Dienstag, 15. September 2015

Jedes Jahr kommen tausende Babys mit alkoholbedingten Geburtsfehlern auf die Welt

Wer in der Schwangerschaft trinkt, schadet nicht nur sich selbst: Jedes Jahr kommen tausende Babys mit alkoholbedingten Geburtsfehlern auf die Welt.

Alkoholgenuss wird gerne verharmlost. Laut dem Drogenbericht tendieren gerade die Deutschen dazu, die vermeintlich "weiche" Droge zu unterschätzen: Beinahe 10 Millionen Deutsche konsumieren laut Drogenbericht deutlich mehr Alkohol als ihnen guttut.

Viele Frauen unterschätzen die schädliche Wirkung von Alkohol auf das Ungeborene, denn etwa 14 Prozent des Schwangeren trinken zumindest gelegentlich Alkohol.

Einige von ihnen setzen dabei nicht nur ihre eigene Gesundheit aufs Spiel: Jedes Jahr trinken mehr als 10.000 Frauen in der Schwangerschaft so viel, dass ihre Kinder mit sogenannten Fetalen Alkoholeffekten (FAE) auf die Welt kommen - also mit dauerhaften körperlichen und geistigen Schäden, die auf Alkohol zurückzuführen sind. Sind die Defizite besonders stark ausgeprägt, spricht man vom Fetalen Alkoholsyndrom (FAS), unter dem jährlich rund 2000 Neugeborene leiden.

FASD ist die häufigste angeborene geistige und körperliche Fehlentwicklung, die nicht genetisch bedingt und zu 100 Prozent vermeidbar ist. Jedes Jahr werden -schätzungsweise 10.000 Kinder mit FASD geboren. Die Zahl der ca. 4000 Kinder, die mit dem Vollbild des fetalen Alkoholsyndroms (FAS) geboren werden, ist etwa doppelt so hoch, wie die Zahl derer, die mit dem Down-Syndrom geboren werden.

Erkennen kann man FAS häufig schon an der Erscheinung der Babys: Im Vergleich zu Gleichaltrigen sind sie oft sehr klein und zierlich. Einigen fehlt die Rinne zwischen Nase und Oberlippe, viele haben eine ungewöhnlich schmale Oberlippe. Schlimmer als die äußeren Anzeichen sind aber die gesundheitlichen Beeinträchtigungen: FAS-Kinder leiden oft unter Herzfehlern, Organschäden und Sprechstörungen. Viele haben Probleme mit der Sprache, können sich Dinge schlechter merken und ihre Gefühle schlechter kontrollieren.

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