Montag, 2. Juni 2014

Risiko Smartphone: Von Verkehrsunfall bis psychisch krank

Lassen wir uns derart von Smartphones vereinnahmen, dass wir komplett abgelenkt oder sogar psychisch krank werden? Diese Fragen beantwortet eine Studie aus den USA.

Die Studie von Pew Research zeigt, dass in den USA 23 Prozent der Mobilfunknutzer beim Gehen auf der Straße schon einmal in einen anderen Passanten gelaufen sind, weil diese vertieft auf das eigene Display schauten.

Viele Fußgänger schauen nicht einmal mehr vom Handy auf, wenn sie die Straße überqueren. Von 2005 bis 2010 hat sich die Anzahl der Fußgängerunfälle aufgrund von Handynutzung sogar verdoppelt, wie eine Studie der Ohio State University zeigt. Mittlerweile könnte die Zahl noch höher sein, denn neun von zehn US-Bürgern besitzen heute ein Handy.

Weniger harmlos sind jedoch die Fälle von über 1500 Personen, die in den USA über einen Zeitraum von zwölf Monaten in der Notaufnahme behandelt werden mussten, weil sie entweder heftig gegen Laternenpfosten oder Menschen geprallt sind oder selber Opfer einer solchen Unachtsamkeit wurden. Gerade bei Jugendlichen sei die Gefahr für Verletzungen besonders hoch.

Ein Mensch der gleichzeitig läuft und eine SMS schreibt, verfügt nur noch über fünf Prozent seines Sichtfeldes. Wissenschaftler hatten eine Computer-Simulation erstellt, in der 1500 Menschen mit ihrem Smartphone beschäftigt waren und dabei eine Kreuzung überquerten. Das erschreckende Ergebnis: 446 Kollisionen und 103 Stürze waren die Folge.

Der krönende Abschluss ist jedoch der Trend von Selfies (Aufnahmen von Selbstporträts per Smartphone) könne zu einer Sucht, oder sogar zu Selbstmord führen, behaupten Experten. Primär geht es dabei um eine Wahrnehmungsstörung, also um die ausgeprägte Beschäftigung mit seinem körperlichen Aussehen. Vor allem Jugendliche verbreiten ihre Selfies in sozialen Netzwerken, verbunden mit dem Bedürfnis nach Selbstbestätigung durch möglichst viele Likes und Kommentare, als Zeichen der Anerkennung.

Statt einen verantwortungsbewussten Umgang mit dem Smartphone zu lernen, gibt es die neue App "Third Eye", die bald für iOS und Android erhältlich ist. Sie erkennt mithilfe von GPS-Daten, wenn eine Kollision unmittelbar bevorsteht und lässt rechtzeitig ein Warnsignal ertönen.

Ein Manko hat die App allerdings: Betatests haben ergeben, dass das Warnsignal oft dann zu spät kommt, wenn einer der beiden Smartphone-Nutzer am Steuer eines Personenkraftwagens sitzt und während der Fahrt auf seinem Smartphone herum tippt.

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