Dienstag, 15. April 2014

Ministerpräsident Kretschmanns vorösterlicher Eiertanz in puncto “Bildungsplan”

Mathias von Gersdorff

Mit seiner Erklärung vom 8. April 2014 zum Bildungsplan hat es Ministerpräsident Winfrid Kretschmann meisterhaft geschafft, die Öffentlichkeit völlig zu verwirren.

Für den „Humanistischen Pressedienst“ steht fest, dass Kretschmann auf den Druck der Gegner reagiert hat: „Kretschmann knickt ein“.

Für die Schwäbische- und die Rhein-Neckar-Zeitung hat sich nichts geändert: „Bildungsplan: Neue Worte, alter Inhalt“ bzw. „Der Bildungsplan wird umformuliert, die Grundideen bleiben“.

Sowohl Pietisten bzw. Evangelikale, also die Gegner der gegenwärtigen Fassung (IDEA: „Pietisten begrüßen geplante Korrekturen beim Bildungsplan“) wie auch die Befürworter, zB. die  linksalternative TAZ sind zufrieden (taz: Themen wie Homosexualität, Bi- und Transsexualität sollen im Unterricht nach dem neuen Entwurf intensiver und fächerübergreifend behandelt werden).

Jeder interpretiert Kretschmann anders. Möglicherweise weiß er zum gegenwärtigen Zeitpunkt selber nicht, was er will.

Jedenfalls ist er nicht in der Lage, mit klaren Worten seine Absichten hinsichtlich des Bildungsplanes zu erläutern. Konkretes wird man wohl erst erfahren, wenn die Landesregierung schwarz auf weiß den neuen Entwurf veröffentlicht.

Bis dahin muss man weiterhin misstrauisch bleiben. Denn einer ganz bestimmten Lobby-Gruppe schenkte Kretschmann kurz vor der Ankündigung vom 8. April besondere Beachtung.
 

Queer- und LSBTTIQ-Gruppen im Hintergrund

Wie das Internetportal „Queer“ am 8. April berichtete, sicherte Kretschmann den LSBTTIQ-Gruppen am Abend des 7. Aprils zu, ihre Interessen zu berücksichtigen: 


„In einem persönlichen Gespräch mit Vertreterinnen und Vertretern des Netzwerks LSBTTIQ sicherte der Ministerpräsident am gestrigen Abend die explizite und verbindliche Verankerung der Vielfalt von Geschlecht sowie der Vielfalt sexueller Orientierung im baden-württembergischen Bildungsplan zu“, so Angelika Jäger, Sprecherin des Netzwerks LSBTTIQ Baden-Württemberg, laut „Queer“.

Kretschmann besuchte also ausgerechnet eine Lobby-Gruppe, die nicht unmittelbar mit Schulpolitik zu tun hat.

Das ist keine Lapalie, denn seit langem wird der Landesregierung vorgeworfen, LSBTTIQ-Gruppen hätten die Passagen über „Sexuelle Vielfalt“ praktisch diktiert. Mehrmals hat die „Frankfurter Allgemeine Zeitung” auf diesen Umstand hingewiesen.
 

FAZ: Bildungsplan entstand auf “Druck von Lobbyisten”

Schon am 14. Januar 2014 hatte die FAZ auf Seite 1 berichtet, der Entwurf zur Durchsetzung der „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ an den Schulen Baden-Württembergs sei auf „Druck von Lobbyisten“ entstanden: „Nach Informationen dieser Zeitung stand das Kultusministerium bei der Abfassung des Arbeitspapiers unter Zeitdruck sowie unter großem Einfluss von Lobbyistenverbänden.“

Diese Vorgehensweise wurde damals von der „Evangelischen Lehrer- und Erziehungsgemeinschaft“ in Württemberg kritisiert: „Zum Thema „sexuelle Vielfalt“ sei nur mit drei Interessengruppen gesprochen worden“, so die FAZ im selben Artikel.

Im Artikel „Von der Vielfalt und der Einfalt“  –   ebenfalls am 14. Januar 2014 erschienen  –  berichtet die FAZ:

„Von Seiten der Kirchen sei deutlich Kritik geäußert worden, man sei dann überrascht gewesen, dass dieser Diskussion auf das am 18. November 2013 verfasste Arbeitspapier keinen Einfluss gehabt habe. Man habe angedeutet, dass der Druck der Lobby-Gruppen, also der Lesben- und Schwulenverbände, ausgesprochen stark sei.“

Heike Schmoll schreibt im Hauptkommentar auf der ersten FAZ-Seite vom 24. Januar 2014, wichtige Stellen des Erziehungsschwerpunktes „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ seien maßgeblich von Lobbygruppen bestimmt worden: „Allerdings zeugt es nicht von allzu großer Klugheit in Stuttgart, nahezu wörtlich die Ziele einschlägiger Interessengruppen in den neuen Entwurf für den Bildungsplan zu übernehmen“.

Winfried Kretschmann darf nicht damit rechnen, das Vertrauen der Bevölkerung wieder zu gewinnen, solange er nicht die Öffentlichkeit darüber aufklärt, wie stark er von den LSBTTIQ-Gruppen abhängig ist. Diese Gruppen nutzen die Schulpolitik für ihre eigenen Lobby-Interessen.

Dem Biologielehrer Kretschmann sollte aber klar sein, dass sich Schulpolitik an den Interessen der Eltern und der Schüler orientieren muss.

Internetsüchtiger Vater lässt Sohn verhungern

(Quelle: Blick.CH) Ein zweijähriger Bub hungerte, während sein Vater tagelang in Internet-Cafés abtauchte: Nach dem Hungertod des Kindes ist in Südkorea der 22-jährige Vater festgenommen worden.

Wie die Polizei in der südöstlichen Stadt Daegu am Dienstag mitteilte, wurde der stark zersetzte Leichnam des Zweijährigen nahe der Stadt in einem Abfallsack entdeckt.

Den Angaben zufolge zog die Mutter im Februar fort, um in einer weit entfernten Fabrik zu arbeiten. Ihr vorbestrafter, arbeitsloser Mann blieb zu Hause. Er sollte sich um das Kind kümmern - doch stattdessen verbrachte er den Grossteil seiner Zeit in Internetcafés und kehrte nur alle zwei bis drei Tage nach Hause zurück, um dem Sohn etwas zu Essen zu geben.

Am 7. März fand der Vater den Sohn tot auf, wie die Polizei mitteilte. Der Mann liess den Leichnam dann mehr als einen Monat liegen, bevor er ihn in einem Garten wegwarf.

Der schockierende Vorfall weckt Erinnerungen an einen Fall aus dem Jahr 2009, als ein Ehepaar in Südkorea sein drei Monate altes Baby verhungern liess, während es in einem Videospiel das Grossziehen eines virtuellen Kindes nachspielte.

Im Jahr 2012 wurde eine Frau festgenommen, die ihr Baby in der Toilette eines Internet-Cafés zur Welt brachte und es dann vernachlässigte.

Die Sucht nach Online-Spielen ist in Südkorea ein grosses Problem, dem sich nun auch die Politik annimmt. Das Parlament berät derzeit über ein Gesetz, wonach das Suchtpotential von Online-Spielen dem von Alkohol, Drogen und Glücksspielen gleichgesetzt wird. Aufgrund der starken Verbreitung von Smartphones hat sich das Problem noch verstärkt.

netzwerk B: Opfer vom Justizminister Maas verraten

(Pressemitteilung von netzwerkB) Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) gab am Freitag einen Gesetzentwurf zur Verschärfung der Vorschriften gegen Kinderpornografie und sexuellen Missbrauch in die Ressortabstimmung.

Der SPD-Politiker Heiko Maas hat sich im Jahr 2010 mit deutlichen Worten für die Interessen der Opfer von sexualisierter Gewalt eingesetzt. An Norbert Denef, den Sprecher der Opferinteressenvertretung netzwerkB schrieb er damals: ”Kindesmissbrauch ist für mich, auch als Vater von zwei Kindern, eines der schlimmsten Vergehen überhaupt. Es darf einfach nicht sein, dass ein solches widerliches und grausames Verbrechen verjährt und die Täter ungeschoren davonkommen.“

netzwerkB lehnt Kompromisslösung ab

Entgegen seiner Forderung von 2010, will Justizminister Maas lediglich nur noch, dass ab dem 30. Lebensjahr des Opfers die Verjährungsfrist laufen soll. Das empfinden Opfer von sexualisierter Gewalt als Verrat.

Als bundesweite Opferinteressenvertretung in Deutschland fordert netzwerkB schon seit vielen Jahren die komplette Aufhebung der Verjährungsfristen. Eine Kompromisslösung, so wie sie nun vom Bundesminister Heiko Maas vorgeschlagen wird, lehnt netzwerkB ab.

Verharmlosung der Gewalt

Laut SPIEGEL-Information will Maas die Prävention verbessern: Das Budget des Netzwerks “Kein Täter werden”, das “Pädophile” betreut, soll noch in diesem Jahr um 70 Prozent auf fast 600.000 Euro erhöht werden.

Nicht zuletzt ist es hinsichtlich der Prävention bzw. Ansätzen zur Tätertherapie dringend notwendig, sich die tatsächlichen Proportionen, was die Beteiligung von so genannten „Pädophilen“ an der Gesamtzahl der sexualisierten Straftaten gegen Kinder betrifft, klarzumachen. Wenn Prävention – wie im vom Bundesjustizministerium finanziell sehr gut ausgestatteten Projekt „Dunkelfeld“ der Berliner Charité – vor allem darauf zielt, dass „pädophil“ veranlagte Männer nicht zu Straftätern werden, dann spricht man mit solch einem Angebot maximal 2 bis 20 Prozent aller Täter an. Bei 80 bis 98 Prozent aller Sexualstraftäter (gegen Kinder) wird dies keine einzige Tat verhindern.

Der Hauptkritikpunkt von Betroffenen am Begriff „Pädophilie“ gilt allerdings der Verharmlosung der Gewalt, die auch den von so genannten „Pädophilen“ verübten sexualisierten Übergriffen auf Kinder innewohnt.

Medienwissenschaft: Der Einfluss von Zeit auf die Mediennutzung

Mit der Frage, warum Menschen bestimmte Medien in unterschiedlicher Häufigkeit und Dauer genutzt werden, beschäftigt sich Prof. Dr. Wolfgang Seufert von der Friedrich-Schiller-Universität Jena.
 

Dabei lassen sich große Unterschiede im individuellen Mediennutzungsverhalten feststellen und gelten für alle Arten und Genres. Diese unterschiedlichen Vorlieben werden auf unterschiedliche Persönlichkeitseigenschaften zurückgeführt, also auf die Prägung des Verhaltens durch das soziale Umfeld ebenso wie psychografische Merkmale. Zu den psychografischen Faktoren zählen zum Beispiel Werte, Motive, Einstellungen, Kenntnisse oder Interessen.
 

Menschen nutzen also Medien nicht willkürlich oder abstrakt sondern nach ihren individuell unterschiedlichen Bedürfnissen. Aufgrund der Erfahrungen mit den Medien gehen sie davon aus, dass die aktuellen Bedürfnisse nach Information, Unterhaltung und sozialer Interaktion am besten durch die Nutzung bestimmter Medienangebote befriedigt werden kann.

Doch Dauer- und Häufigkeit der Mediennutzung hängt nicht nur von den Vorlieben der einzelnen Nutzer ab. Auch wie viel Zeit und Geld zur Verfügung stehen ist abhängig von Kauf- und Konsumverhalten. An einem Tag mit viel Freizeit wird anders auf verschiedene Mediennutzungsaktivitäten und nicht-mediale Aktivitäten verteilt, als an einem Tag mit wenig Freizeit. Der Umfang der Nutzung ist zudem abhängig, wie lange an diesem Tag die Tätigkeiten zur Bewältigung des Alltags dauern.

Bei der durchgeführten Langzeitstudie aus den Jahren 1995, 2005 und 2010 wurden über 4000 Erwachsene nach der zeitlichen Struktur ihres Tagesablaufs und nach der Nutzungsdauer aller Medien befragt. Da Medienpräferenzen und Zeitverfügbarkeit analytisch getrennt betrachtet werden, lässt sich auch durch den Vergleich der Daten überprüfen, ob und in welchem Umfang das Internet zu einer wesentlichen Veränderung der anderen Medien geführt hat.

Interessant sind folgende Ergebnisse:

Mit zunehmender Freizeit steigt die Nutzung aller Medien an. Beim Fernsehen ist der Einfluss der verfügbaren Zeit doppelt so hoch wie bei der Radio-, Internet- oder Zeitungsnutzung. Von jeder zusätzlichen Minute Freizeit wurde im Jahr 2010 über 30 Sekunden zusätzlich für die TV-Nutzung eingesetzt. Für die Internetnutzung waren es nur 10 Sekunden, für die Zeitungsnutzung nur noch 2 Sekunden.

Mit der Dauer der Zeit für Körperpflege, Mahlzeiten, Einkäufe, Hausarbeit oder Wegezeiten, stieg 2010 vor allem die Nebennutzung des Radios. Mit jeder Minute nahm die Radio-Nebennutzung um 30 Sekunden zu. Die des Fernsehens nahm um 15 Sekunden zu. Das Internet spielte als Nebenmedium im Jahr 2010 noch so gut wie keine Rolle.

Eine systematische Komplementärbeziehung zwischen Medienarten gibt es nicht. Starke Zeitungsleser sind also nicht gleich starke Internetnutzer. Es lassen sich für 2010 zwischen allen Medienarten Austauschbeziehungen feststellen, die aber durchweg schwach ausgeprägt sind. Demnach wird zu einem bestimmten Zeitpunkt immer eine bestimmte Art der Medien genutzt, die nach Sicht der Nutzer für die Befriedigung bestimmter Bedürfnisse jeweils besonders gut geeignet sind.

Langfristig verändert das Auftreten eines neuen Mediums die Präferenzen für die alten Medien durchaus. Vergleicht man das Mediennutzungsverhalten von 1995 und 2005 und 2010, so zeigt sich, dass die stärkere Nutzung des Internets zu einem Rückgang aller anderen Medien geführt hat. Zwischen 2005 und 2010 war dies noch gering. Wesentliche Veränderungen haben bereits im Zeitraum von 1995 bis 2005 stattgefunden. Mit der Verbreitung des Internets gibt es vor allem immer weniger Personen, die in ihrer Freizeit Zeitung lesen oder Radio hören.

Das Internet macht dumm, es raubt uns unsere Seelen, es führt zu Verflachung und ständiger Ablenkung. Festplatten und Telefonspeicher stehlen uns das letzte bisschen Gedächtniskünstlerschaft. Im Moment zerstören Navigationssysteme gerade unseren Orientierungssinn. Was uns Maschinen abnehmen, verkümmert. "Wir outsourcen unsere Gehirne in eine Datenwolke" Das Lösen realweltlicher Probleme - Rechenaufgaben, Informationsspeicherung, Orientierung - ist dem zufolge ein Schritt in die falsche Richtung, weil es die Menschheit zunehmend entweder extrem verweichlichen oder extrem verrohen lässt. Soziale Netzwerke sind nicht sozial!

Mit Angaben aus medienpolitik.net

Fernsehkonsum bringt Kinder um den Schlaf

Wissenschaftler in den USA haben festgestellt, dass Fernsehkonsum Kinder um den Schlaf bringt. In der Fachzeitschrift "Pediatrics" berichten sie über ihre Studie an 1800 Kindern im Alter von 6 Monaten bis 8 Jahren. Bei der Untersuchung stellten die Forscher nach eigenen Worten einen "kleinen aber durchgehenden Zusammenhang" fest: Jede zusätzliche Stunde vor dem Fernseher reduzierte den Schlaf der Kinder um etwa sieben Minuten pro Tag. Dieser Effekt zeigte sich stärker bei Jungen als bei Mädchen. Kinder mit einem eigenen Fernseher in ihrem Zimmer schliefen pro Tag sogar eine halbe Stunde weniger.

Quelle: Deutschlandradio Kultur

Dienstag, 8. April 2014

Die Demo am 5. April hat gezeigt: Die Gegner des „Bildungsplanes 2015“ haben den Kampf um die öffentliche Meinung gewonnen

Mathias von Gersdorff


Die dritte Demonstration in Stuttgart am 5. April 2014 gegen den "Bildungsplan 2015" markiert gewissermaßen das Ende der viermonatigen Aufbauphase einer Bürgerbewegung, die durch die Petition Gabriel Stängles "Kein Bildungsplan 2015 unter der Ideologie des Regenbogens" am 28. November 2013 ausgelöst wurde.

Das Ideal, das am Anfang von Gabriel Stängle und das Team rund um die Petition verkörpert wurde, wird heute von den beiden Oppositionsparteien CDU und FDP im baden-württembergischen Landestag unterstützt, von vielen Organisationen im gesamten Bundesgebiet getragen und hat an die “Manif pour Tous”, die in Frankreich Millionen Menschen mobilisieren konnte und an die Volksinitiative gegen den Sexualunterricht in der Schweiz, Anschluss gefunden.

Zu dieser Entwicklung gehört auch die Tatsache, dass Ministerpräsident Winfried Kretschmann inzwischen Gespräche mit kirchlichen Vertretern führt, die Stängles Petition unterstützen.

Für das Entstehen dieser Bewegung kommt an Bedeutung gleich nach Gabriel Stängle das Ehepaar Hans Christian und Natalie Fromm. Sie gründeten die “Bürgerinitiative “Schützt unsere Kinder” und riefen zur ersten Demonstration am 1. Februar 2014 auf. Diese konnte aufgrund der Blockaden linksradikaler Chaoten nicht beendet werden. Dieser Widerstand spornte sie aber an, zu einer zweiten Demonstration am 1. März aufzurufen. Diese war besser organisiert sowohl hinsichtlich der Technik, der Apparatur und vor allem der Sicherheit. Über 100 Ordner gewährleisteten einen sicheren und reibungslosen Ablauf der Kundgebung. Auch die Polizei war viel besser vorbereitet, so dass der Menschenzug den Zielort erreichen konnte.

Die Demonstration vom 1. März stieß auf großes Medienecho und zeigte sehr deutlich, dass die Gegner des Bildungsplanes erhebliches Mobilisierungspotential besaßen.

An dieser Stelle sollte ist interessant zu bemerken, dass Gabriel Stängle und Hans Christian und Natalie Fromm zunächst nichts anderes taten, als ihren natürlichen und gesunden Elterninstinkt zu folgen. Sie wollten lediglich ihre Kinder beschützen. Deshalb besitzt diese organisch gewachsene Bewegung so viel Authentizität und moralische Autorität. Die Befürworter des Bildungsplanes haben nichts Vergleichbares zu bieten.

Die dritte Demonstration erfuhr eine erneute organisatorische Steigerung hin zu mehr Professionalität. Hedwig von Beverfoerde und ihr Team der Initiative Familienschutz sorgten im Vorfeld für die Werbung, Plakate, Buttons und die nötige technische Ausrüstung während der Veranstaltung.

Ein Aktionsbündnis bestehend aus Agens, Bündnis Rettet die Familie, DVCK – Aktion Kinder in Gefahr, Evangelischer Arbeitskreis der CDU-Kreisverbände Heilbronn, Rems-Murr und Stuttgart, Familiennetzwerk, Frau2000plus, Forum Familiengerechtigkeit, Gabriele Kuby, Initiative Familienschutz, Initiative Schützt unsere Kinder, Starke Mütter, Stiftung Familienwerte, Verantwortung für Familie, Verband für Familienarbeit sollte die breite zivilgesellschaftliche Unterstützung der Veranstaltung am 5. April und des Anliegens Stängels Petition beweisen.

Aber auch die Politik kann diese Bewegung nicht mehr ignorieren. In der Rednerliste waren vertreten per Grußwort die Fraktionsvorsitzeden von CDU und FDP, Peter Hauk und Hans-Ulrich Rilke. Persönlich anwesend waren Christoph Scharnweber vom Evangelischen Arbeitskreis der CDU Heilbronn, Anna Schupeck von der AFD und Michael Ragg von der AUF-Partei.

Aus dem Ausland traten als Redner Ulrike Walker (Volksinitiative gegen den Sexualunterricht in der Schweiz) und Pierre-Louis Santos (Manif pour tous, Frankreich) auf.

Außerdem ist diese Bewegung auch thematisch gewachsen. Schon längst geht es nicht nur um den “Bildungsplan 2015″ in Baden-Württemberg, sondern um viel mehr. Die Buchautorin Gabriele Kuby, die den Impulsreferat am Anfang der Kundgebung am 5. April hielt, erklärte mit eindrucksvoller Klarsicht, dass das Vorhaben der grün-roten Landesregierung ein Teil einer globalen sexuellen Revolution sei.

Wie geht es nun weiter? Am 9. April wird Stängles Petition im Stuttgarter Landtag behandelt werden. Diese Petition bzw. ihre Initiatoren können für sich beanspruchen, dass ihr Ansinnen von vielen Bürgern, Organisationen und Parteien getragen wird. Sie vertreten die Interessen der Eltern, die nichts anderes wollen, dass ihre verfassungsrechtlich geschützten Erziehungsrechte respektiert werden.

Was hat das grün-rote Lager in dieser Auseinandersetzung vorzuweisen?

Die Grünen haben in dieser viermonatigen Auseinandersetzung ihre wahre Gesinnung gezeigt. Gerade die Partei, die immer wieder tönt, sie stamme aus einer Bürgerbewegung, sei Volksnah und trete für die Stärkung der Grundrechte ein, tat bislang nichts anderes als die Gegner des Bildungsplanes zu verhetzen und zu verleumden. Die “Grüne Jugend” ging so weit, die demonstrierenden Eltern als “homophoben Schlossplatz-Mob” zu bezeichnen – ein Tiefpunkt demokratische Diskussionskultur. Nicht viel besser hat sich Kultusminister Andreas Stoch verhalten. Bislang hat er vor allem durch seine abfälligen Bemerkungen über die Elternverbände die Aufmerksamkeit auf sich gezogen.

Die grün-rote Landesregierung hat also außer der blanken Staatsmacht nichts auf ihrer Seite. Dank ihrer Mehrheit im Landesparlament könnte sie einen “Bildungsplan 2015 unter der Ideologie des Regenbogens” durchsetzen.

Aber zu welchem Preis: Der Schulfrieden wäre in Baden-Württemberg für Jahre dahin. Die Erfahrung aus allen Bundesländern zeigt: Man kann keine Schulpolitik gegen die Eltern machen, denn Kinder sind das Wertvollste was wir haben. Eltern werden niemals bereit sein, ihre Kinder einem staatlichen Gesinnungsprogramm zu überlassen. Kretschmann kann versuchen, seinen Bildungsplan mit der Brechstange durchzusetzen. Doch dann muss er sich auf etwas gefasst machen.

10. Mai 2014: Demo für das Elternrecht in München

Die Initiative “Besorgte Eltern Bayern” veranstaltet am 10. Mai 2014 eine DEMO FÜR ALLE in München! Sie setzen ein Zeichen gegen die Gender-Ideologie und die Sexualisierung unserer Kinder an Kitas und Schulen.

Die Eltern rufen zur friedlichen und offenen Demonstration für das Elternrecht und die Familie auf. 

Treffpunkt ist der Wittelsbacher Platz um 14.00 Uhr.

Stress in der Schwangerschaft ist ein Risikofaktor für Depressionen

Warum sich werdende Mütter vor Stress schützen sollten, haben Forscher der Hans-Berger-Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Jena herausgefunden. Im Gehirn von Ungeborenen haben sie entdeckt welche Spuren Stresshormone hinterlassen.

Zehn Prozent des mütterlichen Stresshormons Cortisol kommt tatsächlich beim Fötus an.

"Pränataler Stress hebt beim Ungeborenen den Stresshormonspiegel dauerhaft an und beschleunigt die Hirnreifung", sagt der Neurologe Matthias Schwab, der in Jena die Arbeitsgruppe "Fetale Hirnentwicklung und Programmierung von Erkrankungen im späteren Leben" leitet. "Stress während der Schwangerschaft ist deshalb ein wesentlicher Risikofaktor für spätere Depressionen und andere Krankheiten."

Bekommen Ungeborene zu viele Stresshormone ab, "betrachtet" der Körper den erhöhten Pegel als normal. "Diese Kinder werden bereits im Mutterleib darauf programmiert, Zeit ihres Lebens mehr Stresshormone auszuschütten", sagt Schwab. Dabei sei es unerheblich, ob die Hormone synthetisch sind oder vom mütterlichen Körper erzeugt werden.

Forscher von der niederländischen Universität Tilburg konnten nachweisen, dass mütterlicher Stress vor allem zwischen der 12. und 22. Schwangerschaftswoche die emotionale und kognitive Entwicklung des Fötus ungünstig beeinflusst und diese Effekte noch 20 Jahre später erkennbar sind.

Schwab warnt jedoch vor Panikmache. "Stress in der Schwangerschaft ist normal. Erhöhte Stresshormonspiegel beim Baby im Mutterleib spielen aber scheinbar eine größere Rolle bei der Entstehung von Krankheiten, als bisher angenommen."

Mit Angaben aus Spiegel online

Stress in Christlichen Familien ist größer

Die AOK-Familienstudie hatte herausgefunden, dass 46 Prozent der über 1500 Befragten unter starkem oder sehr starkem Stress stehen. Der Grund sei nach Meinung des AOK Vorstandes Jürgen Graalmann, das Bestreben vieler Eltern, ihren Kindern zum Beispiel durch Nachhilfe, Sport und Kurse „eine bessere Wettbewerbsposition zu verschaffen“.

In Christlichen Familien ist die Belastung sogar noch größer. Deren Kinder haben neben den schulischen Verpflichtungen auch Aufgaben in der Gemeinde. Sie besuchen den Kindergottesdienst, die Jungschar, den Kinderchor, den Bibel- oder Konfirmandenunterricht und die Jugendgruppe. Zudem haben christliche Eltern oft ein schlechtes Gewissen, weil sie glauben zu wenig zu tun. Dies verursacht weiteren Stress. “Es gibt zu wenige Hilfen für Christen, Stressfaktoren abzubauen und solche Einstellungen zu ändern“, sorgt sich Siegbert Lehmpfuhl, Leiter der evangelikal orientierten Ehe- und Familienberatung.

Christen sollten lernen “Nein“ zu sagen

Zudem sagte der Geschäftsführer der evangelikalen Familienleben-Mission, Volker Gscheidle: „Neben dem weltlichen Stress gibt es auch den religiösen“. Zwänge auf dem Gebiet sollten abgebaut werden: „Es muss nicht jedes Gemeindemitglied bei jeder frommen Veranstaltung dabei sein“. Christen müssten es lernen, Nein zu sagen. Zudem gebe es viele moderne Zeitfresser, etwa Smartphones oder Tablet-Computer und die sozialen Medien wie Facebook oder Whats-App. Gscheidle: „Diese Geräte dürfen uns nicht beherrschen“. In den Gemeinden sollte man lernen, wie man mit ihnen umgeht. Gscheidle: „Man kann im Gottesdienst auch einmal über effektives Zeitmanagement nachdenken“.

Mit Material von Idea.de

Annaberg-Buchholz: 5. Marsch für das Leben

Montag, 26. Mai 18:00 - 20:00
09456 Annaberg-Buchholz

Donnerstag, 3. April 2014

Stuttgart, 5. April 2014: Demo für Elternrechte und gegen Gender-Ideologie und Sexualisierung unserer Kinder per Bildungsplan

Kundgebung und Demonstration
Treffpunkt: Stuttgart Marktplatz
am Samstag, den 5. April 2014 15.00 Uhr
 

Zur Demonstration rufen auf: 

  “Schützt unsere Kinder”

sowie Agens, Bündnis Rettet die Familie, DVCK – Aktion Kinder in Gefahr, Familiennetzwerk, Frau2000plus, Forum Familiengerechtigkeit, Gabriele Kuby, Initiative Familienschutz, Initiative Schützt unsere Kinder, Stiftung Familienwerte, Verantwortung für Familie, Verband für Familienarbeit

Organisation: Initiative Familienschutz und "Schützt unsere Kinder"

Bildungsplan 2015: Lehrerverband kritisiert Bildungsplan

(Junge Freiheit/IDEA) Die Kritik am baden-württembergischen Bildungsplan reißt nicht ab. „Ich halte den Entwurf für einseitig und völlig unausgereift“, sagte der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, der evangelischen Nachrichtenagentur idea. Es sei daher richtig, daß die Landesregierung ihre Pläne zur Vermittlung von Homo-, Bi- und Transsexualität in der Schule überarbeiten wolle.

Vorausgegangen waren zahlreiche Proteste Proteste. So unterschrieben fast 200.000 Bürger eine Petition gegen die Akzeptanz sexueller Vielfalt in dem Bildungsplan. Kraus plädiert zwar dafür, daß sexuelle Orientierungen in der Schule altersgerecht besprochen werden und dafür Toleranz vermittelt wird: „Aber alternative sexuelle Orientierungen dürfen nicht zum Leitprinzip werden.“

Die Sexualerziehung gehöre zum Kernbestand des elterlichen Erziehungsrechts. Er wünsche sich deshalb von den Schulen eine zurückhaltende Herangehensweise. Eltern dürfe nicht das Gefühl vermittelt werden, daß eine einseitige Einflußnahme stattfände.

Studenten haben Schwierigkeiten mit der Rechtschreibung

Eine Hausarbeit eigenständig wiedergeben sollte für Studenten kein Problem sein. Doch Studenten haben massive Probleme mit der einfachen Rechtschreibung. Zudem fehlen ihnen Lesekompetenz sowie die Grundlagen der Satzbaulehre und der Grammatik.

"Ein Problem ist auch die mangelnde Fähigkeit mancher Studenten, selbstständig zu formulieren und zusammenfassende Texte zu schreiben", beklagte Professor Gerhard Wolf von der Universität Bayreuth. Nur wenige Studenten seien beispielsweise in der Lage, eine Vorlesung mit eigenen Worten angemessen zusammenzufassen. "Viele Studenten können kaum noch einen Gedanken im Kern erfassen und Kritik daran üben", sagte Wolf.

Viele Studenten hätten auch Probleme, einer 90-minütigen Vorlesung konzentriert zu folgen. "Viele gehen offenbar mit der Haltung in die Vorlesung: 'Die Fakten stehen doch eh' alle im Internet. Ich muss deshalb in der Vorlesung nicht alles verstehen.“

Dabei geht es nicht um wissenschaftstheoretische Feinheiten, nicht um „Expertenwissen“, sondern um eine leider völlig abhanden gekommene Selbstverständlichkeit, die eigentlich bereits mit dem Erreichen der Mittelstufe gegeben sein sollte: die Beherrschung der deutschen Grammatik.

Es werden vielmehr auch Fehler gemacht, mit denen man nicht einmal einen Hauptschulabschluss kriegen dürfte - und da hilft auch nicht der Hinweis auf die flächendeckende Verwirrung, die die unsägliche Rechtschreibreform hervorgerufen hat: Ein „Beispiel hier führ“ schreibt einer, „ein Probartes Mittel“ eine andere, „vermeidlich“ (die Autorin meint: vermeintlich), „Vorrausetzung“, „wiederrum“, „Kommulitionen“ (gemeint ist: Kommilitonen).

Dabei handelt es sich fast ausnahmslos um Studenten, deren Muttersprache Deutsch ist. Oftmals ist es sogar so, dass ausländische Erasmus-Studenten die deutsche Grammatik besser beherrschen als ihre deutschen Kommilitonen.

Wird dieser Missstand laut artikuliert, sieht man sich zumeist sofort dem Vorwurf ausgesetzt, man sei zu streng, berichtet eine Dozentin für Politikwissenschaft.
 

Immer häufiger wird dieses Problem auch mit der Belehrung verbunden, dass es eine Krankheit gebe, die sich Legasthenie nennt. Gelten nun alle, die der deutschen Rechtschreibung nicht mächtig sind, als Legastheniker. Gibt es auch Tabletten gegen Rechtschreibfehler?

Dabei sind die Dinge klar zu erkennen: Schlechte Leistungen als solche zu benennen, Unterschiede zu sehen und zu akzeptieren.

Mit Material der Frankfurter Allgemeinen Zeitung

Vorschüler und Erstklässler, die regelmäßig gewalttätiges Verhalten im Fernsehen konsumieren, sind als Teenager deutlich aggressiver

Überall in der Welt erleben unsere Kinder und Jugendlichen tagtäglich im Fernsehen eine Fülle von gewalttätigen Szenen und Auseinandersetzungen. Das Fernsehen lebt von sensationellen und dramatischen Handlungen sowohl in erfundenen Darstellungen als auch in den täglichen Nachrichtensendungen. In Filmen wird das Gewaltproblem noch dadurch verstärkt, indem Gewalt, Brutalität und Menschenverachtung sehr häufig als nachahmenswert und machtvoll dargestellt wird.

Es ist nicht nur die Masse von gewalttätigen Bildern, denen unsere Kinder Tag für Tag ausgeliefert sind, sondern die Botschaft, die ihnen vermittelt wird. Unsere Kinder lernen, dass Gewalt in Ordnung ist, dass sie Vorteile bringt. In etwa 70 Prozent der Fernsehsendungen bleibt der Übel- und Gewalttäter unbestraft.

Die Verlockung und Verherrlichung der Gewalt gibt unseren Kindern ein falsches Gefühl und Bild von sich selbst. Es wird die Botschaft vermittelt, dass Gewalt Macht bedeutet. Dies ist eine besonders verführerische und gefährliche Botschaft für ältere Kinder und Jugendliche, die sich häufig in der Pubertät und als Heranwachsende machtlos fühlen. Sehr schnell kann eine vorgestellte Gewalt in eine reale Gewalt umschlagen.

Die Wirkung von Gewalt in den Medien, besonders auf Kinder und Jugendliche, ist eine dauernde Streitfrage, die immer wieder neu diskutiert wird. Hierzu gehören vor allem extrem gewalttätige Videospiele und besonders auch gewaltverherrlichende Computerspiele. Man nennt solche Spiele verniedlichend auch Strategiespiele, wobei der gute Stratege sich dadurch auszeichnet, möglichst schnell viele Gegner zu töten. Diese Spiele erfreuen sich großer Beliebtheit. Bücher und das Radio kann man, was die Gewalt betrifft, als weniger gefährlich angesehen, da beim Lesen und Hören gewalttätige Passagen viel leichter von Kindern verarbeitet und reflektiert werden können. Ein Kind, das einen gewalttätigen Film sieht oder ein Gewalt-Video spielt, hat diesen Vorteil der Verarbeitung nicht. Die Bilder, die in Filmen und im Fernsehen, besonders auf kleinere Kinder einwirken, können oft überhaupt nicht verarbeitet werden, da diese Kleinen nicht abstrahieren können, sich nicht wehren können und gewalttätige Inhalte fast immer als Wirklichkeit erleben und für bare Münze nehmen.

In zahlreichen Studien zur Gewaltproblematik wurde nachgewiesen, dass Vorschüler und Erstklässler, die regelmäßig gewalttätiges Verhalten im Fernsehen konsumieren, als Teenager deutlich aggressiver sind.

Ältere Kinder sind eher in der Lage Gewaltdarstellungen zu verarbeiten und sich von ihnen zu distanzieren, aber besonders kleinere Kinder haben häufig Angst-und Alpträume, sind ängstlich, können nicht mehr allein sein, sich nicht mehr konzentrieren, fühlen sich verstärkt an zu Hause gebunden und sind häufig depressiv.

Kinder, die fernsehen, lernen, wie Menschen reagieren und sich anderen gegenüber in verschiedenen Lebenssituationen verhalten. Das große Problem mit dem Fernsehen ist, dass die TV-Bilderwelt nicht ausgewogen ist. Meistens sieht das Kind im Fernsehen die gewalttätige Lösung eines Problems. Das Fernsehen gibt unseren Kindern und Jugendlichen kaum die Gelegenheit, gesellschaftliche Probleme nach ihren eigenen Vorstellungen und mit sozialer Kompetenz zu bewältigen. Der Druck der Medien, vor allem auch des Privatfernsehens, aus reinem kommerziellen Interesse, tonnenweise filmischen Schrott zu produzieren, Gewalt zu favorisieren und eine "Scheinwelt" darzustellen, macht es unseren Kindern und Jugendlichen extrem schwer sich zu orientieren, echte Vorbilder zu finden und einen eigenen Standpunkt zu entwickeln.

Mit Material von Dr. M. Riechert

Montag, 31. März 2014

Gegner des Bildungsplanes 2015 dürfen Fokus nicht auf Kretschmann reduzieren

Mathias von Gersdorff

In der vergangenen Woche wurden mehrere bedeutsame Wortmeldungen zur Debatte um den „Bildungsplan 2015“ bzw. um das Leitprinzip „Akzeptanz Sexueller Vielfalt“ veröffentlicht.

Kultusminister Andreas Stoch (SPD) bekräftigte am 26. März 2014 in einem Interview für die Wochenzeitung Kontext seine Haltung, nichts an der „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ ändern zu wollen. Zudem äußerte er sich erneut abfällig über die Gegner des Bildungsplanes.

Nachdem sich Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am 27. März 2014 mit evangelikalen, pietistischen und landeskirchlichen Vertretern traf, veröffentlichte das Staatsministerium eine Presseerklärung. Dort erklärt sich Kretschmann zu Gesprächen und Verhandlungen bereit, doch eine grundsätzliche Änderung an seiner Haltung hinsichtlich der Einführung „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ in den Schulen ist nicht zu erkennen: „Die Landesregierung bekenne sich deswegen auch zur Akzeptanz von sexueller Vielfalt“. Die Bedenken der Gegner hält er für Missverständnisse, die aufgrund der ungeschickten Redaktion entstanden sind: „Allerdings hätten Formulierungen im Arbeitspapier zum Bildungsplan zu Missverständnissen geführt, die im laufenden Verfahren zeitnah ausgeräumt werden sollten.“

Wenig war zu hören von den kirchlichen Vertretern an dieser Runde. Pfarrer Steffen Kern, Vorsitzender des Evangelischen Gemeindeverbands, veröffentlichte eine längere Stellungnahme auf der Internetseite der „Evangelischen Allianz“. Er stellt fest, dass es erhebliche Meinungsunterschiede gibt, doch er hofft, dass man eine Verständigung über Verhandlungen findet: „Wir suchen das Gespräch. Wir wollen keinen Kulturkampf und treten einer eskalierenden Auseinandersetzung entgegen“.

Auch der Generalsekretär der „Evangelischen Allianz“, Hartmut Steeb, setzt auf Gespräche. Laut einer Meldung von IDEA am 28. März 2014 sagte er: „Die Begegnung am 27. März sei eine „Etappe auf dem Weg“ gewesen“.

Es ist wichtig zu beachten, dass Kretschmann weder Vertreter der Initiative rund um Gabriel Stängle, die für die Petition „Kein Bildungsplan 2015 unter der Ideologie des Regenbogens“ etwa 200.000 Unterschriften gesammelt haben, noch Vertreter der Initiative „Schützt unsere Kinder“, die die beiden Demonstrationen auf dem Stuttgarter Schlossplatz organisiert haben, eingeladen hat. Sowohl Petition, wie auch die beiden Demonstrationen stießen auf ein sehr großes Medienecho.

Damit scheint die Strategie des Grün-Roten Lagers klar zu sein: Nur die Gegner des Bildungsplanes, die vorwiegend auf Gespräche setzen, werden überhaupt angehört und beachtet.

Das geht so weit, dass Gabriel Stängle keine Reaktion auf seine Petition erhalten hat, obwohl die Unterschriften schon am 30. Januar übergeben worden sind. Möglicherweise versucht das Grün-Rote Lager damit auch einen Keil zwischen die Gegner zu treiben.

Jedenfalls scheinen die christlichen Vertreter zufrieden mit dem Gespräch am 27. März zu sein. Gegenüber dem Magazin „Pro“ sprach Pfarrer Steffen Kern von einer „guten, vertrauensvollen Atmosphäre“. „Der mehrstündige Austausch sei konstruktiv und ehrlich gewesen. „Es gab eine Hörbereitschaft auf beiden Seiten mit dem Versuch, ein gegenseitiges Verstehen zu erreichen“, so Kern in „Pro“.

Bei aller Liebe zum Gespräch: Auch wenn Kern, Steeb & Co. der Auffassung sind, der Ministerpräsident wolle tatsächlich ernsthafte Gespräche durchführen, dürfen sie das grün-rote Lager nicht auf Kretschmann reduzieren, sondern auch Andreas Stoch und sonstige Interessengruppen im Auge behalten.

Man muss berücksichtigen, dass Andreas Stochs Interview mit „Kontext“ nur ein Tag vor dem Treffen am 27. März 2014 erschienen hat. Das ist nicht ganz ohne. Es sah ganz so aus, als wolle Stoch verhindern, dass Kretschmann Zugeständnisse macht. Oder er sprach zum grün-roten Klientel, die über den „Bildungsplan 2015“ und das Leitprinzip „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ die Gender-Theorie in Baden-Württemberg durchsetzen wollen.

Was auch immer die Absichten waren: Während Kretschmann sanfte Worte für die Christen findet, hält Stoch die LGBTI-Gruppen und sonstige Basisgruppen wie Grüne Jugend, Jusos usw. bei der Stange.

Unter diesen Voraussetzungen können die Gegner des Bildungsplanes nur verlieren, falls sie nur auf Gespräche und Verhandlungen setzen.

Gott sei Dank wurde generell im Lager der Gegner des Bildungsplanes erwartet, dass Kretschmann nichts an seiner grundsätzlichen Haltung ändert. Die Erwartungen waren dermaßen niedrig, dass sich schon vor dem Treffen am 27. März ein Aktionsbündnis gebildet hatte, das zu einer dritten Demonstration in Stuttgart am 5. April um 15:00 aufgerufen hat. Gäbe es diese Reaktion an der Basis nicht, wäre die Sache der Elternrechte wahrscheinlich schon verloren. Allerdings muss festgestellt werden, dass man Teilnehmerzahlen von zehntausenden oder gar hunderttausenden erst dann erreichen wird, wenn alle Gegner des Bildungsplanes 2015 dazu aufrufen.

Sexuelle Gewalt bei Menschen mit Behinderung

Christiane Jurczik

Menschen mit einer Behinderung sind besonders gefährdet, Opfer von sexueller Gewalt zu werden. Anhand einer bundesweiten Studie von 2011, gehen Fachleute davon aus, dass Menschen mit Behinderung doppelt so häufig von sexueller Gewalt betroffen sind, wie Menschen ohne Behinderung.

Engagiert und vorbildlich setzt sich die Frauenbeauftragte der Göttinger Werkstätten, Diplom Psychologin Kristina Schulz, für die Interessen von Menschen mit Behinderung ein.

Die Werkstatt war für Kristina Schulz das Sprungbrett zum politischen Engagement: "Ich setze mich in vielen Themenbereichen dafür ein, die Bedingungen für die politische Teilhabe von Menschen mit Behinderungen zu verbessern", sagt sie. Leider werde aber noch zu selten mit den Betroffenen geredet oder Entscheidungen über deren Köpfe hinweg getroffen.

"Überall in unserer Gesellschaft kommt es zu sexuellen Übergriffen. Auch Werkstätten für behinderte Menschen sind da leider keine Ausnahme". Geschlechtsspezifischer Gewalt ausgesetzt sind Frauen aller sozialen und ethnischen Gruppen sowie aller Alters- und Bildungsgruppen, erklärt die Diplom-Psychologin in einer Rede zum Thema Gewalt gegenüber Frauen.

Menschen mit geistiger Behinderung sind ebenso individuell und auch in ihrer Sexualität so einmalig verschieden wie alle anderen Menschen. Den "typischen" Menschen mit geistiger Behinderung gibt es nicht.

Studien zeigen, dass sexuelle Gewalt umso öfter geschieht, je größer die Isolation der Menschen mit einer Behinderung ist. Deshalb ist es wichtig, Kinder und Jugendliche mit einer Behinderung in alle Bereiche des alltäglichen Lebens zu integrieren und sie nicht von den anderen Menschen zu separieren.

Die Gesellschaft hat die ethische Verpflichtung denen zu helfen, die sich selber nicht helfen können und diejenigen zu unterstützen, die Hilfe anbieten. Ebenso sollte die Gesellschaft aktiv werden in Bereichen, die sich mit behinderten Menschen beschäftigen, sowie deren Erziehung, Therapie und Rehabilitation. Das Thema sexueller Missbrauch darf nicht verdrängt werden, schon gar nicht sexueller Missbrauch an Menschen mit Behinderungen.