Dienstag, 17. Dezember 2013

Fernand Kartheiser (ADR): In Luxemburg soll eine radikale linke Politik umfassend die Gesellschaft umkrempeln

Wikipedia (Ssolbergj)
Am 20. Oktober dieses Jahres haben im Großherzogtum Luxemburg vorgezogene Parlamentswahlen stattgefunden. Das Resultat lässt sich leicht zusammenfassen. Sechs Parteien sind im Parlament vertreten. Unter diesen haben die Liberalen, die Sozialisten und die Grünen eine Dreierkoalition geschmiedet, die über eine leichte Mehrheit im Parlament verfügt. In der Opposition befinden sich nunmehr die Christlich-Soziale Volkspartei (CSV), die Konservative Partei (ADR) sowie « die Linke ». Als neuer Premierminister fungiert der Liberale Xavier Bettel, der den auch in Deutschland bestbekannten Jean-Claude Juncker (CSV) ablöst.

Verständlicherweise erregen die Entwicklungen im kleinen Luxemburg im Allgemeinen nur wenig Interesse im Ausland. Doch dieses Mal zu Unrecht – denn das Koalitionsprogramm des neugeschaffenen Linksbündnisses kann wohl in gesellschaftspolitischer Hinsicht als eines der radikalsten in Europa angesehen werden. Wegen des Einflusses eines jeden Staates – und sei er noch so klein - in den zahlreichen internationalen Gremien werden selbst die Entwicklungen in Luxemburg leider nicht konsequenzenlos an der Zeitgeschichte vorübergehen.

Mit der zerstörerischen Rastlosigkeit des überzeugten Bilderstürmers widmet sich die neue Mannschaft zuvorderst dem Kampf gegen alles Religiöse. Der Religionsunterricht verschwindet zur Gänze aus der öffentlichen Schule und wird durch einen « Werteunterricht » ersetzt. Logischerweise werden die bisherigen Religionslehrer « umgeschult ». 

Bis zum heutigen Tag war es in Luxemburg üblich den Staatsakt zur Gelegenheit des Nationalfeiertags in Form eines feierlichen Te Deums zu begehen. Auch diese sehr würdige und erhebende Zeremonie wird nunmehr durch eine nicht-religiöse Feier mir vielen politisch korrekten Reden ersetzt.

Dank der Fürsorglichkeit der Linkskoalition, bleibt das Land jedoch nicht ganz ohne Glaubensrichtung. So wurde das «Gender mainstreaming» zur offiziellen Staatsdoktrin erhoben, das, gemäß Koalitionsprogramm, in allen Bereichen bis hin zur  Entwicklungshilfe befolgt werden muss. Wobei wir wieder bei der nicht zu vernachlässigenden Außenwirkung der aus den Wahlen hervorgegangenen luxemburgischen Oktoberrevolution angekommen wären.

Zu einer der vordringlichsten Prioritäten der neuen Regierung wurde die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe mit Adoptionsrecht erklärt. Doch das ist nur der zeitliche Anfang der anstehenden Reformen. Angekündigt wurde desweiteren die vollständige Liberalisierung der Abtreibung welche konsequenterweise als Tatbestand aus dem Strafgesetzbuch gestrichen wird. Verhielt es sich bisher so, dass die Abtreibung zwar verboten, doch unter gewissen Bedingungen straffrei war, so wird nun das gesetzgeberisch imperative Verbot der Tötung ungeborenen Lebens aus moralischen Gründen aufgehoben. Der so entstehende ethische Dammbruch könnte sich auch in der – noch nicht öffentlich ausformulierten -  Ankündigung  der «Gambia-Koalition» fortsetzen, eine Gesetzgebung über  Stammzellen- und Embryonenforschung  zu schaffen.

Die leider in Luxemburg jetzt schon bestehenden Möglichkeiten zu einer legalen Euthanasie werden wohl ebenfalls – unter dem Einfluss der Entwicklungen in den Niederlanden und in Belgien – erweitert werden. Diesbezüglich befinden sich bereits einige nebulöse Andeutungen im Koalitionsabkommen die wohl in voller Absicht so vage formuliert wurden um die Heranbildung frühzeitiger Widerstände zu verhindern.

Es wird dann angesichts dieses Reformeifers wohl niemanden mehr überraschen, dass die Familien nicht nur nicht besonders gefördert werden, sondern auch noch als inkompetent in Sachen Kindererziehung dargestellt werden. Daher wird zugunsten der von Amts wegen als unfähig geltenden Eltern und Familien ein staatliches «family learning» eingeführt. Dort lernen die Eltern wie sie mit ihren Kindern umzugehen haben. 

Außerdem sollen die Eltern einen Vertrag  namens «Schule und Familie» mit der Schule ihrer Kinder abschließen um als Partner der Schule und der Kinder bei der Kindererziehung anerkannt zu werden. Der Staat, dessen Kompetenz in Sachen Kindererziehung hingegen über allen Zweifel erhaben ist, wird bereits den  Kleinstkindern in den Kindertagesstätten Sexualunterricht geben, inklusiv biologischer Kenntnisse, sowie einer besonders in der Altersstufe der unter Vierjährigen sicherlich höchst willkommenen Einführung in die Frage der « sexuellen Identitäten ».

Dass sich die Horrorliste dieser Regierung noch fortsetzen ließe versteht sich ebenfalls von allein. Die allgegenwärtige Einführung von Quoten wirkt schon fast wie eine Selbstverständlichkeit. Doch schreckt die Linkskoalition  selbst nicht vor einem Eingriff in die Pressefreiheit zurück um sicherzustellen, dass die Medien in ihren Inhalten, bis hin zu den Liedern und Computerspielen, fortan in «nicht-diskriminierender »Weise über «Gender-Fragen» berichten.

Fernand Kartheiser (Abgeordneter der Konservativen Partei ADR)

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Wahlergebnisse und ihre Folgen sind
eine Sache, aber das Bewusstsein und die Kraft zur Abwehr im luxemburgischen Volk ist eine andere Sache. Ich bin mir sicher, dass diese Politik, wie sie in Luxemburg nun kommen soll, wohl auf dem Papier, nicht aber in der Praxis umgesetzt wird, denn so doof sind die Luxemburger in ihrer Mehrheit nicht ! Linke waren langfristig noch nie erfolgreich, es wird zu einem Umdenken, vielleicht auch zu einem Aufschrei im luxemburgischen Volk kommen. Fieber ist eine Abwehrreaktion des Körpers, und ich wünsche dem Volk in Luxemburg ein Abwehrfieber gegen derartige satanische Machenschaften. /JR

WÄCHTER hat gesagt…

Alle Räder stehen still, wenn ein starker Arm es will.

Also, liebe Luxemburger, lasst euch nicht vergewaltigen und geht auf unbestimmte Zeit in den Landesstreik.

Und macht kaputt, was euch kaputt macht.

WÄCHTER hat gesagt…

Diese angebliche Frauenfreunglichkeit ist eine leicht erkennbare Feindschaft gegen jede Frau und Mutter, die sich noch wie eine fühlt und benimmt.

Ich wüsste gern, warum es natürlich sein soll, dass eine Frau am besten bereits ab 13, möglichst ungehemmt in der Gegend rumficken soll, nicht wissen, ob sie Mann oder Frau liebt, bis 25 etwa 5 Kinder abgetrieben haben soll mit der Folge von eigener Unfruchtbarkeit und regelmässigen Depressionen, Psychopharmaka schlucken soll, dann, wenn sie doch ein Kind hat, sich unter der Woche permanent von ihm fernhalten soll, um am Wochenende festzustellen, dass sie keine echte Beziehung zum Kind aufbauen kann. Denn morgens muss sie das Kleinkind schon um halb 6 aus dem Schlaf reissen, dann zur KITA karren und um 17 Uhr holt sie es ab und verbringt noch knapp 2 Stunden mit dem Kind. Das Kind kennt aber die 19 jährige Kita-Mama besser als sie und weiss eigentlich gar nicht, was diese Frau von ihr will, die behauptet ihre Mutter zu sein. Dann geht diese Frau allein zu Bett, denn bindungsunfähig ist sie schon lang, zudem machen sie ihre HIV und anderen Medikamente, die sie wegen ihrer diversen Geschlechtskrankheiten nehmen muss, früh müde.
Wer solche Geschichten nicht glaubt, sehe sich mal in den AIDS Sprechstunden um und rede mit den Leuten.

Wir sind gesellschaftlich auf der Ego-Talfahrt. Äusserlich alles schick, aber im inneren ist Deutschland bereits verloren. Da helfen auch keine Migranten mehr.

Es würde nur eine radikale Umkehr weg vom Egoismus, hin zu unseren Christlichen Wurzeln helfen. Und die Giftmischer Gender und Feminismus sind ernsthaft bei ihren Namen zu nennen.

Old Geezer hat gesagt…

Tja, und mit dem Programm wurden sie GEWÄHLT!
Was sagt Euch das?
Genau - diese Programm wird durchaus von einer Mehrheit der Bevölkerung getragen.

Old Geezer hat gesagt…

@nonym& Wächter

Unwahrscheinlich, da sie das Programm ja gerade gewählt haben.

Zudem ist auch in Luxemburg der Anteil der christlichen Fundamentalisten (die biblische Interpretationen so verstehen wie Sie und für alle Bürger einfordern) sehr gering.
Die meisten Menschen - hierzulande wie in LX - haben eben kein Problem damit, wenn Frauen die Wahl haben, ob sie Familie oder Beruf wählen, und auch welchen Beruf zu ausüben , oder wenn gleichgeschlechtliche Paare staatlich anerkannt zusammenleben, oder wenn erwachsenen Menschen die Entscheidung selbst überlassen bleibt, wann und mit welchem Partner sie Sex haben und wieviele Kinder sie großziehen möchten.
Und auch in Luxemburg haben viele Angehörige mit degenerativen Erkrankungen und sind nicht mehr bereit, das Leid alle jener unbeachtet zu lassen, nur um antiquierten und esoterischen Ansichten über die menschliche Reproduktion zu huldigen.

Old Geezer hat gesagt…

@Wächter:

" liebe Luxemburger, lasst euch nicht vergewaltigen und geht auf unbestimmte Zeit in den Landesstreik."

Mal abgesehen davon, daß eben jene Luxemburger gerade noch diese Regierung selbst gewählt haben, finde ich Ihre Aufforderung ein schönes Beispiel für die antidemokratische Grundhaltung religiöser Fundamentalisten.

666 hat gesagt…

Super bitte weiter so, raus aus dem Mittelalter und rein ins 21ste Jahrhundert ! Religion ist die dümmste Erfindung aller Zeiten

Grandloser hat gesagt…

Und wo Wächter haben Sie ihr schlechtes konservatives Horrormärchen her? Niedlich finde ich auch das Sie das Motto der ersten linken Gewerkschaften nutzen, sind den Sie auch schon Rot geworden?`Mit weniger Galle und mehr Verstand würden Sie erkennen das die Luxemburger das so oder so wollen oder wie hier so oft gefordert demokratisch abgestimmt haben. Zum Rest mit ihren Beispiel einfach nur Quatsch die Chance bei einer fachgerecht durchgeführten Abtreibung unfruchtbar zu werden ist absolut gering. Denn eine Abtreibung hat weniger Komplikationen als eine Geburt: In den USA betrug in den Jahren 1998–2005 die Müttersterblichkeit nach Schwangerschaftsabbrüchen etwa 0,6 pro 100.000 Eingriffen, somit ist ein Schwangerschaftsabbruch ungefähr 14 Mal sicherer als eine Geburt (8,8 Todesfälle pro 100.000 Lebendgeburten).

EG Raymond, DA Grimes: The Comparative Safety of Legal Induced Abortion and Childbirth in the United States. In: Obstetrics & Gynecology. 119, Nr. 2, Teil 1, Februar 2012, S. 215–219, doi:10.1097/AOG.0b013e31823fe923, PMID 22270271

Von daher mal selbst denken und nicht immer das den Pfaffen obskurer brauner Hassseiten überlassen.

Paul Herzog von Oldenburg hat gesagt…

Grandioser. Bei 100.000 Abtreibungen sterben 0,6 Mütter und 100.000 Kinder. Sie halten sich für besonders schlau, nicht wahr?

Old Geezer hat gesagt…

Nein, es stirbt nicht ein KIND, sondern Embryos!
Nur weil Sie eine eigenwillige Definition von "Mensch" verwenden, heißt das noch nicht daß alle Bürger oder der Gesetzgeber diese teilen.

Und, wenn man es vom Zeitpunkt der Geburt aus betrachtet, werden etliche diese potentiellen Kinder als Spontanabgang oder Totgeburt aus der Zahl rausfallen.

Oder, wenn Man es von der Lebensbalance der Mütter im Alter aus betrachtet, ist fraglich, ob es überhaupt Netto-Tote gibt, und nicht vielmehr eine ungewollte frühe Mutterschaft zu weniger Kindern führt als eine frühe Abtreibung mit mehr nachgeholten Kindern in späteren Jahren, wenn sich die Bedingungen für die Mutter verbesset haben.

Anonym hat gesagt…

An dieser Stelle sei nun Old Geezer, Grandloser, Lupulus etc... mal wieder der Dank gebracht:
Mit euren Kommentaren entschließt man sich noch viel mehr, dem Artikel zuzustimmen. Bestätigt sich doch mit euren Kommentaren fast haargenau das, was darin beschrieben bzw. kritisiert wird.

Also, macht bitte weiter, vielen, vielen Dank für eure unermüdliche Arbeit.

Old Geezer hat gesagt…

@Anonym:

Weniger Copy&Paste und mehr Argumente, wären das nicht mal Neujahrsvorsätze gerade für Sie gewesen?

Wie können die Ansichten DEUTSCHER, Eure Bedenken bezüglichen der Wahlentscheidung der LUXEMBURGER bestätigen?