Dienstag, 20. Mai 2014

Selfie-Sucht treibt Teenager fast in den Selbstmord

In den letzten Jahren hat der Selfie-Wahn rasant zugenommen. Warum? Weil alle Leute Selfies machen. Bei Instagram sind über 50 Millionen Aufnahmen mit dem Schlagwort #selfie markiert, 139 Millionen unter #me abgelegt. Eine Studie in England kam zu dem Ergebnis, dass es sich bei 30 Prozent aller Fotos, die 18- bis 24-Jährige mit ihrem Smartphone machen, um Selbstportäts handelt.

Da wundert es kaum, dass „Selfie“ zum Wort des Jahres 2013 gekürt wurde. Doch für manche wird das harmlose Schießen von Selbstporträts nun anscheinen zur gefährlichen Sucht.

Ein britischer Teenager hat versucht Selbstmord zu begehen, nachdem es ihm nicht gelang, dass perfekte Selfie von sich zu machen. Der Junge war so besessen von diesem Gedanken, dass er bis zu zehn Stunden am Tag bis zu 200 Selfies von sich schoss. Bei dem Streben nach dem besten Foto, dass mit dem 15. Lebensjahr begann, verlor der heute 19-Jährige 13 Kilogramm Gewicht, wurde aus der Schule geschmissen und verließ das Haus ganze sechs Monate nicht.

Wer nun glaubt - dies sei ein Einzelfall - irrt sich. Der britische Psychiater David Vea sagt: „Zwei von drei meiner Patienten, die seit dem Auftauchen der Kamerahandys zu mir wegen einer körperdysmorphen Störung (eine Störung der eigenen Körperwahrnehmung) kommen, haben einen Zwang, ständig neue Selfies von sich zu machen und diese in sozialen Medien hochzuladen.

Die Selfie-Sucht ist auch in der Schweiz ein Thema, das Experten beschäftigt. Der Psychotherapeut Felix Hof aus Zürich sagt, er beobachtet das Phänomen vermehrt insbesondere bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. „Menschen mit dem Bedürfnis, ständig und überall Fotos von sich selbst zu machen haben ein narzisstisches und autoerotisches Problem. Die betroffenen wollen ein Ideal erreichen, das unerreichbar ist“, so
Hof.
Weiter erklärt Hof, das nicht das Foto selbst ausschlaggebend sei, sondern die Reaktion darauf in den sozialen Netzwerken. Den jungen Menschen gehe es primär um Betätigung, sie wollen wissen, wie sie beurteilt werden. „Doch egal wie viele ‘Likes‘ oder positive Kommentare jemand für sein Selfie bekommt, es ist nie genug, nie zufriedenstellend. Diese daraus folgende Enttäuschung führt zu einer emotionalen und sozialen Verarmung“.

Es handelt sich also um ein Ritual der narzisstischen Selbstvergewisserung als Resultat einer tiefen Selbstverunsicherung.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Quellen?

Zuviel verlangt?

Anonym hat gesagt…

Bezeichnenderweise kräht hier kein Hahn danach, wenn sich ein homosexueller Jugendlicher wegen homophobem Gewäsch das Leben genommen hat.

Aber Doppelmoral ist hier ja hoch im Kurs!

Old Geezer hat gesagt…

@Anonym:

"Zuviel verlangt?"

Chronisch!


@Anonym:

Das ist vielleicht auch besser so; ich muß nicht hierzulande Picketings wie in den USA sehen, in denen zerebral verschattete Fanatiker Angehörige bei Beerdigungen mit "God hates Fags"-Plakaten belästigen.