Dienstag, 24. Februar 2015

Magersucht: Hungern als sozialer Event

Magersucht, Essstörung, Bulimie – klingt nicht so reizend wie Thinspiration. Unter diesem Begriff verbreiten Frauen Bilder ihrer extrem dürren Körper.

Auf Instagram und anderen Plattformen posten junge Frauen Fotos ihrer knochigen Körper und wollen sich so gegenseitig zur Gewichtsabnahme motivieren. Der Begriff setzt sich aus den Worten thin (dünn) und Inspiration zusammen. Die Bilder sind dramatisch und nebenbei wird begleitend vom „Sterben, um dünn zu sein“ geschrieben.

Instagram, Twitter und Co. wurde vorgeworfen, auf ihren Plattformen Essstörungen zu glorifizieren. Und obwohl seit 2012 diese Begriffe verboten sind tauchen immer wieder neue abgewandelte Schlagwörter auf, unter denen Bilder extrem dünner Frauen sind. Auch bei Google findet man unzählige Fotos und Ratschläge von Frauen mit Essstörungen. Essstörungen sind eine Krankheit, Thinspiration ist dagegen ein erstrebenswerter Lifestyle, so die Botschaft der Bewegung.

Magersüchtige Teenies schließen sich neuerdings immer häufiger in geschlossenen WhatsApp-Gruppen zusammen und stacheln sich dort mit ihrem Magerwahn an.

Wie in einer anderen Welt spielen die Mädchen ein gefährliches Spiel. Sie hungern sich Gramm für Gramm von ihren dünnen Körpern. Wer stirbt, hat gewonnen in diesem Spiel. So oder so ähnlich betreiben es Mädchen schon seit Jahren in "Ana-Foren im Internet". Pro-Ana" ist der harmlose Name für einen gefährlichen Trend, die Krankheit Anorexie oder Magersucht zu verherrlichen. Seiten, auf denen sich Pro-Ana-Anhängerinnen treffen, verharmlosen Magersucht als erstrebenswerten Lebensstil. Sie suchen hier nicht Hilfe, um die Krankheit zu überwinden, sondern stacheln sich gegenseitig an. Es gibt Gewichtstagebücher und Kalorientabellen, dazu Tipps um durchzuhalten. Es wurden immer wieder Pro-Ana-Seiten gesperrt, die dann schnell an anderer Stelle wieder auftauchten.

Es gibt nun einen lebensgefährlichen Wettstreit und eine neue Entwicklungen: Denn über WhatsApp hungern viele, meist sehr junge, Mädchen jetzt gemeinsam in geschlossenen Magersucht-Gruppen. So sind sie den ganzen Tag mit ihren Leidensgenossen im Kontakt und niemand kann sie kontrollieren.

Doch nicht nur die Anonymität ist gefährlich. Auch wenn sich die Szene jetzt zu verlagern scheint, das Prinzip ist gleich geblieben: Man versucht sich immer gegenseitig zu übertrumpfen. Wer schafft es weniger zu essen, wer schafft es wieder ein Kilo mehr abzunehmen? Und so startet man diesen Wettkampf, versucht alle anderen zu übertrumpfen und sich selbst zu Tode zu hungern.

Mit Angaben aus 20min.ch

1 Kommentar:

kein roboter hat gesagt…

Es gibt Slogans, die auf den ersten Blick harmlos wirken, aber eine verheerende Wirkung auf Jugendliche haben können. Zum Beispiel der Pro-Ana-Spruch "Kein Essen kann so köstlich sein wie das Gefühl, dünn zu sein."