Dienstag, 13. Januar 2015

Armes, reiches Deutschland: Fast jedes sechste Kind lebt von Hartz IV

Deutschland steht im Vergleich zu anderen Ländern konjunkturell gut da. Und trotzdem ist fast jedes sechste Kind von Hartz-IV-Leistungen abhängig.

Etwa 1,74 Millionen Kinder in Deutschland wachsen demnach in ärmlichen Verhältnissen auf, wie die Saarbrücker Zeitung unter Berufung der aktuellen Daten der Bundesagentur für Arbeit schreibt. Das entspreche einer Quote von 15,8 Prozent – mit deutlichem Ost-West-Gefälle: In den ostdeutschen Ländern seien es 27,1 Prozent, im Westen 13,4 Prozent. Innerhalb eines Jahres war die Zahl um gut 7000 gestiegen.

Besonders dramatisch ist die Lage den Angaben nach in Berlin. Dort lebe mehr als jedes dritte Kind (36,2 Prozent) in einem Hartz-IV-Haushalt. Über dem bundesweiten Schnitt lägen neben den ostdeutschen Bundesländern auch Bremen (30,7 Prozent), Hamburg (23,1), Nordrhein-Westfalen (17,7) und das Saarland (16,3). Am wenigsten sei die Kinderarmut in Bayern (7,6 Prozent) und Baden-Württemberg (8,8 Prozent) anzutreffen.

Auffallend dabei ist, dass etwa die Hälfte der Kinder in Hartz-IV-Haushalten bei einem alleinerziehenden Elternteil leben. Besonders zu Weihnachten spüren viele Kinder, dass sie in ärmlichen Verhältnissen aufwachsen müssen. Für Hartz-IV-Beziehende ist es ungleich schwerer, ihren Kindern ein schönes Weihnachtsfest zu bescheren.

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