Mittwoch, 25. Februar 2009

Informationsdienst MEDRUM berichtet von erschreckenden Besuch einer Jugendamtsmitarbeiterin und mehrere Polizeibeamte bei einer Familie

MEDRUM wurde über einen weiteren Vorfall informiert, in dem eine Mutter und ihre Kinder durch den Besuch einer Jugendamtsmitarbeiterin und mehrere Polizeibeamte in Angst und Schrecken versetzt wurden.

Viktoria R. ist Krankenschwester und lebt mit ihren Kindern in Oberbayern südlich von München. Am vergangenen Donnerstag hütet die Familie - ausgenommen der vierjährige Sohn - das Krankenbett. Sie ist an einer Virusinfektion erkrankt: Brechdurchfall, Gliederschmerzen, Elends- und Schwächegefühl sowie Fieber haben die Familie befallen. Kurz vor 9 Uhr klingelt und klopft es heftig an ihrer Wohnungstür. Viktoria R. blickt durch den Türspion. Vor ihrer Wohnung sieht sie Frau W. vom Jugendamt und mindestens 5 Polizisten vor ihrer Türe versammelt. Sie war nicht auf einen solchen Besuch gefasst. Erst am nächsten Tag sollte ein Beratungsgespräch im Jugendamt stattfinden. Sie fragt Frau W. nach dem Grund ihres unerwarteten Erscheinens. „Sie wolle nur schauen, ob es den Kindern gut ginge", soll die Jugendamtsmitarbeitern entgegnet haben, so Viktoria R. Sie gibt der Jugendamtsmitarbeiterin zu verstehen, dass sie zur Zeit zwar erkrankt aber gut versorgt seien und jetzt keinen Besuch empfangen möchte.

Diesen Wunsch der Familie R. respektieren die Mitarbeiterin und die sie begleitenden Polizisten jedoch nicht. Sie beginnen mit kurzen Unterbrechungen Sturm zu klingeln. Immer wieder rufen sie mit lautstarker Stimme, Viktoria R. solle die Tür aufmachen. Sie drohen ihr, anderenfalls die Türe aufzubrechen. Sie sollen vielfach lautstark gegen die Tür geklopft und mindestens zehn Mal sogar gegen die Tür getreten haben, erzählt Viktoria R.. Das frei stehende Haus wird währenddessen von den Beamten umstellt. Viktoria R. vermutet, dass mit der Hausumstellung vielleicht ein Verlassen des Hauses verhindert werden sollte. Der Versuch, in ihre Wohnung durch derartige Maßnahmen Einlass zu bekommen, soll nahezu eine volle Stunde gedauert haben.

Viktoria R. erklärte zu dem Vorfall, sie sei nicht vorab über das plötzliche Aufschlagen von Jugendamt und Polizei informiert gewesen. Sie sieht auch keine Gründe, die ein solches Vorgehen des Jugendamtes in Verbindung mit einem Aufgebot mehrerer Polizeibeamter rechtfertigen könnte. Sie habe weder eines ihrer Kinder misshandelt noch vernachlässigt. Ihr sei auch nicht bekannt, dass solche Vorwürfe gegen sie erhoben worden seien. Sie könne sich lediglich vorstellen, dass man sie aufgesucht habe, weil sie einer Aufforderung der Schule zu einer Besprechung nicht gefolgt sei. Sie vermutet, dass dabei wahrscheinlich mit ihr über die Pflicht ihrer Kinder gesprochen werden sollte, nach dem Unterricht den Schulhort zu besuchen. Sie selbst wie auch ihre 13- und 16-jährigen Kinder sind allerdings nicht der Auffassung , dass die Kinder verpflichtet sind, den gesamten Tag auch nach Ende des Unterrichtes in der Schule zu verbringen. Sie und ihre Kinder wollen auch Zeit in der Familie miteinander verbringen. Da die Ganztagsschule von der Politik in der Öffentlichkeit stets als Angebot, nicht aber als eine Pflicht angepriesen wurde, ist ihr von einer Ganztagsschulpflicht nichts bekannt. Vielleicht steckt dies hinter dem zudringlichen und angsteinflößenden Vorgehen des Jugendamtes, meinte sie.

Die Mutter schildert, dass die Überraschungsaktion von Jugendamt und Polizei bei ihren Kindern erheblichen Schaden angerichtet habe: Ihr Sohn hatte sich die Bettdecke über den Kopf gezogen; eine Tochter hatte sich ins Badezimmer eingeschlossen; sie selbst hatte sich später übergeben müssen; am schlimmsten hatte es jedoch den jüngsten Sohn, gerade erst 4 Jahre alt geworden, getroffen. „Er weinte in größter Angst, zitterte am ganzen Leib, flüchtete sich unter den Esstisch und umstellte sich mit Stühlen, um sich zu verstecken und zu schützen", so Viktoria R.. Selbst als die Polizisten mit der Jugendamtsfrau abgezogen waren, traute sich der kleine Knirps zunächst nicht, wieder aus seinem Versteck unter dem Tisch hervorzukommen. Er hatte Angst, die Männer könnten jeden Augenblick wiederkommen und ihn mitnehmen und ihm Übles antun. In der folgenden Nacht fand er keinen Schlaf. Die älteren Kinder blicken bereits auf einschlägige Erlebnisse mit dem Jugendamt zurück. Denn vor drei Jahren wurde bereits ihr damals 11-jähriger Bruder Daniel aus der Familie herausgerissen. Er hatte darunter erheblich zu leiden. Zehn Monate Kontaktverbot zur Familie sowie der Aufenthalt in Kinderpsychiatrie und Heimen markieren seinen Leidensweg. Ihnen steckt dieses Erlebnis noch in den Knochen.

Die Mutter von fünf Kindern bekam nach der morgendlichen Polizeiaktion einen Krankheits- und Fieberschub. Sie fürchtet nun eine Wiederkehr der Polizei, womöglich mit einer richterlichen Genehmigung. Denn sie hat den Eindruck, dass sie einer feindlich gesonnenen Familienrichterin gegenübersteht. Viktoria R. ist entsetzt und fragt sich: „Was ist da los? Ich bin doch kein Terrorist, dass man so gegen mich, eine allein erziehende Mutter vorgeht." Noch während die Polizeibeamten vor ihrer Türe rangelten, rief sie in ihrer Angst ihren Hausarzt an und stellte das Telefon auf Lauthören, damit wenigstens eine unbeteiligte Person Zeuge der ganzen Aktion werden konnte. Wegen der traumatischen Eindrücke bei ihrem Vierjährigen konsultierte sie später ihren Arzt. Er diagnostizierte ein Angsttrauma. Angst und Schlafstörungen der Familie halten derzeit noch an.

Ein Vertrauter der Familie meinte dazu: Hier ist weder das Grundrecht auf Unverletzlichkeit der Wohnung nach Artikel 13 des Grundgesetzes noch die Europäische Menschenrechtskonvention beachtet worden. Er zitiert auch einen Rechtsanwalt, nach dessen Auffassung das Vorgehen der Behörden den Verdacht auf Körperverletzung nach § 223 des Strafgesetzbuches nahe legt, zu der er auch erhebliche seelische Verletzungen zählt. Das Jugendamt sei anscheinend der Auffassung, es habe das Recht, jederzeit Zugang zu allen Kindern zu bekommen und brauche für ein solches Vorgehen keine richterliche Genehmigung, so sein Eindruck. Für ihn grenzt das Ganze an eine "Terroraktion", wie er in einem Beschwerdebrief an die Behörden feststellte.

Der Vorfall bei Viktoria R. reiht sich in eine Vielzahl von Fällen ein, in denen Eltern den Vorwurf von Menschenrechtsverletzungen durch deutsche Jugendämter erheben. Am 2. Februar wurde deswegen eine Protestnote an den Rat für Menschenrechte der Vereinten Nationen in Genf übergeben. Bereits im Jahr 2007 wurde in der so genannten Bamberger Erklärung das Vorgehen der deutschen Behörden verurteilt und eine Petition an das Europäischen Parlament eingereicht. Auch die ARD-Sendung PANORAMA befasste sich vor einigen Wochen mit Jugendamtseingriffen. PANORAMA zeigte auf, wie schwerwiegend die Jugendämter in das Leben von Eltern und Kindern in einigen Fällen eingegriffen haben und wie fragwürdig die Methoden und Begründungen sind, mit denen Kinder den Eltern in diesen Fällen dauerhaft weggenommen wurden. PANORAMA ließ auch einen Familienrichter zu Wort kommen, der sich offen zu den Problemen in der derzeitigen Verfahrenspraxis bei der Handhabung des Familienrechtes und des Entzugs von Sorgerechten der Eltern für ihre Kinder bekannte, in der den Jugendämtern eine starke Machtposition zukommt. Er bestätigte, dass Eltern keine außergerichtliche Möglichkeit haben, ihre Rechte gegen das Vorgehen von Jugendämtern geltend zu machen.

Trotz erheblicher Kritik am Vorgehen deutscher Jugendämter hat die Bundesregierung unter Verantwortung der Familienministerin Ursula von der Leyen erst im letzten Jahr durch gesetzliche Änderungen die Eingriffsrechte der deutschen Jugendämter erweitert. Ein angemessene staatliche Kontrolle oder eine parlamentarische Überwachung der Jugendämter fehlt jedoch, wie insbesondere auch die Präsidentin der INGO-Konferenz des Europarates, Anneliese Oeschger, wiederholt festgestellt hat.

Quelle: MEDRUM

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Wenn man so etwas liest, kann man es gar nicht glauben. Dies geschieht mitten unter uns und wieder gibt es willige Helfer, die ihre Menschlichkeit scheinbar vor Arbeitsbeginn mit ihrem Mantel an der Garderobe abgeben. Pflicht ist ist Pflicht. Was treibt diese Menschen?

Anonym hat gesagt…

Schrecklich!
Man muss gegen das totalitäre Regime härter vorgehen.

Old Geezer hat gesagt…

Ja, dumm gelaufen...
...aber wenn das Jugendamt ncihts tut, und dann wieder eine Kinderleiche gefunden wird, ist das Geschrei auch groß.

Also beides geht nicht, entweder Schutz vor elterlicher Vernachlässigung / Mißhandlung oder Unverletzlichkeit der Familie.

Es fällt mir schwer mir vorzustellen, daß ein solcher (TEUERER) Einsatz ohne richterliche Genemigung angeordnet wird (das Jugendamt ist ja der Polizei gegenüber nicht weisungsbefugt), also wird es da evtl. eine größere Vorgeschichte geben, als hier aufgeführt wurde.
In der Regel hagelt es ja erstmal Blaue Briefe wegen Schwänzens und Elterninformation - auch schwer vorstellbar, daß das alles von seiten der Mutter umbemerkt geblieben sein soll.
Und schließlich: warum nicht einfach mal aufmachen und erklähren, daß die gesammt Sippe mit Rüsselpest daniederliegt?
Hätte die ganze Situation vielleicht schlagartig entspannt und dann aber wohl leider keine schöne Schlagzeile ergeben.

Anonym hat gesagt…

Natürlich gibt es eine -lange- Vorgeschichte, wie ich weiß, da ich im Umkreis der Familie verkehre und wohne. Hier hat der "totalitäre, schlimme, verbrecherische Staat" berechtigterweise die Stabilität angezweifelt, die Kinder auch oder gerade in der Familie brauchen. Wenn es dann daran fehlt, sind natürlich alle anderen schuld und haben das gefälligst in Ordnung zu bringen, wie immer.

Anonym hat gesagt…

Mann, Mann, Old Geezer
wieder einer Deiner unqualifizierten Kommentare, ohne mal gründlich nachzudenken. Verschon uns doch einfach in Zukunft mit Deinem dauerpeinlichen Gewäsch. Man kann lesen, daß Du von der angesprochenen Realität tatsächlich Null Ahnung hast.
Volltrottel.

Old Geezer hat gesagt…

@Anonym, den Jüngeren:

Welche realität meine Sie?
Der Artikel erschein mir per se etwas surreal; es wird das Bild erweckt, die Polizei klingele Stundenlang Sturm und umstelle das Gebäude, aber niemand drinnen käme mal auf die Idee aufzumachen und nachzufragen, was denn los sei.
(Hätte ja auch ein Bombenfund in der Nachbarschaft, ein entlaufener Verbrecher oder sonstetwas sein, über das man besser informert wäre).

Oder meinen Sie die Realität, daß hierzulande immer wieder Kinder von ihren eigenen Eltern vernachlässigt oder mißhandelt werden?
Tja, ist nunmal leider so, und es steht gerde eine Jugendamtangestellte vor Gericht, weil sie eben NICHT rechtzeitig eingegriffen und das Kind vor Schaden bewahrt hat.

Oder auch welchen Punkt genau spielen sie an?

Anonym hat gesagt…

Nochmal: Es gibt (fast) immer eine Vorgeschichte, die Frage ist nur, wie ehrlich die Betroffene damit umgeht. Und auch nochmal: Ist nicht, was die erwähnte Stabilität innerhalb dieser Familie angeht, einiges im argen? Ist es. Wie schon gesagt, wenn man im Umfeld wohnt, kriegt man so einiges mit. Die alleinige Schuld immer nur bei Behörden zu suchen, ist simpel und schlichtweg populistisch. Übrigens wüßte ich auch gern, welche Realität von besagter Person wohl gemeint ist. Kennt er/sie diese Realität denn? Ziemlich nichtssagendes Geblubber - getoppt noch von einer Beleidigung zum Schluss, klasse!

Dieter Krogmann hat gesagt…

Da ich einen ähnlichen Fall kenne, was die Selbstherrlichkeit der Ämter in Bezug auf Eingriffe in das Familienleben ohne Rücksicht auf die Kinder und die reale, wirkliche Situation betrifft, erstaunt mich das geschilderte Vorgehen kaum.

Die Erkenntnis, die ich hieraus ziehen muß, ist, dass zunächst die Mütter für die Ämter ein "Feindbild" erster Ordnung zu sein scheinen. Oft werden gewalttätige Männer behandelt als seien an innerehelichen Gewalttaten des Mannes letztlich die Mütter schuld.

Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass aufgrund von Einzeltaten, die Eltern insgesamt unter Generalverdacht gestellt werden, um intensive Überwachung des Menschen von Geburt an zu begründen.

Eine fadenscheinige, häßliche Verzerrung der Realitäten und Lügenpropaganda, die vorsätzlich von politischer Seite aufgebaut wird.

Wenn gerade jetzt,in einer Zeit wo Schäuble & Co ganz mächtig an den Bürgerrechten sägen, plötzlich der Schutz des Kindes scheinbar so im Interesse der Politik steht, dann kann man nur Böses ahnen.

Kindesmißhandlungen gab und gibt es in jeder Gesellschaft, der prozentuale Anteil ist über Jahrzehnte in etwa gleich.

Einige politische Hardliner nutzen die berechtigte öffentliche Anteilnahme der Menschen mit Opfern von Gewalttaten zum Zweck ihres Machtwahnes und manipulieren und instrumentalisieren diese Vorfälle, um einseitig Macht anzuhäufen und dem Volkssouverän die demokratischen Rechte zu nehmen.

Wenn das "Geschwätz" der politischen Eliten dann wirkliche Substanz hätte, dann würde dort eingegriffen werden, wo Hilfe am dringendsten benötigt wird, nämlich bei der finanziellen Ausstattung kinderreicher Familien.

Alles andere ist hohles Gerede oder wie vor erwähnt, der Versuch totalitärer Politeliten, den Menschen die Bürgerrechte zu gunsten eines totalitären Staatsapparates zu rauben.

Für die Zukunft, nämlich unsere Kinder, haben diese Etablierten nicht's übrig.

Für die macht- und geldgierigen Globalräuber aber sind hunderte von Milliarden sofort verfügbar.

Eine Demaskierung der wahren Haltung oder?