Mittwoch, 29. Mai 2013

Lehrer und Eltern klagen gemeinsam: Die Schülerzahl in Klassen sei zu groß

Lehrer beklagen oft ihre Klassen seien zu groß und Eltern empfinden es ebenso.

Fast 30 Kinder, alle um die zehn Jahre alt, und alle schreien durcheinander. Auch fast 30 Kinder, alle etwa 15 Jahre alt und alle kichern - die Wenigsten konzentrieren sich auf den Unterricht. Es kann sehr anstrengend sein, eine Klasse unter Kontrolle zu bringen. Je mehr Schüler darin sitzen, desto schwieriger ist das für die Lehrer. Aber nützen kleinere Lerngruppen tatsächlich dem Unterricht?

Auf jeden Fall empfinden viele Lehrer große Klassen als Problem. Etwa zwei Drittel der Pädagogen, die eine Stiftung im vergangenen Jahr befragen ließ, halten die Klassen an ihren Schulen für zu groß. Am unzufriedensten sind Gymnasiallehrer: Drei Viertel finden die Klassengröße schlecht oder sehr schlecht, nur jeder Vierte ist damit halbwegs zufrieden.

Tatsächlich aber sanken die Zahlen der Schüler in den einzelnen Klassen. An Gymnasien gingen 2006 noch 27,2 Schüler in jede Klasse der Jahrgangsstufen fünf bis zehn, 2011 waren es 26,6. An Realschulen sank die durchschnittliche Klassengröße im gleichen Zeitraum von 27 auf 26,1 Schüler. 

Volle Klassen gibt es natürlich trotzdem, denn über das Gefälle etwa zwischen Städten und ländlichen Gemeinden sagen die Zahlen wenig aus. So suchen manche Schulen auf dem Land händeringend nach Kindern, während sich Schulen in großen Städten vor Anmeldungen kaum retten können.

Die meisten Bildungsforscher sind sich einig: In kleinen Klassen lernen Kinder und Jugendliche nicht automatisch besser. Die Klassengröße wirke sich nicht nachweislich auf die Leistungen der Schüler aus, sagt der Bildungsökonom Ludger Wößmann von der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität. "Gute Lehrer können guten Unterricht geben, egal ob 25 oder 30 Schüler in ihren Klassen sitzen."

Die Zahlen sanken also nur gering, aber woher kommt das Gefühl der zu großen Klassen?
Wahrscheinlich ist ein simpler Vergleich der Schülerzahlen wenig sinnvoll. 30 Schüler vor 30 Jahren sind nicht mit 30 Schülern heute vergleichbar. Auch wenn es nach "früher war alles besser" klingt: Vor 30 Jahren konnten sich Kinder noch konzentrieren und eine Schulstunde lang stillsitzen. Daran scheitern viele Kinder heute schon nach 5 Minuten.

Einer Umfrage nach, empfinden Lehrer ihre Schüler an Montagen am lautesten. Ihre Erklärung: An den Wochenenden verbringen die Kinder mehr, oder besser: zu viel Zeit vor dem Fernseher.

Mit Informationen aus Spiegel Online


1 Kommentar:

Gerhard hat gesagt…

Wir waren 50 in der Klasse, jeweils 2 Klassen zusammengefasst.
Da wurde nicht geschrien, da wurde gelernt.
Der Fehler liegt schon woanders.