Dienstag, 2. September 2014

Erziehung: Wie wichtig Werte für Kinder sind

In der modernen Gesellschaft ist eine Vielzahl von Werten gefragt. Teilweise solche, die miteinander konkurrieren. So werden im Berufsleben häufig ganz andere Werte verlangt als in der Familie. Macht es also überhaupt Sinn, Kindern ganz bestimmte Werte menschlichen Verhaltens zu vermitteln? Auf jeden Fall!

Dies bestätigen auch Experten: Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Kinder, in deren Familien bestimmte Werte vorherrschen, glücklicher sind. Sie erleben mehr Herzlichkeit in ihrem Leben, erweisen sich bei Problemen und Misserfolgen als belastbarer und haben meistens auch eine optimistischere Haltung.

Wayne Dosick, Religionswissenschaftler, Psychologe und Autor des Buches “Kinder brauchen Werte“, hat eine Liste an Werten erstellt, die Eltern ihren Kindern dringend mitgeben und vermitteln sollten: Respekt, Wahrhaftigkeit, Fairness, Verantwortungsbewusstsein, Mitgefühl, Dankbarkeit, Freundschaft, Friedfertigkeit, Streben nach persönlicher Reife und die Fähigkeit, an etwas zu glauben. Für den Autor sind dies zeitlose Werte, die das Leben der Kinder genauso wie der Umgang der Menschen miteinander erleichtern.

Einige dieser Werte finden sich auch in den Vorstellungen der Kinder selbst wieder. Es wurden im Rahmen des LBS-Kinderbarometers 2012 Kinder zwischen 9 und 14 Jahren befragt, welche Werte für sie besonders wichtig sind. Die fünf wichtigsten Wertevorstellungen der Kinder sind: anderen Menschen helfen, Freunde haben, eine eigene Meinung haben, Spaß haben und Ehrlichkeit.

Eltern unterstützen ihre Kinder am besten, indem sie die Fähigkeit ihres Kindes zur Empathie stärken. Kleinkinder sollten mithilfe ihrer Eltern entdecken, dass andere die gleichen Gefühle empfinden wie sie selbst.


Eltern können dies durch eine übertriebene Reaktion auf das negative Verhalten ihrer Kinder erreichen. Haut das Kind seiner Mutter beispielsweise auf den Arm, könnte diese mit traurigem Blick den Arm halten und dabei “Aua, das tut weh“ rufen. Nach kurzer Zeit wird das Kind einen ähnlichen Blick aufsetzen und im besten Falle beginnen die Mutter zu trösten. Die eigenen Gefühle werden so für das Kind sichtbar und nachfühlbar. Allmählich begreift es, dass bestimmte Verhaltensweisen negativ sind. Hierbei sollten Eltern diese Form nicht versuchen zu erklären oder gar dem Kind Schuldgefühle bereiten.

Im späteren Grundschulalter lassen sich die meisten Dinge bereits mit einfachen Worten erklären. So können Eltern mit ihren Kindern schon über die Gefühle anderer sprechen oder die Folgen von bestimmtem negativem Verhalten wie zum Beispiel Faulheit, Unhöflichkeit oder fehlender Hilfsbreitschaft aufzeigen.


Natürlich werden Werte auch durch das gute Beispiel der Eltern vermittelt. Der Umgang miteinander – auch wenn es zum Streit kommt – sollte respektvoll und fair sein. Ebenso sollten Gespräche über Dritte nicht herablassend oder beleidigend sein. Zusätzlich kann soziales und ehrenamtliches Engagement der Eltern als wunderbares Vorbild für Kinder dienen.

Mit Informationen aus t-online

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