Dienstag, 28. Juli 2015

Berliner CDU gegen Öffnung des Ehegesetzes

(Freie Welt) Die Basis der CDU Berlin durfte ihre Meinung zur »Ehe für alle« sagen. Doch das Ergebnis passt der Führung nicht.

Die Mitglieder der Berliner CDU haben klar entschieden, dass sie die Einführung der »Ehe für alle« ablehnen. In der Mitgliederbefragung, deren Ergebnis letzten Freitag veröffentlicht wurde, stimmten 45 Prozent dagegen, 35 Prozent dafür. Der Landesvorstand hatte die Parteibasis um ihre Meinung gebeten, weil er in dieser Frage Druck vom Koalitionspartner SPD erhalten hatte, aber nicht wagte, ihm – auch wenn er gerne wollte – sofort nachzugeben.

Doch nun hat die Partei anders abgestimmt als erhofft. Für Stefan Evers, den Vizevorsitzenden der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus, ist das allerdings kein Grund, klein beizugeben. Gegenüber dem Tagesspiegel erklärte er: »Die rechtliche Gleichstellung von Lebenspartnerschaft und Ehe bleibt aber ein politisches Ziel der Berliner CDU. Ich bin zuversichtlich, dass wir dies nach der Sommerpause anpacken.«

Evers hatte sich in einem Interview, das er derselben Zeitung vor der Abstimmung gegeben hatte, zuversichtlich gezeigt, dass das Ergebnis in seinem Sinne ausfällt. Er hatte zu Protokoll gegeben: »Ich bin aber zuversichtlich, dass wir zu einem ähnlichen Ergebnis kommen, wie es bereits die Umfragen unter unserer Wählerschaft zeigen. Die sehen zwei Drittel der Unionswählerschaft bei Ja.« Sein damaliges Programm nahm sich basisdemokratisch aus: »Wir wollen und werden in der Berliner CDU keine Meinungen von der Spitze her verordnen in so einer grundsätzlichen gesellschaftspolitischen Frage. Für eine Volkspartei ist es meiner Meinung nach der richtige Weg, die Mitglieder einzubeziehen.«

Die Entwicklung schreite ohnehin voran, sagte Evers. Die Jüngeren hätten für die Öffnung der Ehe für Homosexuelle gestimmt, weshalb Widerstand zwar »noch« vorhanden sei, vor allem aus »religiösen oder kulturellen Prägungen« heraus. Allerdings habe die Befragung gezeigt, »dass die Vorbehalte keine Zukunft in der CDU haben. Dieser Trend wird sich weiter verstärken, mit jedem neuen Mitglied. Der Wandel braucht aber noch ein wenig Zeit, wie auch die Diskussion über unser Eheverständnis.«

Kein Wunder, dass Evers die Befragung als nebensächliches Ereignis ansieht, dem man keine große Beachtung zu schenken braucht.

Kommentare:

Weltenbürger hat gesagt…

Nein, wirklich nicht verwunderlich, dass Schwule die Schwulen-Ehe befürworten.
Aber ich bin der festen Überzeugung, dass wir uns in ganz naher Zukunft über ganz andere, existenziell wirklich wichtigen Dinge die Köpfe zerbrechen müssen.

Trotzdem finde ich die absolute Gleichstellung zur natürlichen, von der Natur zur Fortpflanzung vorgegebenen Beziehung zwischen Mann und Frau nicht gut und bevor Ihr Christophoben (ich gewöhn mich wohl auch schon an den total bescheuerten Begriff) wieder die Religionskeule auspackt, ich gehöre seit 25 Jahren keinem dieser Vereine mehr an, bemühe mich, im Einklang mit den mir begegnenden Mitmenschen, sowie den Tieren und der Natur zu leben und freue mich auf mein erstes Enkelchen, welches in einigen Montaten das Licht der Welt erblicken wird.

Hoffentlich gibt die Zukunft für neuankommende Erdenbürger noch einigermaßen Lebenswerte Umstände her, man möchte aber langsam berechtigte Zweifel bekommen.

Jeder Einzelne(natürlich auch Jede) jedoch, kann dem positiv entgegenwirken.

Leute, redet wieder miteinander, anstatt Euch in den eigenen vier Wänden vor der Glotze zu verbunkern, um sich belügen und verpolen zu lassen.
Geht raus in die Natur, vor allem in den Wald und Ihr werdet feststellen, wie schützenswert dies alles für uns ist.
In diesem Sinne.

Ein zwischendurch etwas mit dem System hadernder Allgäuer

A Bullerbü Life hat gesagt…

Wenn die CDU eine demokratische Partei ist, dann kann sie das Ergebnis der Abstimmung nicht ignorieren - auch wenn jüngere Mitglieder tendenziell eher für und ältere eher gegen die Ehe für alle gestimmt haben.
Außerdem ist es ein wenig zu kurz gedacht, wenn angenommen wird, dass in Zukunft alle FÜR die Ehe für alle sein werden: Wer will denn einschätzen können, wie sich die nächste Generation entwickelt? Warum gehen so viele Menschen davon aus, dass jede Generation noch liberaler und relativistischer wird? Es gibt auch gegenläufige Trends.