Sache Jesu gewinnen können und noch weniger die unverschämten Attacken der satanischen Rockmusiker abwehren.

Wir brauchen dringend Persönlichkeiten mit dem Kaliber eines seligen Paters Rupert Mayer (Widerstand gegen den Nationalsozialismus) oder eines seligen Erzbischofs Alojzije Stepinac von Zagreb (Widerstand gegen den Kommunismus), die sich vor keiner weltlichen Macht beugen ließen, egal, wie machttrunken sie daher kam.






Schon Kleinkinder haben einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn

Kinder haben einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Wird einem Menschen etwas weggenommen, setzen sich schon Dreijährige für das Opfer ein, als wären sie selbst betroffen.
Das berichten Forscher des Leipziger Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie und der Universität Manchester im Fachmagazin Current Biology.

In zwei Studien konfrontierten die Psychologen Drei- und Fünfjährige mit Hilfe von Handpuppen in verschiedenen Situationen. Dabei nahm eine Puppe entweder ihnen oder aber einer anderen Puppe Stifte, Gummibärchen oder Spielzeug weg. Dabei prüften sie die Reaktion der Kleinen. Von verschiedenen Optionen wählten die Dreijährigen am ehesten jene, dem ursprünglichen Besitzer den Gegenstand zurückzugeben „Ist das nicht möglich, dann versuchen sie zumindest den Dritten daran zu hindern, den weggenommenen Gegenstand zu nutzen“, sagt Ko-Autorin Katrin Riedl.

Die Wissenschaftler ziehen daraus den Schluss, dass schon kleine Kinder vor allem die Konsequenzen für das Opfer im Blick haben. Dabei neigen sie eher dazu, dem Opfer zu helfen, als den Profiteur zu bestrafen. „Die Sorge um andere, zum Beispiel in Form von Empathie, scheint ein Hauptbestandteil des menschlichen Gerechtigkeitssinns zu sein“, erklärt Keith Jensen von der Universität Manchester.

"Vorschulkinder reagieren feinfühlig, wenn anderen ein Schaden entsteht", sagt Jensen. Gleichzeitig haben selbst dreijährige Kinder schon ein überraschendes Maß an Fürsorge und einen intuitiven Sinn für eine opferorientierte Gerechtigkeit. Denn während die älteren Kinder den Dieb durchaus auch bestraften, taten die Jüngsten im Experiment dies nicht. "Vor die Wahl gestellt, helfen sie lieber dem Opfer dabei, den Schaden zu beseitigen als den Übeltäter zu bestrafen", so Jensen.

Die Forscher leiten daraus Hinweise für die Erziehung ab. "Eltern können den Gerechtigkeitssinn fördern, wenn sie neben Bestrafung vor allem auf wiederherstellende Gerechtigkeit setzen. Der Moment der Wiedergutmachung ist offensichtlich viel eindrücklicher als reine Bestrafung."

Mit Angaben des Spiegel.de

Pädophile locken Minderjährige auf Magersucht-Foren

Immer mehr magersüchtige Mädchen treffen sich auf sogenannten Pro-Ana-Blogs, um sich in ihrem Magersuchtwahn gegenseitig zu bestärken. Ana (Anorexia nervosa) ist eine Bewegung von Magersüchtigen, die ihre Krankheit im Internet und via Nachrichtendienste wie WhatsApp zur Schau stellen und idealisieren.

Der Gruppendruck, der durch den Austausch von Fotos, eingenommenen Mahlzeiten sowie BMI- und Kalorienzahlen in Gruppenchats entsteht, soll den Mädchen die radikalen Maßnahmen erleichtern, die ein extremes Schlankheitsbild erfordert. Die Magersucht wird von den Mädchen meist nicht als Krankheit erkannt, sondern als eine Art der Selbstverwirklichung, der Souveränität und der Macht über den eigenen Körper angesehen.

Bei einer Recherche zum Thema Magersucht stieß die Redakteurin Nadja Brenneise auf Pädophile, die sich in den Blogs der Mager-Mädchen tummeln. Sie bieten Hilfe beim Abnehmen an und geben sich als Schlankheitscouch aus und fordern von den minderjährigen Mädchen Nacktfotos als Gegenleistung für ihre “Hilfe“.


Brenneisen gab sich als 15-Jährige aus und nahm Kontakt auf: Ein Mann namens Andree bot seine Hilfe beim Abnehmen als "Pro-Ana-Coach" an. Auf die Anzeige: „Willst du abnehmen, ich treibe dich in die Magersucht!“ hat sich Brenneisen gemeldet, und kam so via WhatsApp ins Gespräch. Er hatte eine deutsche Handynummer. Schon beim anfänglichen Kontakt standen Fotos im Vordergrund und rasch zeigte "Coach Andree" sadistische Tendenzen. Er spricht von Strafen und Erniedrigungen.

„Er erklärte, dass ich ihm Fotos von meinen Geschlechtsteilen schicken müsse, damit ich mich ihm und seiner Methode voll und ganz öffnen könne. Er sagte, die Magersucht würde am effektivsten funktionieren, wenn ich mich von ihm erniedrigen lassen würde“, berichtet die Redakteurin in einem Interview mit dem stern vom 05.06.15.

„Dieser Irre wollte mir weismachen, dass ich mich intim erniedrigen lassen müsse, um mich auf die Magersucht einzulassen. Dieser Zusammenhang ist so absurd und diese Aussage war so offensichtlich aus niederen Motiven geboren, dass mir beinahe schlecht wurde. Hier geht ein Mann im Internet auf Jagd nach labilen Teenagern, von denen die meisten schon eine Essstörung haben, an Depressionen leiden oder sich ritzen. Die Teenager, mit denen ich eine Woche im Pro-Ana-Gruppenchat geschrieben hatte, waren von Selbsthass gezeichnet und wollten täglich hören, wertlos und fett zu sein. Dieser Mensch nutzt eine gefährliche Krankheit zu seinen eigenen, ekelhaften Gunsten aus, nämlich um an intimes Bildmaterial von Minderjährigen zu kommen.“

Nach einigem Hin und Her versuchte er ein persönliches Treffen zu vereinbaren und wollte die Redakteurin nach Frankfurt locken. Daraufhin hat sie die Polizei eingeschaltet, die sich des Falls mittlerweile angenommen hat. Die intimen Erniedrigungen in den Gesprächen der beiden hat die Redakteurin in Screenshots dokumentiert. Die deutsche Kriminalpolizei hat mittlerweile Interpol eingeschaltet und es wird jetzt auf internationaler Ebene ermittelt.

Dies ist leider kein Einzelfall. In Deutschland beobachtet unter anderem jugendschutz.net kontinuierlich Pro-Ana- und Pro-Mia-Sites im Internet. Die Organisation sorgt dafür, dass unzulässige Inhalte gelöscht oder indiziert werden. Die Gesetzeslage ist in Deutschland eindeutig, doch nicht so in der Schweiz. Brenneisen hat bei ihren Recherchen festgestellt, wie viele Deutsche sich auf den Schweizer Seiten treffen - das Internet kennt keine Grenzen.

In Frankreich ist im April 2015 ein Gesetz beschlossen worden, welches die Verbreitung von solchen Inhalten mit Gefängnis bestraft. Dass diese Plattformen aber auch Pädophilen einen Tummelplatz bieten, ist noch viel alarmierender.

Regierung schlägt Alarm: Die Zahl der Internet- und Computerspielsüchtigen nimmt immer mehr zu - vor allem bei Hauptschülern

Nach Zahlen aus dem neuen Drogenbericht der Regierungsbeauftragten Marlene Mortler (CSU) zeigen inzwischen vier Prozent der 14- bis 16-Jährigen Anzeichen einer krankhaften Abhängigkeit. Werden alle Altersgruppen berücksichtigt, müssen 560.000 Menschen im Alter zwischen 14 und 64 Jahren in Deutschland als internetabhängig bezeichnet werden.

Die Zahlen sind alarmierend: Die durchschnittliche Spieldauer von Süchtigen beträgt 16 Stunden und 15 Minuten – PRO TAG!

Jungen und Mädchen sind etwa gleich stark von Abhängigkeit betroffen. Während die Mädchen stärker soziale Netzwerke nutzen, interessieren sich Jungen eher für Computerspiele.

Erhebliche Unterschiede gibt es, wenn es allein um die Spiele geht, die online oder offline genutzt werden: Hier sind mit deutlicher Mehrheit die Jungen von Abhängigkeit betroffen. Nach einer Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen weisen von rund 11.000 befragten Neuntklässlern im Durchschnittsalter von 15 Jahren rund zwei Prozent der Jungen Symptome von Abhängigkeit auf und nur 0,3 Prozent der Mädchen. Der Anteil der Jungen an den Betroffenen beträgt somit etwa 90 Prozent.

Besonders Hauptschüler sind gefährdet

Auch das Bildungsniveau der Jugendlichen spielt eine entscheidende Rolle. So sind Hauptschüler am stärksten betroffen: Laut Studie sind von ihnen 2,6 Prozent Computerspiel-Abhängig. Bei den Realschülern sind es mit 1,3 Prozent nur halb so viele – und unter Gymnasiasten beträgt der Anteil der Betroffenen nur rund 0,6 Prozent.

Nach Angaben des Bundesverbands interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) nutzt inzwischen fast die Hälfte aller Deutschen digitale Spiele - das sind 34,2 Millionen Menschen. Apps für Smartphones und Tablets machen Spiele überall verfügbar – davon profitieren die Hersteller. Der Entwickler des millionenfach heruntergeladenen Spiels „Flappy Bird“ hatte die App auf dem Höhepunkt des Erfolgs zurückgezogen - weil sie ein zu hohes Suchtpotenzial habe.

Heimkinder-Skandal: Wenn Jugendämter mit Kindern Kasse machen

Mitarbeiter des Jugendamts Gelsenkirchen haben Heimkinder nach Ungarn geschickt, um sich durch Vermittlungsgeschäfte zu bereichern. Der Fall wird aufgerollt und zeigt: Es gibt kaum Kontrollen.

Nun weitet sich der Skandal rund um das Jugendamt in Gelsenkirchen erneut aus, wie Westpol am 10.05.2015 im WDR Fernsehen berichtete. Der Leiter des Gelsenkirchener Jugendamts und sein Stellvertreter haben offenbar Geld damit verdient, schwer erziehbare aber auch traumatisierte Kinder und Jugendliche in pädagogisch fragwürdige Maßnahmen im Ausland zu vermitteln. Sie haben ein Beziehungsgeflecht geknüpft, das offenbar niemand überwacht hat. Denn eine Art Aufsicht oder auch nur eine Übersicht über die verschiedenen Auslandsbetreuungen gibt es nicht.

Der nun entlassene Leiter des Jugendamtes Gelsenkirchen und sein Stellvertreter vermittelten über Jahre Jugendliche in das Kinderheim Sankt Josef in Gelsenkirchen, das eng mit den beiden zusammenarbeitete. Dieses vermittelte mindestens ein halbes Dutzend Kinder an ein Betreuungszentrum in Ungarn.

Träger desselben war die Gesellschaft "Neustart". Und die wurde von den beiden Leitern des Gelsenkirchener Jugendamts gegründet. Das heißt: Die beiden Leiter besaßen die Möglichkeit, so viele Jugendliche in das Heim einzuweisen, dass es wegen Überbelegung Kinder an "Neustart" hätte abgeben müssen. Und weil für die Auslandsbetreuung der sechs Jugendlichen fast 400.000 Euro bezahlt wurden, hätten sich die Amtsleiter damit eine ganze Menge geldwerter Aufträge zugeschustert.

Ob die beiden Beschuldigten dies getan haben oder nicht, ist noch offen. Fest steht nur, dass die beiden Beschuldigten "Neustart" 2004 gründeten und 2005 an Familienangehörige überschrieben – weil die Stadt Gelsenkirchen ihnen eine solche Nebentätigkeit nicht länger gestatten wollte.

Weiter wurde bekannt, dass die beiden das Geld an ihre Gesellschaft über einen Umweg fließen ließen: Über den Gelsenkirchener Kinderschutzbund, in dessen Vorstand der stellvertretende Amtsleiter saß. Auch dieses Geflecht, das derzeit die Staatsanwaltschaft durchleuchtet, wurde nicht etwa durch die kommunale Selbstkontrolle aufgedeckt, sondern durch einen Medienbericht.

Verschicken Jugendämter ihnen anvertraute Kinder also leichtfertig durch Europa? Orientiert sich die Betreuung von Heimkindern manchmal gar weniger am Kindeswohl, dafür aber umso stärker an der Aussicht auf gute Geschäfte oder bequeme Lösungen? Und warum wurde dieser Fall ebenso wie einige andere Fälle nicht durch staatliche Kontrolleure aufgedeckt, sondern jüngst durch einen Bericht der ARD Sendung Monitor?

Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski (SPD) kündigt Konsequenzen an: "In den Unterlagen werden die Betroffenen schwer belastet." Dies sei für ihn jetzt der Punkt, um "weitere juristische Schritte einzuleiten." Die Vorwürfe müssten aufgeklärt werden. Hier wurden Geschäfte gemacht auf dem Rücken von Schutzbedürftigen. Und niemand hat es verhindert.

247 Kinder weltweit verschickt

Wie kann es sein, dass die Machenschaften jahrelang nicht bemerkt werden? Bei der Unterbringung von Kindern und Jugendlichen werden die Jugendämter nicht kontrolliert. So bestätigt das Landesjugendamt Westfalen gegenüber WESTPOL: "Informations- oder Meldepflichten gegenüber dem Landesjugendamt bestehen nicht. Daten werden hier nicht erhoben." Niemand kontrolliert, welche und wie viele Kinder gerade im Ausland sind.

247 Kinder und Jugendliche sind in 22 Ländern untergebracht - mehr oder weniger über den ganzen Globus verteilt. Was dort genau geschieht, können theoretisch nur die Jugendämter wissen, die Kinder dorthin geschickt haben. Einige treffen ihre Schützlinge dort zweimal im Jahr. Andere beurteilen die Situation der Kinder nur vom Schreibtisch. Eine übergeordnete Aufsicht existiert nicht.

Bundesgesetz soll geändert werden

Dass Familienministerin Schäfer und alle fünf Landtagsfraktionen sich nun für mehr Kontrollen einsetzen, klingt da nur einleuchtend. Schäfer kann sich zugutehalten, das Kontrolldefizit schon früh erkannt zu haben. Bereits im März drängte sie die Konferenz der Familienminister in Bund und Ländern, das entsprechende Bundesgesetz zu korrigieren. Vor allem müsse der Bund endlich anlassunabhängige Kontrollbesuche gestatten. Die Schließung fragwürdiger Betriebe müsse erleichtert und die Rechenschaftspflicht kommunaler Jugendämter gegenüber den Landesjugendämtern ausgebaut werden – so forderte die Ministerin schon damals. Bis Ende des Jahres, so hofft sie, werde die Familienministerkonferenz sich auf eine Reform einigen.

Man bedenke: Bäckereien werden geschlossen, weil sich dort Mäuse befinden. Viel schlimmer sind jedoch Jugendämter, in denen herzlose Gier-Hälse sitzen – auf Kosten der Kinderseelen!

Informationen aus Die Welt und WDR.de

Dienstag, 7. Juli 2015

Kinder beklagen exzessive Smartphone-Nutzung ihrer Eltern

(crn.de) In der diesjährigen Digital Diaries Studie untersuchte das Sicherheitsunternehmen AVG, wie sich Smartphones auf das Familienleben auswirken. Das Ergebnis: Mehr als die Hälfte der Kinder (54 Prozent) zwischen acht und 13 Jahren findet, dass die Eltern zu oft auf das Smartphone schauen, und das auch bei familiären Gelegenheiten, wie dem gemeinsamen Essen.

Rund 36 Prozent der Eltern lassen sich zudem bei Aktivitäten durch das Smartphone ablenken, so dass Kinder sich vernachlässigt fühlen. 32 Prozent der befragten Kinder finden sogar, dass ihre Eltern ihrem Smartphone mehr Aufmerksamkeit widmen als ihnen.

Auf die Frage nach der Nutzung der Smartphones war sich übrigens auch die Hälfte aller Eltern einig, dass sie das Gerät zu häufig nutzen. Fast ein Drittel hatte sogar das Gefühl, dass sie kein gutes Vorbild für ihre Kinder sind, was den Umgang mit Mobilgeräten angeht. »Da unsere Kinder immer jünger sind, wenn sie mit Smartphones in Kontakt geraten, ist wichtig, dass wir bei der Nutzung gute Vorbilder sind«, sagt Tony Anscombe, Senior Security Evangelist bei AVG Technologies.