Dienstag, 15. September 2015

ZdK-Chef Alois Glück: Donum Vitae anerkennen

Mathias von Gersdorff

Kurz vor seinem Rücktritt fordert ZdK-Chef Alois Glück von den deutschen Bischöfen die Akzeptanz des Schwangerenberatungsverein Donum Vitae. Dieser Verein erteilt Beratungsscheine, die zu einer straffreien Abtreibung berechtigen.

Zur Erinnerung: Donum Vitae wurde von katholischen Laien gegründet, nachdem die deutschen Bischöfe beschlossen hatten, aus der staatlichen Schwangerschaftskonfliktberatung auszutreten. Laut § 218 StGB wird eine Abtreibung nicht bestraft, wenn man zuvor eine Beratungsstelle aufgesucht und dort einen sogenannten „Beratungsschein“ erhalten hat. Weist man diesen vor, kann man bis zum dritten Monat der Schwangerschaft straffrei abtreiben.

Der einzige Sinn und Zweck dieses Beratungsscheines ist die straffreie Abtreibung. Aus diesem Grund nannte Erzbischof Johannes Dyba diese Scheine „Tötungsscheine“.

Papst Johannes Paul II. forderte von den deutschen Bischöfen deshalb einen Ausstieg aus dem staatlichen Beratungssystem. Die katholischen Einrichtungen sollten schwangere Frauen beraten, doch nicht den Beratungsschein erteilen. Zunächst wehrten sich die Deutschen, doch schließlich beendeten sie die Ausstellung der „Beratungsscheine“.

Einige katholische Laien (etliche von ihnen aus dem ZdK-Dunstkreis) revoltierten allerdings gegen diesen Schritt und gründeten ihren eigenen Verein: Donum Vitae. Erzbischof Johannes Dyba meinte, der richtige Name sollte „Donum Mortis“ heißen, denn der einzige Sinn und Zweck der dort erteilten Beratungsscheine ist die Ermöglichung einer straffreien Abtreibung war.

Das ZdK hat niemals die Entscheidung des Papstes und der deutschen Bischöfe akzeptiert. Die Weisung aus Rom wurde als ein Akt der Willkür und Ausdruck einer kurialen Präpotenz empfunden. Nun, in Zeiten, in denen sich immer weniger Bischöfe in Deutschland für die Lehre der katholischen Kirche interessieren, erhöht Alois Glück wieder den Druck und stellt sich damit auf die Seite der Kultur des Todes, vor der Johannes Paul II. so sehr warnte.

Die Anerkennung von Donum Vitae wäre im Grunde ein Ausstieg aus dem Ausstieg des staatlichen Schwangerschaftsberatungssystems.

Kommentare:

Helmut v. Brandis hat gesagt…

Ich bin maßlos enttäuscht von Alois Glück. Bisher hatte ich ihn immer ganz anders eingeschätzt, nämlich als einen besonnen Mann, der auf der Seite des Lebens steht und dem Gottes Wort heilig ist. Nun das ....

Konrad Kugler hat gesagt…

Ich bin keineswegs enttäuscht, weil ich ihn schon lange in dieser Richtung gehen sah. Schon seine Wahl zum Präsidenten des ZdK war ein Affront gegen die Vernunft. Aber es ist ja viel schlimmer. Ein Bischof und drei Weihbischöfe taten am Samstag in Berlin das, was den Laien im politischen Raum zu tun aufgetragen ist: Hineinwirken in die Politik gegen rechtswidrige Gesetze. Wenn man dagegen die Forderungen des ZdK betrachtet, dann gehen alle gegen die Lehre: Diakoninnen, Schwulenehe mit Segen, Kommunion für öffentliche Sünder usw.