Montag, 31. März 2014

Gesundheitliche Probleme bei jedem fünften Kind in Deutschland

Die Welt vom 6. März 2014 berichtet über die neue AOK-Studie, aus der hervorgeht, dass die Ursache für die gesundheitlichen Beschwerden von Kindern, das familiäre Klima ist. Aufgrund der Berufstätigkeit der Eltern leiden viele Familien unter Stress.

Jedes fünfte Kind in Deutschland hat gesundheitliche Beschwerden. Das ist das Ergebnis einer AOK-Studie mit dem Titel "Gesunde Kinder – gesunde Zukunft", zu der im vergangenen Herbst 1503 Mütter und Väter befragt worden sind. Der Studie zufolge leiden die Kinder unter Einschlafstörungen, Gereiztheit, Bauchschmerzen, Kopf- und Rückenschmerzen, Unwohlsein, Schwindel oder Benommenheit und Nervosität.

Durch ihre gesundheitlichen Einschränkungen erlitten diese Kinder zudem Nachteile in der psychischen und sozialen Anpassung. Gesunde Kinder hätten weniger Probleme in der Schule und in der Kindertagesstätte. "Während 55 Prozent der gesunden Kinder in letzter Zeit stets gut zurechtkamen, sind es bei den gesundheitlich belasteten nur 39 Prozent", schreiben die Autoren.

Eine Ursache für die Krankheiten der Kinder sehen die Wissenschaftler im familiären Klima. Je zufriedener die Eltern mit ihrem Familienleben sind, umso gesünder die Kinder. Bei zufriedenen oder sehr zufriedenen Eltern haben Kinder 19 Prozent gesundheitliche Probleme, bei unzufriedenen Eltern liegt die Zahl bei 35 Prozent.

Glücklicherweise behaupten 67 Prozent der Eltern, dass es ihnen sehr gut oder gut gehe. Doch immerhin klagen 40 Prozent der befragten Eltern über ihre Gesundheit und ein großer Teil ist häufiger krank und die Beschwerden wirken sich negativ auf den Beruf aus. Die Quote der Krankheitsanfälligkeit liegt bei den Alleinerziehenden höher und beträgt knapp über 30 Prozent.

In den meisten Fällen ist Stress die Ursache von körperlichen und seelischen Erkrankungen. Bei zeitlich stark belasteten Eltern weisen Kinder 24 Prozent der Krankheitssymptome auf, fanden die Wissenschaftler heraus. Oft sind Arbeitszeiten ein Problem, denn viele Eltern wünschen sich nicht nur Zeit für Kinder, sondern auch mehr Zeit für den Partner. 38 Prozent möchten mehr Zeit für sich selbst und 31 Prozent der Befragten meinen, sie hätten zu wenig Freizeit mit der Familie.

Am zufriedensten seien Eltern, die sich ihre Arbeit frei einteilen und zu Hause arbeiten könnten. Eltern, denen es gesundheitlich nicht gut gehe, haben häufiger Partner, die an feste Arbeitszeiten gebunden sind oder häufig Wochenendarbeit leisten müssen. Doch trotz Zeitstress gehe es den Eltern heute insgesamt finanziell und psychisch besser als noch im Jahr 2010.

Abschließend zeigt die Studie deutlich, dass Eltern gegenüber Alleinerziehenden in jeder Hinsicht im Vorteil sind. Die Erziehung können sie besser organisieren und werden seltener krank als Alleinerziehende. Das Gefühl krank zu werden, führen zwei Drittel der Alleinerziehenden, auf die Lebensumstände zurück.


1 Kommentar:

Old Geezer hat gesagt…

"gesundheitliche Probleme bei 20% der Kinder"...
...ist was?
Richtig, Jammern auch verdammt hohem Niveau!

Nicht daß es nicht löblich wäre, auch dieser 20% in dne Fokus zu rücken, aber mal ernsthaft, zu früheren Zeiten hätte man über 80% Überlebensrate schon gejubelt.

"dass Eltern gegenüber Alleinerziehenden in jeder Hinsicht im Vorteil sind"

...das ist offensichtlich wahr - bei geeigneter Wahl der Testgruppe, und in aller Allgemeinheit auch so offensichtlich falsch - wie uns jeder Prozeß um totgeschüttelte Kinder in Paarbeziehungen zeigen.
Auch ist klar, daß eine Ehepaar, bei dem ein Partner dauerhaft berufsbedingt nicht verfügbar ist oder sich weigert an der Erziehung teilzuhaben, auch nur finanziell besser dasteht als der andere als Single.

Zudem soll hier wieder eine falsche Schlußfolgerung impliziert werden: die Ehe als einzige wahre Familienform; nur: warum vergleicht keiner mit den Erfahrungen / Leistungen von Familien, in denen zusätzlich noch Großeltern oder andere Verwandte mitwirken?
Alle Alltagsprobleme ließen sich auf noch mehr Schultern verteilen, noch mehr Menschen reden und spielen noch öfter mit dem Kind und trainieren noch mehr den Spracherwerb, etc.
Und dann könnte man noch einen Schritt weitergehen und Lebensgemeinschaften in Augenschein nehmen, die nicht durch direkte Blutsverwandtschaften definiert sind, und die Erfolge von in denen aufgewachsener Kinder vergleichen.