Freitag, 18. Februar 2011

Ärztekammer nicht mehr strikt gegen Beihilfe zum Suizid

Beihilfe zum Selbstmord hatte die Bundesärztekammer bislang strikt abgelehnt. Nun hat sie in einer Neufassung der „Grundsätze der Bundesärztekammer zur ärztlichen Sterbebegleitung“ ihre strikte Ablehnung preisgegeben und den Ärzten die Entscheidung übergeben. Die Bundesärztekamme wolle die unterschiedlichen Moralvorstellungen der Ärzte zu dieser Frage respektieren, so die Begründung.

Aktive Sterbehilfe in jeglicher Form wird weiterhin abgelehnt.

In den gerade erschienenen Grundsätzen zur ärztlichen Sterbebegleitung heißt es nun: „Die Mitwirkung des Arztes bei der Selbsttötung ist keine ärztliche Aufgabe“. Bislang wurde eine solche Mitwirkung beim Suizid abgelehnt, weil sie im Widerspruch zum ärztlichen Ethos stünde.

Diese Relativierung der moralischen Grundsätze durch die Bundesärztekammer ist nicht nur wegen der Sache selbst schlimm, sondern weil sie den gesamten Berufsstand in einen schlechten Licht stellt. Von Ärzten werden höchste moralische Standards erwartet. Was sind aber diese noch Wert, wenn sie so leicht verändert werden. Die neue Einstellung zur Sterbehilfe folgt nichts anderem als den Zeitgeist. Moralische Überlegungen haben keine Rolle gespielt. Es wäre ehrlicher gewesen, wenn die Bundesärztekammer ihre Entscheidung aufgrund von praktischen Erwägungen erklärt hätte, etwa, daß laut Umfragen 30 % der Ärzte bereit sind, Sterbehilfe zu leisten.

Links:

Interview mit Prof. Dr. med. Jörg-Dietrich Hoppe, Präsident der Bundesärztekammer und des Deutschen Ärztetages: „Die ärztliche Ethik wird von allen ernst genommen“

Grundsätze der Bundesärztekammer zur ärztlichen Sterbebegleitung

1 Kommentar:

Der Chorleiter hat gesagt…

Ärzte handeln richtig, weil sie Moral zum Menschen haben, Ruhe und Rückenhalt erhalten sie, wenn die Menschen dies anerkennen und durch ihre Ordnung kund tun.
Versucht es weiterhin zwischen Mensch und seinen Gefühlen, zwischen sein Wollen und sein Handeln eure, den Menschen von außen einnebelnden Ansichten, aufzudrücken.
Der Mensch hat schon andere Verfehlungen des Geistes überlebt. Stets wurde ihm ein über ihm wirkendes Phänomen vorgemacht. Begonnen mit den Zeichen der Naturgewalten, über die strahlende Sonne zu einem Geist.
Der Mensch wird auch dieses richtig erkennen, sein Wissen und Erkennen in den Zeitchen weiter entwickkeln und zu seinem Tun für sich und die Menschen um ihn herum nutzen.
Für euch gibt es nur vorrangig Sünder. Schließt euch da nicht aus.
Für mich gibt es Erkennende - wissend Bekennende.
Über die Zeit der Menschheit wurde die Frage aufgetürmt: Bist du für ... (nach der jeweils geglaubten Religion einzusetzen)
Für mich steht die Frage: Bist du für den Menschen, die Menschheit? Dann vergiß auch nicht dich, denn ohne dich geht es nicht.
Komisch: Wenn jemand von Gott abberufen wird, soll keiner von Hilfe zum Suizid sprechen?
Wer sagt denn, daß es nicht einen Seelenverwandten und Helfer zum Abberufen gibt, der, wie anderes auch, dazu auserwählt wurde?
Wie weit geht Glaube, das Glauben?
Laßt euch mal die Geschichte vom Hochwasser, dem gläubigen Menschen, die ausgeschlagenen Hilfen, den daraus resultierenden Tod und das Warum durch den Kopf gehen.
Hier ist auch so ein Fall.
Wenn ihr Gottes Wort hören wollt, sprecht ehrlich zu euch und den anderen, und über euch und den anderen. Dann ist es euch gegeben.
Gerade stehen müßt ihr eh: Vor der himmlischen oder der irdischen Macht, schlimmstenfalls vor beiden gleichzeitig. Dann habt ihr sehr schlecht.