Dienstag, 3. Mai 2016

Niederlande prüft Möglichkeit der Sterbehilfe bei Kindern ab einem Jahr

Die niederländische Gesundheitsministerin Edith Schippers lässt zurzeit die Zulassung von Euthanasie für Kinder ab einem Jahr prüfen. Das berichtet „de Volkskrant“ am 22. April 2016.

Die Bekanntmachung machte Ministerin Schippers als Antwort auf eine Anfrage des Verbandes der Kinderärzte. Diese wünschen sich eine Entkriminalisierung der Euthanasie an Kindern. Maßstab zur Tötung von Kindern soll ihre „mentale Kompetenz“ sein (werkelijke wilsbekwaamheid).

Das Gesundheitsministerium stellt für die Studie 400.000 Euro bereit.

Im Falle von Kindern, die nicht selber die Entscheidung treffen können (weil sie laut Gesetz keine „mentale Kompetenz“ besitzen), soll der Arzt in Absprache mit den Eltern entscheiden, ob das Kind getötet werden soll. Dies geschieht bereits bei Kindern im Alter zwischen 0 und 1. Die Ärzte sind aber der Auffassung, diese Regelung solle für Kinder bis 12 Jahren gelten.

Gegenwärtig dürfen Kinder von 12 bis 17 getötet werden, sofern sie geistig in der Lage sind, den Sachverhalt zu verstehen und wenn sie von den Eltern die Erlaubnis dazu bekommen.

Die niederländischen Kinderärzte (soweit man solche Personen als Ärzte bezeichnen kann) verweisen auf die Erfahrungen aus Belgien. Dort ist die Kindereuthanasie seit 2014 erlaubt.

Die Mehrheit im niederländischen Parlament (die Zweite Kammer) befürwortet eine solche Liberalisierung der Euthanasie, so die Lebensrechtlerin und Bloggerin Jeanne Smits in Lifesitenews.

Die gegenwärtige Debatte in den Niederlanden zeigt einmal mehr: Wenn gewisse Dämme brechen, ist die totale Katastrophe kaum noch zu verhindern. Die Euthanasie wurde anfangs für sehr wenige Fälle eingeführt. Nun wird sie auf immer mehr Fälle angewendet. Noch vor wenigen Jahren wäre es undenkbar gewesen, dass Kinderärzte die „mentale Kompetenz“ einer Person zum Maßstab für die Anwendung von Euthanasie machen wollen.

Doch der eigentliche Dammbruch war die Legalisierung der Abtreibung: Damit wurde ein Recht, das alle Menschen besitzen, verletzt. Nun wird der Kreis der Menschen, deren Recht auf Leben nicht respektiert wird, immer größer.

Kommentare:

Tom Scott hat gesagt…

Die Welt ist gerichtsreif, und das Gericht hat begonnen. Im Herbst 2015.Und das ist gut so

Anonym hat gesagt…

Wir haben schon 2016, ein Blick auf einen Kalender hätte dir geholfen !

Nieder mit dem Stamokap hat gesagt…

@Anonym

Aber noch nicht Herbst, ein Blick auf einen Kalender hätte dir geholfen.

Jörg Guttenberger hat gesagt…

Es wird immer wieder übersehen, dass die Freigabe dr Abtreibung die Legalisierung eines Rechtsbruchs ist.

Es ist wie mit Drogen: mit zunehmendem Konsum steigt der Appetit. Wir kommen sicher noch so weit, dass wir einen Menschen straflos umbringen dürfen, der unserem beruflichen Fortkommen im Wege steht. Ganz so neu ist das übrigens nicht: so hat sich der byzantinische Kaiser Basileos I. (867 - 886, Begründer der mazedonischen Dynastie) vom Stallknecht bis zum Kaiser "hochgearbeitet".

Lupusmagnus hat gesagt…

Also ist eine christlich religiösere Gesellschaft keinesfalls zwingend moralischer?

Abtreibung ist ein schwieriges Thema. Ich würde sie nie von jemandem verlangen. Gleichzeitig werde ich mir aber auch nicht anmaßen anderen vorzuschreiben, dass sie keine haben dürfen.

Ihr slippery slope ist nicht wirklich stichhaltig, denn was sie da beschreiben als Endergebnis ist schlicht und einfach heimtückischer Mord. Außerdem hat Basileos sich nicht vom Stallknecht zum Kaiser hochgemordet. Es waren genau zwei Morde die ihn zunächst zum Mitregenten (wobei er vom Kaiser selbst geschützt wurde) und schließlich zum Regenten machten. Da wir in keiner Diktatur leben sehe ich keine logische Möglichkeit wie ihre Horrorvision Realität werden sollte.

Jörg Guttenberger hat gesagt…

Eine christliche Gesellschaft ist nicht von vornherein moralischer, als eine nichtchristliche, denn die Fehlerhaftigkeit des Menschen ist dieselbe, zumindest hinsichtlich der Veranlagung. Allerdings stellt eine christliche Gesellschaft, man muß sicher sagen, eine religiöse Gesellschaft, höhere moralische Anforderungen, als eine nichtreligiöse. Man wird aber sagen dürfen, dass Verbrechen eines Hitlers, in ihrem Umfang und industrieller Perfektion einmalig in der Welt, zumindest im Christentum trotz aller Skandale nicht vorgekommen sind.

Ich gehe jetzt noch einen Schritt weiter: dass die Kirche trotz aller Skandale, beginnend mit dem Verrat durch Judas, über Papst Alexandr VI. bis zu den neuerlichen Misbrauchsskandalen heute noch besteht, ist sicher ein Hinweis darauf, dass sie von Gott ist, frei nach dem Pharisäer Gamaliel.

Sind Sie sicher, daß Kaiser Michael III. und sein Cäsar Bardas die einzigen Mordopfer von Basileos I. sind? Bei dem Charakter des Basileos, wie er in "Byzantinische Geschichte" von Ostrogorsky beschrieben wird, wäre das schon ein Wunder.

Lupusmagnus hat gesagt…

Moment Jörg wollen sie jetzt andeuten das es unter den Tätern der Nazis keine Christen gab? Damals hatte die Kirche einen bedeutend höheren Einfluss als heutzutage und auch um einiges höhere Mitgliederzahlen aber vermutlich wälzen sie das als "keine echten Christen" ab.

Bringen sie Beweise für mehr Morde eine Charakterbeschreibung ist keiner. Fest steht es waren diese Morde die essentiell waren um ihn zum Kaiser zu machen.

Die katholische Kirche hat sich über die Jahrhunderte zu einer politischen Machtinstitution auf der ganzen Welt entwickelt und das beim besten Willen nicht durch einfaches beten. Außerdem wieso halten Sie den Verrat des Judas für einen Skandal? Musste Jesus nicht sterben um angeblich für die Sünden der ganzen Welt zu bezahlen? Darauf beruht doch der gesamte Christliche Glaube das es ein Opfer geben musste bei dem sich ihr Gott an sich selbst opfert um die Verletzung der Regeln vergeben zu können die er selbst für Geschöpfe aufgestellt hat von denen er wusste, dass sie sie brechen würden.

Danke aber ich lebe gerne in einer Gesellschaft in der ich die Freiheit habe mich für oder gegen einen Glauben zu entscheiden und wo die Gesetzgebung nicht auf die Autorität eines himmlischen Patriarchen zurückgeht.

Jörg Guttenberger hat gesagt…

Zu lupusmagnus:

Bei jeder Personengruppe, das gilt auch für die Kirche, müssen wir zwischen Karteileichen, die gerade noch ihren Beitrag bzw. ihre Kirchensteuer zahlen und aktiven, überzeugten Mitgliedern unterscheiden. Ideologie und Religion schliesst sich in letzter Konsequenz aus, wobei es leider Leute gibt, die eine Religion zur Ideologie abwirtschaften.

Der Nationalsozialismus vereinigte gleich zwei Ideologien: den Sozialismus und den Nationalismus, und deswegen hat er ich gerade einmal 12 Jahre halten können, obwohl da schon jedes Jahr eines zu viel war.

Natürlich sind in keiner Ideologie gutgläubige Mitläufer von vornherein auszuschliessen.

Verrat bleibt Verrat, das gilt auch für Judas. Gott schreibt bekanntlich auch auf krummen Zeilen gerade!

Sie stellen einen Gegensatz zwischen Gott und einer parlamentarischen Demokratie her. Diesen Gegensatz gibt es nicht! Ich selber gehöre zu den überzeugten und praktizierenden Katholiken, die gleichzeitig von der parlamentarischen Demokratie überzeugt sind. Eine solche Staatsform ist aber ohne einen Mindestkatalog gemeinsamer Werte auf Dauer nicht lebensfähig.

Zu Basileos I. stimme ich Ihnen zu. Über seine ethische Haltung vor den beiden Morden gibt es wenig Nachrichten. Die angegebene Literatur schildert ihn allerdings als gerissenen Intriganten.

Daniel hat gesagt…

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Religion und Faschismus?

Anonym hat gesagt…

aber sich ein Kind langsam zu Tode quälen lassen ist richtig und gut? und es ging darum, wenn die geistige Kompetenz des Kindes nicht ausreicht um eine eigenständige Entscheidung zu treffen - weil noch nicht zurechnungsfähig, im Koma liegt, ... dann dürfen das die Eltern trotzdem anstoßen, ob es zu dieser Entscheidung kommt

Jörg Guttenberger hat gesagt…

Zu Daniel:

Faschismus ist eine Form von Diktatur, Unterdrückung, Knechstschaft. Religion - ich gehe jetzt einmal wegen fehlender umfassender Kenntnis anderer Religionen ausschließlich vom Christentum aus - bedeutet Freiheit, s. Galaterbrief: "Brüder, ihr seit zur Freiheit berufen, aber macht die Freiheit nicht zum Vorwand niedriger Selbstsucht, sondern dienet einander in Liebe!"

Zu anonym:

es gibt heute so viele schmerzstillende Mittel, dass eine Tötung unverantwortlich ist. Gerade an solchen Menschen soll die Barmherzigkeit Gottes offenbar werden, und zwar durch uns! Die Anforderung an uns ist freilich hoch.