Mittwoch, 29. Mai 2013

Juristenvereinigung Lebensrecht: “Pro Familia die staatliche Anerkennung entziehen“

Vor genau 20 Jahren, am 28. Mai 1993, wurde das zweite Abtreibungsurteil des Bundesverfassungsgerichts verkündet. Aus diesem Anlaß hat Bernward Büchner, Vorsitzender der JVL (Juristen-Vereinigung Lebensrecht) und Vorsitzender Richter am Verwaltungsgericht a. D., auf die Untauglichkeit des „Beratungsschutzkonzeptes” hingewiesen.

In seiner Erklärung heißt es:

„Das von den Karlsruher Verfassungsrichtern damals nur als Versuch gebilligte ‚Beratungs-Schutzkonzept‘ hat sich längst als schutzuntauglich erwiesen.

Für den nach dem Urteil von 1993 gebotenen Schutz jedes einzelnen Lebens war es von vornherein ungeeignet. Denn es überlässt es in den ersten zwölf Wochen einer Schwangerschaft der Letztentscheidung der Schwangeren, ihr Kind aus beliebigen Gründen töten zu lassen.

Dass diese Entscheidung eine Pflichtberatung voraussetzt, trifft nicht zu. Denn die schwangere Frau ist nach der gesetzlichen Fristenregelung lediglich verpflichtet, vor einem ‚Schwangerschaftsabbruch‘ eine Beratungsstelle aufzusuchen. Eine Mitteilungs- und Gesprächsbereitschaft wird von ihr nicht verlangt. Auch wenn sie sich ausschweigt und eine Beratung deshalb nicht möglich ist, muss ihr der für die straffreie Tötung des ungeborenen Kindes erforderliche Beratungsschein ausgehändigt werden.

Eine Mindestanforderung an die staatliche Schutzpflicht ist nach dem Karlsruher Urteil von 1993 die Erhaltung und Stärkung des Rechtsbewusstseins. Nur wenn das Bewusstsein von dem Recht des Ungeborenen auf Leben wach erhalten werde, könne das Konzept einer Beratungsregelung ‚prinzipiell geeignet sein, das Leben des ungeborenen Kindes zu schützen.‘

An dem vorausgesetzten Rechtsbewusstsein fehlt es jedoch vielfach, weil der ‚beratene‘ Schwangerschaftsabbruch praktisch keine Unrechtsfolgen hat, vielmehr staatlich gefördert und in einem von den Ländern sicherzustellenden Netz von Einrichtungen angeboten wird. Inzwischen wird das Recht ungeborener Kinder auf Leben im öffentlichen Bewusstsein immer mehr durch ein ideologisch begründetes ‚Recht auf Abtreibung‘ verdrängt.

Die erforderliche Anerkennung einer Schwangerschaftskonflikt-Beratungsstelle setzt voraus, dass ihr Träger die Gewähr für eine verfassungs- und gesetzeskonforme Beratung bietet. An dieser Voraussetzung fehlt es bei Trägern, die  –  wie z.B.  Pro Familia  –  für ein ‚Recht auf Abtreibung‘ eintreten. Deshalb müsste ihnen die staatliche Anerkennung längst entzogen werden, was jedoch bisher nie geschehen ist.

Die Hoffnung der Verfassungsrichter, die Mitwirkung der Ärzte könne zugleich Schutz für das Leben des ungeborenen Kindes bewirken, hat sich längst als Illusion erwiesen. Denn Schwangerschaftsabbbrüche werden inzwischen weitgehend von Ärzten durchgeführt, die sich hierauf spezialisiert haben und sich als Gehilfen zur Erfüllung von Tötungswünschen  –  oft weniger der Schwangeren als ihres Umfeldes  –  verstehen.

Trotz der offenkundigen und schwerwiegenden Mängel seines gesetzlichen ‚Schutzkonzepts‘, über welche die offizielle Abtreibungsstatistik nicht hinwegtäuschen kann, hat der Gesetzgeber bisher seine Pflicht zur Beobachtung der Auswirkungen der geltenden Regelung sowie zu deren Nachbesserung bzw. Korrektur ignoriert. An ihre Erfüllung ist deshalb mit Nachdruck zu erinnern.”

Kommentare:

Freudenbote hat gesagt…

Ich bin 1962 nach versuchter Selbstabtreibung mit 48stündigem Geburtsablauf und kleinen Schäden zur Welt gekommen. Meinen Eltern habe ich von Herzen vergeben. Nur so und mit Gottes übernatürlicher Hilfe konnte ich das Trauma überwinden.
Meine Eltern bekamen keinerlei Unterstützung in ihrer schwierigen Wohn- und Lebenssituation, so dass sie keinen anderen Ausweg sehen konnten.
Jetzt frage ich, warum war und ist eine empathische Lebens- und Krisenberatung so schwer und angeblich teuer? Warum wird das bis heute an erwerbsorientierte Vereine delegiert? Und warum spart der Staat beim Thema Lebensschutz, indem er die Gesetze entsprechend lebensunschützend gestaltet? Auf der anderen Seite scheint die Abtreibung aufgrund der lockeren Gesetzgebung im Bewustsein vieler werdender Mütter einer Verhütung zu entsprechen. Meine Mutter ist jetzt übrigens nach langer Alkoholphase schwer depressiv.
In unserer Gesellschaft wird es immer "kälter".
Ich bin jedenfalls mehr als glücklich, dass ich leben darf, denn ich habe den Sinn des Lebens gefunden. Das wünsche ich unseren Politikern übrigens auch, weil es uns dann gemeinschaftlich besser gehen wird.

avo hat gesagt…

"Freudenbote", schön daß sie diesen Kommentar geschrieben haben, es lebe das Leben !
Ich wünschte Sie hätten auch Kinder ! Die Gesamtheit des Handelns der Obertanen muß man als Abschaffung des deutschen Volkes (Untertanen) betrachten: geistig, seelisch, körperlich . Sie handeln im Auftrag von Hintertanen, dafür werden sie reichlich entlohnt, Kultur und Liebe sind ihnen ein Graus !
Gott schütze Sie !
P.S. Gott schütze ALLE Kinder des Universums !

Freudenbote hat gesagt…

Liebe/r "avo"

zu Ihrer Beruhigung:
Ich bin Vater von 5 gesunden Kindern und 2 gesunden Enkelkindern. Die Schädigung, die ich erlitten hatte, führte lediglich dazu, dass ich Sinneswahrnehmungen schlechter als andere menschen filtern kann. Das zu erkennen, zu akzeptieren und meine Einzigartigkeit darin zu begrüßen, ist ein riesiges Geschenk Gottes. Es gibt sogar Lebensbereiche, wo ich deutlich über 100% geben kann. Ich bin also weder krank noch behindert, sondern einzigartig.
Und das Schöne ist, dass das jedem Menschen offen steht.
Wer mir schreiben und mehr wissen möchte, darf mir gerne ein Mail senden. freudenbote(at)gmx.de

Husum hat gesagt…

"Früher" - das ist aber auch erst ca. 40 Jahre her - sagte man: Wenn das Kind erst da ist, sieht alles anders aus...
Und dann nahm man eben Schwierigkeiten auf sich. Heute will jeder nur "leicht" leben.
Meine ältere Schwester erwartete 1958 ein Kind, als es ans Heiraten gehen sollte, stellte sich heraus, dass der Mann noch in der dam. DDR verheiratet war. Einen Geschiedenen wollte sie nicht.
Noch heute habe ich höchste Hochachtung vor meiner - uns 4 Kinder aufgrund der Kriegsereignisse allein erziehenden und versorgenden (!!!) Mutter: Wir waren eine sog.unbescholtene Famiie und nun ein uneheliches Kind - aber es war überhaupt keine Frage: wegmachen kommt nicht in Frage, das will Gott nicht.
Die Nichte wurde bei uns geboren, ein bildhübsches Mädchen, noch heute. Verheiratet, 3 prächtige Söhne.
Meine Schwester hatte allerdings alles in sich "hineingefressen", zwar geheiratet, aber war bis zu ihrem Heimgang von diesem Ereignis still seiend geprägt. "Das ist gewesen. Darüber spricht man nicht."

Wie gut, dass wir da heute doch offener sind und eben doch darüber sprechen. Nur ich selbst habe es auch erst nach Ihrem Ableben erfahren, wie sehr diese Angelegenheit sie geprägt hat. Insofern kann ich den Lebenslauf vom Freudenboten und Familie verstehen. Wie gut, dass er vergeben kann. (Lukas 6, 37)

Wir dürfen nicht aufhören, g e g e n Abtreibung zu werben.

UteBiologe hat gesagt…

Spätesten wenn das Herz des Kindes anfängt zu schlagen (da sind fast gleichzeitig die ersten Gehirnwellen da)Also ab dem 21.Tag nach der Befruchtug ist es Mord, weil ein Menschenherz wegen Gewaltanwendung aufhört zu schlagen und ein winziges Gehirn aufhört zu arbeiten. Deswegen bin ich für eine strikte Fristenlösung: Absolutes Abtreibungsverbot wenn das Babyherz bereits schlägt und damit klar ist dass seit wenigen Tagen das Nervensystem arbeitet. Das ist ein rein biologischer Grund. Vom Glauben her ist es meiner Meinung nach falsch überhaupt eine Schwangerschaft mit frühabtreibenden Mitteln zu beenden. Es ist immer besser für das Leben zu sein als für den Tod.( Selbst Mutter von acht Kindern )