Donnerstag, 12. Juni 2014

Warnung vor Porno Links in Wikipedia

Freiheit und Missbrauch sind im Internet häufig nur einen Klick entfernt. Beispielhaft dafür steht das Internetlexikon Wikipedia. Die „Mitmach-Enzyklopädie“ Wikipedia gehört weltweit zu den Top 10 der beliebtesten Internetseiten. Tag für Tag nutzen Millionen von Menschen Wikipedia als Informationsquelle – darunter ungezählte Schüler und Lehrer. Dabei sind in den Beiträgen Liks zu finden, die direkt zu pornografischen Fotos und Filmen führen. 

Wer pornografisches Bildmaterial im Internet sucht wird über das Internetlexikon fündig. Wer beispielsweise das Stichwort „Ejakulation“ bei Wikipedia eingibt, gelangt auf einen vordergründig sachlichen Beitrag, der allerdings direkt auf die dazugehörige Wikimedia-Seite – das ist die Bildersammlung des Internetlexikons – verlinkt. Und dort erscheinen Dutzende Fotos und Videos von männlichen, erigierten Geschlechtsteilen in Aktion. 

Wikipedia versteht sich als Wissensplattform mit Bildungsanspruch. Diesen Anspruch erfüllen die folgenden Beispiele eindeutig nicht. Gibt der Benutzer zum Beispiel die Begriffe „Hintern“ oder „Gesäß“ bei Wikipedia ein, bekommt er am Fuß des Beitrags einen Link auf die passende Wikimedia-Seite mit (unter „Anus“) einer großen Sammlung von Fotos mit Titeln wie „Geil1“, „Hippie Hollow“ oder „Nudes-A-Poppin“. Unter etlichen Stichworten lässt sich über Links auf Wikimedia an erotisches oder gar explizit pornografisches Material gelangen.

Nun stellt sich die Frage: Welchen Informationszweck sollen sie erfüllen? Die Bildunterschrift „Splitternackte junge Frau, tanzend“ etwa scheint mit reiner Wissensvermittlung wenig zu tun zu haben. Ist das Sexualaufklärung – oder schlicht jugendgefährdend? Besonders brisant, weil das Thema Kinder und Jugendliche interessiert: Unter dem Stichwort „Manga“ (so heißen japanische Comics) und der Weiterverlinkung „Hentai“ (der Begriff steht für erotische Mangas) stößt der Informationssuchende auf eine Zeichnung, die den Geschlechtsverkehr und die primären Geschlechtsmerkmale darstellt – und zwar direkt im Angebot der Wikipedia.

Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) – zuständig für den Jugendschutz im Internet – hat ein Verfahren eingeleitet, nachdem News4teachers.de auf die Inhalte hingewiesen und um Einschätzung gebeten hat. Allerdings sieht die KJM nur geringe Chancen, rechtlich gegen das Angebot vorzugehen, weil die Anbieter von wikimedia.org in den USA registriert sind.

Der Deutsche Lehrerverband (DL) warnt Eltern und Lehrer davor, dass Kinder und Jugendliche bei der Recherche auf der Bildungsplattform auf pornografisches Material stoßen könnten. Wikipedia müsste deshalb noch intensiver als bislang klarmachen, „dass Wikipedia als Quelle für Schülerarbeiten völlig unzulänglich ist und sich damit keineswegs gute Zensuren machen lassen“, sagte DL-Präsident Josef Kraus in einer Pressemitteilung.

Er empfiehlt Eltern, regelmäßig hinzuschauen, was ihre Kinder im Netz recherchieren. „Wikipedia muss entsprechende pornografische Inhalte schleunigst entfernen“, forderte Kraus, der nach eigenen Angaben 160.000 Lehrer in Deutschland vertritt. Auch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien müsse sich mit der Angelegenheit befassen und die Schulminister sollten mit ihren dienstlichen und publizistischen Organen Lehrer und Eltern umgehend auf die Problematik aufmerksam machen, so der DL-Präsident.

Der Einfluss von Wikipedia auf Kinder und Jugendliche ist hoch. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, nutzten im Jahr 2012 Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 15 Jahren zu 82 Prozent Wikipedia und ähnliche Seiten.

Mit Auszügen aus News 4teachers

Kommentare:

666 hat gesagt…

Das Kinder solche Plattformen in der Hauptsache nutzen um sich über Themen zu informieren die sie interessieren wie Musik,Computerspiele oder Stars die sie "Anhimmeln" wird nicht erwähnt, wieder schön alles dramatisieren und künstlich aufblasen, die Assi Medien wie RTL,Sat1 und Bild machen es ja täglich vor ! Seltsam das die Kinder mit dem Thema Sex besser umgehen können als die verklemmten Erwachsenen und Leute die die sich immer noch an die Bibel klammern !

Anonym hat gesagt…

Tja 666,
Schon ihr nickname verrät ihre Antichristliche Einstellung. Ich muss Ihnen absolut widersprechen und ich bin kein Katholik: die Bibel ist das beste Lehrbuch was jemals der Mensch bekommen hat. Wenn die Christen verklemmt sind, sind die Antichristen es auch, also... bevor sie das nächste Mal ihre Antichristliche hasserfüllten Gedanken äußern, seien sie so nett und lesen Sie die ganze Bibel vorher. Sie tun mir eigentlich leid...

Beobachter hat gesagt…

@666

Sie sind ein oberflächlicher Schwätzer. der immer in die gleiche Kerbe haut, auch wenn sie gar nicht da ist.
Solche Typen wie Sie sind extrem einseitig programmiert und versuchen immer nur, ihre eigene verkommene Auffassung von den Dingen zu rechtfertigen, indem sie sie als „normal“ in die Waagschale werfen.
Leider zeigen Sie so immer wieder, dass Sie nicht aus dem Sumpf, in dem Sie stecken, herauskommen - in erster Linie wohl deshalb, weil Sie gar nicht wollen.
Nahezu jeder Beitrag, den Sie hier absetzen, offenbart Ihr kaputtes Innere. Sie können einem nur Leid tun, denn Ihnen ist nicht zu helfen!

Robert Schwartz hat gesagt…

Warum gefällt es Ihnen nicht, dass geschlechtsreife Menschen Spass an Sex haben?
Was ist daran schlecht?
Wikipedia hat viele Links, die zum Militär und zu tödlichen Waffen führen. Haben Sie dazu schon einmal Stellung bezogen?
Mich stört es nicht, wenn Menschen Freude am Sex haben, mich stört es aber, wenn Teile einer Gesellschaft militärische Gewalt gegen andere als heldenhaft und patriotisch darstellen.
Robert Schwartz

Verleihnichts hat gesagt…

@Beobachter: Nicht aufregen er ist ein Forentroll. Wer weiß von wem der gesponsert wird, CDU/SPD/GRÜNE...? Man weiß es nicht. Umsonst würde er wohl nicht so viel Zeit hier investieren.

D. Runge hat gesagt…

Entsetzlich. Ich (15) lese gerne Manga, aber diesen Porno-Schund würde ich mir niemals antun. Diese "biologischen" Bilder gehören ebenso gelöscht - Aufklärungsunterricht sollte (wenn überhaupt) nur an Schulen stattfinden.

666 hat gesagt…

Die Bibel ein Lehrbuch, netter Witz ! Um mit Menschen Respektvoll um zu gehen, Werte zu vermitteln und zu wissen das man nicht tötet brauche ich kein verstaubtes altes Buch sondern nur einen gesunden Menschenverstand der einem von der Natur verliehen wurde ! Ich bin kein Antichrist oder so was sondern nur jemand der Dinge hinterfragt und nicht sofort hysterisch aufschreit sobald Kinder oder Jugendliche mal ein bisschen nackte Haut zu sehen bekommen oder etwas über Sex lesen !Ich kenne die Bibel,nettes Buch aber mehr nicht, sie ist eben nicht wissenschaftlich ! Bitte bringt mal einen echten Wissenschaftlich belegten Beweis das Sexualität und alles was dazu gehört den Kindern schadet !

Old Geezer hat gesagt…

Ja, dumm gelaufen.
Diese Bilderreferenz gehört zwar in den Augen der meisten nicht zum Thema (wobei IMHO wenigstens ein Bild als Erklärung schon sinnvoll wäre), aber wenn dahinter dann eine automatisch generierte (und zur Aufbauzeit neu erstellte, damit später sicher existierende) Bilderliste folgt, ist es halt ein Fall von gut gemeint und schlecht gemacht.
Shit Happens, und gerade bei solch kooperativen Projekten passiert das gerne mal.
Da den Jugendschutz zu rufen ist schon blinder Aktionismus, hier wäre eine Meldung an Moderatoren/Editoren der Zug der Wahl gewesen.

Aber es illustriert das Problem, daß eine dümmliche Rechtsprechung vor einigen Jahren aufgeworfen hat, nämlich daß die Betreiber einer Seite für den Inhalt von Links verantwortlich gemacht werden können, über die sie keinerlei Kontrolle haben.

Old Geezer hat gesagt…

@Anonym:

Sie wollen uns ernsthaft ein Sittengemälde und Mythensammlung eines nomadisierenden Viehzüchterkultes aus der Eisenzeit des vorderen Orients als bestes Lehrbuch für eine moderne, demokratische Industrie- und Informationsgesellschaft in Nordeuropa im globalen Umfeld verkaufen?
Das ist einfach lächerlich, und komplett unvereinbar mit dem Grundgesetz, was einem schon ein paar der Ratschläge - wie z.B. aufmüpfige Kinder zu erschlagen -, Regelungen - wie die z.B. Pflicht, die verwitwete Schwägerin als Zweitfrau zu nehmen - oder Vorschriften - wie z.B. die koschere Ernährung - klarmachen sollten.

Ulrich hat gesagt…

Liebenswerter Old Geezer!

So, so! "Shit happens." Diese Haltung ist doch völlig unangemessen für einen waschechten Humanisten, der so gerne mit dem Müllwagen durch die Menschheitsgeschichte, insbesondere durch die Kirchengeschichte fährt! Sie Heuchler! Ab in den Beichtstuhl! Sie haben eine Seelenreinigung dringend nötig! Ob Sie bei Fehltritten von Christen in Zukunft auch so großzügig sind? Schau´n mer mal! Nichts für ungut!

Grandloser hat gesagt…

Leider werden hier wieder einige Fakten übersehen. Erstens Wikipedia ist nicht für Kinder und Jugendliche ausgerichtet, es ist ein allgemeines lexikalisches Projekt das wissen möglichst vielen Menschen zugänglich machen viel. Ein Kinder Wikipedia befindet sich in der Startphase. Zweitens ist der Artikel ungenau, den die Beklagten Bilder sind fast ausschließlich in WikiCommons "zwischengelagert" und oftmals aufgrund ihres fehlenden Enzyklopädischen Mehrwerts nicht in den Artikeln verwendet worden oder nach einer Diskussion sogar oftmals entfernt worden. Drittens ist Bilder irgendwo zu suchen wo der Durschnittsnutzer normalerweise nicht hinkommt mit einen gewissen Makel behaftet. Viertens, rein pragmatisch betrachtet ist es doch sicherlich besser wenn ein Jugendlicher bei einen sachlichen und wissenschaftlichen Artikel bei Wikipedia landet wenn er Vulva eingibt, statt in einer Suchmaschine seiner Wahl und dann auf kommerziellen pornografischen Seiten landet die nun die Masse des Internets stellen. So lernt er vielleicht sogar noch was dabei. Fünftens ja was ist mit der Aufsichtspflicht der Eltern? Sechstens und als letztes wenn man alles verbieten würde was ein mit Hormonen voll gepumpter pubertierender Jugendlichen erregen würde gäbe es keine Unterwäschekataloge, Gurken, Frauen die Sport treiben...... ergo ist es Unsinnig. Leider wieder mal viel heiße Luft vom Lehrerverband der Anscheinend so realistisch mit dem Internet umgeht wie Internet Ausdrucker und Stoppschildfanatiker, beide scheitern grandios an ihrer Technologischen Unmöglichkeit und Unsinnigkeit ihrer Forderungen und ihrer Rückständigkeit im Umgang mit modernen Medien.

Ines hat gesagt…

Was erwartet man denn, wenn man nach Ejakulation oder nach Hentai in Wikipedia sucht, ein Bild von was? - naja eben einer Ejakulation oder einem Hentai. Wenn man nun einmal nach etwas sucht, was sexuell ist (oder pornografisch, wobei ich nicht denke dass die Aufklärung darüber, was eine Ejakulation ist, oder wie sie aussieht pornografisch ist, da es eine normale triviale Körperfunktion ist und man ein Kind früher oder später eh darüber aufklären muss), kann man eben nur so etwas finden. Und ich stimme 666 vollkommen zu, das ganze wird mal wieder überspielt. Mal abgesehen davon, dass Pornos, nicht wie von vielen angenommen, sogar gesund für die psychische und sexuelle Entwicklung sind, wird ein Kind so oder so mit Pornographie konfrontiert werden, wenn es im Internet ist, da trotz adblock, immer auf vielen Seiten, ungewollt irgendetwas erotisches zu sehen sein wird. zur Not kann man ja immernoch das Fenster schließen, wenn man sich so gestört davon fühlt und merkt, dass man auf etwas pornografisches gestoßen ist. Ich glaube man muss schon viele Umwege machen um von "Hintern" auf Wikipedia auf hardcore Anal-Sex-Pornos zu kommen und bis man da angekommen ist, muss man doch schon merken, dass man sich etwas anschaut, was einem nicht angenehm ist.
Und wenn es darum geht, dass Kinder sich keine Pornos anschauen sollen, wenn sie es wirklich wollen, werden sie einen Weg finden.

Ines hat gesagt…

Was erwartet man denn, wenn man nach Ejakulation oder nach Hentai in Wikipedia sucht, ein Bild von was? - naja eben einer Ejakulation oder einem Hentai. Wenn man nun einmal nach etwas sucht, was sexuell ist (oder pornografisch, wobei ich nicht denke dass die Aufklärung darüber, was eine Ejakulation ist, oder wie sie aussieht pornografisch ist, da es eine normale triviale Körperfunktion ist und man ein Kind früher oder später eh darüber aufklären muss), kann man eben nur so etwas finden. Und ich stimme 666 vollkommen zu, das ganze wird mal wieder überspielt. Mal abgesehen davon, dass Pornos, nicht wie von vielen angenommen, sogar gesund für die psychische und sexuelle Entwicklung sind, wird ein Kind so oder so mit Pornographie konfrontiert werden, wenn es im Internet ist, da trotz adblock, immer auf vielen Seiten, ungewollt irgendetwas erotisches zu sehen sein wird. zur Not kann man ja immernoch das Fenster schließen, wenn man sich so gestört davon fühlt und merkt, dass man auf etwas pornografisches gestoßen ist. Ich glaube man muss schon viele Umwege machen um von "Hintern" auf Wikipedia auf hardcore Anal-Sex-Pornos zu kommen und bis man da angekommen ist, muss man doch schon merken, dass man sich etwas anschaut, was einem nicht angenehm ist.
Und wenn es darum geht, dass Kinder sich keine Pornos anschauen sollen, wenn sie es wirklich wollen, werden sie einen Weg finden.