Samstag, 18. Oktober 2014

Neue Phase der Proteste gegen den Bildungsplan in BaWü beginnt

Mathias von Gersdorff

Mit der rigorosen Ablehnung der Petition Gabriel Stängles „Kein Bildungsplan 2015 unter der Ideologie des Regenbogens“ und dem Entschluß des Petitionsteams, sich an den Straßendemonstrationen zu beteiligen bzw. eigene Proteste via Post oder E-Mail zu organisieren, geht die Auseinandersetzung zwischen Gegnern des Bildungsplans und der grün-roten Landesregierung unter Führung von Ministerpräsident Winfried Kretschmann in eine völlig neue Phase.

Zur Erinnerung: Nachdem der Mannheimer Morgen letztes Jahr über die Absicht der grün-roten Landesregierung berichtete, in einem neuen Bildungsplan ab dem ersten Grundschuljahr fächerübergreifend die Lerneinheit „Akzeptanz Sexueller Vielfalt“ einzuführen, initiierte der Realschullehrer Gabriel Stängle eine Petition gegen diesen Bildungsplan.

Daraufhin begann gegen ihn und sein Team eine wahre Rufmordkampagne. Viele Medien und Politiker versuchten mit Hetzparolen, die Petition und ihre Unterstützer öffentlich zu diffamieren.

Professionell organisierte Proteste auf breiter Basis

Doch die Schlammschlacht war erfolglos: Gabriel Stängle schaffte es, etwa 192.000 Unterschriften zu sammeln, die Ende Januar beim Petitionsausschuß eingereicht wurden.

Die Bildungsplan-Gegner wählten zwei Strategien, um ihr Ziel zu erreichen, daß die „Akzeptanz Sexueller Vielfalt“ aus dem Bildungsplan entfernt wird:

Gabriel Stängles Team und diverse Kirchen und Organisationen, die ihn unterstützt hatten, wählten den Weg der Verhandlungen. Eine zweite Gruppe, zunächst angeführt von Hans Christian und Natalie Fromm, riefen ab Anfang Februar zu Demonstrationen auf dem Stuttgarter Schloßplatz auf.

Die Diffamierungskampagne richtete sich in den Folgemonaten vor allem gegen diese zweite Gruppe:

„Homophober Schloßplatzmob“ war eine der Bezeichnungen der Demonstranten, die sich nur unter massivem Polizeischutz bewegen konnten. Zur dritten Demonstration im April 2014 rief ein großes Aktionsbündnis auf.

Die immer professioneller werdenden Proteste wurden von einer breiten zivilgesellschaftlichen Basis getragen, die friedlich und zivilisiert ihr Ziel verfolgte. Die Befürworter des Bildungsplanes hatten dagegen nichts zu bieten außer Haßtiraden und linksradikale Chaoten, die stets bereit waren, Störungen und Blockaden zu organisieren.

Grün-Rot zeigt Verachtung für den Bürger

Insgesamt entstand so ein enormer und permanenter Druck auf die grün-rote Landesregierung. Ende April entschloß sich Ministerpräsident Kretschmann, die Einführung des Bildungsplanes um ein Jahr zu verschieben. Zudem versprach er inhaltliche Änderungen, ohne konkret zu werden.

Bis zum 8. Oktober war es nun still geworden um das Thema. An diesem Tag lehnte der grün-rot dominierte Petitionsausschuß Stängles Petition ab  – und dies ohne Begründung! Eine ungeheure Manifestation von Arroganz und Verachtung für die Interessen der Bürger.

Wenige Tage danach rief das Team um Stängle die Unterstützer der Petition dazu auf, sich an der „Demo für alle“ am 19. Oktober zu beteiligen. Auch bat er sie, sich schriftlich an die Landtagsabgeordneten zu wenden.


Und die CDU?  –  Schaut sie zu?

Welches könnte das mittelfristige Szenario der Auseinandersetzung zwischen Bildungsplan-Gegnern und grün-roter Landesregierung sein?

Der wichtigste Termin in der Zukunft ist die Landtagswahl im Frühjahr 2016. Das bedeutet, daß der neue Bildungsplan noch in dieser Legislaturperiode fertig sein muß, damit er im Schuljahr 2016/2017 eingeführt werden kann. Grün-Rot scheint entschlossen zu sein, einen Bildungsplan ganz im Sinne der Gender-Theorie einführen zu wollen. Die Mehrheit dafür hätten sie.

Sollten die regierende Koalition diesen Weg wählen, so ist entscheidend, wie sich die CDU zum neuen Bildungsplan positionieren wird: Wird sie ihn im Falle einer Machtübernahme rückgängig machen oder nicht? Das ist die entscheidende Frage.

Die Christdemokraten waren nicht über den „Bildungsplan 2015“ begeistert, doch richtig bekämpfen wollten sie ihn auch nicht. Lediglich Peter Hauck, CDU-Fraktionsvorsitzender im Landtag, sprach sich scharf gegen das grün-rote Projekt aus (übrigens auch der FDP-Fraktionsvorsitzende Hans-Ulrich Rülke).

Die CDU in Baden-Württemberg muß noch einen Spitzenkandidaten wählen. Thomas Strobl, neben Guido Wolf einer der beiden Kandidaten, spricht sich aus für „Akzeptanz“, also für Gender in den Schulen, wenngleich nicht so rabiat wie Kretschmann und sein Bildungsminister Andreas Stoch.


Schulpolitik gegen den Willen der Eltern ist nicht möglich

Besonders wichtig für den Verlauf der weiteren Debatte wird sein, wie die Eltern vor Ort, also in den Schulen, auf die Absichten der Landesregierung reagieren.

In Hessen sorgen Eltern mit Schulkindern seit Jahrzehnten dafür, daß die Schulpolitik relativ konservativ ist, obwohl das Bundesland eher liberal gesinnt ist. Hessen zeigt: Es ist nicht möglich, Schulpolitik gegen den Willen der Eltern durchzuziehen.

Eine Partei, die sich darauf einläßt, riskiert, eine dauerhafte Polemik zu entfachen, die sie nicht kontrollieren oder steuern kann. Deshalb sind selbst die Grünen in Hessen vorsichtig mit allzu ideologisch gefärbten Parolen in der Schulpolitik.

Sollte sich ein ähnlicher Widerstand in Baden-Württemberg bilden, hätten Kretschamnn und Stoch keine Chance, einen Bildungsplan nach der Gender-Ideologie durchzusetzen  – und auf eine Wiederwahl noch viel weniger.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Vorweg: Ich habe nichts gegen homosexuelle Menschen an sich. Niemand ist "böse", weil er/sie schwul oder lesbisch ist, und niemand ist "gut", weil er/sie heterosexuell ist.

Wäre die sexuelle Orientierung erblich, gäbe es Homosexualität nicht. Wenn ein biologisches oder psychologisches Programm dazu führt, dass das Leben bzw. die Fortpflanzung eingestellt wird, dann handelt es sich um eine Krankheit / Störung. Man sollte sich bemühen, störungen zu beheben anstatt sie zur Norm zu erheben. Dadurch, dass Homosexualität nicht mehr als "Störung" behandelt wird, gibt es auch keinen Therapienanspruch und schon gar keine Forschung mehr.
Dass es immer wieder heterosexuelle Menschen gibt, die homosexuelle Neigungen entwicklen bzw. dass Homosexuelle durch Seelsorge oder Therapie zurück zur Heterosexualität finden, zeigt, dass die sexuelle Orientierung veränderlich ist (und damit wie oben erwähnt nicht erblich). Wieseo wünscht "man" sich, dass Heterosexuelle - angeblich ja alles verkappte Bisexuelle !!! - homosexuelle Praktiken ausprobieren sollen, während man den Homosexuellen jede Umkehr verbaut?

Wenn jemand meinem Kind in einer labilen Entwicklungsphase einzureden versucht, es solle es mal mit homosexuellen Praktiken versuchen, das sei normal und mache Spaß (und es hätte keine "Gefahr" wegen Kindern), dann sehe ich darin einen böswillig-egoistischen Eingriff in die natürliche Entwicklung meines Nachwuchses, ein evtl. später aufkeimender Familienwunsch (eigene Kinder) wäre für immer unerfüllbar...

... aber dann müsste man nur den homophoben Eltern, die ihre Kinder dieser (zumindest versuchten) sexuellen Umerziehung nicht aussetzen wollen selbige entziehen und sie unfruchtbaren homosexuellen Paaren zur Adoption anbieten.

Ich glaube nicht, dass dem Unfug und der Böswilligkeit der Gender-Ideologen dieser Schritt allzu schwer fallen würde. Mögen sie mich eines Besseren belehren.

Boris hat gesagt…

@Anonym

Wieso sich gewisse Leute einen Trend zur Homosexualität wünschen? Ganz einfach, aus dem Kram ist in den letzten Jahren eine riesige Industrie/Ideologie geworden. Damit kann man prima seine Brötchen verdienen! Also tun diese Seilschaften alles für den eigenen Joberhalt. Ziemlich clever.

Daß das Volk dabei den Bach runtergeht?

Was kümmert's die!?!

Sabine Bätz hat gesagt…

Nachfolgend ein Link der die Größe der Homo-Lüge in ganzer Bandbreite aufdeckt:

http://www.katholisches.info/2013/08/01/er-last-groste-homo-luge-platzen-grunder-von-young-gay-america-wurde-hetero/

Lupusmagnus hat gesagt…

Die größte Ex gay Bewegung der USA wenn nicht der Welt hat sich aufgelöst und bekannt gegeben das ihre "Therapien" nicht helfen und sich für den angerichteten Schaden entschuldigt...aus der ex gay Bewegung gibt es reichlich Aussteiger also exexgays darunter auch die Aushängeschilder konservativer Kampagnen.

Nicht gerade Aussagekräftig so ein Fall

Verleihnichts hat gesagt…

@Sabine Bätz: Wirklich lesenswert, danke für den Link.

NikoBelik1 hat gesagt…

Ein Artikel der Kirche, sehr schön und sicher beruht er auf Wissenschaftlichen Fakten ! Von Sexualkunde werden die Kinder krank, von Doktorspielen bekommen sie einen Schaden und von Selbstbefriedigung wird man blind !

Grandloser hat gesagt…

An Anonym Homosexuelle pflanzen sich fort, nur nicht erfolgreich, im allgemeinen sind alle Lesben und Homosexuelle Fortpflanzungsfähig. Und zur Störung, ist das Zölibat nicht auch nach Ihrer Definition eine Störung? Oder warum sollte sich ein junger Mann in der biologischen Blüte seiner Vermehrungsfähigkeit auf deren Ausübung verzichtet, das ist doch absolut unnatürlich... Des weiteren sollen im Unterricht keine Praktiken gelehrt werden. Ausgenommen die biologisch relevanten, das heißt bei Heteros zur Zeugung Penis in Vagina und bei Homosexuellen das es vollkommen natürlich und normal ist. Wenn Kinder mehr wissen wollen sollte man Ihnen ehrlich antworten. Ansonsten kauen Sie wie leider so oft von Religiösen Menschen gewohnt veraltete und widerlegte Theorien wieder.

Hulk hat gesagt…

Immer wieder die selben "Argumente"
Man muss sich nur mal die Schilder ansehen, z.b Sex in jedem Fach- Nein Danke ! Wie soll das gehen und wo wird das gemacht ? Sex gibt es in keinem Fach, es wird nur aufgeklärt aber kein Sex gezeigt, außer man versteht unter Sex schon die Aufklärung über den Unterschied zwischen Mann und Frau bzw Mädchen und Jungen ! Die Kat. Kirche und ihre panische Angst vor Sexualität und gerade vor der die nicht dem Weltbild dieses Verbrechervereins entspricht ! Auch auf Youtube findet man immer wieder Videos zum Thema von Religiösen Fanatikern die stets an der selbe Quelle hochziehen und auf Argumente nicht eingehen, aus weichend antworten oder gleich beleidigend werden ! Und immer wieder gibt es anstelle von Wissenschaftlichen Fakten nur Zitate aus der Bibel, weil in ihr ja die einzige Wahrheit steht !

Fred hat gesagt…

@Lupusmagnus

Mittlerweile gibt es sogar viele Ex-Exexgays, auch in Exeter!

Schwulensex ist wirklich fürn Arsch.

Sabine Bätz hat gesagt…

@NikoBelik1 - es ist kein Artikel "der Kirche", er wurde nur auf dieser Website eingestellt

Harald Kirr hat gesagt…

Ich frage mich bei sätzen wie
"Thomas Strobl, neben Guido Wolf einer der beiden Kandidaten, spricht sich aus für „Akzeptanz“, also für Gender in den Schulen,..."
ob der Verfasser des Textes überhaupt weiß was Gender bedeutet!
Wie kann man denn gegen Gender in der Schule sein?
Gender beschreibt das soziale Geschlecht
und es wird doch wohl keiner bestreiten das es neben den körperlichen Merkmalen die das Geschlecht ausmachen(englisch sex) auch soziale Komponenten gibt!
Kann mir jetzt jemand erklären was es bedeutet gegen Gender zu sein?
Und inwiefern Gender eine Ideologie ist?

ISIS hat gesagt…

@Harald Kirr

Was es bedeutet, gegen Gender zu sein? Das kann ich dir beantworten, Ungläubiger! Für dich würde es bedeuten, daß du im Islamischen Staat eine kleine Überlebenschance hättest, sofern du den Kalifen nicht anderweitig gegen dich aufbringst...

Butterkeks hat gesagt…

Hallo, was ihr bitte mal wieder für Knaller ? Wer gibt euch das Recht sich in alles einzumischen und anderen vorzuschreiben was sie zu tun haben ? Wenn euch nicht passt das den Kinder das echte Leben näher gebracht wird dann haltet eure halt davon fern, nur lasst bitte die anderen in Ruhe ! Kinder lernen etwas über Sexuelle Vielfalt, was ist daran schlimm ? Ich rege mich ja auch nicht auf das in den Schulen immer noch Religion auf dem Stundenplan steht, ein Fach das keinen Nutzen für das spätere Leben der Kinder !