Dienstag, 2. Dezember 2014

Es begann mit einer Lüge: Drastisch sinkende Absatzzahlen der Kultmarke Hollister

Wie eine Jeansfirma ihre Kunden anlockte: Der Legende nach sind es Produkte mit einer Geschichte. Sie beginnt mit dem 21-jährigen John M. Hollister. Er ist ein Mann mit einem "unstillbaren Durst nach Abenteuer, Reisen und Schönheit", der aus der Spießigkeit seines Elternhauses im US-Bundesstaat Maine flüchtet. Nach einem Abstecher in das heutige Indonesien landet er in Kalifornien, um dort 1922 den Vorläufer der heutigen Firma Hollister Co. zu gründen.

Der Haken nur: Die Geschichte ist frei erfunden. Im Jahr 2000, dem Jahr, in dem Hollister wirklich gegründet wurde, hat sich vielmehr ein gewiefter Marketing-Experte den Gründungsmythos ausgedacht, um einer unbekannten Marke Gewicht zu verleihen. Das hat in den USA gut funktioniert – auch Europa wurde erfolgreich geködert.

Dem Marken-Image wird alles untergeordnet, auch das äußere Erscheinungsbild der Angestellten, die nicht einfach nur "Verkäufer" heißen. Sie sind "Store Models". Das einzige wirkliche Einstellungskriterium ist das Aussehen, Model-Maße und weiße Haut sind Pflicht.

Heute fällt die Modekette immer tiefer. Nach katastrophalen Zahlen bricht der Aktienkurs ein. Besonders desolat ist die Lage in Europa. Denn am Freitag, den 07.11.2014, gab es einen ganz großen Verlierer: Der Aktienkurs der Modekette Abercrombie & Fitch stürzte um 17 Prozent auf 29,50 Dollar ab. Das Unternehmen meldete erschreckend schwache Quartalszahlen. „Wir sind eindeutig enttäuscht“, gab Vorstandsvorsitzender Mike Jeffries zu.

Das Unternehmen, zu dem neben der Kernmarke auch die Kette „Hollister“ gehört, musste im vergangenen Quartal einen Umsatzrückgang von 12 Prozent hinnehmen. Sowohl auf dem amerikanischen Heimatmarkt als auch im Ausland schrumpften die Einnahmen. Das Geschäft in Europa läuft besonders schlecht.

Die Gründe sind vielseitig. Vor allem aber zieht das traditionelle Abercrombie-Konzept, Mode mit auffälligen Logos zu nicht minder auffälligen Preisen zu verkaufen, nicht mehr. Die einstige Kultmarke des amerikanischen Einzelhandels ist für Jugendliche “uncool“ geworden. Teenager haben offenbar immer weniger Lust, wandelnde Litfaßsäulen für Abercrombie oder Hollister zu sein; sie definieren sich nicht mehr durch das Tragen einer bestimmten Marke.

Mit Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung

Kommentare:

Rita hat gesagt…

Sinkende Absatzzahlen?

Bestimmt haben die Kids mitbekommen, daß "Hollister" eigentlich 'ne Firma ist, die schon seit Jahrzehnten Material für Anus-Praeter-Patienten herstellt; Klebeplatten, Auffangbeutel und sowas. Als einer der Marktführer.

Irgendwie denken die meisten Leute nicht gern an solche Themen.

Lupusmagnus hat gesagt…

Ja genau Rita schließlich Googlet jeder immer was die Firma noch so alles herstellt ehe man sich einen Pullover kauft...

Moden kommen und gehen wir früher so wird auch zukünftig so sein.

NikoBelik1 hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
NikoBelik1 hat gesagt…

Die Geschichte ist frei erfunden.
Prima dann hat die Firma mit der Bibel ja was gemeinsam !
Wo sind hier Kinder in Gefahr ? Wo ist das Problem ?

Anonym hat gesagt…

Anus-Praeter-Beutel?

Igitt.

Grandloser hat gesagt…

Äh ja gut, und wo sind jetzt Kinder und Jugendliche gefährdet? Laufen diese demnächst im Winter in Unterhosen herum und erkälten sich? Oder was soll uns dieser Artikel suggerieren?

Lupusmagnus hat gesagt…

Also das einzige was hier kritisierenswert ist, wäre die Einstellpolitik von Hollister für seine Mitarbeiter. Dies geschah früher auch bereits. Letztendlich ist es aber ein freies Unternehmen und kann in dem Bezug machen was es will. Die Kleidung wird für eine bestimmte Zielgruppe produziert und daher ist es auch sinnvoll sie von entsprechenden Verkäufern präsentieren zu lassen. Wie das beim Kunden ankommt ist dann eine völlig andere Sache