Donnerstag, 26. März 2015

Antwort des Bundesfrauenministeriums (Manuela Schwesig) auf Postkartenaktion von SOS-LEBEN bzgl. Geschlechtsselektion durch Abtreibung

Frau Bundesministerin Manuela Schwesig dankt für Ihre Mail. Aufgrund der Vielzahl der Zuschriften ist es der Ministerin leider nicht möglich, alle Anfragen selbst zu beantworten. Sie hat daher das Service-Team gebeten, Ihnen zu antworten.

In Ihrer Mail sprechen Sie sich für ein Verbot einer Geschlechtsselektion durch Abtreibung aus. Eine Einführung eines solchen Verbotes ist nicht erforderlich, da in Deutschland bereits eine ausreichende gesetzliche Grundlage besteht, um Geschlechterselektion durch Schwangerschaftsabbrüche zu verhindern.

Nicht-invasive pränatale Diagnostik an fetaler DNA aus mütterlichem Blut, wie der Praena-Test, unterfällt als vorgeburtliche genetische Untersuchung zur Feststellung genetischer Eigenschaften vollumfänglich dem Gendiagnostikgesetz (GenDG). Das bedeutet, dass eine solche Untersuchung unter einem Arztvorbehalt steht. Ein vorgeburtliche genetische Untersuchung darf zudem nur zu medizinischen Zwecken und nur vorgenommen werden, soweit sie auf bestimmte genetische Eigenschaften des Embryos oder Fötus abzielt, die nach dem allgemein anerkannten Stand der Wissenschaft und Technik seine Gesundheit während der Schwangerschaft oder nach der Geburt beeinträchtigen, oder wenn eine Behandlung des Embryos oder Fötus mit einem Arzneimittel vorgesehen ist, dessen Wirkung durch bestimmte genetische Eigenschaften beeinflusst wird.

Das bedeutet, eine vorgeburtliche genetische Untersuchung an fetaler DNA zur alleinigen Feststellung des Geschlechts ist unzulässig. Mit Freiheits- oder Geldstrafe wird bestraft, wer eine vorgeburtliche genetische Untersuchung vornimmt, die nicht medizinischen Zwecken dient oder die nicht auf die o. g. genetischen Eigenschaften des Embryos oder des Fötus abzielt (s. § 25 Abs. 1 Nr. 3 GenDG).

§ 15 Abs. 1  S. 2 GenDG sieht für den Fall, dass anlässlich einer o. g. Untersuchung oder einer sonstigen vorgeburtlichen Untersuchung das Geschlecht eines Embryos oder Fötus festgestellt wird, vor, dass dies der Schwangeren mit ihrer Einwilligung nach Ablauf der zwölften Schwangerschaftswoche mitgeteilt werden kann. Eine Mitteilung des Geschlechts vor Ablauf der zwölften Schwangerschaftswoche wäre unzulässig. Da ein Schwangerschaftsabbruch ohne Indikation nur in den ersten zwölf Wochen, und nur unter einer Reihe weiterer Voraussetzungen, straffrei bleibt, ist ein generelles Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen zur Vermeidung einer vorgeburtlichen Geschlechtsselektion inadäquat und ungeeignet.

Zudem sind Sie der Auffassung, der Schwangerschaftsabbruch müsste generell verboten werden und bitten Frau Bundesministerin Schwesig, sich für ein entsprechendes weltweites Verbot einzusetzen. Dazu kann Folgendes mitgeteilt werden:

Nach § 218 Absatz 1 Satz 1 des Strafgesetzbuches (StGB) ist grundsätzlich jeder Schwangerschaftsabbruch strafbar. Der Straftatbestand gilt allerdings gemäß § 218a Absatz 1 StGB als nicht verwirklicht,  wenn - neben anderen Voraussetzungen - zum Zeitpunkt des Schwangerschaftsabbruchs seit der Empfängnis nicht mehr als zwölf Wochen vergangen sind, die Schwangere den Abbruch verlangt und dem Arzt durch eine Bescheinigung nachgewiesen hat, dass sie sich mindestens drei Tage vor dem Eingriff hat beraten lassen.

Das geltende Recht des Schwangerschaftsabbruchs wurde vom Deutschen Bundestag in einem sehr langen und komplizierten Verfahren beschlossen, der sich bei der Neufassung der §§ 218 ff. StGB an die Vorgaben aus dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 28. Mai 1993 hielt.  Das Bundesverfassungsgericht hatte u. a. entschieden, dass der Staat zwar eine Schutzpflicht für das werdende Leben habe, in dessen Rahmen er auf den Einsatz des Strafrechts und die davon ausgehende Schutzwirkung nicht frei verzichten könne, es ihm aber verfassungsrechtlich grundsätzlich nicht verwehrt sei, in der Frühphase der Schwangerschaft in Schwangerschaftskonflikten den Schwerpunkt auf die Beratung der schwangeren Frau zu legen, um sie für das Austragen des Kindes zu gewinnen. § 218a Abs. 1 StGB liegt der Rechtsgedanke zugrunde, das Strafrecht im Interesse einer Beratung, die die Frau zur Fortsetzung der Schwangerschaft ermutigen soll, zurückzunehmen. Damit soll ein besserer Schutz des ungeborenen Lebens erreicht werden als mit einer Strafandrohung, die sich in der Vergangenheit als weitgehend wirkungslos erwiesen hatte.

Auf internationaler Ebene verfolgen wir ebenfalls mit Sorge die von Ihnen thematisierte Geschlechterselektion durch Abtreibung in manchen Teilen der Welt. Doch die Bundesregierung ist der Auffassung, dass ein weltweites Verbot der Geschlechtsselektion durch Abtreibung allein nicht zu einer Verbesserung der Situation führen würde. Die Erfahrungen aus der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit zeigen, dass ein Verbot nicht zwangsläufig zu einer Reduzierung der Abtreibungen führt, sondern dazu, dass die Abtreibungen zunehmend unsachgemäß durchgeführt werden und somit das Leben und die Gesundheit der betroffenen Mädchen und Frauen gefährden. Jährlich sterben ca. 47.000 Mädchen und Frauen aufgrund von unsachgemäß durchgeführten Schwangerschaftsabbrüchen. Mehr als 5 Millionen leiden unter den Komplikationen nach einer unsicheren Abtreibung.

Daher müssen vielmehr die Ursachen für diese Praktiken adressiert werden. Die Förderung der Gleichberechtigung der Geschlechter ist ein Grundsatz der deutschen Entwicklungspolitik; beispielsweise strebt sie eine Vermeidung von ungewollten Schwangerschaften als dem Hauptgrund von Schwangerschaftsabbrüchen durch eine breite und zuverlässige Versorgung mit Verhütungsmitteln an sowie die Förderung der Gesundheits- und Lebenskompetenz von Jugendlichen (z.B. durch umfassende Sexualaufklärung).

Dass speziell weibliche Föten in manchen Teilen der Welt vermehrt abgetrieben werden, ist in einem komplexen Zusammenhang sozialer und wirtschaftlicher Ursachen der jeweiligen Gesellschaft zu betrachten. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit unterstützt einen ganzheitlichen menschenrechtsbasierten Ansatz zur Bekämpfung jeglicher Diskriminierung und zur Förderung der Gleichberechtigung der Geschlechter. Mädchen und Frauen werden unterstützt, Zugang zu einer hochwertigen Bildung, sozialer Sicherung sowie gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Teilhabe zu erlangen. Der Zugang zu Informationen und Methoden der Familienplanung sowie eine zuverlässige Gesundheitsversorgung sind hierbei von besonderer Bedeutung.

Die deutsche Bundesregierung erachtet somit sowohl national als auch international ein Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen als nicht geeignet, um Geschlechtsselektion durch Abtreibung zu verhindern. In der Entwicklungszusammenarbeit wurden allerdings bereits Maßnahmen ergriffen, um dieser Besorgnis erregenden Praxis entgegen zu wirken. Die bestehenden Regelungen von Schwangerschaftsabbrüchen sowie Pränataldiagnostik in Deutschland sind ausreichend, um eine gezielte Abtreibung weiblicher Föten nicht zuzulassen.

Wir hoffen, dass wir Ihnen mit den Ausführungen weiterhelfen konnten.

Antwort der Niedersächsischen Staatskanzlei auf Postkartenaktion von Kinder in Gefahr bzgl. Schulischer Sexualerziehung (Kommentar folgt)





Dienstag, 24. März 2015

Die wichtigsten Redebeiträge auf der "Demo für Alle" vom 21. März 2015 in Stuttgart

Absurd: Grundschulverband fordert die Abschaffung der Schreibschrift

Es soll rein theoretisch mal wieder alles einfacher werden – in immer mehr Grundschulen wird deshalb die Druckschrift als einzige Schrift gelehrt. Am Ende der vierten Klasse soll aber eine flüssige lesbare Handschrift geschrieben werden. Ob dies ausschließlich durch Druckschrift erreicht wird ist fraglich.

Der Grundschulverband hat der Lateinischen Ausgangsschrift, die 1941 von den Nationalsozialisten im Westen eingeführt worden war, in den siebziger Jahren eine vereinfachte Ausgangsschrift hinzugefügt. Der erwartete Durchbruch blieb aus, weil sie etabliert worden war, ohne vorher auf ihre Lerneffekte zu achten.

Es gibt bisher keine ausreichenden Erkenntnisse darüber, mit welcher Schrift Kinder besser Schreiben und Lesen lernen. Überzeugt hat der Verband Lehrer und Eltern sowie Politik und viele zeitgeistanfällige Erziehungswissenschaftler mit demselben fadenscheinigen Argument, mit dem auch die Rechtschreibreform aufgezwungen wurde: Für die Schüler sollte alles einfacher werden…

…Zur Erinnerung an die missglückte Rechtschreibreform, die einst unter dem Vorwand eingeführt wurde, häufige Rechtschreibfehler der Schüler zu minimieren: Laut einer Studie der Forschungsgruppe Deutsche Sprache (FDS) zehn Jahre nach Inkrafttreten der Reform verdoppelte sich die Anzahl der orthographischen Fehler von Schülern in deutschen Schulen. Und besonders hoch war danach die Fehlerquote in solchen Textpassagen, die von den Änderungen durch die Reform betroffen waren. Ergebnisse einer verfehlten Sprachen- und Bildungspolitik in Deutschland.

Reform- und Schreib-Chaos in deutschen Schulen

Grundschüler in Deutschland lernen zurzeit vier unterschiedliche Schriften. Denn in den ostdeutschen Ländern wird häufig weiter die Schrift gelehrt, die 1968 von der DDR eingeführt wurde. Im Westen beginnen viele Grundschulen mit Druckschrift, um dann in der zweiten und dritten Klasse mit der Schreibschrift fortzufahren. Doch es gibt nicht einmal ländereinheitliche Regelungen.

Spätestens seit den siebziger Jahren hätte es die Gelegenheit gegeben, zu untersuchen, welche Schriftart sich wie auf das Lernen auswirkt. Aber darauf wurde verzichtet. Der Deutsche Lehrerverband versucht jetzt wenigstens in einer Umfrage herauszufinden, wo Lehrer die Schwierigkeiten mit dem Schreibchaos sehen und wie mögliche Lösungen aussehen könnten.

Studien belegen, dass Kinder, die flüssig mit der Hand schreiben, andere und mehr Hirnareale aktivieren als beim Schreiben einzelner Buchstaben. Schüler mit einer Verbundschrift können sich Texte besser merken und ihren Sinn besser erfassen. Denn das Schreiben mit der Hand ist gerade in der Anfangsphase des Lernens ein Prozess, bei dem nicht einzelne Buchstaben isoliert verschriftet werden, sondern sprachliche Einheiten, die Silben und Morphemen entsprechen. Gute Schreiber rhythmisieren entlang von Silben, während schwache Schreiber keinen Rhythmus finden und nur den einzelnen Buchstaben sehen. Verbundene Schriften machen sprachliche Einheiten besser lernbar.

Die Schreibschrift fördert nämlich motorische Fähigkeiten, ästhetisches Bewusstsein und fließendes Denken. Wer nur eine Druckschrift lernt, schreibt in der Regel langsamer, wenig leserlich und muss sich ständig stärker anstrengen.

Mit Material der FAZ

Achtung!- für alle Eltern: Kinder Chatten bereits mit 10 Jahren im Internet

Sobald Kinder ein internetfähiges Gerät bekommen, verändert sich ihre Welt entscheidend. Sämtliche Websites stehen ihnen zur Verfügung, Onlinespiele, Foren, Blogs und durch Web-TV können Kinder auch mittags die Filme des Spätprogramms sehen. Es gibt kaum Beschränkungen – Alterskontrollen können mit einem Klick umgangen werden.

Gleichzeitig können sie mit Menschen in Kontakt treten, die mit ihrem realen Leben gar nichts zu tun haben. Bereits mit 10 Jahren beginnen Kinder, sich im Internet mit Fremden zu unterhalten, so Medienforscher.

Was Eltern tun können

Bei jüngeren Kindern ist es sinnvoll, eine Auswahl an Internetseiten zu treffen, die das Kind besuchen darf. Bei Smartphones und Tablets können zudem einzelne Funktionen, wie In-App-Käufe, das Herunterladen bestimmter Inhalte oder die Kamera, gesperrt werden (Links für iOS-Geräte und für Android). Dennoch sollten Eltern auch jüngere Kinder darauf hinweisen, dass man nie genau weiß, wer sich hinter einem Online-Kontakt verbirgt.

Bei Jugendlichen von 15 oder 16 Jahren bringen Verbote weniger, doch wie bei jedem Schritt in die Selbständigkeit lohnt es sich, die neu gewonnene Freiheit mit den Jugendlichen zu besprechen. Gerade wenn es ums Internet geht, lassen sich viele Eltern vom technischen Wissen ihrer Kinder entmutigen. Doch das ist falsch, Eltern können bei wichtigen Aspekten des Internets sehr wohl mitreden.

Unabhängig vom Alter ist es wichtig, Kindern zu erklären, dass sie sich bei unangenehmen Erlebnissen immer an die Eltern wenden können. Das tönt trivial, aber Forschungen zeigen, dass über die Hälfte der Eltern nichts von den schlechten Internet-Erfahrungen ihrer Kinder wissen. Kinder beschäftigen dabei auch Dinge, die wir nicht unmittelbar mit dem Internet verknüpfen. Wenn sie zum Beispiel in sozialen Netzwerken oder auf Nachrichtenportalen Bilder aus Kriegsgebieten sehen.

Mit Auszügen des Tagesanzeiger.ch

Bundestagsabgeordnete aller Fraktionen besorgt um Bluttest auf Down-Syndrom

(idea) – Der Bluttest zur vorgeburtlichen Feststellung des Down-Syndroms (Trisomie 21) bereitet 150 Abgeordneten aus allen vier Fraktionen im Deutschen Bundestag Sorgen: Sie haben eine 18 Fragen umfassende „Kleine Anfrage“ an die Bundesregierung gestellt. 

Hintergrund sind die Beratungen des Gemeinsamen Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen über eine Erprobung des Bluttests. Ergebnis könnte seine Aufnahme in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen sein. Dann würden sie die Kosten erstatten. Aktuell wird diese Blutuntersuchung auf freiwilliger Basis durchgeführt. Der Preis liegt bei mindestens 485 Euro. Die Abgeordneten befürchten, dass die Möglichkeit, sehr früh und „risikoarm“ zu testen, auch die gesellschaftliche Erwartung erzeugen könnte, dieses Angebot zu nutzen. Damit erhöhe sich der Druck, ein „perfektes“ Kind zu gebären. Eltern könnten bei einer Entscheidung für ein behindertes Kind künftig immer mehr in Erklärungsnot geraten

Verwiesen wird auf Dänemark. Dort werde der Bluttest seit 2005 allen Schwangeren angeboten. Seitdem habe sich die Zahl der mit Down-Syndrom geborenen Kinder halbiert. Die Abgeordneten wollen unter anderem wissen, wie sich die Zahl der mit Trisomie 21 lebend geborenen Kinder in Deutschland während der vergangenen 15 Jahre entwickelt hat und worin der medizinische Zweck der Blutuntersuchung bestehe. Nach eigenen Angaben handelt es sich seit der Deutschen Einheit 1990 um die erste Kleine Anfrage, die von allen Bundestagsfraktionen getragen wird.

Eingebracht wurde sie auch von dem stellvertretenden Vorsitzenden der „Christdemokraten für das Leben“ (CDL), dem Bundestagsabgeordneten Hubert Hüppe (CDU). Er sagte der Evangelischen Nachrichtenagentur idea, dass die vorgeburtliche Blutuntersuchung als Kassenleistung nicht mit den Bemühungen um eine inklusive Gesellschaft zusammenpasse: „Die Praxis, dass Kinder mit Behinderung unter der medizinischen Indikation bis zur Geburt abgetrieben werden, hat mit Inklusion nichts zu tun.“ Weiter fragt Hüppe: „Welchen Sinn hat eine von der Mitgliederschaft der Krankenkassen finanzierte Diagnose, die keinen therapeutischen Nutzen hat? Ist es die Aufgabe der Krankenkassen, die Abtreibung von behinderten Kindern zu fördern?“ Es sei die schlimmste Diskriminierung überhaupt, dass von der Norm abweichende Kinder getötet werden. Schon jetzt finde bei über 90 Prozent der identifizierten Kinder mit Down-Syndrom eine Abtreibung statt. Ein weiterer Anstieg sei zu befürchten, wenn der Bluttest zur Kassenleistung werde. 

Bislang habe es über dieses Thema keine gesellschaftliche Diskussion gegeben. Diese wolle man mit der Kleinen Anfrage anstoßen. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) sagte gegenüber idea zu der Diskussion um den Bluttest: „Der medizinische Fortschritt stellt uns immer wieder vor ethische Herausforderungen. Ich glaube, wir müssen aufpassen, dass wir nicht denken, wir könnten auf Erkenntnis einfach verzichten, weil es leichter ist, mit Nichtwissen umzugehen als mit Wissen.“ Trotzdem müsse man sich mit Risiken einer „erweiterten Erkenntnismöglichkeit“ sehr intensiv beschäftigen. Die Gefahr einer Selektion menschlichen Lebens müsse sehr ernst genommen werden. Gröhe: „Die Frage, wie wir Menschen ethisch befähigen oder ihnen in Konflikten helfen, mit solchem Mehrwissen über den Gesundheitszustand eines ungeborenen Kindes umzugehen, ist eine große Herausforderung.“

Bewährungsstrafe für Prügelattacke auf dem Spielplatz

Eine Mädchen-Clique verprügelte eine 13 Jahre alte Schülerin und stellte das entwürdigende Video ins Internet. Nun stehen die Schlägerinnen vor ihrem Richter.

Das Amtsgericht Tübingen hat am 04.03.2015 fünf Teenager verurteilt. Gegen zwei 14 Jahre alte Mädchen verhängte der Richter unter anderem wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung Haftstrafen von je einem halben Jahr auf Bewährung, einwöchigen Arrest sowie 80 Sozialstunden. Drei weitere Mädchen müssen gemeinnützige Arbeit leisten. Der Hintergrund der Tat auf einem Spielplatz im vergangenen November ist weiterhin unklar.

Angeklagt waren sieben Jungen und Mädchen im Alter zwischen 14 und 16 Jahren. Nicht alle hatten das erst 13 Jahre alte Opfer geschlagen: Drei Angeklagte hatten die Prügelattacke per Handy aufgenommen. Drei andere seien „Teil einer Drohkulisse“ gewesen, erklärte der Staatsanwalt. Ein Mädchen war zum Zeitpunkt der Attacke nicht strafmündig.

Neben den zwei verurteilten Schlägerinnen fielen Urteile gegen zwei weitere Jugendliche wegen Beihilfe zur Körperverletzung. Den Mädchen wurden Sozialstunden auferlegt. Das Verfahren gegen die zwei Jungen wurde gegen die Auflage von jeweils 30 Arbeitsstunden eingestellt.

Die Clique hatte ihr Opfer auf dem Spielplatz nahe einer Tübinger Schule umstellt. Dann schlugen drei Mädchen abwechselnd zu, während andere ihre Handys zückten. Das Video landete im Internet, wo es sich schnell verbreitete. Das brutale Vorgehen der Mädchen löste Entsetzen und Gewaltaufrufe gegen die Schlägerinnen aus.

Das Opfer werde wegen der Verbreitung der Aufnahmen im Internet dauerhaft mit der Tat konfrontiert, sagte der Richter bei der Urteilsverkündung. Dies sei bei den Strafen berücksichtigt worden. Beim Verfahren war die Öffentlichkeit ausgeschlossen worden.

Die Polizei hatte nach dem Vorfall an die Nutzer sozialer Medien appelliert, das Video nicht weiterzuverbreiten. Zudem waren Kontrollen an einer Schule verstärkt worden.

Mit Informationen der Stuttgarter Nachrichten

Stillen macht intelligenter, gebildeter und reicher

(Aponet) Muttermilch schafft offenbar beste Voraussetzungen für Erfolg im späteren Leben. Glaubt man einer brasilianischen Studie, genießen junge Erwachsene, die als Baby länger gestillt wurden, eine höhere Intelligenz, eine längere Schulbildung und ein höheres Einkommen.

Die positiven Auswirkungen waren umso größer, je länger die Kinder gestillt wurden. Dies berichten Dr. Bernardo Lessa Horta von der Universidade Federal de Pelotas in Brasilien und Kollegen in der Fachzeitschrift The Lancet Global Health. Was das genau bedeutet, verdeutlichen die Forscher an einem Beispiel: Ein 30-Jähriger, der als Baby mindestens ein Jahr lang gestillt worden war, hatte im Schnitt vier IQ-Punkte mehr als ein Gleichaltriger, der weniger als einen Monat mit Muttermilch ernährt worden waren. Er hatte zudem ein Jahr mehr Schulbildung auf dem Konto. Und sein Einkommen lag um 341 brasilianische Real, umgerechnet etwa 100 Euro, pro Monat höher.

Horta vermutet, dass dies mit der Anwesenheit von langkettigen gesättigten Fettsäuren in der Muttermilch zu tun haben könnte, die für die Entwicklung des Gehirns unabdingbar seien. "Unsere Erkenntnisse deuten zudem darauf hin, dass auch die Milchmenge eine Rolle spielen könnte", sagt der Forscher.

Mit seinen Kollegen hatte er eine Gruppe von fast 3.500 Neugeborenen bis zum Alter von 30 Jahren verfolgt. Aus der frühen Kindheit stammten Informationen darüber, ob und wie lang die Babys gestillt worden waren. Mit 30 absolvierten die Studienteilnehmer einen IQ-Test und es wurden Informationen zum Bildungsstand und Einkommen gesammelt. Bei ihren Berechnungen berücksichtigten die Wissenschaftler auch andere Faktoren, die den IQ unter Umständen beeinflussen könnten, darunter das Familieneinkommen zum Zeitpunkt der Geburt, die Schulbildung der Eltern, erbliche Faktoren, ob die Mutter während der Schwangerschaft rauchte, das Geburtsgewicht oder die Art der Entbindung.

Mütterlicher Handy-Gebrauch schadet Kindern

Mütterlicher Handy-Gebrauch schadet Kindern - Von gemeinsamen Mahlzeiten ausgehende Schutzfunktion wird zerstört

Boston (pte002) - Mütter sollten, vor allem während der Mahlzeiten, das Handy weglegen - sonst berauben sie ihrer Kinder wichtige Interaktionen. Forscher der Boston University School of Medicine http://bumc.bu.edu haben festgestellt, dass viele verbale und nonverbale Kommunikationsakte verloren gehen, ebenso wie Ermutigungen durch die Mütter, wenn diese bei Tisch nicht auf ihr Mobiltelefon verzichten können.

Interaktionen zwischen Eltern und Kindern während des Essens haben einen schützenden Effekt auf die Kinder, etwa in Bezug auf Übergewicht, Asthma und jugendliches Risikoverhalten. Wenn jedoch Mütter lieber Medieninhalte konsumieren oder mit nicht anwesenden Personen kommunizieren, statt mit dem eigenen Kind, werden die positiven Effekte des gemeinsamen Essens gemindert.

Kommunikation eingeschränkt

"Wir haben die Theorie, dass die Verwendung von mobilen Geräten mit einer verringerten Anzahl an mütterlichen verbalen und nonverbalen Interaktionen einhergeht, die durch eine verringerte Aufmerksamkeit gegenüber sozialen Hinweisen des Kindes ausgelöst werden, während der Blick und/oder die Aufmerksamkeit der Mutter auf das Gerät gerichtet ist", so Studienautorin Jenny Radesky. Schließlich kann die Konzentration allein schon dadurch gestört werden, wenn das Handy unbenutzt auf dem Tisch liegt (pressetext berichtete: http://pte.com/news/20141210001 ).

Wenn Mütter ihre Handys während der Mahlzeiten verwendeten, zeigten sich 20 Prozent weniger verbale und 39 Prozent weniger nonverbale Kommunikationsakte mit dem Kind als bei Müttern, die auf Technologie beim Essen verzichteten. Außerdem ermutigten sie ihre Kinder weniger. Noch weniger zugänglich zeigten sich die technologieverliebten Mütter, wenn die Kinder mit neuen Nahrungsmitteln konfrontiert wurden, was für diese Stress auslösen kann, denn immer dann brauchen sie die mütterliche Aufmerksamkeit besonders.

Technologie-Gebrauch mit Tücken

"Während der Besitz und die Verwendung von mobilen Geräten fast weltumfassend werden, lassen sich wichtige Folgerungen aus diesen Ergebnissen ziehen - in Bezug darauf, wie Eltern ihre Aufmerksamkeit zwischen Geräten und Interaktionen mit ihren Kindern im täglichen Leben und besonders während der Mahlzeiten, die eine maßgebliche schützende Routine in der Kindergesundheit darstellen, aufteilen sollten", so Radesky abschließend.

Montag, 23. März 2015

Demo für Alle am 21. März 2015: Unerschrockener Einsatz für Kinder und Familie

Mathias von Gersdorff
 
Am 21. März 2015 fand in der Stuttgarter Innenstadt nunmehr die sechste Demonstration (die vierte unter dem Namen „Demo für Alle“) gegen den Bildungsplan bzw. gegen die fächerübergreifende Einführung von „Gender“ in den Schulen.

Hauptredner waren Ludovine de la Rochère, Präsidentin von La Manif Pour Tous (Frankreich) und Birgit Kelle, deren Buch über „Gender“ vor wenigen Wochen erschienen ist. In „Gender Gaga“ beschreibt sie „Gender“ als eine absurde Ideologie.

Weitere Redner waren Joseph Dichgans (CDL Baden-Württemberg), Ulrike Walker (Schweizer Volksinitiative zum Schutz vor Sexualisierung im Kindergarten und der Primarschule) und Heinz Veigel vom Verein „Zukunft - Verantwortung - Lernen e.V.“. Dieser Verein setzt die Arbeit des Organisationskomitees der Petition von Gabriel Stängle fort.

Es nahmen ca. 2400 Personen an dieser „Demo für Alle“ teil. Eine ansehnliche Zahl, doch angesichts des geplanten Angriffes der grün-roten Landesregierung auf die Kinder und auf die Familie, zu wenige. Es ist äußerst wichtig, die Bürger über das Vorhaben der Kretschmann-Landesregierung zu informieren. Zum geplanten Bildungsplan samt der "Akzeptanz sexueller Vielfalt" gesellt sich nun seit wenigen Wochen ein Aktionsplan „Akzeptanz und gleiche Rechte Baden-Württemberg“. Durch diesen soll die Gender-Ideologie in sämtliche Bereiche eingeführt werden: Verwaltung, Universitäten, Schulen, Kindertagesstätten, Kirche usw. Der Aktionsplan ist nichts anderes als ein umfassender Umerziehungsplan für die gesamte Gesellschaft. Durch diesen Aktionsplan wird die Gender-Ideologie in den Rang einer Staats-Doktrin erhoben. Es ist notwendig, darüber aufzuklären, damit sich mehr Menschen an den Protesten beteiligen.

Wir dokumentieren hier auszugsweise die Rede am 21. März 2015 der Präsidentin von Manif Pour Tous, Ludovine de la Rochère:

Deutschland und Frankreich, wie viele andere Länder in Europa und Amerika auch, werden heute mit einer Ideologie konfrontiert, die unsere Menschlichkeit, bestehend aus den Geschlechtern Mann und Frau, in Frage stellt. Alles, was daraus folgt wir dadurch ebenfalls in Frage gestellt, beginnend mit der Verwandtschaftsbeziehung Vater, Mutter, Kinder.

Diese Gender-Ideologie oder die Ideologie der Unbestimmtheit der Geschlechter, die man seit Jahren zu etablieren versucht, schien uns dermaßen absurd, dass wir sie nicht für möglich gehalten haben. […] Wie Sie wissen, besitzt die „Gender-Ideologie keine wissenschaftliche Grundlage, sie besitzt keine objektive Grundlage. Sie ist nichts mehr als ein Gefühl, eine subjektive Wahrnehmung, ein Eindruck. […] Der Mensch besitzt das Bedürfnis, in Harmonie mit sich selbst zu leben. Der Mensch ist Natur und Kultur und diese Natur und diese Kultur müssen miteinander im Einklang stehen. Das ist das Ziel der Erziehung: Dass ein Mädchen voll und ganz die Weiblichkeit annimmt und eine Junge voll und ganz die Männlichkeit annimmt. Und wenn das nicht gelingt, wissen wir allzu gut, zu welchem Leiden das führt.

Aus all diesen Gründen müssen wir verhindern, dass die Schulen eine Gender-Erziehung für unsere Kinder einführen. […]

Wie Sie wissen, haben wir in Frankreich sehr viel gekämpft. Es war schwierig. Wir mussten Niederlagen einstecken. Wir erreichten aber auch Siege: Wir haben weitgehend die Verbreitung der Gender-Ideologie angehalten. Unsere Minister, die diese Ideologie unseren Kindern eintrichtern wollten, mussten einen Rückzieher machen.

Deshalb dürfen wir uns nicht entmutigen lassen. Man muss weiter machen, koste es was es wolle. Ich weiß, dass Sie recht viele Unterschriften für eine Petition gesammelt haben und, dass diese Petition abgelehnt wurde. Auch wir sammelten 700.000 Unterschriften in Frankreich für eine Petition – und sie wurde auch abgelehnt. Doch ein Jahr später hat die französische Justiz die Ablehnungsentscheidung annulliert: Die Justiz hat anerkannt, dass unsere Petition behandelt werden muss.

[…]

Geben wir also nicht nach! Wir alle zusammen, vor allem Deutsche und Franzosen, werden schließlich gewinnen!

Bildergalerie der Demo für Alle am 21. März 2015 in Stuttgart











Dienstag, 17. März 2015

Leipziger Buchmesse: Buch der Aktion „Kinder in Gefahr“ gegen Gender vorgestellt

Auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse (12.-15. März) wurde das Buch „Ehe und Familie im Sperrfeuer revolutionärer Angriffe“ der Aktion „Kinder in Gefahr“ präsentiert. Mathias von Gersdorff, Herausgeber des Buches, erklärte: „Gender sei blanker Fanatismus und ein Sammelsurium von Postulaten, die man wissenschaftlich gar nicht untersucht hat“. Das so genannte Gender-Mainstreaming besagt, dass jeder Mensch unabhängig von seinem biologischen Geschlecht wählen kann, als Mann oder Frau zu leben. Das stehe nicht nur konträr zum christlichen Verständnis der Ehe zwischen Mann und Frau. Es höhle auch das Grundgesetz systematisch aus, so von Gersdorff. Denn darin würden Ehe und Familie besonders geschützt.

Besonders skandalös sei die Tatsache, dass Schulen in Baden-Württemberg und weiteren Bundesländern gezwungen würden, sich an der Gender-Ideologie zu orientieren. Diverse Bildunspläne sehen vor, dass an allgemeinbildenden Schulen von der ersten Klasse an für sexuelle Vielfalt geworben wird. Von Gersdorff: „Warum können die Schulen nicht selbst entscheiden, ob sie gender-gerecht unterrichten wollen oder nicht? Dann würden wir ja sehen, wie viele Eltern ihre Kinder auf so eine Schule schicken.“

DEMO FÜR ALLE in Stuttgart am 21. März 2015, 15:00 Uhr

 DEMO FÜR ALLE - "Ehe und Familie vor! Stoppt Gender-Ideologie und Sexualisierung unserer Kinder!"
am Samstag, 21. März 2015
in Stuttgart, Schillerplatz
um 15 Uhr

 Bündnispartner:
    
Agens e.V. – www.agens.de
    Bündnis Rettet die Familie e.V. – www.rettet-die-familie.de
    CDL Baden-Württemberg – www.cdl-bw.de
    DVCK – Aktion Kinder in Gefahr – www.aktion-kig.de
    Eltern bestimmen selbst – Echte Wahlfreiheit durch Erziehungsgehalt e.V. – www.eltern-bestimmen-selbst.de
    Evangelischer Arbeitskreis der CDU-Kreisverbände Heilbronn, Karlsruhe-Land, Mannheim und Rems-Murr
    Familiennetzwerk e.V. – www.familie-ist-zukunft.de
    Frau2000plus e.V. – www.frau2000plus.net
    Forum deutscher Katholiken – www.forum-deutscher-katholiken.de
    Forum Familiengerechtigkeit – www.familiengerechtigkeit-rv.de
    Gabriele Kuby – www.Gabriele-Kuby.de
    Initiative Familienschutz – www.familien-schutz.de
    Initiative Schützt unsere Kinder – www.zukunft-familie.org
    Kirche in Not Deutschland – www.kirche-in-not.de
    Monopol Familie – www.facebook.com/MonopolFamilie
    Starke Mütter e.V. – www.starke-muetter.com
    Stiftung Familienwerte – www.stiftung-familienwerte.de
    Verantwortung für Familie e.V. – www.vfa-ev.de
    Verband für Familienarbeit e.V. – www.familienarbeit-heute.de

Computer-Rennspiele verleiten zu riskantem Verhalten im Straßenverkehr

Eine Studie von Psychologen der Ludwig-Maximilian-Universität Münchner und des Allianz Zentrums für Technik, zeigt die Auswirkungen von Computer-Rennspielen: Wer oft virtuell rast, fährt auch im echten Straßenverkehr aggressiver und geht mehr Risiken ein.

Das Risikoverhalten junger Autofahrer im Straßenverkehr ist deutlich ausgeprägter durch intensive Nutzung von Computer-Rennspielen, so die Wissenschaftler.

Die Studie wurde mit zufällig ausgewählten Probanden, die nach Konsum und Art von Rennspielen (wie oft, wie lange, wie viele verschiedene Spiele) – und die Einstellung zu riskantem Fahrverhalten (Zahl der Unfälle, Bußgelder und Motorleistung) befragt wurden. Eindeutiges Ergebnis: Je intensiver Rennspiele konsumiert werden, desto häufiger berichten die Testpersonen von sicherheitsverletzendem Verhalten im Straßenverkehr.

Einer der Gründe sehen die Autoren der Studie darin, dass die Spieler in den Racing-Games die Verkehrsvorschriften massiv verletzen müssen, wenn sie gewinnen wollen. Das aggressive Rennspiele somit auch risikobehaftete Gedanken auslösen können, scheint also logisch. Dennoch legen die Forscher Wert darauf, dass nicht eine allgemeine Aggression der Auslöser für verkehrsverletzendes Verhalten ist, sondern der spezifische Spiele-Inhalt und der Charakter des Rennspiels.

Eine frühere Untersuchung von Jörg Kubitzki zeigte, dass viele Kinder ab einem Alter von 10 Jahren mit Renn-Spielen anfangen. Die Forscher sind überzeugt, dass diese Spiele eine risikobereite Einstellung fördert, die dann in direktem Zusammenhang mit einem offensiven Fahrverhalten stehen kann, wenn diese Kinder erwachsen werden und sich zum ersten mal selbst hinter das Steuer setzen und im echten Straßenverkehr teilnehmen

Mit Auszügen aus Süddeutsche.de

Stern-Studie: Kinder brauchen Halt, Geborgenheit und feste Strukturen

Es ist nicht der schulische Leistungsdruck der unsere Kinder überfordert, sondern Eltern, die ihren Job nicht richtig machen. Ihre größte Sorge ist, dass die Familie zerbricht Das ist das Ergebnis einer exklusiven tiefen-psychologischen Studie im Auftrag des stern.

Für die Studie wurden 28 Mädchen und Jungen im Alter zwischen 8 und 15 Jahren intensiv über ihr Leben befragt: Wie fühlen sie sich in ihrer Welt? Was macht sie glücklich? Was setzt sie unter Druck? Was genießen, was vermissen sie? Durch einen Abgleich mit 200 weiteren Interviews mit Kindern und Heranwachsenden entstand die wohl umfassendste qualitative Untersuchung von Kindern in den vergangenen Jahren. Sie gewährt einen tiefen Blick in die verborgenen Gefühle der Heranwachsenden.

Zentrales Fazit: Die eigenen Mütter und Väter, die vom beruflichen Dauerstress und unklaren Rollenbildern verunsichert sind, erleben Kinder als Überforderung. "Die Kinder erleben ihre Welt zunehmend als labil und brüchig. Auch über einer noch intakten Familie schwebt das Damoklesschwert einer möglichen Trennung", so Stephan Grünewald, Leiter des Rheingold-Instituts. Er ergänzt: "Kinder brauchen wieder richtige Eltern, denn oft übernehmen sie unbewusst die Elternrolle. Sie werden zu Alltags-Therapeuten ihrer Eltern und leisten viel Aufwand für den Familienzusammenhalt."

Die Kinder belasten die fehlende Verlässlichkeit der Eltern und die labile Ordnung in der Welt. Sie erleben Ehen und Beziehungen, die scheitern - und reagieren darauf mit Vorsicht.


"Ich denke, wenn ich zu patzig bin, dann streiten sich meine Eltern noch wegen mir – und trennen sich vielleicht", sagte eine Zehnjährige in der Befragung. Die Kinder nehmen sehr früh eine erwachsene Position ein. Sie entwickeln ein sensibles Frühwarnsystem, wenn Krach droht: Sie beschwichtigen, werden zu Vermittlern, wirken beruhigend auf die Eltern ein oder werden selber laut und auffällig, um die Eltern wieder zusammenzubringen.

Kinder sehnen sich nach klaren Regeln und Ordnung

Die Kinder erleben vom Alltag erschöpfte Eltern, die mal sehr streng, dann wieder als Kumpel auftreten. Sie vermissen zu Hause neben Sicherheit auch eine klare Ordnung – mit verlässlichen Uhrzeiten, eindeutigen Ansagen vom Vater oder der Mutter, eine klare Wertestruktur. Sie wünschen sich Eltern, die wieder als Eltern auftreten und das Kind auch Kind sein lassen und die sich trauen, einen eigenen Standpunkt zu beziehen, gegen den man auch rebellieren kann.

Eltern haben heutzutage viel um die Ohren, was zu großer Unsicherheit bei den Kindern führt. Denn neben dem Zuhause ist ihnen vor allem ein Netzwerk aus sozialen Medien geblieben: Facebook und Whatsapp zum Beispiel sorgen dafür, dass man nicht mehr alleine ist. Und aus diesem Grund hat das Spielen am Computer sehr an Bedeutung für die Kinder gewonnen: In der virtuellen Welt herrschen eindeutige Regeln.

Die Untersuchung wurde vom Rheingold-Institut in Köln zum Thema “Fordernde Könige oder gefangen in der Überforderung? Kinderstudie zum Alltagserleben der Kinder“ durchgeführt.

Mit Angaben des stern

Schwere Schäden und Intelligenzdefizite durch Cannabis-Konsum bei Jugendlichen

Der Forschungsstand zeigt eindeutig, dass Cannabis zu schweren Gesundheits- und Sozialschäden führen kann. Besonders auf das Gehirn von Jugendlichen hat der Cannabis-Konsum deutlich stärkere Auswirkungen als bei Erwachsenen. Zudem macht es einen riesengroßen Unterschied, ob zweiprozentiges THC auf ein einigermaßen ausgereiftes Studentenhirn wirkt oder achtprozentiges auf das Gehirn eines Pubertierenden.
Die Erfahrungen seiner Arbeit als Suchtmediziner teilt Rainer Thomasius vom Hamburger Universitätskrankenhaus in Eppendorf, in einem Interview mit dem Stern vom 14.01.2015.

Es gibt sehr langfristige Untersuchungen, in denen eine große Zahl heute Erwachsener bis zu 40 Jahre lang beobachteten. Sie zeigen: Diejenigen, die früh in den Cannabis-Konsum eingestiegen sind, weisen bereits im jungen Erwachsenenalter Intelligenzdefizite von sieben bis acht IQ-Punkten auf. Das mag wenig erscheinen, tatsächlich wirkt es sich bei durchschnittlich Intelligenten aber bereits als Lernstörung aus.
Bei der Berechnung der Intelligenzminderung wurden ein schlechter Bildungshintergrund oder ein schwacher soziökonomischer Status der Eltern bereits berücksichtigt. Es handelt sich also tatsächlich um einen Effekt chronischen Cannabis-Konsums.

Gerade bei jungen Konsumenten beobachten Forscher komplexe Verstellungen im sogenannten Suchtgedächtnis des Nervensystems. Er besagt: Diejenigen, die früh Cannabis konsumieren, greifen im jungen Erwachsenenalter wesentlich leichter zu harten illegalen Drogen.

Bei der Legalisierung in den USA ist eine Abgabe ab 21 Jahren geregelt. Als Praktiker rechne ich mit einer ähnlichen Entwicklung wie beim Alkohol: Der Konsum wird von älteren Jugendlichen an jüngere durchgereicht. Wenn Cannabis aus dem Betäubungsmittelgesetz herausgenommen wird, ist das ein Signal – es ist nicht so schädlich.

Die Einstiegsquoten bei den 12- bis 14-Jährigen lagen immer um die 28 Prozent. Nun sind sie halbiert worden. Das ist historisch der größte Erfolg in der Suchtprävention überhaupt. Und er ist durch gesetzgeberisches Durchgreifen erzielt worden. Nicht durch Appelle, nicht durch Aufklärung. Es waren das Nichtraucherschutzgesetz, das Rauchverbot an Schulen, das Abgabeverbot von Tabakwaren an Minderjährige, die diesen Fortschritt gebracht haben. Deshalb sehe ich keinen Anlass, Cannabis aus dem Betäubungsmittelgesetz herauszunehmen, und einen positiven Effekt erwarte ich davon auf keinen Fall.