Freitag, 2. Mai 2014

Medienkompetenz: Präventive Hilfe für Kinder

Heute haben Kinder vielfältigen Kontakt zu den verschiedensten Medien: Radio, Fernsehen, Telefon, Zeitschriften, Computer und Tablet. Der rasante technologische Fortschritt wird diese Liste in Zukunft noch länger werden lassen.

Und nicht nur das Fernsehen hat unsere Kinder als Zielgruppe entdeckt: Musik-CD für Babys bis zu Spiel- und Lernangeboten im Internet für Drei- bis Achtjährige reicht die Palette aus. Sollen tatsächlich Kinder im Windelalter mit Medien konfrontiert werden? Beeinträchtigt früher Medienkonsum ihre Entwicklung? Oder sollten Kinder den Umgang mit Medien von klein auf lernen, damit sie im späteren Leben der rasanten Geschwindigkeit angepasst sind? Um die verschiedensten Medien kommen Eltern wie Kinder heutzutage nicht mehr herum. Alles ist eine Frage der richtigen Auswahl und Dosierung. Damit Kinder wirklich von den neuen Medien profitieren können brauchen sie Medienkompetenz.

Unter Medienkompetenz versteht man die Fähigkeit mit verschiedenen Medien eigenständig und differenziert umzugehen. Weiterhin auch ihre Bedeutung kritisch einzuschätzen und zu hinterfragen, wie verlässlich diese Informationen sind.

Medien, ganz egal welche, sind nicht unbedingt schädlich. Wichtig ist nur der überlegte Umgang damit. Kinder sollten vor schädlichen Einflüssen wie Gewalt geschützt werden und behutsam an neue Medien herangeführt werden. Sie sollten später dem Kind erklären wie der Computer gezielt genutzt werden kann. Spätestens in der Schule wird das Kind daran gemessen, wie gut es Informationen findet, aussucht und kritisch begutachten kann.

In fünf Schritten zu mehr Medienkompetenz für Kinder

1. Medienkompetenz setzt voraus, dass sich Kinder nicht einfach nur „berieseln“ lassen. Jedes Gerät hat eine ganz wichtige Taste – nämlich den Knopf zum Ausschalten – und davon sollte man auch Gebrauch machen. Je jünger das Kind ist, umso wichtiger ist dieser Knopf. Bei Klein- und Kindergartenkindern sollte das Medienangebot eine sehr untergeordnete Rolle spielen.

2. Radio und Fernsehen nicht als Hintergrundkulisse einschalten. Eltern sollten ihrem Kind mit gutem Beispiel voran gehen.

3. Kinder brauchen das gemeinsame Medienerlebnis. Eltern sollten sich angewöhnen, das Kind beim Ansehen und Lesen von Büchern oder Spielen am Computer zu begleiten.

4. Medien, die Werbung und Inhalte vermischen, sind für Klein- und Vorschulkinder nicht sinnvoll. Kinder in diesem Alter verstehen noch nicht was Werbung ist und was dahinter steckt. Es ist also besser einen werbefreien Sender für Kinder zu wählen.

5. Gemeinsam eine Zeit festlegen und ein sachlicher Umgang mit Medien.

Mit Informationen von Ärztin Dr. Andrea Schmelz

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Ich mit meinen Mitte 40 Jahren komme immer mehr zu der Erkenntnis, dass NEIN sagen zu Angeboten, die uns überfluten, das Allerwichtigste ist.

Es ist REIFE zu erkennen, dass ich NICHTS verpasse, wenn ich nicht den neuesten Computer oder Handy habe, nicht die angesagteste Mode trage, nicht "voll in" bin.
Im Supermarkt fühle ich mich erschlagen durch das Riesenangebot beispielweise an Joghurt - und gestalte mir meine Fruchtbuttermilch lieber selber mit der einfachen (und günstigen) Buttermilch und einem von mir ausgewählten Fruchtsaft. Geht auch mit Eis, Joghurt, usw.

Die Werbung drückt auf uns alle - weil jeder und jede Geld verdienen will (und auch muss).

Konsum allein macht aber nicht glücklich!

Als Eltern stehen wir in der Verantwortung! Wir treffen die Wahl für unser Leben - in dem uns gegebenen Verstand. Wir sind dadurch - ob wir wollen oder nicht - VORBILD (auch zum Verzicht?) für die Kinder.

Ich freue mich inzwischen, wenn meine Tochter ganz klar eine bestimmte Fernsehsendung NICHT sieht, eine bestimmte Musikrichtung hört - und andere nicht.

Was sie genau tut, beeinflusse ich immer weniger - weil ich ihrem gesunden Menschenverstand - aus Erfahrung - vertrauen kann (bei aller Wachsamkeit am Rande natürlich! Heutzutage ist das Leben nicht ungefährlich!)