Montag, 24. Februar 2014

Gefährlicher Facebook-Trend: Social-Beer-Game

Neknominate – so heißt das gefährliche Facebook-Spiel. Ein Teilnehmer trinkt eine Flasche Bier auf einmal aus und filmt sich dabei. Danach stellt er das Video auf Facebook und nominiert drei seiner Freunde, die dann das Gleiche tun müssen.
Die haben 24 Stunden Zeit, ein ähnliches Video zu drehen und nominieren wieder drei Freunde. Wer es nicht schafft bekommt eine Strafe. Ein Trinkspiel mit Schneeballeffekt, dass sich rasend schnell verbreitet.

Suchtexperten warnen vor diesem asozialen Wahnsinn, bei dem Alkohol glorifiziert wird und schon erste Tote zu verzeichnen hat.

In Irland ist ein 22-jähriger Mann gestorben, der statt Bier starke Spirituosen getrunken hatte. Auch ein 19-jähriger ertrank in Irland, als er ein Neknominate-Video besonders spektakulär inszenieren wollte und nach dem trinken der Flasche in einen Fluss sprang. Seine filmenden Freunde konnten den Ertrinkenden nicht mehr retten.

Gefahr durch Gruppenzwang

Nun werden auch noch Wettbewerbe daraus gemacht. Jeder will seinen Vortrinker übertrumpfen: Je verrückter, je schneller, je exzessiver – desto besser, ist das Ziel.

Einer lässt sich das Bier beim Wasserski im Sonnenuntergang schmecken, der andere, während er sein Quad auf die Seite kippt und auf zwei Rädern im Kreis fährt. In einem anderen Video schütten Freunde drei Flaschen Bier in die Toilette, greifen ihren Kumpel, halten ihn kopfüber in die Toilettenschüssel, damit er das Bier austrinken kann. Auf ex – versteht sich.
Fakt ist: Immer mehr Jugendliche laden täglich diese Videos hoch. Der Effekt: Die Welt kann ihnen beim Saufen zusehen. Nicht nur der eigene Freundeskreis. Jetzt können auch zukünftige Arbeitgeber die jungen Menschen im Netzwerk für asoziale Trinkspiele entdecken.

„Fatal“, findet das Sven Frisch. “Die Jugendlichen sind sich nicht darüber im Klaren, wie hoch der soziale Druck durch die Öffentlichkeit dabei ist“. Frisch ist Sozialpädagoge und Einrichtungsleiter der Fachambulanz für junge Suchtkranke in München. „“Der Alkoholkonsum wird glorifiziert. Gefahren werden ausgeblendet und es wird sozialer Druck in der Öffentlichkeit ausgeübt“.
Niemand will sich ja am nächsten Tag in der Schule oder der Uni von den Kumpels als Weichei beschimpfen lassen. Sie sind sich über die Konsequenzen oft nicht im Klaren, wissen nicht, dass auch noch Jahre später diese Bilder irgendwo im Netz kursieren.



Kommentare:

Zwiebelring hat gesagt…

Und ? Keiner wird gezwungen da mit zumachen,wer da mitmacht und nicht vorher sein Hirn einschaltet ist selber schuld !

PS: Was anderes als Texte zu kopieren scheinen die Betreiber dieser Seite auch nicht auf die Reihe zu kriegen !

Lupusmagnus hat gesagt…

Also solange in Konservativen Kreisen das ritualisierte Trinken nach wie vor salonfähig ist (Krönen von Wein und ähnlichen Königinnen, Schützenfeste, Oktoberfest, Verbindungswesen usw.usf.)

Dürfen sich konservative ehrlich gesagt nicht darüber aufregen, wenn Jugendliche mal nen halben Liter exen (erinnere mich noch gut an den C Politiker der meinte mit zwei Maß´intus könne man noch Auto fahren).

Sehr schön auch, dass sie unterschlagen, wie manche das Speil abwandeln und dazu aufrufen zu spenden oder Joghurts und andere nicht Alkoholika exen...aber das würde vermutlich nicht so schrecklich klingen und man bekäme den Eindruck das manche Jugendliche/junge Erwachsene doch tatsächlich sowas wie eine Persönlichkeit entwickeln und nicht automatisch Darwin Award Kandidaten sind

AR hat gesagt…

Wow, wieder einmal sehr durchdachte Kommentare ...

Also wenn wir mal das Thema Jugendschutz ansprechen, dann wäre es ja was ganz neues, hier einfach nur zu sagen, dass Kinder und Jugendliche doch selber denken und entscheiden können. Es ist doch vernünftig, bei noch nicht Erwachsenen davon auszugehen, dass das eigene Urteilsvermögen noch ziemlich eingeschränkt ist. Wer versteht, was in der Pupertät im Gehirn so abgeht und die Gefühlssteuerung gegenüber der durchdachten Vernunftssteuerung weit vorne liegt, kann nur dafür sein, dass vor solchen Exzessen gewarnt wird. Wenn ich aber sehe, wie hier die eigenen Gefühle zum Nonplusultra erhoben werden, scheinen manche überhaupt nicht aus der Pupertät heraus zu kommen ... Auch diese platte Anti-Christen- und Anti-Bibel-Keule lässt es doch stark an Niveau vermissen.

Auf ähnlichem Niveau fällt der Hinweis sogenannter konservativer Trinkrituale aus. Wer hat hier eigentlich Werbung für solche gemacht? Und wenn Erwachsene schlechte Vorbilder sind, sollen wir dann sagen: "Dann lasst die Kinder sich voll laufen" und "Ja da liegen doch tolle Potentiale zur Persönlichkeitsentwicklung drin" ? Und bei aller Bibelkritik kann hier ganz klar gesagt werden, dass sich in der Bibel keine Verse finden, die den sogen. Konservativen als Einladung zum Besäufnis dienen könnte - das Gegenteil ist der Fall. Aber hier kommt viel Kritik von Kritikern, die von der Bibel höchstens eine sehr oberflächliche Ahnung haben.

Old Geezer hat gesagt…

Huch...
...welches Thema haben Sie denn hier wieder exhumiert?

Saufspiele sind so alt wie die menschliche Kultur, Ihre Kinder spielen sie auf Parties, Sie selber (nicht unbedingt Sie persönlich, aber schon Ihre Generation) in der Verbindung, Ihre Eltern spielten sie im Kommiss, und Ihre Vorfahren nutzen auch die Gelegenheiten, so über die Stränge zu schlagen - und solange es kein Alltagsereignis ist, ist das auch völlig okay.

Es online zu spielen erscheint mir primär albern, aber gut, wem es Spaß macht...

...Danke an Lupus für das Update, davon hatte ich auch noch nicht gehört.

@AR: Ja, Exzesse stellen Risiken dar, aber doch nicht nur (und auch nicht in erster Linie)' im Netz, sonder eben auch auf der Abschlußparty oder dem Schützenfest.
Zudem gehören Sie sicher zum "Salz des Lebens", und wozu lebt man, wenn nicht um etwas zu "erleben"?
Womit wir wieder den Bogen zu den Gefühlen schlagen: nicht die der Mitkommentatoren, aber die der Teilnehmer an solchen 'Gelagen' - und die sind wirklich wesentlich wichtiger als Ihre moralischen Ansprüche, dann sie definieren die Lebensqualität der Jugendlichen.
Was die biblische Position angeht, so variiert diese mal wieder zwischen den hohen Königen wie Salomon und Obdachlosen wie Johannes (einige Apokryphen gehen da noch weiter) und entsprechend entstanden Traditionen wie Augustin mit seiner Enthaltsamkeit und Luther mit seinem gemäßigten Gegenansatz dazu (so wie einige Orden Reichtümer anhäuften und persönlichen Besitz erlauben, ander hingegen ein Armutsgelübte erfordern.