Dienstag, 25. August 2015

Turbo-Abitur: Mehr Schüler wiederholen eine Klasse

Neue Untersuchung zeigt: Schlechte Noten durch das Turbo-Abitur (G8) – immer mehr Schüler müssen eine Klasse wiederholen, schreibt der Schulspiegel am 30.04.15.

Welche Folgen hat die G8-Reform zur Verkürzung der Gymnasialschulzeit in Deutschland? Das wollten Forscher des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) wissen und werteten amtliche Daten des Statistischen Bundesamtes für die Abiturjahrgänge 2002 bis 2013 aus. Ihr Fazit: der Anteil derjenigen, die Abitur machen, ist gleich geblieben, die Abiturienten sind rund zehn Monate jünger als vor der Reform und es gibt mehr Schüler und Schülerinnen als früher, die im Laufe ihrer Zeit am Gymnasium eine Klasse wiederholen, insbesondere in der Oberstufe.

Die Bildungsökonomen Mathias Huebener und Jan Marcus gaben durch die Daten der Studie bekannt: Im neunjährigen Gymnasium wiederholten im Schnitt etwa 14,5 Prozent aller Schüler bis zum Abitur eine Klassenstufe. Durch das G8 stieg dieser Wert um 3,1 Prozentpunkte auf 17,8 Prozent aller Schüler. Jungen wiederholen dabei häufiger eine Klasse als Mädchen.

Vor allem in den letzten Schuljahren vor dem Abitur wiederholten mehr Schüler eine Klasse.

Durch die Schulzeitverkürzung müssen zwar mehr Schüler eine Klasse wiederholen, am Ende aber schaffen ähnlich viele das Abitur. Dieses Ergebnis verwundert die Forscher. Die Klassenwiederholungen spiegelten wohl "nicht automatisch eine Überforderung der Schüler" wider, vermuten die Forscher. Möglicherweise bleiben Schüler freiwillig sitzen, um ihren Schnitt zu verbessern.

So scheint sich also eine neunjährige Gymnasialzeit quasi durch die Hintertür wieder einzuführen - einfach dadurch, dass sich die Schüler die Zeit nehmen, die sie brauchen.

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