Sonntag, 4. Dezember 2016

Gender-Lehrplan Hessen: Kultusminister bleibt hartnäckig und streut Nebelkerzen

Prof. Dr. Ralph Alexander Lorz (CDU), Hessischer Kultusminister © HKM / Majit Jari
Mathias von Gersdorff

CDU-Kultusminister Ralph Alexander Lorz beabsichtigt nicht, seinen umstrittenen Gender-Lehrplan für Hessens Schulen zu überarbeiten. Allerdings will er in einer Handreichung auf die Kritikpunkte eingehen. So berichtet IDEA am 3. Dezember 2016.

Seine Absichten verkündete der Kultusminister in einer Informationsveranstaltung der CDU-Fulda am vergangenen 2. Dezember. Laut Presseinformationen wurde der neue „Lehrplan zur Sexualerziehung“ von vielen Teilnehmern massiv kritisiert. Vor dem Kongresszentrum demonstrierte eine Gruppe mit Plakaten gegen Lorz´ Erlass. 


In Hessen tobt seit diesem Spätsommer eine heftige Debatte aufgrund des neuen CDU-Schulplanes, der verbindlich und fächerübergreifend die Akzeptanz sexueller Vielfalt für Kinder ab sechs Jahren vorsieht.


Die Ankündigung von CDU-Kultusminister Lorz, den Lehrplan nicht zu überarbeiten, der aber anhand einer „Handreichung“ die Gemüter zu besänftigen versucht, kommt nicht überraschend.


Von Vornherein war nämlich klar, dass die Lehrer in irgendeiner Art und Weise instruiert werden mussten, wie sie den neuen Lehrplan im Unterricht umsetzen sollten. Diesen Zweck soll wohl nun die am 2. Dezember angekündigte „Handreichung“ erfüllen – eigentlich eine Banalität.


Eine Überarbeitung des Lehrplanes würde die Grünen, den Koalitionspartner der CDU in Hessen, irritieren. Ministerpräsident Volker Bouffier ist stets bemüht, die schwarz-grüne Koalition in Hessen als ein Musterfall an Harmonie darzustellen und als Modell für den Bund zu preisen.


Selbst wenn die „Handreichung“ die umstrittensten Punkte (vor allem die Forderung nach Akzeptanz sexueller Vielfalt) etwas entschärfen sollte, gibt es keinen Grund zur Entwarnung: Der jetzige Lehrplan hat die Tür für die Gender-Indoktrination in den Schulen weit aufgemacht.


Wie intensiv diese Indoktrination am Ende in den Schulen tatsächlich erfolgen würde, hängt von der Bereitschaft der Eltern ab, diese Manipulation hinzunehmen. 


Mit anderen Wörtern: Das Kultusministerium hat einen radikalen Gender-Lehrplan erlassen. Die Lehrer sollten nun vor Ort sehen, wieviel davon überhaupt umsetzbar ist. Im Grunde wird die politische Auseinandersetzung in die Schulen verlagert. Der Kultusminister treibt bewusst eine Politisierung des Schulalltags voran. Im Grunde fordert er von den Eltern, dauerhaft in Alarmbereitschaft sein zu müssen – eine regelrechte Unverschämtheit.


Die Tatsache, dass der Lehrplan nicht überarbeitet wird, folgt durchaus ideologischen Gründen. 


Kultusminister Lorz hat selbst am 16. November 2016 auf einer Veranstaltung in Frankfurt am Main erklärt, jeder Lehrplan baue auf seinen Vorgänger auf. Jeder Lehrplan tradiert sozusagen die Inhalte des Vorgängers weiter. 


Was das für die „Lehrpläne zur Sexualerziehung“ bedeutet, ist somit klar: Ist erstmal die Gender-Ideologie (in der Forderung nach Akzeptanz sexueller Vielfalt) enthalten, so kann man davon ausgehen, dass diese immer größere Bedeutung in künftigen Lehrplänen erhalten wird.


Kultusminister Lorz hat in Fulda gesagt, dass Lehrpläne normalerweise alle fünf Jahre novelliert werden. 


Der jetzige Lehrplan ist somit eine Einladung an die nächste Landesregierung (nach heutigen Umfragen hätte Rot-Rot-Grün durchaus Aussichten auf Erfolg), Gender noch mehr zum Kernbestand der schulischen Sexualerziehung zu machen. 


Die alarmierenden Aussagen von Ralph Alexander Lorz können deshalb nur eines bedeuten: Der Kampf gegen seinen Gender-Lehrplan muss weitergehen. 


Dieser Kampf muss aber langfristige Ziele verfolgen, denn heute werden die Weichen für die Erziehung in der Zukunft gelegt. Wenn wir heute nicht die Gefahr der Gender-Indoktrination bannen, so werden wir es in einigen Jahren höchstwahrscheinlich mit einem noch stärkeren Gegner zu tun haben.

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