Donnerstag, 25. September 2014

Neue Studie zu Cannabis-Konsum: Schlechte Chancen für einen Schulabschluss

Man kann von Cannabis abhängig werden. Es gibt in Deutschland etwa 2,5 Millionen Konsumenten. Wegen einer Cannabis-Abhängigkeit sind bundesweit etwa 30.000 Menschen in Behandlung. Würde man eine Dunkelziffer mit einrechnen, könnte man von etwa 100.000 abhängigen sprechen. In der internationalen Fachliteratur wird zum Teil von höheren Suchtraten ausgegangen. Bis zu zehn Prozent der Konsumenten werden demnach abhängig von Cannabis.

Über das Ergebnis einer Studie aus Australien und Neuseeland über die langfristigen Folgen von Cannabis-Konsum berichtet Spiegel online: Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren, die täglich Cannabis konsumieren, schaffen deutlich seltener einen Hochschul-Abschluss: Ihre Chance ist 60 Prozent niedriger als die von Jugendlichen, die nicht kiffen.
Das Risiko, andere Drogen zu nehmen, ist hingegen bei Jugendlichen, die täglich kiffen, achtmal so groß, die Gefahr eines Suizidversuches siebenmal so groß wie bei Nicht-Konsumenten.

Die Forscher überprüften ob es einen Zusammenhang zwischen dem Cannabis-Konsum in der Jugend und sieben zuvor definierten Punkten gab: dem High-School-Abschluss, dem akademischen Grad, einer Cannabis-Abhängigkeit, dem Konsum anderer Drogen, Suizid-Versuchen, Depressionen und dem Empfang von Sozialhilfe.

Ebenso die Umstände, wie etwa der sozioökonomische Status der Familie, psychiatrische Erkrankungen oder der Wohnort diese Endpunkte verzerren können, berücksichtigten die Wissenschaftler bei ihren Analysen außerdem 53 verschiedene mögliche Einflussfaktoren. Es zeigte sich, dass der Cannabis-Konsum lediglich auf die Häufigkeit von Depressionen und die Abhängigkeit von Sozialhilfe keinen Einfluss zu haben scheint. Der Zusammenhang mit den anderen Faktoren sei jedoch eindeutig.

In Deutschland konsumierten 1,3 Prozent der Jugendlichen zwischen 12- und 17-Jahren im Jahr 2012 regelmäßig Cannabis, das heißt, sie hatten die Droge innerhalb von zwölf Monaten mehr als zehnmal genommen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung die 2014 vorgestellt wurde. 5,6 Prozent hatten mindestens einmal innerhalb eines Jahres Cannabis genommen. Jungen konsumierten der Umfrage zufolge deutlich häufiger als Mädchen. Bei den 18- bis 25-Jährigen kifften fast vier Prozent regelmäßig.

Es sind vor allem die jungen Konsumenten, die Eltern, Lehrern, Ärzten und den Verantwortlichen in der Politik Sorgen bereiten. Die aktuelle Analyse bescheinigt diese Angst. "Das Gehirn von Jugendlichen ist verletzlich und anfällig für die Effekte von Cannabis", schreiben die Autoren. "Unsere Resultate deuten darauf hin, dass Cannabis-Konsum bei Jugendlichen mit einem erhöhten Risiko einer nachteiligen Entwicklung verbunden ist."

Kommentare:

Anne Nichtpoc hat gesagt…

Cannabis wird verharmlost.Es greift die Lipidschicht des Nervengewebes an,d.h. das Gehirn ist auch betroffen.Wir alle kennen diese typische coole Gleichgültigkeit von Jugendlichen bis hin zur totalen Verweigerung, der man fassungslos gegenüber steht.Dass bei exzessivem Cannabiskonsum eine Leistungsminderung eintritt. scheint mir klar wie Kloßbrühe. Nur, wir leben in einer Gesellschaft die von der anderen Seite vom Pferd runterfällt.Verhamlosen ist genauseo schädlich wie überbewerten.Ein Laissez-faire-Erziehungsstil ist sicher eine Ursache und natürlich auch Perspektivlosikeit und Schulverblödung, die extrem zugenommen hat.Dass Schulzeit, in der nichts stattfindet und die Kinder sich quasi selbst überlassen sind zu Unterricht erklärt wird, ist neben der Katastrophe des Zerfalls der Familien eine viel zu wenig beachtete Tatsache. Auch Ärte sind manchmal unfähig Drogennebenwirkungen als solche zu erkennen und machen stattdessen teure Untersuchungen.Auch werden Wirkungen als "psychogen" abgetan, oder Lehrer sagen , sie hätten auch gekifft ohne unsere Kinder zu warnen.

Sabine Bätz hat gesagt…

@Anne Nichtpoc - Die Freigabe von Cannabis sollte als Medikament endlich durchgesetzt werden. Unbestritten gibt es ein sehr breites Spektrum von Krankheiten die MIT Cannabis zum Wohle des Patienten sinnvoll behandelt werden KÖNNTEN. Allein die Pharma-Lobbyisten werden gegen solch eine Freigabe auf sämtliche Barrikaden gehen, denn der Umsatz für Medikamente (die meistens horrende Nebenwirkungen haben) bei den betroffenen Krankheitsbildern würde massiv einbrechen!

Anonym hat gesagt…

@Sabine Bätz

Sie erinnern sich doch noch an Vioxx? Geniales Schmerzmittel, daß andererseits auch hervorragend gegen Entzündungen und sogar gegen Erkältungssymptome half!

Der Umsatz von Larifari-Medikationen brach natürlich ein...

Da kam aus Amerika die rettende Meldung, es habe dort Todesopfer durch Vioxx gegeben, was nie eindeutig bewiesen wurde.

Vioxx wurde rasch vom Markt genommen, die Welt der Pharmaindustrie war wieder in Ordnung...

Sabine Bätz hat gesagt…

@Anonym - wie wahr! Ebenso schaut es mit dem Wirkstoff Strophanthin bei Herzinfarkt/Herzproblemen aus! Es wird nicht mehr verordnet sondern wurde und wird massiv bekämpft obwohl die Wirkung phänomenal ist (spreche hier aus Erfahrung, habe bei meinem Mann nach dem 2. Herzinfarkt bis auf ASS 100 sämtliche Katastrophen-Medikamente abgesetzt und ihm nur noch Strophanthin (über Privatrezept von einem der wenigen mutigen Strophanthin-Ärzte) gegeben - jetzt hat er wieder Spaß am Leben und die Leistungsfähigkeit ist absolut akzeptabel. Das konnte man vordem nicht sagen - da hätte er auch gleich aus dem Fenster springen können, so depressiv und Leistungs-unfähig war er, er konnte noch nicht eimal mehr 5kg ohne Probleme heben.

Konrad Kugler hat gesagt…

Freigabe als Medikament,

oder Freigabe als Rauschmittel?

Wenn ich am Abend 4 Halbe Bier trinke, dann nicht, weil ich einen Rausch haben will.

Julian Campe hat gesagt…

Für die Todgeweihten in unserer Gesellschaft dürfte es doch egal sein ob sie vielleicht davon Süchtig würden. Doch auch da verbietet man denen den Konsum von Canabis. Vor allem natürlich den Selbst Anbau.
Wo das die Logik des Gesetzes dann ist, dürfte jedem Schleierhaft sein.

Okay auf der einen Seite die Medikamenten Wirtschaft, die so ihre zum Teil überteuerten Medikamente nicht ab setzen kann. Wo eben im Gegensatz zu einem Modernen Fernseher, da die Preise dann nicht mit der Zeit zurück gefahren werden, sondern eher noch angehoben werden. Was so durch den Staat auch noch gepuscht wird. Da der Lizenzen nur noch mit Zeitlimit vergibt und so mit bei verlängerung wieder neue Kosten entstehen.

Doch auf der anderen Seite stehen die Kirchen. Die nämlich ja durch die Reihe der Meinung sind, das der Mensch eben zu Leiden habe. Als Strafe wohl für irgend welche nich Gottesgefälliger taten. So wäre dies eben damit Gottes Wille.

Man was nicht alles Gotteswille auf einmal ist. Das dabei sogar die Atheisten ohne Gewissens Probleme zu bekommen (Nicht alle, um das mal vorweg zu nehmen ;) ), die Meinung der Fanatischen Religioten unterstützen.

Schön das die Hysterie gegen alles und Jedes, damit durch eine breite Front von Kirche und Atheisten gepuscht wird.

Doch zum Glück wachen jetzt endlich auch wieder die Normalen Menschen noch rechtzeitig auf und erkennen das hier nur noch der Satz Hilft wehret den Anfängen.