Dienstag, 9. September 2014

Abschied vom Handy-Verbot im Unterricht?

In einer Klasse an der Walter-Bader-Realschule in Xanten am Niederrhein ist die Nutzung des eigenen Handys - an normalen Schulen strengstens untersagt oder gar mit Abnahme des Geräts bestraft - nicht nur erlaubt. Sondern Programm.

Die Idee stammt aus der Wirtschaft: Anstatt Mitarbeiter mit Technik auszustatten, erlaubt der Arbeitgeber die Nutzung eigener Geräte. "Bring Your Own Device" (BYOD), lautet das Motto - weil Arbeit damit schneller und besser von der Hand gehe, außerhalb des Büros möglich sei; und weil eine Firma dann weniger in Geräte investieren muss.

Die Forscher erproben jetzt, mit zwei deutschen und zwei niederländischen Schulen, wie sich das Konzept auch auf den Unterricht übertragen lässt. So hat das Handy in Xanten sowie in Moers, ebenfalls in Nordrhein-Westfalen, Einzug in die Schulen gehalten. Hoch offiziell.

Doch es soll auch Regeln bei der Smartphone-Nutzung geben: Online dürfen die Schüler erst gehen, wenn der Lehrer es erlaubt. Facebook checken oder SMS versenden sind strengstens verboten – ebenso das Handy in der Pause zu nutzen. Lächerlich! Wer glaubt, dass sich die Schüler daran halten?

Lehrer Jens Weichelt spricht sich offen gegen den Internet-Unterricht in Xanten aus. “Der Lehrer kann nie im Blick haben, womit sich die Schüler auf ihrem Smartphone beschäftigen“, sagt Weichelt. Er argumentiert, dass niemand überprüfen könne, woher genau der Schüler die Informationen hat, die er sich aus dem Internet holt.

Im Durchschnitt sind Schülern 197 Minuten pro Tag online (JIM-Studie 2013). Da können weitere Stunden in der Schule ja nicht schaden.

Mit Material der: Süddeutschen Zeitung

Kommentare:

ISIS hat gesagt…

Gute Idee. Statt dem Ungläubigen, der sich Lehrer nennt, und doch nichts weiß, zuzuhören, können die Kinder Dawa - Einladung ins Paradies oder den edlen Qu'an studieren.

Lupusmagnus hat gesagt…

Kurz gesagt Artikel Nein.

Ein Modellversuch, welcher die Wirtschaft kopiert und deren Ergebnis Aussagen zum Thema liefern kann. Nicht mehr und nicht weniger.

Wobei ein Einsatz des persönlichen Handys im Unterricht im Bezug auf Medienumgang und -sicherheit sehr zu begrüßen ist.

Anonym hat gesagt…

Ist die IsIs nicht mittlerweile verboten...

Markus Kenn hat gesagt…

Auf gut deutsch: Den Kindern und Jugendlichen wird alles erlaubt. Wie sollen sie dann Disziplin und zielorientiertes Denken, Handeln und Arbeiten erlernen.

Lupusmagnus hat gesagt…

Markus Kenn auf gut deutsch

A) sie haben den Artikel nicht gelesen

B) sie haben nur den Teil der Kritiker gelesen

C) sie haben alles gelesen und sich entschieden nur das zu akzeptieren was ihnen in den Kram passt auch wenn das gar nicht da steht

Es wird explizit gesagt, dass die Schüler das Internet nur nutzen dürfen wenn der Lehrer es erlaubt und sie die Handys in den Pausen nicht verwenden dürfen.

Mir ist diese persönlich nicht bekannt und daher erlaube ich mir auch weder ein Urteil über die Schüler oder die Lehrer, gehe aber einmal davon aus, dass die "Versuchsschulen" schon mit Bedacht ausgewählt wurden.

Letztendlich geht es hierbei ja auch darum Kinder auf die Zukunft vorzubereiten und wenn der Trend tatsächlich zu byod geht muss man den Schülern einen disziplinierten Umgang mit solch einem System vorführen, genauso wie soziale Medien und die damit verbundenen Risiken stärker in den Unterricht mit eingebunden sollten und meines Wissens nach auch werden.