Freitag, 18. Februar 2011

Podiumsdiskussion in Frankfurt am Main über Christenverfolgung: Mauer des Schweigens und der Gleichgültigkeit durchbrechen

Auf Betreiben der „Engagierten Christen für Frankfurt“ fand am 12. Februar 2011 in Frankfurt am Main eine Podiumsdiskussion zum Thema „Zwischen Indifferenz und Christophobie - Christenverfolgung in Medien und Politik“. Anlaß der Veranstaltung war die spärliche Berichterstattung in den deutschen Medien über Übergriffe auf Christen in asiatischen und afrikanischen Ländern.

Karl Hafen, Geschäftsführer der „Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte“, gab Beispiele von erschütternden Menschenrechtsverletzungen in islamischen Ländern, für die im Westen kaltes Desinteresse gezeigt wurde. Auch schilderte er die komplette Naivität und Konzeptlosigkeit der westlichen Ländern gegenüber den Islamisierungstendenzen in Nationen mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit – mit katastrophalen Konsequenzen für die dort lebenden religiösen Minderheiten.

Aufgrund der gestiegenen Zahl von Attentaten auf Christen wird inzwischen mehr berichtet. Doch nun melden sich die linken Gutmenschen zu Wort und warnen, die Terrorakte gegen Christen könnten zu Einseitigkeit beim Thema Religionsverfolgung führen. So riet beispielsweise der Journalist der Frankfurter Rundschau, Joachim Frank, dem CDU-Fraktionschef Volker Kauder, während seines Solidaritätsbesuches bei den Kopten in Ägypten Anfang 2011 anläßlich eines islamitischen Terroranschlags, auch Moscheen und Synagogen zu besuchen. Ansonsten würde sich der christliche Politiker als „Exklusiv-Sachwalter der Kirche aufmanteln“.

Diese Berichterstattung veranlaßte Mathias Mund, Leiter der „Engagierten Christen für Frankfurt“ und Gründer der überkonfessionellen Initiative „Himmel über Frankfurt“, diese Podiumsdiskussion zu organisieren.

Besonders aktuell waren die Wortmeldungen der ägyptisch-orthodoxen Koptin und Menschenrechtsaktivistin Martha Moussa. Sie wies auf die Gefahr einer dominierenden Rolle der Muslimischen Brüder bei der gegenwärtigen Neugestaltung des politischen Lebens in Ägypten hin. Sie beklagte eine große Naivität der Menschen im Westen. Diese würden die Strategien der Islamisten nicht erkennen. Orientalische Christen und ihre Gemeinden Alarm in Deutschland müssen deshalb Alarm schlagen und darüber aufklären.

Mathias von Gersdorff schilderte die antichristliche Stimmung in vielen deutschen Medien: Die Gesellschaftspolitik seit der Rot-Grünen Koalition (1998-2005) mit ihren Themen gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft, Gender Mainstreaming, Bioethik, Abtreibung usw. stünde diametral dem christlichen Menschenbild entgegen und deshalb sei die Reaktion insbesondere aus dem christlichen Lager am größten. Linksorientierten Medien würden deshalb zunehmend mit Feindbildern operieren, um das Christentum und die Christen aus dem öffentlichen Diskurs auszugrenzen.

Der Künstler Klaus Lelek schilderte, wie das Christentum überall in unserer Kultur präsent ist, selbst in den Wolkenkratzer der Banken in Frankfurt, die sich von den mittelalterlichen Kathedralen haben inspirieren lassen. Lelek konstatierte eine zunehmende Brutalisierung der Sprache und der Diskussionskultur – der für ein demokratisches Zusammenleben notwendige Konsens drohe zunehmend auseinanderzubrechen.

Nach etwa einer Stunde wurde die Diskussionsrunde geöffnet und die Zuhörer konnten Fragen stellen. Dann zeigte sich bald, daß viele Menschen die Christenverfolgung in den islamischen Staaten nicht getrennt von einer drohenden Islamisierung Deutschlands und Europas sehen – wieder etwas, was viele Medien nicht wahrhaben wollen. Auch diesen Zusammenhang – Folge der Globalisierung - scheinen die „normalen“ Menschen schneller als manche Redakteure mit ideologischen Scheuklappen begriffen zu haben.

Am Ende der Veranstaltung wurde auf die Großdemonstration in Frankfurt am Main am 12. März 2011 gegen Christenverfolgung hingewiesen.

Kommentare:

protector fidei hat gesagt…

Wortmeldungen der ägyptisch-orthodoxen Koptin und Menschenrechtsaktivistin Martha Moussa. Sie wies auf die Gefahr einer dominierenden Rolle der Muslimischen Brüder

Man ist geneigt, aus der Herkunft von Frau Moussa einen gewissen Vertrauensvorschuss herzuleiten.

Aber:

Mathias von Gersdorff schilderte die antichristliche Stimmung in vielen deutschen Medien

Der Herr v. Gerdorff kommt aus Deutschland und schildert die Verhältnisse hier, wie man liest, auch nicht zutreffend. Und schon ist der Vertrauensvorschuss an Frau Moussa wieder dahin.

Schade drum.

mal wieder ich hat gesagt…

Was ist christenverfolgung in unseren breiten?
wenn ich anderer meinung bin und das unmißverständlich sage obwohl der behauptende noch da ist?
wenn ich seinem rundumschlag über nur seine meinung ist wahr und richtig verbal begegne?
wenn ich für wissenschaft und forschung einstehe und sein geschmuß zurückweise?
wenn ich feststelle daß es starke unterschiede von klerikal und christlich gibt und das auch so sage?
wer versucht sich seine fehler als glaubensfreiheit auszulegen andere dadurch behindert und verunglimpft, anderes nicht anerkennt oder wenigstens stehen läßt obwohl er es nicht widerlegen kann und dann noch unten liegend schimpt, den haben wir auch in der klasse zurechtgestaucht.
macht euch mit eurer selbst zugedachten phobie nur dort bemerkbar wo sie besteht.
warum soll ich einem helfen der mich und meine haltung negiert und eigentlich verachtet?
ja, ich mache es wenn es sein muß ohne eigennutz und mit ganzer kraft. auch wenn ich dabei federn lasse.
mauer des schweigens trifft den vatikan so wie er ist. fest eingemauert ist geschicht. besonders wenn sie einem nicht paßt.
was ist an meiner, unserer haltung gleichgültig?
das muß ein palaver gewesen sein.

Anonym hat gesagt…

Es ist schon erstaunlich: Da sitzt die eine Art (1) als Diaspora im Gebiet der anderen (29). 2 hat die Kraft sich bestimmend aufzuführen und nutzt diese dafür, 1 versucht sich, mit Hinweis auf Freiheit durchzusetzen, prallt aber immer auf die Kraft von 2.
So wurden und werden Unangepaßte behandelt, bleiben mit zusammengebissenen Zähnen.
Bei uns wurden freie, billige Arbeitskräfte gesucht und von den Arbeitgebern willig eingeladen, angekarrt und versucht zu verschauleln. Keiner guckte auf die Entwicklung. Die Arbeitgeber haben sich so die Tachen gut gefüllt, das Wirtschaftwunder haben sich andere gut munden lassen und die Gesellschaft sitzt auf einem Scherbenhaufen und schmollt. (Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los)
Wer die fetten Jahre genießt sollt dabei auch an das danach denken und vorher richtig handeln.
Würde 1 auch in der Lage von 2 Freiheit geben?
Mit entsprechender Kraft nicht.
Wir sind noch nicht so weit, solche Kräfte zum gemeinsamen Vorteil sozial zu koppeln. Dazu fehlt uns der Verstand und der Wille.
Jedem sein eigenes Denken, wenn es auch oft nicht mal für das eigene ganze Leben reicht.

Anonym hat gesagt…

Christentum und Martyrertum sind oft tragisch miteinander verwoben -v.a. dann wenn die christlichen Gemeinden geheim organisiert sind, und eine latente Staatsablehnung sich mit Pazifismus paart, und der totalitäre Staat eine Gefahr seiner Monopolstellung sieht. Dies zieht sich traurig durch die Geschichte, hat aber mehr mit gegenseitigen tödlichen Mißverständnisssen zu tun. Leider